Was hat Obamas Sieg mit mir zu tun? [update]

by Hannelore Vonier on 5. Nov 2008 · 23 comments

Barack Obama hat die Wahl gewonnen. Er wird der nächste Präsident der USA sein. Meine Frage an dich: Hat das etwas mit dir zu tun? Mit der Welt außerhalb der USA? Mit Deutschland? Und wenn ja, was? Und wenn nein, wieso nicht?

UPDATE: Barack Obama hat die Unterstützung einer “Internet-Armee” von 3,1 MIO freiwilligen Helfern. Diese Leute haben die Wahl unterstützt, aber ihre eigentliche Aufgabe kommt erst. Sie warten auf Anweisungen, wo und wie sie etwas unternehmen können, um das Land aus dem Schlamassel zu ziehen. Obama-Zitat:

In a mass e-mail thanking them, written moments before his Grant Park victory speech, Obama put them on notice. “We have a lot to do to get our country back on track, and I’ll be in touch soon about what comes next,” he wrote.

Lies hier Barack Obama’s Internet Army: The New Lobbyists, wie das alles organisiert ist, wie der Erfolg gemessen wird und die Helfer gezielt an Schwachstellen eingesetzt werden. Oder hier auf deutsch: Das Geheimnis seines Erfolges- ein Spagat zwischen Hierarchie und Anarchie

Ich bin davon überzeugt, dass Obama – früher oder später – diese Graswurzel-Bewegung weltweit ausdehnt, sobald die Probleme in den USA einigermaßen im Griff sind. Und dann musst du dich entscheiden, ob du dich auch bewegen oder zugucken willst.

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1 birgit 5. Nov 2008 um 16:12

es war überwältigend zu sehen, dass die menschen zur wahl strömen, wenn sie das gefühl haben, damit etwas bewirken zu können
ich hoffe sehr, sie bringen die notwendige geduld auf
im politischen alltag in kleinen schritten etwas zu verändern
wenn es gelingt zu beweisen, dass politik auch anders gemacht werden kann, hat das auswirkungen überall hin also auch auf mich

birgits letzter Blog-Beitrag…montag…

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2 ursula 6. Nov 2008 um 07:18

Nun, ich war beruhigt, weil die große Wahlbeteiligung mir zeigt, dass die amerikanische Bevölkerung keine Möglichkeit mehr geben wollte am Wahlsieger herumzudeuten, wie bei den letzten Wahlen. Zudem zeigt es mir die Bevölkerung hat die Nase voll vom Krieg das tut gut… Nicht jammern sondern handeln kann weltweit etwas verändern….zugunsten der Menschen

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3 Mari 7. Nov 2008 um 00:51

Die dummen “Schafe” haben einen vermeintlich guten “Hirten” gewählt.

Sind sie/wir seiner Frohbotschaft: “Yes, we can!” auf den Leim gegangen???

Wer ist Barack Obama?

Ich habe gelesen, dass Obama für die Todesstrafe und für “gerechten” Krieg ist und dass er keine Vegetarier in seinem Team habe.

Webster Griffin Tarpley enthüllt in seinem neuen Buch, dass Barack Obama nur eine Marionette ist, die von langer Hand und von der Pike auf systematisch aufgebaut wurde.

Hinter Obama gibt es noch einen schwarzen Schatten.

Dieser schwarze Schatten heißt Zbigniew Brzezinski, bekennender Russland-Hasser und ehemaliger Sicherheitsbeamter von Ex-Präsident Jimmy Carter.

Zusammen mit David Rockefeller gründete er die Trilaterale Kommission und strebt eine globale Machtprobe mit Russland und China an. Damit betreibt er eine Geopolitik, die viel gefährlicher ist, als die Kriegspolitik von Bush und Cheney.

Obama hat die Aufgabe, den anglo-amerikanischen Geostrategen für ihr neues aggressives Projekt Europas Truppen und Finanzmittel zu sichern, Ressourcen, an die Ein George W. Bush niemals herangekommen wäre.

Deutschland kommt in diesem Plan eine bedeutende Rolle zu.

Das Drehbuch für Obamas Wirtschaftspolitik stammt aus der Geheimgesellschaft “Skull & Bones”.

Das Ziel: Obama soll die elitären Wall Street-Finanz-Kreise stärken und deren Macht ausbauen. Amerikanische Großkonzerne und Investmentbanken sollen die internationalen Märkte beherrschen.

Webster Griffin Tarpley, Barack Obama, Wie ein US-Präsident gemacht wird, Kopp-Verlag.

Was hat das alles mit mir zu tun, zumal ich für die Abschaffung der Todesstrafe und für weltweite Abrüstung bin, keine Investmentfonds und keine Aktien besitze und eine neue (matriarchale) Gesellschaftsordnung herbeisehne? Ich werde weiter nachdenken :(

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4 Hannelore 7. Nov 2008 um 07:43

@Mari – Du scheinst dich ja mit dem Thema gründlich beschäftigt zu haben. Aber deine Behautungen sind ohne Quellen/Links nichts wert.

Bitte schreibe einen neuen Kommentar mit Belegen. Kopiere einfach die Links hier rein. Ich bringe das schon in Form.

Ich nehme an, du hast deine Aussagen auf Richtigkeit überprüft, bevor du sie hier gepostet hast. Denn wenn nicht, dann hättest du gelogen und verleumdet. Das würde heißen: aktive Unterstützung des Patriarchats.

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5 Mari 7. Nov 2008 um 08:20
6 Mari 7. Nov 2008 um 08:30

Quelle: http://www.kopp-verlag.de

Unter obigem Link ist unter Enthüllungen diese Beschreibung für das Buch von Webster Griffin Tarpley, Barack Obama, Wie ein US-Präsident gemacht wird, zu finden.

Ich habe das Buch bestellt und bin gespannt, was ich da erfahren werde. Diese Beschreibung macht mir Angst. Daher möchte ich mehr darüber erfahren und nicht dem Patriarchat durch Verleumdung zudienen.

Ist noch etwas unklar? Fehlt noch eine Quelle?

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7 Chan TheJunction 7. Nov 2008 um 13:30

Gute Frage, ich bleibe bisher auch skeptisch was die politischen Fähigkeiten eines Barrack Obamas angeht, aber sofern er seine Linie beibehält wird es eine freundschaftliche Beziehung zwischen Berlin und Washington geben und das wäre auf jedenfall gut für Deutschland :)

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8 Hannelore 8. Nov 2008 um 08:48

@Mari – Danke für die Links, Mari. Ich habe mich mal durchgeklickt und etwas recherchiert.
Hier sind meine “Fundstücke”:
-der Autor ist dafür bekannt, über “Verschwörungen” zu schreiben, das ist sein Thema.
-This is more of a polemic and focuses more on Obama adivosor’s particularly, Zignev Brezinski.(amazon.com und mehrmals anderswo)
-Ich hab gelernt, dass es eine sehr hochbewertete Autobiographie Obamas gibt, vor dem Wahlkampf geschrieben. Die werde ich mir bestellen.
-Im Buch von Webster Griffin Tarpley wird nie auf Obamas Autobiographie Bezug genommen, was nicht nur naheliegend wäre, sondern erforderlich für die Glaubwürdigkeit Tarpleys.

Hier der Link zur Autobiographie: Ein amerikanischer Traum. Die Geschichte meiner Familie

Und hier noch ein Link zu Obamas erster Pressekonferenz:
Obama kündigt Konjunkturpaket gegen Krise an

Mari, wenn du mit Tarpleys Buch soweit bist, dann berichte uns hier doch mal.

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9 Axel 10. Nov 2008 um 11:03

Also ich fände es schön, wenn es tatsächlich in den USA einen “change” geben würde und dies dann auch nach Europa ausstrahlte.
Doch leider scheinen hinter Obama unheilvolle Leute zu stehen, so daß die Politik nicht besser wird.
Hier noch ein Link zum Thema:

http://alles-schallundrauch.blogspot.com/2008/11/obama-hat-seine-basis-von-anfang.html

Axels letzter Blog-Beitrag…Vater Staat

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10 Tom 10. Nov 2008 um 17:07

Ich nur wirklich gespannt, ob den großen Worten ebenso große Taten folgen. Wenn Personen an Macht gelangen, ändert sich nicht selten ihr Charakter. Ich bin wirklich gespannt was die nächsten 12 Monate bringen werden.

Toms letzter Blog-Beitrag…Schwalbe Racing Ralph, 35-622, schwarz

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11 Guido 11. Dez 2008 um 15:26

Hallo Hannelore
Na dann hoffen wir das es alles besser wird mit Barack Obama,auf jeden Fall ist es historisch das ein Schwarzer President wird.
Er wird mit Sicherheit die Interessen seines Landes vertreten,da fragt sich aber was die Interessen seines Landes sind und wer definiert diese,wahrscheinlich wie immer, die Interessen werden durch die Kapitalvertreter definiert auch der sog.Industriel-Militärische-Komplex hat ja bekanntlich in den USA traditionel(wie fast überall) ein Wörtchen mitzureden.Auch der so soziale Kapitalismus wird mit Sicherheit nicht in Frage gestellt,ebensowenig Herrschaft an sich.
Interessant ist es ob Obama die Kriege beenden kann,das wäre schon ein Erfolg.
Meiner Meinung sollten die Regierungsgeschäfte auf unserer Erde eine gestärkte,reformierte,demokratsierte UNO übernehmen ,zur Bildung einer Vereinten Nation.

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12 Guido 12. Dez 2008 um 02:32

Eine der ersten Maßnahmen einer solchen “Weltregierung” müßte die Abschaffung/Entwaffnung aller nationaler Armeen sein,sowie die Umwandlung der Waffenproduktion in nützliche zivile Produktion.
Ferner die gleichberechtigte Anerkennung aller Völker und Stämme falls gewünscht zu autonomen Einheiten.Na,da könnte man gerade so fortführen usw.
Liebe Grüße
Guido

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13 Hannelore 12. Dez 2008 um 08:30

@Guido – “da fragt sich aber was die Interessen seines Landes sind und wer definiert diese”

Das geht eigentlich genauso weiter wie in der Zeit vor der Wahl. Obama hat das Volk per Internet eingespannt, befragt, aktiviert. Er macht, was die Leute wollen, und zwar in der Reihenfolge, wie es den Prioritäten der Bevölkerung entspricht.

An allererster Stelle stehen die Finanzen. Viele können nicht mehr ruhig schlafen, weil sie nicht wissen, ob sie morgen ihren Arbeitsplatz noch haben, ob sie aus dem Haus müssen und wovon sie die Lebensmittel für die nächste Woche kaufen sollen.

Bei uns in den USA (ich lebe in Florida) spricht Obama jede Woche im TV, jede Woche gibt es ein Video auf Youtube, ständig Infos auf seinem Blog, es werden dauernd ganz konkrete Beispiele gezeigt und Obama legt völlig offen, wie er die Wirtschaft sanieren wird. Sein Plan steht, an dem haben Experten schon lange vor der Wahl gearbeitet, damit alles fertig ist, so wie gehandelt werden kann. Die Leute hier sind total ungeduldig, weil sie noch bis zur Amtsübergabe im Jan. warten müssen. Einen Tag nach der Übernahme wird Obama den Plan unterzeichnen.

Ich könnte jetzt hier Romane schreiben, was Obama macht, und wie er in niemals dagewesenem Ausmaß die Bevölkerung aktiviert. Und die macht mit! Die Amerikaner sind Macher, die überlegen nicht lange, sondern krempeln die Ärmel hoch.

Möglicherweise kriegt ihr das aus den deutschen Medien nicht so mit. Soll ich mehr davon berichten?

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14 Guido 12. Dez 2008 um 10:30

Ja kannst ruhig mehr darüber berichten,in der Tat wird recht wenig in der BRD über Obama nach der Wahl berichtet.
Den Leuten in Deutschland geht es auch nicht gerade gut und das schon vor der Krise,die Reallöhne sind schon lange nicht mehr gestiegen.Die Minderung der Arbeitslosigkeit wurde durch Leiharbeiter,Niedriglohnjobs,%Jobs,400 Eurojobs und 1 Eurojobs erreicht aber davon kann keiner auf Dauer leben.Deshalb gibt es viele hier die ein bedingungsloses Grundeinkommen fordern und die Arbeitgeber könnten dann nicht mehr mit dem Einzeln machen was sie wollen,denn der Arbeitnehmer hätte die Möglichkeit “Nein” zu sagen,so würden die Arbeitgeber gezwungen für ein gutes Arbeitsklima zu sorgen auch Jobs die keiner machen will,müßten dann gut bezahlt werden.
Dann hoffen wir mal das,dass gut geht mit Obama und er seine Versprechen hält.In Deutschland ist man da sehr misstrauig gegen Politiker geworden.Wenn ich zurück denke was ein Schröder alles vor seiner Wahl als Kanzler 98 den Arbeitnehmer alles versprochen hat und nach der Wahl genau das Gegenteil machte,eben reinste neoliberale Arbeitgeberpolitik,kein Wunder das Lafontaine alle seine Posten hinwarf.

Anmerkung von Hannelore: Guido, zum Thema Grundeinkommen gibt es eigene Beiträge hier auf dem Blog. Findest du mit der Suchfunktion oben rechts.

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15 Tom 12. Dez 2008 um 16:37

Es ist schon interessante was Obama alles verändern will. Ich denke mal der gute Wille ist deutlich zu erkennen. Bei den USA bin ich mir mittlerweile nicht mehr sicher, ob der Karren nicht schon zu tief im Sumpf steckt und Obama eigentlich – trotz aller guten Absichten – keine Chancen mehr hat. Superman ist er auch nicht…

Toms letzter Blog-Beitrag…Carbon Laufräder – Wie finde ich ein passendes Modell?

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16 Hannelore 12. Dez 2008 um 17:19

@Tom – “bin ich mir mittlerweile nicht mehr sicher, ob der Karren nicht schon zu tief im Sumpf steckt und Obama eigentlich – trotz aller guten Absichten – keine Chancen mehr hat”

Könntest du uns genauer erklären, wie du zu diesem Schluss kommst? Ist ein bisschen vage…

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17 Tom 13. Dez 2008 um 14:18

Ich dachte das wäre klar. Erst die Bankenkrise bei der man nun scheinbar das richtige Ausmaß zu erkennen scheint. Das nächste wären die ganze Autokredite die wahrscheinlich in den USA auch bald für Probleme sorgen werden. Genauso die ganze Autobanken in Deutschland. Wer soll die ganzen Rückläufer kaufen?
Bei uns in D machen langsam immer mehr Betriebe Kurzarbeit. Das geht mal 3-6 Monate gut, und dann? Entlassungen. Normalerweise ist solch eine Situation lokal (z.B. Japan die letzen 10 Jahre), nun tritt das aber global auf. Wer soll den das Geld in die Hand nehmen, wenn keiner was hat?
Als nächstes die Lebensmittelpreise: Steigender Bedarf durch Schwellenländer, mehr Dürren & Klimaprobleme -> klar wo das hinführt. Jetzt noch der faule Kompromiss in Sachen Klimaschutz in der EU. Die grössten Verursacher (osteuropäische Großindustrie) bekommt Emissionszertifikate geschenkt. SUPER!!

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18 Hannelore 14. Dez 2008 um 07:44

@Tom – Ahh, ich verstehe. Du drehst dich einmal um dich selbst, siehst in Nah und Fern Probleme, wirfst sie in einen Topf, rührst um und postest sie hier. Die gute Nachricht: Du bist damit nicht allein ;-)

Ich lade dich ein:
1. die beteiligten Menschen auseinanderzuhalten. Z.B. “Erst die Bankenkrise bei der man nun scheinbar das richtige Ausmaß zu erkennen scheint.” Wer ist man? Falls USA, dann ist zu bedenken, dass Bush und Obama nicht im entferntesten zu vergleichen sind. Bush wurde Präsident fürs eigene Ego, Obama ist, was man früher einen “Volkskönig” nannte.

2. Einzuschließen, was das mit dir als Individuum zu tun hat. Und zu bedenken, welchen Wert deine Gedanken für andere haben, während du schreibst.

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19 Mark 14. Dez 2008 um 13:16

Salut!
Ich verstehe nicht ganz, was ihr erwartet habt. Dann ist eben Obama Präsident und nicht Bush – welche Auswirkungen soll das haben? Deshalb ändert sich die am. Außenpolitik nicht, die Wirtschaft wird auch nicht über Nacht wieder gesunden, oder was auch immer.
Same old faces.
Mark

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20 Stefan 9. Jan 2009 um 13:03

Hallo Hannelore,

bevor ich loslege erstmal ein ganz dickes Lob für Deine übersichtlichen fundierten Seiten und Kenntnisse. Sie geben mir oftmals so etwas wie Hoffnung, dass die so genannte Realität nicht automatisch so sein muss wie sie ist und auch die Eigenschaften der Menschen insgesamt viel weniger von Natur aus festgelegt sind wie einem das oftmals suggeriert wird.

Auch ich verbinde einige Hoffnungen mit Barack Obama. Die Gesellschaft Amerikas aber automatisch auch Europa und andere Staaten stehen vor einer unglaublichen Herausforderung. So groß diese Herausforderung ist so groß ist die Chance für einen tatsächlichen Wechsel.

Nur wie kann dieser Wechsel aussehen? Was materiell in unseren Gesellschaften erreicht wurde basiert letztendlich fundamental auf Konkurrenz, Macht, Neid, Eifersucht, Krieg usw. Die Serie von Kriegen zum Beispiel durch die Führungsmacht USA und neuerdings auch wieder unter unseeliger Mitbeteiligung von Deutschland reißt im Grunde nicht ab.

Vor kurzem habe ich im Fernsehen ein Interview mit einem wirtschaftlich wichtigen Menschen (USA) mitbekommen. Ich kann leider die Sendung nicht benennen. Was ich aber sehr genau wahrgenommen habe war die konsequente Kälte, die von diesem Menschen ausging. Ich kann mein Gefühl in diesem Moment nur mit Grauen und Entsetzen beschreiben. Es ging thematisch um den nach Möglichkeit unveränderten Fortbestand der Wirtschaft.

Diese Kräfte (Machthaber hinter den Regierungen) werden ihre Machtpositionen nicht einfach aus der Hand geben. Dafür sind sie mit ihrem ganzen Leben viel zu sehr involviert und personifiziert mit Geld und Macht. Mir fällt dazu spontan der Freitod von Herrn Merckle (Ratiopharm und Firmenbesitzer, der sich verspekuliert hat) ein. Dabei tut mir der Mensch aus ganzem Herzen leid. Zeigt doch die Reaktion die ganze Hilflosigkeit und Machtlosigkeit auf, denen Menschen ausgeliefert sind die glauben Macht zu haben. Was ist das für eine Macht, die nur vorhanden ist solange man bedingungslosen Kadavergehorsam im Symstem übt und dementsprechend erfolgreich funktioniert?

Meine konkrete Frage an Dich: Wie könnte eine Wirtschaftsordnung aussehen, die in der Lage ist unsere alte Ordung zu ersetzen? Sollen die Besitzenden ihre Reichtümer aufgeben? Wenn Geld nicht mehr als Zahlungsmittel vorhanden wäre, durch was oder wie soll es ersetzt werden? Du hast in einem Deiner Artikel geschrieben, dass es auch Gemeinschaften gibt, die sich erfolgreich im Kapitalismus behaupten (wenn ich mich richtig erinnere ging es um Glücksspiel). Funktioniert das auch wenn alles matriarchal organisiert ist?

Wie wäre die matriarchale Gesellschaft auf uns übertragbar? Wie würden Firmen funktionieren ohne Hierarchien? Gibt es überhaupt wirtschaftliches Wachstum (ich rede hier in erster Linie vom qualitativen Wachstum, das quantitative Wachstum der letzten Jahrzehnte ist ein Anachronismus) ohne Konkurrenz?

Der Kommunismus war einmal ein Versuch den Kapitalismus abzuschaffen. Interessanterweise kam kurze Zeit nach der Oktoberrevolution eine Hierarchie dabei heraus, die jeder Beschreibung spottete. Ohne fundamentalen Wandel der Menschen an sich wird sich doch vermutlich wieder der rabiateste Machthaber durchsetzen.

Es würde mich freuen wenn Du meine Bedenken zerstreust,

vlG,

Stefan

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21 Hannelore 10. Jan 2009 um 17:30

@Stefan – Ein guter Kommentar! Ich habe mir deine Fragen ausgedruckt und werde in künftigen Blogs darauf eingehen.

Zur matriarchalen Gesellschaft: Viele stellen sich eine eigene ‘alternative’ Gesellschaftsform darunter vor, so wie Kommunismus, Demokratie,etc.

Das muss man anders denken: So wie wir unsere patriarchalen Muster aufgelöst haben, sind wir in einem Matriarchat.

Ich weiß, viele schlucken schwer daran, aber der einzige Unterschied zwischen matr. Frauen/Männern und patr. Frauen/Männern ist, dass die einen krank sind und die anderen gesund – psychisch und damit auch körperlich.

Weg von Herrschaft/Hierarchie/Gewalt bedeutet sich selbst heilen und andere bei der Heilung unterstützen.

Ich werde versuchen, darüber zu bloggen und Beispiele zu finden.

Im Übrigen: Ich sehe eine Veränderung hin zum Gesunden, Sozialen. Es begann mit dem Internet, zeichnet sich deutlich im Web 2.0 ab und mit der Wahl von Obama wurde ein Stein ins Rollen gebracht, der nicht mehr aufzuhalten ist.

Obamas Wirken geschieht für viele unsichtbar (bes. außerhalb der USA), weil es virtuell initiiert und dann in den Communities vor Ort umgesetzt wird.
Graswurzelaktivität eben.

Und es geht nur von unten nach oben, nicht umgekehrt. D.h. nur wer in der Lage ist, die neuen sozialen Plattformen wirkungsvoll zu nutzen, kann beitragen.

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22 Klaus Kalnins 12. Jan 2009 um 00:24

@Stefan – Hallo Stefan,
mir gehen ähnliche Fragen durch den Kopf wie Dir. Besonders gut fand ich Deine Frage: “Wie könnte eine Wirtschaftsordnung aussehen, die in der Lage ist unsere alte Ordung zu ersetzen?”
Bei Bernd Senf, der hier ja auch bekannt ist, gibt es den Link auf die Humanwirtschaft.
Die machen gute Vorschläge und man kann sie, wie ich gerade sehe, demnächst sogar wählen.
Gruß, Klaus

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23 Stefan 12. Jan 2009 um 05:31

@Hannelore,

vielen Dank für Deine Antwort. Es sind einige Veränderungen im Gang. Manchmal ist ein wesentliches Hindernis für einem selbst, dass einem die Hoffnung abhanden kommt wenn man sich nicht konsequent von den offiziellen Meinungsmachern abgrenzt und sich immer wieder neu ausrichtet und bewusst die Richtung beibehält.

Dabei ist ein ganz großer Vorteil, dass es Menschen gibt, die ähnlich denken und handeln. In Bezug auf das Internet sehe ich ebenfalls einen gewaltigen Fortschritt. Die Lufthoheit über den Stammtischen (“gleichgeschaltete Berichterstattung”) wird durch diese Einrichtung doch erheblich erschwert.

Im Augenblick ist vielleicht das Wichtigste den Mut nicht zu verlieren. In der Beziehung hat mir Dein Artikel ein Stück weitergeholfen.

@Klaus – mit dieser Seite werde ich mich auf jeden Fall befassen. Ich habe schonmal einen kurzen Blick reingewagt. Das Problem bei einem anderen Wirtschaftssystem ist eben die Frage wie man es durchsetzt. Da wird wohl so wie ich Hannelore verstehe ein erheblicher Bewusstseinswandel und das daraus folgende bewusste Handeln erforderlich sein. Dieser Bewusstseinswandel ist so wie es aussieht schon in vollem Gang (Internet, Obama etc.). Wie gesagt, ich muss mir die Seite erst noch genauer anschauen,

vlG Euch und hoffnungsfrohe Aussichten,

Stefan

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