Hannelore Vonier

Und das Matriarchat kommt doch!



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“Ja, Du. Du kontrollierst das Informationszeitalter, willkommen in Deiner Welt”, mit diesen Worten begrüßt das US-amerikanische Time Magazine in diesem Jahr die Person des Jahres. Oder vielmehr, die Personen des Jahres, denn im Jahr 2006 sind alle Internetnutzer gekürt - das Stichwort Web 2.0 spielt dabei auch eine Rolle.

Es ist nicht das erste Mal, dass das Time Magazine eine bestimmte Personengruppe anstatt einzelner Personen auswählt, die das Leben auf der Erde im Guten wie im Schlechten beeinflussen. In diesem Jahr gab es laut Time durchaus Individuen, die für viele schmerzhafte und erschreckende Dinge verantwortlich gemacht werden könnten, die 2006 passierten.

Wer jedoch 2006 aus einem anderem Sichtwinkel betrachte, sehe eine andere Geschichte. Eine, die sich nicht um Konflikte oder heraus ragende Männer drehe.

“Es ist eine Geschichte über Gemeinschaft und eine Zusammenarbeit einer Größenordnung, die nie zuvor gesehen wurde”, heißt es im Time Magazine. Websites wie Wikipedia, YouTube und MySpace, Open-Source-Software, das gemeinschaftliche Ringen vieler um die Entmachtung weniger und das unentgeltliche gegenseitige Helfen würden nicht nur die Welt verändern, sondern auch die Art und Weise, wie sich die Welt verändere. (via Golem)

Diesen Trend beobachte ich seit einigen Jahren. Die Merkmale des Internet - es ist egalitär - und insbesondere des Web2.0, stimmen genau mit dem Sozialsystem matriarchaler Gesellschaften überein.

Als ich mit meinen Seiten über die matriarchale Gesellschaftsform im Jahr 2000 begann, hörte ich sehr viele Einwände, dass es keinen Weg “zurück zum Matriarchat” gäbe und die meisten das auch nicht wollten.

Dabei war zwar häufig das Missverständnis im Spiel, dass Matriarchat etwas mit Frauenherrschaft zu habe, aber wenn dieses ausgeräumt war, sahen die meisten einfach keine Möglichkeit, jemals zu einem partnerschaftlichen, herrschafts-, hierarchie- und gewaltfreien Miteinander zu kommen.

Dabei deutete das 2001 erschienene Buch “Die Hacker-Ethik” von Pekka Himanen diese Richtung bereits an. Es beschreibt unter anderem, wie eine Handvoll visionärer Menschen bewusst darauf hin gearbeitet hat, das Internet offen zu halten und vor dem Zugriff von Kapitalismus und Monopolisierung zu schützen.

“Himanens Buch beschreibt eine neue Ethik, die sich in den kommenden Jahrzehnten zunehmend Geltung verschaffen wird” steht auf dem Umschlag.

Und diese neue Ethik zeigt sich in vielen Formen - im Internet und im richtigen Leben. Stimmt’s?


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2 Kommentare zu "Und das Matriarchat kommt doch!"

#1 annabell weimar Identicon Icon annabell weimar am 25.12.06 um 11:21

sehr schöner Blog!

#2 Jonas Identicon Icon Jonas am 26.05.08 um 16:30

Patriarchat gibt es nicht. Es gibt nur ein verwahrlostes Matriarchat. Wir alle stammen von Mamas ab.

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