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Transformations-Blog

Internationale Menschenrechte – nicht für indigene Völker

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Weltweit werden indigene Völker ihres Landes beraubt und ihre Gemeinden zerstört. Die Konvention ILO 169[1] ist das einzige verbindliche internationale Abkommen, das dem Schutz der Rechte indigener Völker gewidmet ist. Doch die meisten Regierungen wollen es nicht unterzeichnen.

Auch Deutschland lehnt das Abkommen mit der Begründung ab, dass es in Deutschland keine indigene Bevölkerung im Sinne des Übereinkommens Nr. 169 gibt. ILO 169 enthält jedoch keinen Hinweis darauf, dass das Abkommen nur für Staaten relevant ist, welche eine indigene Bevölkerung haben.

Deutschland hat durch seine wirtschaftlichen Außenbeziehungen und Entwicklungspolitik direkten und indirekten Einfluss auf das Leben indigener Völker. Dies erkannten z.B. die Niederlande und Spanien an, als sie das Abkommen ratifizierten, obgleich sie keine eigene indigene Bevölkerung haben.

Beziehungen zwischen Deutschlands Politik und indigenen Völkern sind nicht offensichtlich. Aber in einer globalen Welt existieren sie.

Das deutsche Unternehmen Voith Hydro beispielsweise hat einen Vertrag über den Bau des kontroversen Belo Monte Staudamms in Höhe von 443 Millionen Euro unterzeichnet. Voith erhielt den Zuschlag in einem Konsortium mit der Andritz AG (Österreich) und Alstom (Frankreich).

Belo Monte wäre nach seiner Fertigstellung der drittgrößte Staudamm weltweit. Er bedroht die Lebensgrundlage von Tausenden Indigenen im Gebiet des Xingu-Flusses in Brasilien, darunter auch die unkontaktierter indigener Völker. Der Staudamm würde rund 1.500km2 Land zerstören und zwischen 20.000 und 40.000 Menschen von ihrem Land vertreiben.[2]

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 Tribal Peoples for Tomorrow’s World

In dem Buch über indigene Völker teilt Stephen Corry, Direktor von Survival, sein einzigartiges Wissen aus über 40 Jahren Arbeit mit Survival und indigenen Völkern mit. Das Buch ist leicht zugänglich für Einsteiger, die gern mehr über indigene Völker erfahren möchten. Es ist das erste Buch seiner Art in diesem Themenbereich, frei von Fachjargon und erfordert keine Vorkenntnisse.


Quellen/Anmerkungen:
  1. Weitere Informationen: ILO-169 Koordinationskreis – Rechte für indigene Völker ↩
  2. Details: Deutsches Unternehmen beteiligt an Zerstörung des Amazonas und indigener Völker ↩

Autor: Hannelore Vonier

Kulturkritikerin mit dem leidenschaftlichen Drang, die destruktiven Kräfte in unserer Gesellschaft bekannt zu machen und Lösungen aufzuzeigen. Mehr über mich.

7 Kommentare

  1. Menschenrechte gelten nur für das Kapital nicht für lebendige Wesen! Wußtest du das nicht?

    • Ich weiß ungefähr was du meinen könntest Rosalix, aber ein Beispiel könnte helfen.

      In der Wikipedia steht unter ‘Menschenrechte':

      “Als Menschenrechte werden subjektive Rechte bezeichnet, die jedem Menschen gleichermaßen zustehen. Das Konzept der Menschenrechte geht davon aus, dass alle Menschen allein aufgrund ihres Menschseins mit gleichen Rechten ausgestattet und dass diese egalitär begründeten Rechte universell, unveräußerlich und unteilbar sind.”

      Jetzt fragt sich nur noch, was im Patriarchat unter Mensch verstanden wird…

  2. Schlimm was da im “Intresse der Allgemeinheit” tagtäglich auf unserem Planeten passiert, wo im Namen der GIER einiger Weltweit agierender Firmen wie Schell, BP aber allen voran Exxon UNSERE Erde tagtäglich ausgebeutet, vergiftet und unwiderbringlich zerstört wird. Beispiele gibt es inzwischen leider genug, ob es um Edelhölzer aus Amazonien geht oder um Ölsand in Canada. Gerade während ich das hier schreibe und Ihr das hier lest, werden in Canada die letzten, ohnehin schon in Reservaten zusammen gepferchten Nord-Amerikanischen Indianer vergiftet und auch ihres letzten Lebensraumes beraubt. 

    Ich kann nur hoffen das es noch nicht ohnehin schon längst zu spät ist für Aktionen wie diese. Wir brauchen Petitionen und Volksbegehren, wir müssen endlich Menschen aufwecken die man heute nur noch “BILDUNGSNAHE SCHICHTEN” nennt und die kamm mehr als WahlVieh für die nächsten Bundestagswahlen zu gebrauchen sind, da sie keine eigene Meinung mehr haben und zu 90% nicht einmal mehr ihre Stimme abgeben. Es stimmt nicht das wir ÖL und Edelhölzer ohne Ende brauchen….es gibt umweltfreundlichere Möglichkeiten. 

    Allen ein schönes neues 2012 und UNS allen viel Erfolg bei dem Versuch zur Erhaltung der indigenen Völker auf unserem Planeten. 

  3. Für mich ist die Notwendigkeit, Menschenrechte deklarieren zu müssen, die öffentliche Bankrotterklärung der patriarchalen Religionen Judentum, Christentum und Islam.

  4. @1e8e9a1d3f12ca31f5f308a565bd39e7:disqus , ich würde es sogar noch breiter fassen: Mehr als nur das eine grundlegende Gesetzt “Schade Niemandem” ist erst dann notwendig, wenn eine Gesellschaft sich vom Grundsatz des  bedingungslosen Teilens entfernt. Sobald begonnen wird, etwas mit Wert zu versehen und damit zu seinem persönlichen Vorteil zu handeln, wird auch der Mensch in seiner Leistung bewertet. Und damit ist eine Gleichheit dahin und der “Gleichere” (siehe Orwell) muss mit seinem angesammelten Eigentum gebenüber den weniger Habenden geschützt werden. Denn diese fühlen Ungerechtigkeit und wollen ja teilen, also dass der Habende abgibt. Da dieser aber nichts hergeben will (aus Versorungsangst), muss die Gerechtigkeit per Gesetz umgebogen werden.So meine 2 Cents zum Thema.

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