15 Responses for this post

  1. Dr. Martin Bartonitz

    Liebe Hannelore,
    Du schaffst es immer wieder, mich noch einen Schritt weiter denken zu lassen. Ja, wer eigenwillig ist, wird sich nicht beherrschen lassen wollen.
    Wenn ich mich nicht berrschen lassen will, werde ich dann gleichzeitig aus diesem Denken heraus auch Andere nicht beherrschen wollen?
    Dein Artikel ist so wichtig für meine Arbeiten, dass ich ihn gerne komplett nochmals auf meinem Blog posten mag, da wir hier im Zusammenhang inzwischen sehr intensiv diskutieren. Darf ich, inklusive Link auf das Originial hier?
    Lieben Gruß, Martin

    Reply
  2. Hannelore Vonier
    Hannelore Vonier
    | |

    Jeder darf meine Artikel woanders veröffentlichen, sind Allgemeingut (Commons Lizenz, siehe Fußzeile). Ich freu mich über Verbreitung! Backlink ist halt gut, wenn eure Leser mehr von dem Stoff finden wollen, aus dem meine Texte gemacht sind.  

    Reply
  3. Ursula Honerlage
    Ursula Honerlage
    | |

    Ja, liebe Hannelore, ich kann Dr. Martin Baronitz nur zustimmen, es tut mir so gut, immer einen Schritt weiter zu gehen! Und auch mein Partner steigt nun immer tiefer in diese Themen ein. DANKE!

    Reply
  4. Hans Erdmann
    Hans Erdmann
    | |

    Klasse Beitrag!

    Gruß Hans Erdmann

    Reply
  5. Gast
    Gast
    | |

    dies sind für mich zwei paar schuhe: ob ich mir auferlege, nicht das einem anderen Menschen zuzufügen, was ich auch nicht zugefügt haben möchte – oder ob ich sage: ich tue jenes einem anderen Menschen, damit er mir gleiches zurückgebe…

    Reply
  6. Rosalix
    Rosalix
    | |

    Sehr interessanter Gedanke, der einem vor allem, nicht so leicht kommt. Im ersten Moment erscheint es logisch und gerecht.
    Der verborgene Aspekt entgeht einem. Danke für deine Analyse!
    Vielleicht steckt ja auch dahinter, dass der patriarchale Mensch “sich selbst” als “sein Eigentum” definiert?

    Reply
    1. Hannelore Vonier
      Hannelore Vonier
      | |

      Danke Rosalix, ich denke seit gestern immer wieder über “das selbst als sein Eigentum” nach. Ich vermute, dass ich was dazu  blogge :)

      Reply
  7. S. Discher
    S. Discher
    | |

    Ich habe diesen Beitrag bereits auf Facebook verfasst, möchte aber, dass die Autorin folgendes ließt: Um das mal rein logisch
    anzugehen.. (und Hannelores Argumentation zu widerlegen) Es gilt (Ich
    will X nicht => Ich füge X nicht zu) (Ich füge X zu =>
    Ich will X). Die goldene Regel wird im fraglichen Artikel ausgelegt, als
    gelte (Ich will X nicht => Ich füge X
    nicht zu) (Ich will X => Ich füge X zu). Sie wird so
    ausgelegt, da behauptet wird, man würde durch sie die eigene Maßstäbe
    anderen aufzwingen. Faktisch sagt sie aber lediglich aus, dass man
    anderen erspart, was man selbst auch von anderen erspart sehen will. Das
    ist ein sehr elementarer Unterschied. Es ist schließlich keine Pflicht,
    zu geben, sondern nur nicht ohne Zustimmung zu nehmen. Zweiteres wird
    eingehalten. Der positive Effekt ist bloß, dass man anderen viel
    mögliches Leid erspart, indem man ihnen alles Leid des eigenen Ermessens
    erspart. Falls eine kleine Nachhilfe in Logik (wegen des Beweises) von
    Nöten ist: http://de.wikipedia.org/wiki/Aussagenlogik#Materiale_Implikation

    Reply
    1. Dr. Martin Bartonitz

      normal so: ich hatte gestern noch einen Beitrag über unsere Aristotelische Logik der Ausschließung des Dritten gehört und als in Frage zu stellen wahrgenommen. Warum sollte es neben der ausschließenden Dualität wahr und falsch nicht auch ein sowohl als auch und weder noch geben? Wenn also unser Grundmodell unserer Sprachlogik auf falschen bzw. ungenauen Annahmen fusst, können wir noch so genau zu denken versuchen und werden dennoch unsere so schon subjektiv konsturierte Wirklichkeit nicht noch weiter optimieren …

      Reply
  8. FlowQi
    FlowQi
    | |

    Liebe Hannelore,
    Danke für deinen Artikel. Hat mich zum Nachdenken angeregt.
    Leider scheinen darin einige Widersprüche auf.

    1) “Die sogenannte “Goldene Regel” ist eine der wichtigsten Richtlinien des Patriarchats.”

    Das Patriarchat als hierarchische Herrschaftsform steht offensichtlich im Widerspruch zu der Idee, dass alle gleich sind und kann so schlecht eine wichtige Richtlinie sein.

    2) “Wenn man die Leute glauben macht, dass alles was sie wollen das Gleiche
    ist, das auch ihre Mitmenschen verlangen, und dies als ihr Recht[1] betrachtet, dann sind “die andern” der Maßstab, und nicht sie selbst.”

    Nein. Es ist -wie du auch weiter unten selber schreibst- genau umgekehrt!

    Laut der goldenen Regel, sind nicht “die andern” der Maßstab, sondern ICH. Im Grunde ist diese Regel erst mal sehr egozentrisch. Nicht “Festgelegte Schablonen” sind der Maßstab, sondern meine Wünsche.
    Nun gilt das aber nicht nur für mich, sondern natürlich auch für alle anderen.
    “Ich behandle dich, wie ICH behandelt werden will und du behandelst mich, wie DU behandelt werden willst.”

    Daraus folgt: Ich sehe an dem was du tust, was du willst. Und du siehst, was ich will!!
    Diese Regel implizieren also auch: “Ich akzeptiere, dass du mich anders behandelst, als ich dich und umgekehrt”

    Gleichmacherei kann ich daran nicht erkennen. Ganz im Gegenteil!!
    Jeder zeigt, was er will und so kann jeder auf dessen Wünsche individuell eingehen.

    Im besten Sinne bedeutet das: Jeder macht was er will, ohne andern zu schaden. Oder um es mit der Kernaussage der Bergpredigt zu sagen: “Liebe, und mache was du willst.”

    3) “Selbstjustiz”  vs. “Gewaltmonopol des Staates”

    “Auge um Auge” wurde eingeführt, um eben die Selbstjustiz private Rache zu verhindern.

    Du verwendest die Begriffe  “Staat” und “Regeln” mMn sehr negativ, im Sinne von unterdrückender Herrschaft. Ich sehe die Begriffe positiv im Sinne von “Gemeinschaft”.

    “Eine Regel wird aufgestellt, weil man das Übertreten dieser Regel
    erwartet. Ansonsten bräuchte man die Regel nicht”
    Das ist eine sehr polemische Aussage. Auch (ideale?) Gemeinschaften stellen Regeln auf, auch wenn sie führerlos, subsidiär und basisdemokratisch sind. Jede WG hat einen Putzplan. Erst gibt es in der Gemeinschaft gar keine Regeln. Erst wenn etwas nicht funktioniert und zum Schaden des Einzelnen oder der Gruppe führt, werden Regeln als notwendiges Übel eingeführt und ggf. wieder verworfen. Ich kann an Regeln nichts negatives finden.

    “Geschichtlich sicherte
    sich der Staat (= Kombination von Regierung und Religion) mehr und mehr
    das Gewaltmonopol, indem er das Vergeltungsrecht in Besitz nahm. Wobei
    das Definitionsmonopol für “richtig” und “falsch” ebenfalls beim Staat
    liegt.”

    Wenn sich ein Mitglied der Gemeinschaft nicht an die Regeln hält, die es selbst mit-aufgestellt hat und einem andern Mitglied Schaden zufügt, kann das u.U. zum Nachteil der gesamten Gruppe sein.

    Wie soll nun damit umgegangen werden?
    Ist es nicht besser, wenn sich die Gemeinschaft das gemeinsam überlegt? Ev. gibt es schon eine Regel dazu, die der “Täter” selbst mitgestaltet hat.
    Oder obliegt es dem Geschädigten nach Gutdünken zu reagieren?  Das wäre Rache. Genau um diese Rache zu unterbinden, stellt die Gemeinschaft Regeln auf. Das “Gewaltmonopol” liegt nun bei der Gemeinschaft und nicht beim Einzelnen. Ich betrachte das als gewaltigen Vorteil.

    Reply
  9. Frauke
    Frauke
    | |

    Hallo Hannelore,
    vielen Dank für den Artikel, den ich als ehemalige christliche Fundamentalistin voll und ganz bestätigen kann, denn das war mein Leitsatz:“Was du nicht willst, das man dir tu’, das füg’ auch keinem andern zu!” Nun war ich durch meinen Leitsatz, den ich tief verinnerlicht hatte, verführt worden. Ich habe meine Charaktereigenschaften auf den Nächsten projiziert und genau dadurch nicht erkennen können, dass der Nächste ganz anders dachte als ich und mich genau darin missbrauchte. Das ist das Geheimnis und die Aufklärung und Erkenntnis war für mich daher ein Schock.
    Interessant finde ich auch, was du zur Selbstjustiz geschrieben hast. Ich habe es mehrfach beobachten können, dass besonders Frauen, die aus destruktiven Kulten fliehen, deren Begleiter/in getötet werden. Die Betroffenen werden als der absolute Besitz betrachtet und wenn dieser verloren geht, dann ist es die Rache die Verantwortlichen zu töten. Das Tragische dabei ist, dass Menschen, die Gutes tun, getötet werden. Das finde ich furchtbar, weil es für die Betroffenen ein Terror ist und weil sich womöglich in der Zukunft keine bzw. wenige Helfer finden lassen. Das ist die Absicht: Die ewige Besitzherrschaft!

    Reply

Deine Gedanken dazu