Rette sich, wer kann!

Transformationsblog

Der Generationenkonflikt ist ein patriarchaler

Hier ist die Fortsetzung vom letzten Comic-Strip (Geben und Nehmen), die ich euch nicht vorenthalten will.

Comics, Witze, Sprüche, Zitate und dergleichen offenbaren eine Menge über eine Gesellschaft. Auch wenn es in Deutschland nicht diese verbreitete Comic-Kultur gibt wie hier in den Staaten (jeden Tag eine ganze Zeitungsseite, sonntags drei); durch die Medien werden in anderer Form die gleichen Botschaften transportiert.

Wie ein Mädchen zu sein hat? Das ist ausführlich von mir auf der Webseite „Wie Mädchen gemacht gemacht werden“ dargestellt. Für Jungen gilt Entsprechendes, da kenne ich aber keine Website.

Dadurch, dass der Comic eine andere Wendung nimmt als erwartet, wirkt er lustig und veranlasst zum Schmunzeln. Die Botschaft wird unbewusst absorbiert.

Gracie ist eine gewitzte Comic-Figur. Sie ist ein aufmüpfiges Mädchen wie bei uns Pippi Langstrumpf.
Die ältere Dame, Gracies Tante Carmen, ist noch vom alten Schlag und Gracie rollt genervt mit den Augen.  Richard hat unlängst in einem Kommentar zu „Gemeinsam statt einsam“ darauf hingewiesen, dass das Zusammenleben der Generationen eine Katastrophe sein kann. Gracie ist die Antithese zur traditionellen älteren Generation. Sie ist den autoritären Alten überlegen.

Die Comic-Figur wächst übrigens – wie Pippi – ohne Mutter auf (mit einem Teenager-Bruder, dem Vater und eben der Haushalt führenden Tante). Ist das bezeichnend? Sind vielleicht patriarchale Mütter bzw. Bezugspersonen, die die Gracies und Pippis verhindern, die Katastrophe, und weniger die ältere Generation?

In unserem Gesellschaftssystem werden Kinder mit Angstmacherei zum Gehorsam gedrillt. Widerstand in Form von Augenrollen lassen wir nur in Ausnahmen durchgehen. Die Regel darf das nicht werden.

In der intakten Stammesgesellschaft kann der Älteste kein Ältester sein, wenn es keine Gemeinschaft gibt, die ihn (oder sie) dazu macht. Die Jugendlichen können sich nicht sicher fühlen, wenn kein Ältester da ist, dessen schweigende Gegenwart ihnen Mut macht, das Leben zu bestehen.

Schon beim Empfang von Kindern zeigt sich die große Fürsorglichkeit der indigenen Gemeinschaft:
„Damit durch das Verhalten der Gemeinschaft die Entfaltung ihrer Individuen gefördert wird, machen die Stammesvölker aus jeder Geburt ein Dorfereignis. Das Neugeborene wird von allen gemeinsam willkommen geheißen. Ich erinnere mich noch lebhaft an das letzte Geburtsritual, dem ich in meinem Dorf beiwohnte,“ schreibt der afrikanische Philosoph Malidoma Somé. „Eine Älteste fragte das Ungeborene, ob es sich an die Worte erinnerte, die vor langer Zeit, als es zuerst in den Mutterleib eintrat, gesprochen wurden. Diese Verse sollten es an sein Lebensziel erinnern. […]
Als es dann soweit war, hörten die Frauen auf zu singen und wandten sich einer anderen Arbeit zu. Mittlerweile waren Kinder in der Nähe zusammengelaufen und warteten auf den großen Augenblick. Der war gekommen als das Neugeborene schrie. Im gleichen Moment gellten laute Schreie aus den Kehlen eines Dutzends Kinder und erstickten wie eine Woge das Gequäke aus dem winzigen Mund des Neugeborenen. Dann wurde es still.
Eine Alte sagte: ‚Es ist ein Großvater. Seht doch, wie genau er sich alles anschaut!‘ […]
Ich musste bei mir denken, der Schrei des Neugeborenen habe etwas von einer Frage an sich gehabt. Es war, als hätte der Neuankömmling ein Signal ausgesendet, um zu prüfen, ob er am richtigen Ort angekommen sei.
Kinderstimmen ähneln dem Schrei eines Neugeborenen am meisten, und deshalb bittet man die Kinder in meinem Dorf, zur Bestätigung der Ankunft eines Neugeborenen laut zu schreien. Das gibt der Frage in der Seele des Neugeborenen Antwort. Es ist jetzt bereit, sich mit seiner Gegenwart in dieser Welt abzufinden.
Oft habe ich mich gefragt, was mit dem Neugeborenen geschähe, wenn es keine Antwort erhielte. Können sich Säuglinge jemals von dem ihrer Seele zugefügten Schaden erholen, wenn sie schon bei der Geburt die Botschaft übermittelt bekommen, sie seien ganz allein?

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Die Fortsetzung zeigt,dass Gracies Tante ist mit der Kombination „Matsch + Mädchen“ gar nicht einverstanden ist. Abonniere die neuesten Beiträge per Email (Abmelden jederzeit möglich).


Autor: Hannelore Vonier

Bloggerin mit dem leidenschaftlichen Drang, die destruktiven Kräfte in unserer Gesellschaft bekannt zu machen und Lösungen aufzuzeigen. Mehr über mich und diesen Blog.

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