Angst vorm Matriarchat? Keineswegs!

Angst vorm Matriarchat? Keineswegs!

von Hannelore Vonier

Existenzielle FragenDie Verwirrung war groß. Das zeigten die Reaktionen auf den Artikel “Was ist schlecht am Matriarchat?” – 18 Kommentare dazu konnte ich nicht freischalten, weil sie sich nicht auf den Text bezogen, der Inhalt falsch verstanden oder ignoriert wurde, manche beantworteten die Frage “Was ist schlecht am Patriarchat?” …

Was war passiert?

Undine von der Ostsee hat mit ihrem Kommentar den Nagel auf den Kopf getroffen, hier ist er (zuerst den Artikel lesen, er ist kurz):

Nach allem, was ich über die Gesellschaft in die ich hineingeboren wurde gelernt habe, wird generell das Gegenteil gesagt, von dem, was gemeint wird.

So ist die Frage

Gibt es denn um Himmelswillen auch irgendwelche Schwachpunkte am Matriarchat, irgendwas, über das man herziehen und das man kritisieren könnte?

- diese Frage ist ein großes Kompliment an alle, die sich mit der Lebensweise Matriarchat beschäftigen.

Denn es meint:

Wow. Einfach umwerfend. Warum sind wir nicht gleich darauf gekommen? Es geht also auch so viel einfacher! Soviel weniger Schmerz! Wow! Muss das schön sein!

Das alles bedeutet diese Frage eigentlich, so klingt sie in meinen Ohren.

Was es so bitter macht, ist diese Bedeutung, die immer überall mit drinsteckt:

Cool, ihr habt eine Utopie (in diesem Fall Matriarchat) gefunden, und seid dabei, euch zu retten … aber leider, zu schade, das klappt nur weil ihr so außergewöhnlich spezielle Personen seid, wir, die Fragenden, werden auf immer unserem Patriarchat verhaftet bleiben, weil wir zu feige, oder auch schon zu kraftlos sind, um uns aus unseren Krankheiten zu befreien. Deshalb, bitte, gebt uns doch etwas woran wir uns trösten können. Sagt uns, dass das Matriarchat doch nicht das Gelbe vom Ei ist, das macht unser tägliches Leiden erträglicher.

Die, die so fragen, suchen meiner Meinung nach einfach nur Trost für ihr eigenes von fremder Angst gesteuertes Verhalten.

Sie suchen Absolution dafür, warum sie sich nicht für diese Utopie oder irgendeine andere einsetzen, sie wollen im voraus beweisen, dass das nur böse enden kann und die bestehende Welt doch die beste aller möglichen ist.

Sie suchen den süßen Trost, dass all ihre Leiden doch irgendwo einen höheren Sinn haben, aber diesen höheren Sinn gibt es nicht. Im Patriarchat leidet jeder nur für den unmittelbaren Vorteil eines anderen, niemals für eine ‘höhere Sache’, wie es dann immer dargestellt wird.

Diesen einen Trost kann ich euch sagen:

auch im Matriarchat ist das soziale Miteinander nur so angenehm, wie die Menschen. Hinterhältige Menschen sind auch im Matriarchat hinterhältig.

Der Unterschied ist nur, dass ihnen dann eine solche Verhaltensweise schaden würde, anstatt ihnen wie bei uns zu nützen. Ist es das, was soviel Angst macht?

Wenn dir der Beitrag gefallen hat, kannst du mir den Tag versüßen,
indem du darüber postest :-)

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