Tatsache ist, dass es keine liebenden Eltern, keinen allwissenden Gott, keinen weisen Lehrer, keine aufmerksamen und freigiebigen Freunde, keinen wohlwollenden Vorgesetzten gibt. Und selbst wenn es sie gäbe, so wäre es nichtsdestotrotz die Aufgabe des Menschen, sie zu verlassen, um all diese Eigenschaften selbst zu finden und in sich zu entwickeln.
Was nützten ihm auch all diese Quellen von Liebe, die ja doch nur ihm äusserlich wären? Er könnte sie jederzeit verlieren, er bliebe sein Leben lang abhängig von ihnen. Emanzipation heisst demnach, alles daran zu setzen, diese Qualitäten in mir selbst zu entwickeln.
Und wenn ich nicht weiss wie, und wenn ich damit überfordert bin, und wenn ich mich unglücklich, zornig, einsam, im Stich gelassen oder schlicht vom Universum verarscht fühle – was kann ich denn anderes tun, als ebendies, also zu versuchen, es zu lernen, und zwar so gut ich es halt kann, selbst wenn das heisst: so gut wie gar nicht?
Was anderes sollte ich denn tun? Rumsitzen und abwarten? Worauf denn? Etwa auf Godot, den Herrn, der nicht kommt?
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