Waldkindergarten in Berlin: “Der Kindergarten des Wald&Wiesen e.V. ist deutschlandweit der erste Waldkindergarten im Zentrum einer Großstadt.” Ich stelle ihn hier exemplarisch vor, als ein Konzept, das dem patriarchalen Umgang mit Kindern fremd ist.
In den ersten Lebensjahren eines Kindes bringen ihm die Eltern Gehen und Sprechen bei, in den späteren verlangen sie dann, dass es still sitzt und den Mund hält.
Johann Nepomuk Nestroy, österreichischer Dichter und Schauspieler (1801 – 1862)
Warum Waldkindergarten? Ein paar Zitate:
- Wir glauben, dass die Ausflüge in den Wald weniger zu einer Entfremdung der Kinder von der Stadt und dem eigenen Kiez führen als vielmehr zu ihrer Entlastung von permanenter Reizüberflutung und Unruhe beitragen.
- Wenn man Kinder nicht daran hindert, bewegen sie sich. Sie laufen, toben, hüpfen, springen, klettern. Das können sie aber nur ausleben, wenn sie den notwendigen Spielraum haben und der ist in einer Großstadt meistens begrenzt.
- Wir wollen die besonderen Potenziale des Waldes nutzen und sie mit allen anderen Herausforderungen, die der Wald für die sinnliche, körperliche und intellektuelle Entwicklung der Kinder bietet, in die Nachmittagsbetreuung in der Stadt mitnehmen. Unser Kindergarten besitzt wenig Spielzeug dafür mehr Material, Werkzeug und Farben, mit denen die Kinder arbeiten können. Das gibt die Möglichkeit, Impulse aufzugreifen, Erlebtes in kreativ/künstlerischer Weise weiterzuverarbeiten und umzusetzen.
- Grundsätzlich ist uns wichtig, dass die Kinder mit möglichst wenig vorgefertigten Spielsachen und eingerichteten Räumen bzw. Beschäftigungsmöglichkeiten konfrontiert werden. Sie sollen die Gelegenheit haben, ihre eigenen Fähigkeiten und Fertigkeiten zu entwickeln, indem sie Räume, Material, Gegenstände etc. ihren Vorstellungen entsprechend benutzen können. In der Natur und in der Werkstatt erfahren die Kinder die Anregungen, auf die sich ihr Forschergeist und ihre Neugier richten können.

Photo: Waldkindergarten Emmendingen
Dieses Konzept, den Kindern der Gemeinschaft freien Lauf zu lassen, wird in matriarchalen Gesellschaften AUSSCHLIESSLICH gelebt. Es ist ein wichtiges Element des sozialen Zusammenlebens, das Gewalt, Machtstreben oder Eifersucht verhindert.
Siehe auch: Eifersucht – ein patriarchales Problem
Hier gibt es die Datenbank aller deutschen Wald-Kindergärten.
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