
Gerd-Lothar schreibt einen Abgesang auf Obama und das amerikanische Volk. Der erste Satz lautet
Eigentlich ist das, was in diesen Tagen in den USA geschieht, bereits die Kapitulation Obamas.
Den Mittelteil will ich euch ersparen, hinten kommt dann:
Das amerikanische Volk ist dabei natürlich die letzte Instanz, die noch gefragt wird. Sie ist einfach das Opfer, die Geisel der Finanzwelt.
Ich erlebe was anderes. Das amerikanische Volk ist genau die Instanz, die ständig gefragt wird. Das ist wörtlich zu nehmen.
Ich wurde hier schon mehrmals gefragt, wie Präsident Obama das Internet zu seiner Unterstützung nutzt. Hier ein paar Infos:
Mindestens einmal pro Woche bekomme ich Emails aus dem Weißen Haus mit ständigen freundlichen Aufforderungen, in der oder jener Gruppe mitzumachen, mich zu beteiligen, ein Meeting abzuhalten etc.
Es wird einem leicht gemacht, die Websites der Regierung zu benutzen. Gruppen und Initiativen für die verschiedensten Probleme werden aufgelistet, mit Links und Erklärung, wie und wo man teilnehmen kann. Jede Woche, damit jeder die Gelegenheit hat dort mitzumachen, wo er/sie Probleme hat oder etwas verändern will.
Hier mal die Themen der Email vom 10. April. 2009:
Face of Homelessness
Extinguishing Hope (Hier gehts um Criminal Justice, das Strafsystem)
Marriage Equality in Vermont
Vegetarians and Eating Disorders
Vote Already! (Geht um das Wahlrecht für studierende Immigranten)
Die Namen und Telefonnummern von den Abgeordneten in meinem Wahlkreis werden mir mitgeteilt, mit der Bitte dort anzurufen und mitzuteilen, was ich will. Ich werde ständig nach meiner Meinung gefragt. So viel habe ich dazu gar nicht zu sagen – als Deutsche bin ich einfach platt über diesen Aktionismus und Pioniergeist.
Überall, auch in meiner Nachbarschaft, werden Meetings abgehalten. Treffpunkte und Termine werden übers Internet von den Gastgeber/innen und Gästen organisiert. Die Ergebnisse und Vorschläge, so wie Berichte, was funktioniert und was nicht, werden auf der Regierungsseite eingereicht und Leute von Obamas Staff werten die Millionen von Emails aus, um herauszufinden was die Menschen wollen und was für sie funktioniert. Obama vergrößert sein Team übrigens ständig und delegiert. Niemand, auch in den Spitzenpositionen, verdient über 100.000 US-Dollar, das wurde sofort nach Amtsantritt mit den Staff-Mitgliedern vereinbart; die Menschen engagieren sich aus anderen Gründen.
Man kann die Graswurzeln laut wachsen hören.
Ach ja, einen treffenden Satz hat Gerd-Lothar dann noch geschrieben:
Solche Systeme lassen sich auf herkömmliche Weise nicht mehr reformieren.
Genau! Und deshalb macht Obama es anders.
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Mehr Informationen über die Aktivitäten der Amerikaner findest du auf Change.org und dem Blog dazu. Auf dem Blog steht dick und groß oben rechts:
Change.org is an online hub and media network for social issues and collective action.
1. Learn About Causes
Learn about the most urgent causes of our time through our blog network.
2. Connect to Others
Connect to other people and nonprofits fighting for the causes you’re passionate about.
3. Take Action
Take action by joining grassroots campaigns, making personal pledges or fundraising.
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Auf www.change.org werden Ideen, Aktionen und Petitionen vorgestellt und immer mit dem Aufruf mitzumachen.
Links und rechts ein paar Screenshots, aber am besten klickt ihr mal auf die Links, um einen Eindruck zu bekommen, was in den Staaten passiert.
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