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	<title>Rette sich, wer kann!&#187; Verschiedenes (Was sonst nirgends passt
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	<description>Gesellschaft im Wandel: Vom Patriarchat zu Web 2.0</description>
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		<title>Kapitalismus ist Viehzüchterkultur ist Fruchtbarkeitskult</title>
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		<pubDate>Wed, 25 Feb 2009 00:43:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hannelore Vonier</dc:creator>
				<category><![CDATA[Artikelserie]]></category>
		<category><![CDATA[Patriarchat]]></category>
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		<description><![CDATA[Serie Entstehung Patriarchat: Fruchtbarkeitskult ist kein mysteriöses Brauchtum bei Naturvölkern, sondern handfester Kapitalismus, wo Zucht von Tier, Pflanze, Mensch in Verbindung mit maximalem Profit stehen. Bei Naturvölkern ist Fruchtbarkeitskult unbekannt, weil sie nicht akkumulieren.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p>In den vorigen Teilen dieser Serie habe ich beschrieben, dass hinter Viehzucht eine <strong>kapitalistische </strong>Geisteshaltung steht: Das Ziel ist <strong>Akkumulation</strong>, also Maximierung der Kopfzahl.</p>
<p>Kapital, entlehnt aus italienisch <em>capitale</em>, dieses aus lat. <em>capitalis </em>&#8220;Haupt-, den Kopf und das damit verbundene Leben betreffend&#8221;, vgl. auch Kapitalverbrechen: solche, die mit dem Tod oder dem Verlust der Bürgerrechte bestraft werden; zu lat. <em>caput </em>&#8220;Haupt, Kopf&#8221;, das die <em>Kopfzahl des Viehbestands</em> meint, im Gegensatz zum Zuwachs durch die frisch geworfenen Tiere (die gewissermaßen die Zinsen darstellen).</p>
<p>Die Vorstellung einen maximalen Viehbestand erzielen zu wollen, mag uns selbstverständlich und &#8220;normal&#8221; vorkommen, da wir nichts anderes kennen. In herrschaftsfreien Gesellschaften jedoch, geht man mit Tieren ganz anders um.</p>
<h3>Die Frau als Amme der Tiere</h3>
<p>Das Leben der Menschen in der noch nicht vollständig patriarchalisierten Kabylei in Nordalgerien ist ein Beispiel, wie bäuerliche Domestikation ursprünglich gehandhabt wird. Bereits im Beitrag &#8220;<a href="http://rette-sich-wer-kann.com/lebendig-gesund/ernaehrung-durch-licht-und-lebensenergie-bei-ureinwohnern/" title="Ernährung durch Licht und Lebensenergie" class="liinternal">Ernährung durch Licht und Lebensenergie bei Ureinwohnern</a>&#8221; habe ich den anderen Umgang mit Ernährung bei Stammesgesellschaften beschrieben.</p>
<p>Die nährenden Aktivitäten der kabylischen Frauen werden nicht nur bei den Kindern, sondern auch bei der Aufzucht der Tiere sichtbar: &#8220;Es ist Aufgabe der Frau, über die produktiven Haustiere zu wachen: über die Kuh, die Schafe, die Ziegen und das Federvieh.&#8221; Wie alle matriarchalen Gruppen betreiben auch die Kabylen <a href="http://rette-sich-wer-kann.com/zusammenleben/oekonomie/subsistenzwirtschaft-freude-am-tun-und-dann-geniessen/" title="Subsistenzwirtschaft: Freude am Tun und dann genießen" class="liinternal">Subsistenzwirtschaft</a>; sie sind autark und produzieren nur so viel, wie die Gemeinschaft benötigt.</p>
<p>Von weiblichen Schafen wird Milch gewonnen, aber ihr hoher Wert betrifft weniger das Fleisch als vor allem die Schur &#8211; ein unverzichtbarer Grundstoff für das Weben von Kleidungsstücken. Der Stall ist in traditionellen Häusern nur klein. Großes Vieh ist also selten und dessen Aufzucht &#8211; durch patriarchalen Einfluss relativ neu eingeführt &#8211; verändert erst heutzutage den Aufbau der Häuser.  Die Ställe werden größer und entstehen nun außerhalb des Familienwohnsitzes.</p>
<p>Die Frauen führen die Haustiere im Sommer hinaus, tränken sie am Brunnen und hüten sie dann auf den Feldern. Manchmal lassen sie sich von ihren Kindern oder dem Mann vertreten. Das Kleinvieh steift frei umher, meistens sind es ein paar Hühner und hier und da auch ein oder zwei Kaninchen.</p>
<p>Die Aufzucht von Tieren beinhaltet vor allem auch, dass auf ihre Gesundheit geachtet wird. Bei einer Viehseuche wird die Hebamme, die <em>qibla</em>, gerufen. Um eine Kuh, die gekalbt hat, kümmern sich die Frauen und beschützen sie, so wie sie es bei einer Frau nach der Niederkunft tun:</p>
<blockquote><p>&#8220;Die Geburt eines Kalbes ist ein echter freudiger Anlass für die Familie; sie wird von zahlreichen Riten begleitet, die jenen verglichen werden können, die bei der Geburt eines Kindes vollzogen werden, und man ruft in solch einem Fall auch nach der <em>qibla</em>.</p></blockquote>
<p>In der traditionellen Kabylei lebt die Frau in enger Gemeinschaft mit ihren Tieren. Von Geburt bis zum Tod geht sie in mütterlicher Pflege mit ihnen um. Das gleiche gilt auch für die Pflanzen in ihrem Garten. Die Frau verfolgt so im zyklischen Modell die natürliche Entwicklung ihrer Schützlinge und fördert sie. Sie ist die Amme ihrer Pflanzen und Tiere, mit denen sie ihr tägliches Leben teilt. Sie lebt mit beiden in einer engen körperlichen und spirituellen Nähe.</p>
<p>In dieser Einheit wurzelt das Bewusstsein ihrer Weiblichkeit, die sich in einer dauerhaften Beziehung mit dem schöpferischen Geist des Lebens befindet.</p>
<p>Es versteht sich von selbst, dass in solchen Gemeinschaften alle Menschen, Tiere und Pflanzen in gleicher Weise genährt werden. Niemandes Bedürfnisse werden außer acht gelassen.</p>
<p>In hierarchischen Gemeinschaften hingegen, wo das einzelne Lebewesen nicht zählt und <em>die Masse hoch bewertet</em> wird, entsteht &#8211; <a href="http://rette-sich-wer-kann.com/artikelserie/entstehung-patriarchat-akkumulation-geschlechtertrennung-vor-6000-jahren/" title="Lebenstil am Existenzminimum" class="liinternal">wie wir gesehen haben</a> &#8211; ein hohes Risiko, alles durch etwas Vorhersehbares, wie eine Krankheit oder einen besonders kalten Winter, zu verlieren.</p>
<h3>Frühchristliche Religiosität</h3>
<p>Wir sind nicht nur auf Vergleiche mit Stammesgesellschaften angewiesen, um Beispiele für den nicht-ausbeuterischen Umgang mit der Natur zu finden. Max Weber schreibt über die Bauern der frühchristlichen, bereits patriarchalen Zeit:</p>
<blockquote><p>Das Los des Bauern ist so stark naturgebunden, so sehr von organischen Prozessen und Naturereignissen abhängig und auch ökonomisch aus sich heraus so wenig auf rationale Systematisierung eingestellt, dass er im allgemeinen nur da Mitträger einer Religiosität zu werden pflegt, wo ihm durch innere (fiskalische oder grundherrliche) oder äußere (politische) Mächte Versklavung oder Proletarisierung droht.</p></blockquote>
<p>Weber deutet auf die Bedrohung der bäuerlichen Lebensweise durch die Herrschaft der Viehzüchter hin. Diesem Druck des Kapitalismus in Verbindung mit Religionen, die das kapitalistische Handeln rechtfertigen, waren und sind alle ethnischen Gruppen &#8211; auch die Kabylen &#8211; ausgesetzt. Bei den Kabylen ist es der Islam, der in Algerien verbreitet ist.</p>
<blockquote><p>Die ältesten Dokumente, besonders das Deboralied, zeigen, dass der Kampf, der dem Schwerpunkt nach bäuerlichen Eidgenossen, deren Verband etwa den Aitolern, Samniten, Schweizern zu vergleichen ist &#8211; den letzteren auch insofern, als die große, das Land durchschneidende Handelsstraße von Ägypten zum Euphrat eine dem »Paßstaat«-Charakter der Schweiz ähnliche Situation (frühe Geldwirtschaft und Kulturberührung) schuf -, sich gegen die stadtsässigen philistäischen und kanaanitischen Grundherren, von eisernen Wagen kämpfende Ritter, geschulte »Kriegsleute von Jugend auf« (wie es von Goliath heißt), richtete, welche versuchten, die Bauernschaft der Gebirgsabhänge, auf denen »Milch und Honig fließt«, sich zinsbar zu machen. [...]</p>
<p>Dem Frühchristentum heißt der Heide einfach Landmann (paganus).<br />
Noch die mittelalterlichen Kirchen in ihrer offiziellen Doktrin (Thomas v. Aquin) behandeln den Bauern im Grunde als Christen minderen Ranges, jedenfalls mit äußerst geringer Schätzung.</p></blockquote>
<p>Kapitalismus, gleichbedeutend mit Viehzüchterkultur, gleichbedeutend mit Fruchtbarkeitskult, zusammenfassend Patriarchat genannt, lehnt alles ab, was nicht in dieses Paradigma passt &#8211; &#8220;das Andere&#8221; &#8211; und versucht es zu zerstören.</p>
<h3>Der Unterschied zwischen Zusammenleben und Zucht</h3>
<p>Während matriarchale Gesellschaften mit anderen Menschen, Tieren und Pflanzen zusammen leben, ihr Leben <em>teilen</em> und in Balance halten &#8211; sie praktizieren Geburtenregelung und keinen Fruchtbarkeitskult -, greifen Züchter in den Zyklus der Natur ausbeuterisch, und für den Profit Einzelner, ein und zwingen Mensch und Tier eine <strong>neue Ordnung</strong> auf.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="size-full wp-image-2507 frame aligncenter" title="Ganz schön eng" src="http://rette-sich-wer-kann.com/wp-content/uploads/2009/02/batteriehaltung-von-menschen.jpg" alt="Ganz schön eng" width="435" height="368" /></p>
<p>Der Begriff &#8220;Zucht&#8221; in der Sprache zeigt uns, was gemeint ist, denn wir leben bis heute so wie die ersten Viehzüchter vor Jahrtausenden und daher haben sich auch die Begriffe in unserer Sprache gehalten.</p>
<h3>Die Übertragung vom Tier-/Pflanzenbereich auf die Menschen</h3>
<p>So legen wir Wert auf &#8220;<strong>Zucht und Ordnung</strong>&#8220;. Damit bekommen wir die <strong>Wildheit</strong> der Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen in den Griff. Eigens dafür wurden bis in die jüngste Vergangenheit Einrichtungen geschaffen: Schulen, Klöster, Kasernen.</p>
<p>Alles hat sich dem Zuchtgedanken unterzuordnen; wo das nicht geschieht, nennt man es „<strong>Unzucht</strong>“. Unkontrollierter Geschlechtsverkehr, Paarbildung, die nicht auf die Zeugung von Nachkommen ausgerichtet ist, wird abgelehnt und abgewertet. An deutlichen Begriffen mangelt es uns nicht:</p>
<ul>
<li><strong>Ehebruch</strong></li>
</ul>
<p>Ehebruch wird am härtesten bestraft, je patriarchaler die Gesellschaft ist. In Deutschland wird Ehebruch zwar seit dem 1. September 1969 (1. StrRG) nicht mehr strafrechtlich sanktioniert, gilt aber zivilrechtlich als unerlaubte Handlung und als Verletzung der aus der Ehe folgenden Verpflichtung zur ehelichen Lebensgemeinschaft (§ 1353 Abs. 1 S. 2 BGB).</p>
<p>In biblischer Zeit wurde der einbrechende Mann immer und die untreue Ehefrau eher selten gesteinigt, was aus den Verstoßungsregeln ohne Scheidebrief ersichtlich ist: Die Frau stand mittellos da und durfte nicht mehr geheiratet werden, wodurch ihr Schicksal in der Prostitution besiegelt war.</p>
<p><strong>Seitensprung </strong>(Die Kopulation bei Rindern wird im Fachjargon &#8216;Sprung&#8217; genannt.) &#8211; eine Affäre außerhalb der Ehe.</p>
<p><strong>Fremdgehen </strong>– weist auf den Dualismus &#8220;wir und die anderen&#8221; hin. <a href="http://rette-sich-wer-kann.com/diversa/artikelserie/freund-feind-polaritaet-rivalitaet-verdraengt-individualismus/" title="Freund-Feind-Polarität - Rivalität verdrängt Individualismus" class="liinternal">Fremde</a> werden im Patriarchat <em>geduldet</em>; sie sind als Verbündete und Unterworfene  nützlich. Aber sie gehören nicht &#8220;dazu&#8221; und ein enger Kontakt, besonders ein sexueller, gilt als Betrug an jenen, zu denen man selbst &#8220;gehört&#8221;.</p>
<p><strong>Betrügen </strong>– Im Sprachgebrauch wird unter &#8220;den Ehepartner betrügen&#8221; und ohne weitere Information immer eine &#8220;sexuelle außereheliche Beziehung&#8221; verstanden. Wenn es nicht ausdrücklich erwähnt wird, dann handelt es sich nie um einen Geldbetrug, Lügen oder dergleichen. Der sexuelle Betrug in der Ehe hat den höchsten strafwürdigen Stellenwert. Das Gleiche gilt für den Begriff &#8220;untreu sein&#8221;. Ohne sexuelle Treue sind die Zuchtergebnisse nicht kontrollierbar.</p>
<p><strong>Bastard </strong>- das Ergebnis einer wilden, d.h. außerehelichen sexuellen Beziehung. Entspricht dem &#8220;Unkraut&#8221; im Garten- und Ackerbau. Im allgemeinen Sprachgebrauch ist das Hauptkriterium, um eine Pflanze als Unkraut zu bezeichnen, dass sie unerwünscht ist. Das Gleiche gilt für ein &#8220;illegitimes&#8221; (d.h. &#8220;unrechtmäßiges&#8221;) Kind.</p>
<ul>
<li><strong>Unzucht</strong></li>
</ul>
<p>Darunter fallen alle sexuellen Aktivitäten, die nicht der Zeugung – der Zucht &#8211; von Nachkommen dienen: Prostitution, Masturbation, Homosexualität, vor- und außerehelicher Geschlechtsverkehr. <em>Beachte</em>: Beim außerehelichen Geschlechtsverkehr werden ja auch Kinder gezeugt, aber gezielte Zuchtergebnisse sind nicht gegeben, deshalb gehört er zur Unzucht.</p>
<h3>Ziele des Fruchtbarkeitskults</h3>
<p>Zuchtziele für Mensch und Tier können im Patriarchat ganz verschieden ausfallen. Ein anschauliches Beispiel aus dem menschlichen Bereich liefern die antiken Stadtstaaten Sparta und Athen.</p>
<p>Der Fruchtbarkeitskult forderte selbst aggressive Sportarten für die Spartanerinnen, um der wichtigen Aufgabe der Frauen &#8220;to be a fertile mother of a robust line&#8221; gerecht zu werden.</p>
<p>Körperstärke und Gesundheit, durften denen der Männer in nichts nachstehen, auch nicht was Ruhm, Tapferkeit und Begierde anbelangt &#8211; wichtige Wesensmerkmale der spartanischen Frauen. (Von Unterwerfung oder Benachteiligung der Frau keine Spur.)</p>
<p>Demgegenüber waren den Athenerinnen, die entsprechend ihrer gesellschaftlichen Stellung ihre Zeit weitgehend in häuslicher Zurückgezogenheit verbrachten, körperliche Übungen und Wettkämpfe verschlossen.</p>
<p>Im Dritten Reich hat Hitler dem Volk den Fruchtbarkeits- und Mutterkult im Extrem Nahe gebracht; blonde, blauäugige Arier sollten dabei herauskommen. Hitler hat nur Vorstellungen und Ideale ausgebaut, die er ohnehin in der Gesellschaft vorfand. Wäre das nicht der Fall gewesen, hätte er beim Bürgertum  keinen Erfolg gehabt. Adolf Hitler hatte seine psychologischen Hausaufgaben gemacht.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="frame size-full wp-image-2508 aligncenter" title="Gentechnik der Zukunft" src="http://rette-sich-wer-kann.com/wp-content/uploads/2009/02/gentechnik-der-zukunft.jpg" alt="Gentechnik der Zukunft" width="262" height="439" /></p>
<p>Und heutzutage folgen Gen- und Klontechnik, künstliche Befruchtung, Leihmütter, der Papst und Abtreibungsgegner/innen den seit langem ausgetretenen Weg des Fruchtbarkeitskults.</p>
<p>Der Volkmund sagt: &#8220;Dreck macht Speck.&#8221; Wo fruchtbares Land ist, da gedeiht auch die Viehzucht. Und &#8220;Wo Dreck ist, da ist auch Geld (Glück, Segen)&#8221;.</p>
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		<series:name><![CDATA[Entstehung des Patriarchats]]></series:name>
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		<title>Bestandsaufnahme &#8211; Umfrageergebnisse &#8211; Plan</title>
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		<pubDate>Mon, 16 Feb 2009 18:08:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hannelore Vonier</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es haben sich jetzt gut über 100 Leute an meiner Umfrage zur Benutzerfreundlichkeit beteiligt. Ich kann nur allen empfehlen, die ein Blog oder eine Website betreiben, ab und zu solch eine Umfrage zu machen, es hat mir sehr geholfen &#8220;den Wald&#8221; zu sehen und nicht die Bäume. Danke an alle!
30% sind Stammleser/innen und die kommen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p><img class="alignleft size-full wp-image-2406" title="Usability - Benutzerfreundlichkeit" src="http://rette-sich-wer-kann.com/wp-content/uploads/2009/02/tech-usability-katre.jpg" alt="Usability - Benutzerfreundlichkeit" width="282" height="252" />Es haben sich jetzt gut über 100 Leute an meiner <a href="http://rette-sich-wer-kann.com/diversa/off-topic/umfrage-zum-blog/" title="Umfrage Benutzerfreundlichkeit" class="liinternal">Umfrage</a> zur Benutzerfreundlichkeit beteiligt. Ich kann nur allen empfehlen, die ein Blog oder eine Website betreiben, ab und zu solch eine Umfrage zu machen, es hat mir sehr geholfen &#8220;den Wald&#8221; zu sehen und nicht die Bäume. <span id="more-2403"></span>Danke an alle!</p>
<p>30% sind Stammleser/innen und die kommen auch am besten mit der Navigation und dem Aufbau des Designs zurecht. Neue tun sich etwas schwerer.</p>
<p>Fast 90% sind zufrieden mit der Ladegeschwindigkeit des Blogs. Das freut mich, denn ich selbst habe, trotz schneller Internetverbingung, manchmal Schwierigkeiten. Das liegt daran, dass der Server in Deutschland steht, klarer Vorteil für die Europäer.</p>
<p>Zwei Schwerpunkte gibt es bei den bevorzugten Themen: Manche wollen über matriarchale Ethnien,  Ursachen und Entstehung des Patriarchats lesen, und andere über neue Wege und Sichtweisen und  Alternativen.<br />
Damit bin ich im gleichen Dilemma wie Barrack Obama, der gedrängt wird, die alte Bush-Administration wegen verfassungswidriger Machenschaften zur Rechenschaft zu ziehen, und gleichzeitig eine Basis für eine positive Zukunft zu legen. Obama tendiert dazu, in die Zukunft zu schauen und ich auch.</p>
<p>Aber ich habe habe die Serie &#8220;<a href="http://rette-sich-wer-kann.com/artikelserie/entstehung-patriarchat-prolog-und-uebersicht/" title="Entstehung Patriarchat" class="liinternal">Entstehung des Patriarchats</a>&#8221; noch nicht abgeschlossen. Das Schreiben dieser Beiträge kostet mich allerdings ziemlich viel Anstrengung und Zeit.</p>
<p>Mein größtes Problem ist, dass ältere, gute und beliebte Artikel schlecht gefunden werden. Da nützt auch die Suchfunktion (oben rechts) nichts, wenn man nicht weiß, nach was man suchen muss. Ich werde deshalb demnächst wieder mal am Design schrauben, um die Struktur zu verbessern.</p>
<p>Vorschläge, Ideen und Kritik sind willkommen!</p>
<p>An alle, die den <span style="font-weight: bold;">Internet-Explorer 6</span> noch verwenden (noch 13% meiner Besucher/innen): Bitte macht ein Update auf den neuesten Internet-Explorer oder wechselt, z.B. zu <a href="http://www.mozilla-europe.org/de/firefox/" title="Firefox Browser für mehr Sicherheit" class="liexternal">Firefox</a>. Die Darstellung von Websiten im IE 6 kann scheußlich sein, wenn dieser überholte Browser in der Programmierung des Designs nicht berücksichtigt wird. Ist immer Extraarbeit.</p>
<p><a href="http://www.amazon.de/Dont-make-think-Web-Usability/dp/3826615956%3FSubscriptionId%3D02E5W5871AJF7PMMMS82%26tag%3Dbloghv-21%26linkCode%3Dxm2%26camp%3D2025%26creative%3D165953%26creativeASIN%3D3826615956" rel="nofollow"><img class="alignleft" src="http://ecx.images-amazon.com/images/I/41nkSNpP9gL._SL160_.jpg" alt="" /></a>Zum Schluss noch ein Buchtipp zur Verbesserung der &#8220;Usability&#8221;, der Benutzerfreundlichkeit: <a href="http://www.amazon.de/Dont-make-think-Web-Usability/dp/3826608909%3FSubscriptionId%3D02E5W5871AJF7PMMMS82%26tag%3Dbloghv-21%26linkCode%3Dxm2%26camp%3D2025%26creative%3D165953%26creativeASIN%3D3826608909" name="evtst|a|3826608909" rel="nofollow" class="liamazon">Don&#8217;t make me think! Web Usability: Das intuitive Web</a>. Der Titel sagt schon alles. User, die nicht in den ersten Sekunden auf einer Website finden, was sie suchen, klicken weg. Was nützten dir die schönsten Inhalte, wenn keiner bleibt, um sie zu sehen? Das Buch ist nicht dick, leicht zu verstehen, sehr amüsant und praktisch geschrieben, auch für Nicht-Techies sehr nützlich.</p>
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		<title>Umfrage zum Blog</title>
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		<pubDate>Fri, 06 Feb 2009 21:03:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hannelore Vonier</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Liebe Leute,
um die Qualität des Blogs weiter zu verbessern brauche ich ab und zu euer Feedback.
Bitte nehmt an der kurzen Umfrage teil, es dauert nur 5 Minuten.
Vielen Dank,
&#8211;Hannelore

var PDF_surveyID = '5D4940BA05D357FB';
 var PDF_openText = 'Zur Umfrage';


Zur Umfrage
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p>Liebe Leute,<br />
um die Qualität des Blogs weiter zu verbessern brauche ich ab und zu euer Feedback.<br />
Bitte nehmt an der kurzen Umfrage teil, es dauert nur 5 Minuten.<span id="more-2310"></span><br />
Vielen Dank,<br />
&#8211;<em>Hannelore</em><br />
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var PDF_surveyID = '5D4940BA05D357FB';
 var PDF_openText = 'Zur Umfrage';
</script><br />
<script type="text/javascript" language="javascript" src="http://www.polldaddy.com/s.js"></script><br />
<noscript><a href="http://www.polldaddy.com/s/5D4940BA05D357FB/" class="liexternal">Zur Umfrage</a></noscript></p>
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		<title>Zeitgeist, der Film Teil 2 (deutsch)</title>
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		<pubDate>Tue, 23 Dec 2008 16:58:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hannelore Vonier</dc:creator>
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		<category><![CDATA[11 September 2001]]></category>
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ZEITGEIST the Movie Part2: &#8220;Die ganze Welt ist eine Bühne&#8221; zeigt Mythos und Wahrheit um die Terroranschläge am 11. September 2001, außerdem weitere regierungsgesponsorte Terroranschläge.
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p><object id="VideoPlayback" classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="487" height="397" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="src" value="http://video.google.de/googleplayer.swf?docid=-6742879200088176930&amp;hl=de&amp;fs=true" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed id="VideoPlayback" type="application/x-shockwave-flash" width="487" height="397" src="http://video.google.de/googleplayer.swf?docid=-6742879200088176930&amp;hl=de&amp;fs=true" allowfullscreen="true"></embed></object><br />
ZEITGEIST the Movie Part2: &#8220;Die ganze Welt ist eine Bühne&#8221; zeigt Mythos und Wahrheit um die Terroranschläge am 11. September 2001, außerdem weitere regierungsgesponsorte Terroranschläge.</p>
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		<title>Weihnachtsmann &#8211; ein politisches Thema, 2 Comics und 1 Umfrage</title>
		<link>http://rette-sich-wer-kann.com/gesellschaft-im-wandel/realitaet-illusion/weihnachtsmann-ein-politisches-thema-2-comics-und-1-umfrage/</link>
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		<pubDate>Mon, 22 Dec 2008 16:51:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hannelore Vonier</dc:creator>
				<category><![CDATA[Comic]]></category>
		<category><![CDATA[Realität und Illusion]]></category>
		<category><![CDATA[Gotteskonzept]]></category>
		<category><![CDATA[Umfrage]]></category>
		<category><![CDATA[Wahrheit]]></category>
		<category><![CDATA[Wandel]]></category>
		<category><![CDATA[Weihnachten]]></category>

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		<description><![CDATA[
Aus dem Babyzimmer.de-Forum:

Hallo,
gestern habe ich erfahren, dass die Religionslehrerin (die ich sehr gerne mag!) der Klasse (3.) erzählt hat, dass es weder Weihnachtsmann noch Nikolaus gibt und was die Eltern den Kindern erzählen alles Quatsch ist.
Ehrlichgesagt wusste ich nicht mal genau ob meine Kinder noch daran glauben. Nach dem Gespräch wusste ich: zumindest der Kleine [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p style="text-align: center;"><img class="aligncenter frame size-full wp-image-2021" title="Glaube nicht alles..." src="http://rette-sich-wer-kann.com/wp-content/uploads/2008/12/comic-santa-youtube.jpg" alt="Glaube nicht alles..." width="484" height="134" /></p>
<p style="text-align: left;"><span id="more-2020"></span>Aus dem <a href="http://www.babyzimmer.de/forum/script/beitrag.php?seite=2&amp;order=alte&amp;forumsid=1&amp;beitrag_uid=850450" class="liexternal">Babyzimmer.de-Forum</a>:</p>
<blockquote style="text-align: center;">
<p style="text-align: left;">Hallo,</p>
<p style="text-align: left;">gestern habe ich erfahren, dass die Religionslehrerin (die ich sehr gerne mag!) der Klasse (3.) erzählt hat, dass es weder Weihnachtsmann noch Nikolaus gibt und was die Eltern den Kindern erzählen alles Quatsch ist.</p>
<p style="text-align: left;">Ehrlichgesagt wusste ich nicht mal genau ob meine Kinder noch daran glauben. Nach dem Gespräch wusste ich: zumindest der Kleine glaubt(e) noch dran und war doch sehr enttäuscht.</p>
</blockquote>
<p style="text-align: center;"><img class="size-full wp-image-2022 aligncenter" title="Brief an den Weihnachtsmann" src="http://rette-sich-wer-kann.com/wp-content/uploads/2008/12/comic-brief-an-den-weihnachtsmann.jpg" alt="Brief an den Weihnachtsmann" width="262" height="309" /></p>
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<p>Teile mit uns im Kommentar, warum bzw. warum nicht.</p>
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		<series:name><![CDATA[Weihnachts-Serie]]></series:name>
	</item>
		<item>
		<title>Die heilige Jungfrau war ein Cowgirl</title>
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		<pubDate>Tue, 16 Dec 2008 00:54:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hannelore Vonier</dc:creator>
				<category><![CDATA[Artikelserie]]></category>
		<category><![CDATA[Patriarchat]]></category>
		<category><![CDATA[Entstehung Patriarchat]]></category>
		<category><![CDATA[Fruchtbarkeitskult]]></category>
		<category><![CDATA[Hirtentum]]></category>
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		<category><![CDATA[Viehzucht]]></category>
		<category><![CDATA[Viehzüchter]]></category>
		<category><![CDATA[Zucht]]></category>

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		<description><![CDATA[Trotz Maschinen, moderner Technologie und Internet: Die alten und ersten patriarchalen Elemente ziehen sich durch die Kulturgeschichte wie ein roter Faden. Viehzucht wie vor tausenden von Jahren prägt den heutigen Lifestyle.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p>Im <a href="http://rette-sich-wer-kann.com/artikelserie/entstehung-patriarchat-fruchtbarkeitskult/" class="liinternal">letzten Beitrag</a> zur Entstehung des Patriarchats kamen wir an den Punkt in der Geschichte, wo sich von den frühen Hirtennomaden die sesshaft werdenden <strong>Viehzüchter </strong>abspalteten.</p>
<p>Bis heute lebt das Hirtentum in den wandernden Hirten fast unverändert weiter. Ob im Süden der Ukraine, in der Mongolei oder anderen Ländern Zentral-Asiens, sie leben noch genau wie ihre Vorfahren. Das Vieh wird jahrein, jahraus, zu den Sommer und Winterweiden geführt. Wobei die Sommerweiden höher im Gebirge liegen, weil dort das Gras saftig wächst und nicht vertrocknet.</p>
<p>Im Winter können die Herden hier wegen des Schnees und gefrorener Böden kein Futter finden, und werden ins Tal getrieben. Diese Tradition blieb nicht nur im Ausgangsgebiet Vorderasiens erhalten, sondern wir kennen a<img class="alignright size-full wp-image-1848" title="Almabtrieb - Kreuzsymbol bei der Leitkuh" src="http://rette-sich-wer-kann.com/wp-content/uploads/2008/12/almabtrieb-kreuzsymbol.jpg" alt="Almabtrieb - Kreuzsymbol bei der Leitkuh" width="235" height="200" />uch bei uns, nämlich im Alpenraum, den herbstlichen Almabtrieb und den Auftrieb im Frühsommer.</p>
<p>Eine besondere Rolle spielt dabei die sogenannte <strong>Kranzkuh</strong>. Mit einem prächtigen Kopfschmuck ausgestattet, führt sie bergab in die Ställe die Herde an. Traditionell enthält der <strong>Kranz </strong>aus Zweigen, Blumen, Gräsern und Bändern auch ein <strong>Kreuz</strong>, das Symbol des <strong>Fruchtbarkeitskults </strong>schlechthin (über dem Kreuz ist die heilige Jungfrau abgebildet, dazu gleich mehr).</p>
<p>Auch andere Herden werden ab-/aufgetrieben, zum Beispiel beim Tiroler Almabtriebsfest, wo Viehzüchter, Hirten und Senner mit hunderten von  Bergschafen und Haflingern einen 30 km langen Heimweg antreten.</p>
<p>Trotz moderner Technologie, Maschinen und Internet: Die alten und ersten patriarchalen Elemente ziehen sich durch die Kulturgeschichte wie ein roter Faden.</p>
<p>Auch matriarchale Gemeinschaften nutzen heute moderne Errungenschaften, aber sie haben keine heiligen Kühe, tanzen um kein goldenes Kalb und würden auch kein Tier mit einem Kreuz schmücken.</p>
<h3>Die Viehzüchter</h3>
<p>Die <em>gezielte Vermehrung</em> der Herdentiere hatte Folgen: Sie brauchten mehr Futter. Wo immer Hirtennomaden auf fruchtbares Land trafen, wurden sie sesshaft, weil das Leben an einem Ort mit tausenden von Tieren einfacher war. Man zäunte sie ein und ließ sie weiden.</p>
<p><a href="http://rette-sich-wer-kann.com/wp-content/uploads/2008/12/fruchtbarer-halbmond.jpg" target="_blank"><img class="alignleft size-medium wp-image-1879" title="Fruchtbarer Halbmond" src="http://rette-sich-wer-kann.com/wp-content/uploads/2008/12/fruchtbarer-halbmond-360x271.jpg" alt="Fruchtbarer Halbmond" width="338" height="254" /></a>Das geschah während einer Zeitspanne von etwa dem 7. bis 3. vorchristlichen Jahrtausend im Raum Ost-Anatolien, Kaukasien und Obermesopotamien, einem vulkanischen, und daher sehr fruchtbaren, Gebiet. (Siehe Karte &#8220;Fruchtbarer Halbmond&#8221;. Historische Orte sind gelb markiert. Klick zum Vergrößern)</p>
<p>So bedeutete das griechische Wort <em>nomos</em>, verwandt mit &#8220;Nomade&#8221;, ursprünglich &#8220;die Weideordnung, parzellieren&#8221;. (Siehe auch <a href="http://rette-sich-wer-kann.com/artikelserie/bekanntwerden-der-vaterschaft/" class="liinternal">Rationierung, Zuteilung &#8211; der erste Rechtsbegriff</a>)</p>
<p>Die Bezeichnung <strong>Viehzucht </strong>ist nur zutreffend, wenn die Menschen tatsächlich mit der Zuchtwahl unter Verfolgung von Zuchtzielen die Fortpflanzung beeinflussen und lenken. In den frühen Agrargesellschaften war dies jedoch nicht der Fall, weswegen in der Vor- und Frühgeschichte von <em>Viehhaltung</em> gesprochen wird, die nur selbstversorgerisch in vergleichsweise geringem Umfang betrieben wurde.</p>
<p>Hauptziel der Zucht ist die Herausbildung und Verbesserung<strong> gewünschter </strong>Eigenschaften – meist Leistungseigenschaften – und die <strong>Vermeidung &#8216;ungünstiger&#8217; Eigenschaften</strong>.</p>
<p>Dies wird durch planmäßige, künstliche Selektion, also Auslese oder Zuchtwahl, erreicht. Träger/innen unerwünschter Eigenschaften werden von der Zucht ausgeschlossen.</p>
<h3>Die heilige Kuh &#8211; die heilige Jungfrau</h3>
<p>(Jung-)Frau und Kuh sind austauschbar, wie eine Opfergeschichte zeigt, die von Plutarch nach einem Bericht des Aristodemos erzählt wurde, wo bei einer Pest in Sparta ein Adler dem Priester das Opferschwert wegnahm, mit dem er die Jungfrau Helena opfern wollte, und das Messer auf eine junge Kuh legte, welche dann stattdessen geopfert wurde.</p>
<p>Die Erzählung war auch als römische Variation beliebt. Dort hieß die junge Frau Valeria Luperca und eine Kuh wurde statt ihrer geopfert, damit die Götter die Pest fernhielten. (Quelle: Rosenmüller et.al. <em>Das alte und neue Morgenland</em>)</p>
<p><img src="http://rette-sich-wer-kann.com/upload/2008/12/fruchtbarer-halbmond.jpg" alt="" />Die griechische Mythologie erzählt von Io, einer Priesterin der Hera in der Stadt Argos. Wegen Ihres Liebesverhältnisses zu Zeus wird Io von Hera in eine Kuh verwandelt, welche den alles sehenden Argos zum Hüter erhielt. Auf Bildwerken erscheint sie entweder als gehörnte Jungfrau oder als die von Argos bewachte Kuh.</p>
<p><a href="http://rette-sich-wer-kann.com/wp-content/uploads/2008/12/io-jungfrau-kuh-muenze1.jpg" ><img class="size-medium wp-image-1896 alignnone" title="io-jungfrau-kuh-muenze1" src="http://rette-sich-wer-kann.com/wp-content/uploads/2008/12/io-jungfrau-kuh-muenze1-360x180.jpg" alt="io-jungfrau-kuh-muenze1" width="148" height="74" /></a><a href="http://rette-sich-wer-kann.com/wp-content/uploads/2008/12/io-jungfrau-kuh-muenze2.jpg" ><img class="size-medium wp-image-1897 alignnone" title="io-jungfrau-kuh-muenze2" src="http://rette-sich-wer-kann.com/wp-content/uploads/2008/12/io-jungfrau-kuh-muenze2-360x170.jpg" alt="io-jungfrau-kuh-muenze2" width="154" height="73" /></a><a href="http://rette-sich-wer-kann.com/wp-content/uploads/2008/12/io-jungfrau-kuh-muenze6.jpg" ><img class="size-full wp-image-1901 alignnone" title="io-jungfrau-kuh-muenze6" src="http://rette-sich-wer-kann.com/wp-content/uploads/2008/12/io-jungfrau-kuh-muenze6.jpg" alt="io-jungfrau-kuh-muenze6" width="152" height="76" /></a></p>
<p><a href="http://rette-sich-wer-kann.com/wp-content/uploads/2008/12/io-jungfrau-kuh-muenze3.jpg" ><img class="size-medium wp-image-1898 alignnone" title="io-jungfrau-kuh-muenze3" src="http://rette-sich-wer-kann.com/wp-content/uploads/2008/12/io-jungfrau-kuh-muenze3-360x174.jpg" alt="io-jungfrau-kuh-muenze3" width="146" height="71" /></a><a href="http://rette-sich-wer-kann.com/wp-content/uploads/2008/12/io-jungfrau-kuh-muenze5.jpg" ><img class="size-medium wp-image-1900 alignnone" title="io-jungfrau-kuh-muenze5" src="http://rette-sich-wer-kann.com/wp-content/uploads/2008/12/io-jungfrau-kuh-muenze5-360x179.jpg" alt="io-jungfrau-kuh-muenze5" width="146" height="72" /></a><a href="http://rette-sich-wer-kann.com/wp-content/uploads/2008/12/io-jungfrau-kuh-muenze4.jpg" ><img class="size-medium wp-image-1899 alignnone" title="io-jungfrau-kuh-muenze4" src="http://rette-sich-wer-kann.com/wp-content/uploads/2008/12/io-jungfrau-kuh-muenze4-360x186.jpg" alt="io-jungfrau-kuh-muenze4" width="142" height="73" /></a></p>
<p><em>Griechische Münzen der gehörnten Io, jeweils ein gehörnter Stier auf der Rückseite. 4. Jh. v.u.Z. geprägt in der Münzerei Larisa Phrikonis in Äolien, einer Landschaft an der Nordwestküste Kleinasiens, in der heutigen Türkei.</em></p>
<blockquote><p>Eine Jungfrau ohne Kräntzlin ist wie eine Kuh ohne Schelle. (Volksmund)</p></blockquote>
<p>Ein Kranz (griech. <em>stephanos</em>, lat. <em>corona</em>) ist ein reifartiges Gewinde von Laub und Blumen und mit der Krone verwandt, also mit Herrschertum. Bekränzt wurden in historischer Zeit Sieger bei Wettspielen, Triumphatoren, Caesaren, aber auch Opfertiere und überlebende Gladiatoren. Wer verspottet werden sollte, bekam einen <em>Kranz aus Dornen</em>, eine Dornenkrone&#8230;</p>
<blockquote><p>Da fragte sie der Perser, was denn dabei für ein Kampfpreis ausgesesetzt wäre. Sie aber sagten, jene feierten das Olympische Fest&#8230; der Sieger bekäme einen Kranz von Ölzweig. <span style="color: #888888;">Herodot, Buch 8, 26</span></p></blockquote>
<p>Echte Kronen sind nicht selten wie metallene Kränze gestaltet; symbolkundlich sind Übergänge feststellbar: lateinisch &#8220;corona&#8221; und englisch  &#8220;crown&#8221; bedeutet Krone und Kranz zugleich.</p>
<p>Auch heute sind noch Siegerkränze üblich, z.B. bei überlebenden <span style="text-decoration: line-through;">Gladiatoren</span> Rennfahrern, und das Kranzgeld, als finanzielle Entschädigung für ein nicht gehaltenes Eheversprechen wurde erst 1998 aus dem BGB gestrichen (Details <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kranzgeld" rel="nofollow" class="liwikipedia">Kranzgeld</a>).</p>
<p>Diese Beispiele machen deutlich, wie ineinander verwoben die Sitten in Bezug auf Mensch und Tier sind, und insbesondere im Zusammenhang mit Besitzansprüchen!</p>
<p>Auch die Angewohnheit Menschen mit Tieren zu vergleichen und mit Tiernamen zu bezeichnen &#8211; als Kose- oder Schimpfwort &#8211; zeigt, wie weit die <strong>Natur </strong>an sich aus den Augen verloren wurde.</p>
<p>Vordergründig betrachtet scheinen wir eng mit der Natur und unseren vierbeinigen &#8216;Freunden&#8217; verknüpft zu leben. Aber wie bei den ersten Hirtennomaden, die die Tiere zum Besitz machten, ist genau das Gegenteil der Fall.</p>
<p>Wir leben in einem unnatürlichen, kranken Sozialkonstrukt, und ziehen Flora und Fauna mit in unseren Sumpf, indem wir sie vermenschlichen. (Vgl. <a href="http://rette-sich-wer-kann.com/herrschaft-hierarchie/patriarchat-und-der-anteil-der-frauen-ein-weihnachtsmaerchen/" title="Weihnachtsmärchen" class="liinternal">ein Weihnachtsmärchen</a>)</p>
<p>Naturvölker tun genau das Gegenteil: Sie beobachten wilde Tiere und Pflanzen sehr genau, erkennen die speziellen Charakteristika der Spezies und nehmen sie zum Vorbild. Bei den Indianernationen gibt es einen besonderen Ausdruck dafür: <a href="http://13feen.net/symbolik/metaphern/das-totem-2.htm" class="liexternal">Totem</a>.<!-- WSA: rules for context 'scribefire300' did not apply --></p>
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		<series:name><![CDATA[Entstehung des Patriarchats]]></series:name>
	</item>
		<item>
		<title>Leser/innenfrage: Gezielte patriarchale Geschichtsfälschung?</title>
		<link>http://rette-sich-wer-kann.com/diversa/leserfragen/leserinnenfrage-gezielte-patriarchale-geschichtsfaelschung/</link>
		<comments>http://rette-sich-wer-kann.com/diversa/leserfragen/leserinnenfrage-gezielte-patriarchale-geschichtsfaelschung/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 05 Dec 2008 16:40:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hannelore Vonier</dc:creator>
				<category><![CDATA[Leserfragen]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichtsfälschung]]></category>
		<category><![CDATA[Glaubwürdigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Matriarchat]]></category>
		<category><![CDATA[Motiv]]></category>
		<category><![CDATA[Paradigma]]></category>
		<category><![CDATA[Patriarchat]]></category>
		<category><![CDATA[Spekulation]]></category>

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		<description><![CDATA[Beim Thema Patriarchat/Matriarchat scheinen viele Verfasser/innen die Inhalte voneinander zu übernehmen, ohne diese zu hinterfragen. Es sieht nach Geschichtsfälschung aus. Mit einer Frage jedoch, kann man die Glaubwürdigkeit solcher Literatur überprüfen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p>Im Kommentar habe ich eine <a href="http://rette-sich-wer-kann.com/artikelserie/entstehung-patriarchat-prolog-und-uebersicht/#comment-4046" class="liinternal">Frage von Mari</a> beantwortet, die viel zu lang für einen Kommentar ausfiel und auch sicher andere interessiert.</p>
<p>Mari schreibt:</p>
<blockquote><p>danke für deine spannende Artikelserie über die Entstehung des<br />
Patriarchats. Ich freue mich immer wieder sehr auf die Fortsetzung.</p>
<p>Frage an dich als Expertin: Habe ich richtig erkannt, dass dieser Vortrag bezüglich Matriarchat &#8211; <a href="http://www.trimondi.de/Mittelmeer/Ithaka-Projekt.htm" target="_blank" class="liexternal">http://www.trimondi.de/Mittelmeer/Ithaka-Projekt.htm</a> &#8211; gezielte patriarchale Geschichtsfälschung ist?</p></blockquote>
<p>Hier ist meine Antwort:</p>
<p>Mari, ich glaube nicht, dass es sich um <em>gezielte </em>Geschichtsfälschung handelt. Die Verfasser/innen scheinen mir eher &#8220;blind&#8221; für die Inhalte ihrer Quellen zu sein. Es sind die Ansichten, die ich mehr oder weniger auch aus anderer Literatur kenne, und die gegenseitig übernommen werden, ohne sie zu hinterfragen oder selbst dazu zu recherchieren.</p>
<p>In meinen Texten kritisiere ich mit Absicht keine Autor/innen zu diesen (und den meisten anderen) Themen, ich halte das für kontraproduktiv und für Zeitverschwendung, sondern stelle das Ergebnis <em>meiner</em> Recherchen so nachvollziehbar wie möglich dar. Vergleichen kann dann jede/r selbst.</p>
<p>Du kannst ganz leicht die Glaubwürdigkeit von Thesen bzw. Argumentationsketten anhand einer Frage überprüfen:</p>
<blockquote><p>Wird erläutert, <em><strong>warum</strong> </em>dies oder jenes geschah/geschehen musste?</p></blockquote>
<p>Für jede Handlung gibt es ein Motiv. Ohne Motiv tun Menschen nichts, und schon gar nichts Unerwartetes.</p>
<p>Wenn du wie eine Kriminalistin nach dem “Warum” suchst, kannst du anhand des Motivs den Zusammenhang erkennen und den Handlungsverlauf rekonstruieren.</p>
<p>Die meisten AutorInnen, die über diese (und andere) Themen schreiben, haben ihre psychologischen Hausaufgaben nicht gemacht.</p>
<p>Deshalb reiht sich oft Vorurteil an Vorurteil. Manchmal ist was korrekt und meistens Spekulation.</p>
<p>Mal ein Beispiel von der verlinkten Seite:</p>
<blockquote><p>“Das „matriarchale Paradigma“, das vor 4000 Jahren die Mittelmeerregion beherrschte, betonte die Omnipotenz weiblicher Gottheiten, [...] Der Kult der Göttin stand in enger Beziehung zu den<br />
jahreszeitlich bedingten Veränderungen im Tier- und Pflanzenreich sowie zu den Phasen des Mondes. In diesen naturhaften Kontext ordnete sich auch das sexuelle Leben ein. Der Religionsphilosoph Walter Schubart spricht von einer Religion des Sexus, die sich promiskuisch und explosiv äußerte und gerade deswegen als sakral empfunden wurde. Bis tief in die patriarchale Phase hinein überlebten diese Kulte in der Tempelprostitution des Vorderen Orients.”</p></blockquote>
<p>Diese Aussagen werden in einem <span style="text-decoration: line-through;">Atemzug</span> Abschnitt gemacht. Es ist eine typische Mischung aus patriarchalen Elementen, die aber mit dem Begriff Matriarchat verbunden werden.</p>
<p><em>Omnipotenz weiblicher Gottheiten &#8211; naturhaft &#8211; promiskuitiv &#8211; explosiv &#8211; Prostitution &#8211; sakral&#8230;</em></p>
<p>Wenn du mal hinspürst, passt das alles nicht zusammen. Es ist nicht gegensätzlich oder so, sondern es ergibt kein “vorstellbares Bild”; unser Verstand kann diese Wörter nur isoliert verstehen, aber wir können sie nicht als Ganzes gefühlsmäßig erfassen. (Wer das kann, hat zu viele Texte der gleichen Sorte gelesen und zu wenig andere.)</p>
<p>Deshalb sind solche Texte für mich wertlos, die mein Kopf liest, aber mein Gefühl nicht automatisch mitverfolgen kann.</p>
<p>Es ist wie bei schlechten Krimis, du erkennst die logischen Brüche; wenn z.B. jemand auftaucht, der aufgrund des vorigen Geschehens gar nicht an diesem Ort sein kann.</p>
<p>Noch nicht klar?</p>
<p>Beispiel: &#8220;naturhaft&#8221; und &#8220;Prostitution&#8221; passen nicht zusammen, weil es bei Natur(haften)völkern kein Rotlicht-Milieu gibt.</p>
<img src="http://rette-sich-wer-kann.com/?ak_action=api_record_view&id=1840&type=feed" alt="" />]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Entstehung Fruchtbarkeitskult und Geschlechtertrennung</title>
		<link>http://rette-sich-wer-kann.com/zusammenleben/patriarchat/entstehung-patriarchat-fruchtbarkeitskult/</link>
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		<pubDate>Sat, 29 Nov 2008 00:17:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hannelore Vonier</dc:creator>
				<category><![CDATA[Artikelserie]]></category>
		<category><![CDATA[Patriarchat]]></category>
		<category><![CDATA[Akkumulation]]></category>
		<category><![CDATA[Entstehung Patriarchat]]></category>
		<category><![CDATA[Fruchtbarkeitskult]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlechtertrennung]]></category>
		<category><![CDATA[Hirten]]></category>
		<category><![CDATA[Hirtentum]]></category>
		<category><![CDATA[Viehzucht]]></category>
		<category><![CDATA[Viehzüchter]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Abgrenzung der Mutter-Kind-Herde von den männlichen Tieren markiert den Beginn der Geschlechtertrennung mit Konsequenzen für alle Bereiche des patriarchalen Lebens.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p>Bisher habe ich von den frühen <strong>Hirtennomaden </strong>gesprochen und ihrem Ziel, die Herden so weit als möglich zu <strong>vergrößern</strong>. Während verschiedener Wanderungsperioden stießen Hirtengroßfamilen auf fruchtbareres Land wie etwa den &#8220;<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Fruchtbarer_Halbmond" title="Fruchtbarer Halbmond" rel="nofollow" class="liwikipedia">Fruchtbaren Halbmond</a>&#8221; oder die ostanatolische Region am Van-See mit ihren fetten vulkanischen Böden.</p>
<p>Hier fanden die Herden genügend Futter, so dass Wanderungen weniger nötig waren und die Hirten halb- oder gänzlich sesshaft wurden. Das Hirtentum spaltete sich nun in zwei Gruppen: in wandernde <strong>Hirtennomaden</strong> und in sesshafte <strong>Viehzüchter</strong>.</p>
<p>Wenn wir uns den strukturellen Aufbau der Herden betrachten, gelingt uns ein Blick in die Weltanschauung dieser Menschen, die mit der Besitznahme von Tieren ihren Anfang nahm und bis heute nicht nur <em>überdauerte</em>, sondern verfeinert wurde.</p>
<p>Beginnend bei den ersten Hirten und Viehzüchtern des entstehenden Patriarchats, hat sich die <strong>Akkumulation </strong>(Anhäufung) des Viehbestands der Herden durch gezielte <strong>Zucht</strong> allmählich auch auf das <strong>Geld </strong>übertragen.</p>
<h3>Der Zeitfaktor</h3>
<p>Durch Viehzucht kommt <strong>Zeit </strong>ins Spiel. Mit der Zucht gerieten die Hirten unter Druck, weil bestimmte Dinge in einer festgelegten Zeit erledigt sein mussten oder sollten.</p>
<p>Matriarchale Gemeinschaften lassen die Zeit auf sich zukommen, sie erledigen die Dinge, wenn es Zeit <em>ist</em>.<br />
In den eigenen Sprachen und Dialekten von Ureinwohnern gibt es keinen Begriff für &#8220;Zeit&#8221;. Der Ausdruck wurde überall als Lehnwort aus den Sprachen der (patriarchalen) Eroberer übernommen.</p>
<p>Die europäischen Pioniere auf dem nordamerikanischen Kontinent mussten lernen, dass es nicht möglich war, sich mit Indianern zu &#8220;verabreden&#8221;.<br />
Diese fanden, dass Treffen nicht stattfinden sollten, wenn eine <em>bestimmte Zeit</em> erreicht ist, sondern wenn die beteiligten Personen dafür <em>bereit</em> sind. Das &#8216;Jetzt&#8217; ist bei ihnen kein äußerlich festgelegter Zeitpunkt, sondern eine <strong>soziale Übereinstimmung</strong>.</p>
<h3>Ausgrenzung und Dualismus</h3>
<p>Die eigentliche Herde der Viehzüchter zeigt nicht die Zusammensetzung der ursprünglichen <em>Wildherde</em>, sondern wird <strong>getrennt </strong>in die große Herde der <strong>Muttertiere</strong> mit ihren Jungen und in eine kleine Gruppe ausgesuchter männliche <strong>Zuchttiere</strong>.<br />
Daneben gibt es noch die Gruppe der kastrierten männlichen <strong>Arbeitstiere</strong>. Alle anderen Schafsböcke, Stiere und Ziegenböcke werden geschlachtet, bzw. als <strong>Schlachtvieh</strong> verkauft.</p>
<p>Zuerst hatten wir die <strong>Abgrenzung </strong>in &#8216;<em>ich und das andere</em>&#8216; (siehe <a href="http://rette-sich-wer-kann.com/artikelserie/entstehung-patriarchat-die-hirten/" class="liinternal">Hirtentum und Besitz kommen in die Welt</a>), den ersten <strong>Dualismus</strong>, wobei &#8216;<em>das andere</em>&#8216; der <strong>Feind </strong>ist.<br />
Im Laufe der Jahrhunderte gehen daraus weitere dualistische Strukturen hervor: Weiblichen und männlichen Gruppen werden unterschiedliche Funktionen zugeordnet.</p>
<p>Die Abgrenzung der Mutter-Kind-Herde von den männlichen Tieren markiert den Beginn der <strong>Geschlechtertrennung </strong>mit Konsequenzen für alle Bereiche des patriarchalen Lebens.</p>
<p>Es ist bis heute üblich, die Jurte (Wohnzelt) der Hirtennomaden in Bereiche für Frauen bzw. Männer zu unterteilen; wobei es ursprünglich keine Dominanz der einen Gruppe über die andere gab. Es bildete sich<br />
parallel zur Tierhaltung einfach eine neue Rollenaufteilung, wobei die männlichen und weiblichen Aufgaben einander ergänzten und nicht als höher oder niedriger bewertet wurden.</p>
<p>Der erste <em>hierarchische </em>Schritt war der der Frauen und Männer über die (Nutz-)Tiere: die Herden selbst und dann die gezähmten Arbeitstiere, ohne die die großen Herden (bis heute) nicht gezielt bewegt werden können: <strong>Hund </strong>(Wolf) und <strong>Pferd</strong>.</p>
<p>Die Sprachwissenschaft beweist, wie wir noch sehen werden, dass die Geschlechtertrennung der Vierfüßler eins-zu-eins <em>auf die Menschen übertragen</em> wurde, so wie wir sie <em>heute noch</em> kennen.</p>
<h3>Erste Klassifizierung</h3>
<p>Eine möglichst große Anzahl an <strong>Nachkommen </strong>wurde für erstrebenswert gehalten – sowohl bei der Muttertierherde als auch bei den <em>homo sapiens Frauen</em>.</p>
<p>Wenige, aber nach erwünschten Merkmalen <em>ausgewählte männliche Tiere</em>, hatten eine einzige Aufgabe: Nachkommen zu zeugen.</p>
<p>Sie gewannen an Wert im Falle des Tieres, und an Macht/Stärke im Falle des Mannes, indem ihre Anlagen gezielt weiter gegeben wurden.</p>
<p>Daraus entwickelten sich die Anfänge von <strong>Klassifizierung </strong>und ein weiterer Dualismus, der die männliche Gruppe in <em>zwei Klassen spaltete</em>: Die <strong>Auserwählten</strong> und das <strong>Schlacht</strong>- bzw. <strong>Arbeitsvieh</strong>.</p>
<p>Nach einigen hundert Jahren und mit dem Einsatz des Pferdes als Reittier gingen daraus im menschlichen Bereich eine <em>Führungsschicht </em>(<strong>Adel</strong>) einerseits, und die niederen Klassen der <strong>Soldaten</strong> und <strong>Sklaven</strong> (Arbeiter) andererseits hervor.</p>
<p>Mit Hirtentum und Viehzucht nehmen</p>
<ol>
<li>Geschlechtertrennung,</li>
<li>Arbeitsteilung,</li>
<li>Hierarchie (Unter- und Überordnung) so wie</li>
<li>Fruchtbarkeitskult, nämlich Sexualität als Zweck maximaler Vermehrung anstatt spiritueller Verschmelzung,</li>
</ol>
<p>ihren Anfang.</p>
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		<title>Entstehung von Hierarchie &#8211; Was ist uns heilig?</title>
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		<pubDate>Sun, 16 Nov 2008 01:00:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hannelore Vonier</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Bemerkenswert]]></category>
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		<description><![CDATA[Wiederholt habe ich über "Gesellschaften ohne Kopf" geschrieben, akephale* Sozialverbände, gemeint sind herrschaftsfreie Gemeinschaften ohne Oberhaupt. Dabei erschließt sich bei genauem Hinsehen, dass diese Menschen mehr "Köpfchen" haben als wir, eben weil kein einzelner Kopf an der Spitze steht.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p style="text-align: center;"><img class="size-full wp-image-1668 frame aligncenter" title="Pyramide, Symbol für Hierarchie" src="http://rette-sich-wer-kann.com/wp-content/uploads/2008/11/pyramide-hierarchie.jpg" alt="" width="473" height="221" /></p>
<p>Wiederholt habe ich über &#8220;Gesellschaften ohne Kopf&#8221; <a href="http://matriarchat.info/herrschaftsfreiheit/index.php" class="liexternal">geschrieben</a>, akephale Sozialverbände (grch. Vorsilbe <em>a-</em> = &#8220;ohne&#8221;, <em>kephalos </em>= &#8220;Kopf, Haupt&#8221;), gemeint sind <strong>herrschaftsfreie</strong> Gemeinschaften ohne Oberhaupt. Dabei erschließt sich bei genauem Hinsehen, dass diese Menschen mehr &#8220;Köpfchen&#8221; haben als wir, eben weil kein einzelner Kopf an der Spitze steht.</p>
<p>Keine Zentralinstanz, niemand regiert über andere. Es ist schwer vorstellbar, wie das funktionieren soll. Aber gerade dieser Tage bekommen wir eine Ahnung davon, wenn wir die fast täglichen Neuerungen des kommenden US-Präsidenten Barack Obama verfolgen. Er verringert mit seinen Maßnahmen drastisch den Abstand zwischen &#8220;oben&#8221; und &#8220;unten&#8221;.</p>
<p>Was Obama tut, lässt sich leichter verstehen, wenn wir wissen, wie es zu unseren hierarchischen Verhältnissen gekommen ist. Basis des Patriarchats über die Zeitepochen war und ist immer <a href="http://rette-sich-wer-kann.com/artikelserie/entstehung-patriarchat-die-hirten/" class="liinternal">das Hirtentum</a> und dessen pastorale Lebensweise, auf die ich mich <a href="http://rette-sich-wer-kann.com/artikelserie/entstehung-patriarchat-prolog-und-uebersicht/" class="liinternal">in dieser Serie</a> ständig beziehe.</p>
<p>Anderen den Zugang zu lebenswichtigen Ressourcen zu verweigern war der kleine erste Schritt der Hirtennomaden zu <strong>Hierarchie</strong>, zu Rangordnung.</p>
<p>Um einen abstrakten Begriff inhaltlich zu erfassen, untersuche ich gerne die sprachliche Herkunft. Ein Wort wie &#8220;Hierachie&#8221; ist gefüllt mit Bedeutungen und Widersprüchen. Hier das Wesentliche:</p>
<p><strong><em>archein</em>, <em>arché</em></strong> bedeutet &#8220;erster, Ober~, Anfang, Ursprung&#8221; (Beispiele: Architekt &#8220;oberster, erster Zimmermann&#8221;, grch. <em>tektos </em>= &#8220;Zimmermann&#8221;; Archäologie &#8220;die Kunde vom Anfang&#8221;, grch. <em>logos</em> = &#8220;Wort, Rede&#8221;)</p>
<p><em><strong>Hier~</strong> </em>entwickelte sich aus der indogermanischen Wurzel <em>eis-</em> für &#8220;heftig, ungestüm, schnell bewegen&#8221;, auch beim Schleudern von Geschossen/Pfeilen.<br />
Später im Griechischen <em>*oisma</em> und vedisch <em>ēṣati</em> = &#8220;stürmischer Angriff, Attacke bei Raubvögeln&#8221;. Lateinisch dann <em>īra</em>, <em>eira</em> (von indg.<em>*eisā</em>) = &#8220;Zorn&#8221;. Germanisch <em>*īsarnan</em>, gotisch <em>eisarn</em>, althochdeutsch, altschwedisch und altnordisch <em>īsarn</em> = &#8220;<strong>Eisen</strong>&#8220;.</p>
<p>Im Laufe der Zeit brauchten die Hirten mehr Platz durch den starken Vermehrungsdrang, der allmählich von den Herden auf die Menschen überging. Die Entdeckung des harten <strong>Eisenmetalls</strong> (das der Bronze überlegen war) und seiner Verarbeitung zu Waffen befähigte die Söhne und Töchter neues Land für sich zu <strong>erobern</strong>.</p>
<p>Mit dieser Wortentwicklung des ursprünglichen indogermanischen <em>eis-</em> ging aber parallel eine <strong>Bewertung</strong> einher. Worte wie &#8220;heftig, ungestüm&#8221; sind wertneutral, besonders, wenn sie sich auf das Verhalten eines Raubvogels beziehen. In Bezug auf die <em>Eroberungstätigkeit mit Waffengewalt</em> erfuhren sie jedoch eine Aufwertung, die bis heute Gültigkeit besitzt. Man lese einfach die <strong>Glorifizierung </strong>von <strong>Eroberungskriegen </strong>in unseren Geschichtsbüchern nach.</p>
<p>Bewerkstelligt wurde diese gezielte Glorifizierung durch die <strong>Dichterpriester</strong>, die mit Hilfe der Hieroglyphen (= heilige Schriftzeichen) <em>diejenigen und ihre Taten rühmten, die sie dafür reich bezahlten</em>. Das ist die Job-Beschreibung der Dichter vor und während der Antike; sie hatten keine andere Aufgabe.</p>
<p>Die Vorsilbe <em>*is-(e)ro-</em> (von indog. <em>eis-</em>) bekam die Bedeutung &#8220;stark, heilig&#8221;; im Griechischen <em>hieros</em> = &#8220;gefüllt mit überirdischer Kraft&#8221;, heilig. Germanisch (aus dem Keltischen übernommen) <em>*isarno-</em>, &#8220;heiliges Metall&#8221;.</p>
<p>Gemeinhin wird die Vorsilbe <em>hier-</em> in Worten wie Hieroglyphe, Hieros Gamos, Hierarchie usw. einfach mit &#8220;heilig&#8221; übersetzt. Das Wort &#8220;heilig&#8221; empfinden wir nicht als zerstörerisch, was Waffen aus &#8220;heiligem Eisen&#8221; jedoch sind. Das Substantiv &#8220;Heilung&#8221; wird gefühlsmäßig als positiv erlebt, weil es mit &#8220;Gesundheit&#8221; verbunden ist. Eine ambivalente Wortverwandtschaft.</p>
<p>Dies ist beispielhaft dafür, dass wir auf die <strong>Einstellung </strong>hinter einer Handlung oder Bewertung schauen müssen, um die Absicht zu verstehen. Es kommt auf die <strong>Geisteshaltung </strong>an. Menschen, die extreme Angst spüren und Sicherheit um jeden Preis suchen, um sich wohl und gesund zu fühlen, verwenden eben &#8220;heiliges Eisen&#8221;, weil sie glauben, dass materieller Reichtum zu Wohlbefinden führt. Und sie tun alles, um den größtmöglichen Reichtum zu akkumulieren, obwohl sich die ursprüngliche, auslösende Situation längst verändert hat.</p>
<p>Diese Geisteshaltung verbunden mit der <em>alten Angst</em> ist bis heute weit verbreitet! Die Älteren traumatisieren die Kinder über Jahrtausende, so wie ihre überlebenden Vorfahren traumatisiert wurden und in diesem Prozess verändert sich der Charakter. Es war Wilhelm Reich, der diese Charakterverformung entdeckt hat.</p>
<p>Alle Wörter im Deutschen, die mit dem griechischen <em>hier-</em> beginnen, haben mit Priester-/Hirten-/Herrschertum und deren offener oder indirekter Unterdrückung anderer und deren Ausbeutung zu tun.</p>
<p>Hier die Liste (<a href="http://www.canoo.net/services/Controller?dispatch=wordformation&amp;input=hier&amp;features=%28Cat+NCF%29%28Lexeme+heilig%29&amp;country=D" class="liexternal">via</a>):</p>
<ul>
<li>Hierarch: <em>heiliger Erster</em> (kirchlicher Oberster)</li>
<li>Hierarchie: <em>heiliger Anfang, Oberstes</em> (Spitze), Aufbau in verschiedenen Stufen</li>
<li>Hieroglyphen: <em>heilige Schriftzeichen</em> (Schrift ist Herrschaftsinstrument ebenso wie eine Geschichtsschreibung)</li>
<li>hieratisch: Schriftzeichen, ähnlich den Hieroglyphen</li>
<li>Hierodulen: <em>Heilige Sklav/innen</em> (grch. <em>doulos </em>&#8220;Sklave&#8221;), Tempel-Knechte, die auf den Ländereien arbeiteten, Tempel-Prostituierte (modern ausgedrückt &#8220;Edelnutten&#8221;), rekrutiert aus den Kindern der &#8220;großen Familen&#8221; also den Herrscherfamilien, oder aus Kriegsgefangenen</li>
<li>Hierogramm: ein formelhaftes, grafisches Zeichen im sakralen Bereich mit festgelegter Bedeutung (z.B. Hl. Geist &#8211; Taube, Petrus &#8211; Schlüssel), um den Betrachtern &#8220;die Botschaft&#8221; einzuschärfen</li>
<li>Hierogamie: <em>Heilige Hochzeit</em> (Hieros Gamos, grch. <em>gamos </em>= Vermählung/Vermählungsfest) &#8211; Rituelle Vereinigung zwischen Mensch und Gott/Göttin (Teil des patriarchalen Fruchtbarkeitskults zur Maximierung des lebenden Inventars)</li>
<li>Hierokratie: <em>heilige Herrschaft</em> (grch. <em>kratein </em>&#8220;herrschen&#8221;), Priesterherrschaft</li>
<li>Hieromantie/Hieroskopie: Wahrsagerei aus Tieropfern (grch. <em>manteia </em>&#8220;Weissagung&#8221;, <em>skopein </em>&#8220;schauen, betrachten&#8221;) Opfern ist etwas spezifisch Patriarchales.</li>
<li>Hieromonachos: Priestermönch</li>
<li>Hierophant: Oberpriester, &#8220;der die Mysterien/Geheimnisse auslegt&#8221; (grch. <em>phainein </em>&#8220;zeigen&#8221;)</li>
</ul>
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		<title>Menschen erkennen einander am Klang ihrer Stimme</title>
		<link>http://rette-sich-wer-kann.com/diversa/menschen-erkennen-einander-am-klang-ihrer-stimme/</link>
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		<pubDate>Mon, 10 Nov 2008 22:10:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hannelore Vonier</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Barack Obama]]></category>
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		<category><![CDATA[Vom Patriarchat zu Web 2.0]]></category>
		<category><![CDATA[Web 2.0]]></category>
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		<description><![CDATA[Ein Beitrag von Michael Domsalla
&#8220;Menschen erkennen einander am Klang ihrer Stimme.&#8221;
(Cluetrain Manifest)
Alle Politiker, die emsig über den Erfolg von Obama nachdenken, sei dies auf den Weg gegeben. Und allen Unternehmen auch. Vorher brauchen Sie die neuen Technologien nicht einsetzen.

&#8220;Following me&#8221; bei Twitter bedeutet, dass Obama lesen kann was 40licious schreibt und umgekehrt. Damit kann jeder [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p><em>Ein Beitrag von <a href="http://blog.kmto.de/article/relevanz" class="liexternal">Michael Domsalla</a></em></p>
<blockquote><p>&#8220;Menschen erkennen einander am Klang ihrer Stimme.&#8221;<br />
<a href="http://www.cluetrain.de/#95thesen" class="liexternal">(Cluetrain Manifest)</a></p></blockquote>
<p>Alle Politiker, die emsig über den Erfolg von Obama nachdenken, sei dies auf den Weg gegeben. Und allen Unternehmen auch. Vorher brauchen Sie die neuen Technologien nicht einsetzen.</p>
<p><a href="http://blog.kmto.de/media/1/20081106-Obama.png" ><img title="Der erste Twitter Präsident der Welt" src="http://blog.kmto.de/media/1/20081106-Obama.png" alt="Der erste Twitter Präsident der Welt" width="364" height="226" /></a></p>
<p>&#8220;Following me&#8221; bei <a href="http://twitter.com" class="liexternal">Twitter</a> bedeutet, dass Obama lesen kann was 40licious schreibt und umgekehrt. Damit kann jeder jederzeit den Präsidenten direkt &#8220;<strong>ansprechen</strong>&#8220;.</p>
<p><a name="more"></a>Mich haben Freunde gefragt, was mich ja selbst bewegt hat: warum berührt uns Obama, warum sind Menschen auf der ganzen Welt berührt, warum wählen überall Nicht-Amerikaner demonstrativ auf <a href="http://twitvote.twitmarks.com/" class="liexternal">Twitvote</a> mit? Wo hat er dieses Charisma her?</p>
<p>Das genau ist die Antwort. Ein Poltiker &#8211; und mit Sicherheit ein Vollblutpolitiker, der weiss, wie man mit Macht umgeht &#8211; der mit <strong>menschlicher Stimme</strong> spricht.</p>
<blockquote><p>Charisma hat man nicht, es wird von den Menschen <strong>zugeschrieben</strong>. Aber alleine schon durch diesen Fakt bietet er eine Projektionsfläche für alle fortschrittlichen Menschen weltweit.<br />
Für alle, die wissen, dass die Welt sich gewandelt hat und Politik und Wirtschaft hoffnungslos hinterher hinken. Deswegen hat er vier mal so viele &#8220;Freunde&#8221; in den Netzwerken, als McCain.</p></blockquote>
<p>Seine Vision ist ein <strong>Ansatz</strong>, kein Programm. Er bezieht <strong>echte Experten</strong> in die Politik mit ein und setzt <em>Inhalte vor Machtinteressen</em>. In der Vergangenheit hat er dies immer wieder bewiesen.</p>
<p>Nicht Parteifreunde oder schwarze Mitbürger haben Posten bekommen, sondern die, die am meisten <strong>Expertise</strong> besaßen. Auch das ein Merkmal der Internet-Welt.</p>
<blockquote><p>Die Masse bestimmt, wer sich am besten auskennt und wählt diesen Menschen ganz automatisch zum Anführer.</p></blockquote>
<p>Instinktiv wissen die Menschen, dass die Politik so besser wird. Ganz egal, wie sein Programm konkret aussieht.</p>
<p>Einer seiner wichtigsten Sätze: I will always be honest with you. &#8211; Ich werde immer <strong>ehrlich </strong>mit euch sein.</p>
<p>Oder wie Studenten im Interview sagten: Ja, auch er wird vielleicht Truppen irgendwo hinschicken, aber er wird ehrlich sagen warum.</p>
<p>Dabei nutzt er die Möglichkeiten der Engagement-Ökonomie noch nicht einmal aus. Ja, er ist auf allen möglichen Social Networks vertreten, ja, er hat die meisten Twitter- Abbonenten weltweit. Aber noch schickt er darüber Botschaften.</p>
<p>Der Rückkanal wird links liegen gelassen. Ich bin mir sicher, dass sich das ändern wird. Aus seinem Online Marketing Manager wird nun ein Community Manager werden.</p>
<p>Nicht nur die Amerikaner, auch die globale, digitale Elite hat sich einen Präsidenten gewählt.</p>
<p><small><em>Quelle und Lizenz: <a href="http://blog.kmto.de" rel="cc:attributionURL" class="liexternal">KMTO</a> / <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/de/" rel="license" class="liexternal">CC BY-SA 2.0</a></em></small></p>
<p style="text-align: center;">*</p>
<p>Ergänzung von mir zu Michaels Gedanken:</p>
<p>In einem Interview mit Mosuo-Leuten, einer matriarchale Ethnie in Südchina, wurde eine Person gefragt, wie denn eine Frau zur Matriarchin bestimmt wird, wenn es Wahlen wie bei uns nicht gibt. (Die Matriarchin hat die Verantwortung, dass &#8220;der Laden läuft&#8221;, also dass alle im Clan haben, was sie brauchen und dass es allen gut geht.) Nach welchen Kriterien wird die Fähigste herausgefunden? Die Antwort, lachend: &#8220;Das sieht man doch!&#8221;.</p>
<p>Genauso funktionieren die Konsens-Entscheidungen in den matriarchalen Stammesgesellschaften. Man einigt sich auf etwas, von dem man <strong>weiß</strong>, dass es das Richtige ist. Man weiß es, weil man in der Gemeinschaft lebt und mit den Gegebenheiten und Problemen von klein auf vertraut ist. Siehe dazu, wie es bereits in Deutschland praktiziert wird: <a href="http://matriarchat.info/herrschaftsfreiheit/konsensprinzip.html" class="liexternal">Entscheidung per Konsensprinzip &#8230; alle eine Einheitsmeinung?</a></p>
<p>Warum gibt es Menschen, die bei Barack Obama nicht <strong>wissen</strong>, wo sie mit ihm dran sind? Da hilft uns Goethes Faust weiter:</p>
<blockquote><p>Wenn ihrs nicht fühlt, ihr werdets nicht erjagen,<br />
Wenns euch nicht aus der Seele dringt<br />
Und mit urkräfftigem Behagen<br />
Die Herzen aller Hörer zwingt.<br />
Sizt ihr einweil und leimt zusammen,<br />
Braut ein Ragout von andrer Schmaus<br />
Und blast die kümmerlichen Flammen<br />
Aus eurem Aschenhäufgen aus!<br />
Bewundrung von Kindern und Affen,<br />
Wenn euch darnach der Gaumen steht!<br />
Doch werdet ihr nie Herz zu Herzen schaffen,<br />
Wenn es euch nicht von Herzen geht.</p></blockquote>
<p>Ach übrigens: <a href="http://twitter.com/hvonier" class="liexternal">Follow me on Twitter</a> <img src='http://rette-sich-wer-kann.com/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </p>
<img src="http://rette-sich-wer-kann.com/?ak_action=api_record_view&id=1649&type=feed" alt="" />]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Der Beginn von Akkumulation und Geschlechtertrennung vor 6000 Jahren</title>
		<link>http://rette-sich-wer-kann.com/zusammenleben/patriarchat/entstehung-patriarchat-akkumulation-geschlechtertrennung-vor-6000-jahren/</link>
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		<pubDate>Fri, 07 Nov 2008 23:45:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hannelore Vonier</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Im letzten Beitrag der Serie ging es um das Bekanntwerden der Vaterschaft und den Begriff Nomade mit der Bedeutung "zuteilen, rationieren". Dieser Beitrag zeigt auf, was das eine mit dem anderen zu tun hat und warum gezielte Vermehrung und Geschlechtertrennung für das frühe Patriarchat notwendig waren.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p><img class="alignleft size-full wp-image-1608" title="Hirte der unermesslichen Herde" src="http://rette-sich-wer-kann.com/wp-content/uploads/2008/11/hirte-der-unermesslichen-herde.jpg" alt="" width="220" height="413" />Im <a href="http://rette-sich-wer-kann.com/geisteshaltung/beschreibung-des-patriarchats-4-worte-reichen/" title="Vaterschaft und Wortbedeutung &quot;Nomade&quot;" class="liinternal">letzten Beitrag</a> der Serie ging es um das Bekanntwerden der Vaterschaft und den Begriff <em>Nomade </em>mit der Bedeutung &#8220;zuteilen, rationieren&#8221;.<br />
Was hat das eine mit dem anderen zu tun?<br />
Dazu wollen wir uns anschauen, wie Hirtennomaden leben. (Der Begriff Nomade wird manchmal auch für Wildbeutergruppen, Zigeuner oder andere verwendet, die keine Herden in ihrem Besitz mit sich führen. Da ist der Begriff nicht korrekt, weil es nichts zum <em>zuteilen</em> gibt.)</p>
<p>In den rein nomadischen Wirtschaften der Steppe bildeten die Schafherden den hauptsächlichen Reichtum. Das Schaf ist die geeignetste Tierart für Leben und Bedürfnisse der Nomaden und gibt mit seiner Milch, seinem Fleisch und Fett Nahrung, mit Fellen und Wolle Kleidung und Wohnung, mit dem getrockneten Mist Heizung und deckt fast die ganzen Lebensbedürfnisse seines Herrn. Wie bei den Nomaden selbst blieb daher auch bei der ansässigen Bevölkerung des Orients bis in die Gegenwart die einzige beliebte Fleischart das Hammelfleisch.</p>
<h3>Besitz ja, Geld nein</h3>
<p>Das Schaf ist aber nicht nur einfaches Wirtschaftsobjekt, sondern gilt beispielsweise bei den Kirgisen und Kasaken bis in die letzte Zeit auch im inneren Handel als <strong>Wertmesser </strong>und <strong>Zahlungsmittel</strong>. Die Kirgisen bezahlen untereinander stets mit Schafen. Statt mit Rubel rechnen sie mit „Tokti“, das ist ein einjähriges Schaf.<br />
Dieser bis heute bestehende Brauch zeigt, dass es im frühen Patriarchat zwar <strong>Besitz </strong>und <strong>Eigentum </strong>gibt, <strong>Geld </strong>aber keine Rolle spielt. Wir werden sehen, warum Geld in der Form, wie wir es kennen, später nötig wurde.</p>
<h3>Der Hirtenalltag</h3>
<p>Die nach Tierarten getrennten Herden der Nomaden laufen tagsüber frei herum; als Hüter braucht man gewöhnlich einen jungen Hirten. Zu bestimmten Stunden führt jemand die Herde zum Brunnen, um sie dann wieder frei laufen zu lassen. Gegen Abend werden die Herden zu der Jurte geführt, von den Frauen gemolken, und die ganze Nacht wegen der <strong>wilden Tiere</strong> (<a href="http://rette-sich-wer-kann.com/artikelserie/entstehung-patriarchat-die-hirten/" title="Nahrungskonkurrenten werden am Zugang zu Ressourcen gehindert" class="liinternal">Nahrungskonkurrenz</a>) sorgfältig unter Aufsicht gehalten. Morgens nehmen die Hirten ihre Herden wieder mit zu den Weideplätzen, und die Tiere suchen ihr Futter selbst. Das ist jahrein, jahraus der sich täglich wiederholende Ablauf der Dinge.</p>
<h3>Lebensstil am Existenzminimum</h3>
<p>Für bestimmte Zeiten des Jahres gibt es festgesetzte Weideplätze. Der schwerste Teil des nomadischen Lebens ist der Winter. Nomaden können sich nicht mit vielen Vorräten belasten, daher ist der Wintervorrat nur gering. Z.B. fehlt die Hauptnahrung des Sommers, die Milch, der als Nahrungsmittel mitgeführten Rinderherde. Die Milchkühe, die selber hungern, können keine Milch geben. Die Herden sind so weit ausgehungert, dass sie kaum leben können, und werden sie geschlachtet, geben sie wenig her; folglich schlachtet man die Tiere nicht. Der Nomade muss alles sparen, um den Winter durchhalten zu können. Manchmal liegt der Schnee so hoch, dass die Tiere gar keine Möglichkeit haben, das Gras hervor zu graben. Manchmal folgt dem Schneeregen ein kalter Wind und alles erfriert.</p>
<p>Solchen Situationen hat der Herdenbesitzer nichts entgegenzusetzen und die ganze Herde muss eine Tragödie erleben, d.h. der Ausbruch eines so genannten <em>Juts</em> (Verhungern) ist unausbleiblich. Hinzu kommt noch die Gefahr ansteckender Krankheiten. Nach einem einige Tage dauernden <em>Jut</em> kann der Besitzer von mehreren Tausenden von Tieren ein Bettler sein. Abgesehen vom <em>Jut</em> verschwinden in den harten Wintern der Wüste auch durch hungrige wilde Tiere ganz erhebliche Tiermengen. Die <a href="http://rette-sich-wer-kann.com/artikelserie/bekanntwerden-der-vaterschaft/" class="liinternal">aufgezählten Wortbedeutungen</a> „rationieren, ergreifen, schnell lernen, usw.“ für Nomade beschreiben überdeutlich, was Nomadenleben heißt.</p>
<h3>Im Teufelskreis</h3>
<p>Die nomadisierenden Hirten haben also eine Lebensweise entwickelt, in der sie immer wieder mit der Gefahr des <strong>Verhungerns </strong>konfrontiert sind. Das <a href="http://rette-sich-wer-kann.com/artikelserie/entstehung-patriarchat-der-hunger/" class="liinternal">ursprüngliche traumatische Erlebnis</a> ist in der Kultur fest verankert und wiederholt sich ständig, weil es von den Nomadenvölkern von Generation zu Generation weiter gegeben wird. Bedrohung durch Verhungern, die Gefahr von einem Tag auf den andren alles zu verlieren, bei karger, ja <strong>asketischer</strong> Lebensweise und großer Sparsamkeit, gehören zum als <em>normal </em>erlebten Alltag.</p>
<p>Außenstehende können durch den Vergleich mit andersartigen Lebensweisen erkennen, dass dies nicht gerade die glücklichste Form des Daseins ist. Und Außenstehende können bemerken, dass diese Hirtenvölker selbst dazu beitragen, dass ihr Leben so und nicht anders verläuft.</p>
<p>Was auf den ersten Blick aussieht, als wäre das Hirtendasein nahe mit der Natur verbunden, entpuppt sich als <em>künstlich erzeugte Situation</em>, die nicht in Balance ist und Tragödien geradezu herauf beschwört.</p>
<p><strong>Was tut der Nomade um dagegen anzukämpfen?</strong></p>
<p>Er <strong>akkumuliert</strong>. Die Vermehrung durch Reichtum im nomadischen Sinne kann nur durch <strong>Tiergeburten </strong>geschehen. Anderen Kapitalvermehrungsarten – wie etwa Ackerbau &#8211; wurde in dieser Sozialstruktur nicht nachgegangen.</p>
<h3>Das Wissen um die Rolle des Vaters wird genutzt</h3>
<p>Wir wissen, dass die Herden immer unter freiem Himmel bleiben, deshalb sorgen die Nomaden dafür, dass ihre Tiere nicht zu früh, z.B. im Winter, und auch nicht zu spät gebären. Werfen sie zu früh im Frühjahr, sind das zarte Junge und das schwache Muttertier beide in Gefahr, weil der Hirte ihnen keinen wärmenden, geschützten Platz bieten, noch dafür sorgen kann, dass die schwache Mutter in der Lage ist ihr Junges zu nähren, der selbst die kräftige Nahrung fehlt.</p>
<p>Im Sommerquartier können die Herden nur für eine bestimmte Zeit bleiben und sollen genügend gefüttert werden, um wanderungsfähig zu sein. Bei späteren Geburten sind die Mutter und das Junge noch nicht genug bei Kräften, wenn die schweren, langen Wanderungen beginnen.</p>
<h3>Geschlechtertrennung &#8211; die Herde ist immer weiblich</h3>
<p>Daher zählen die Nomaden genau die Tage, an denen in der Herde die Geburten beginnen und wann sie zu Ende gehen sollen. Dementsprechend lassen sie den Bock in die Herde und halten ihn für eine bestimmte Zeit drin. Das war nur möglich durch das Erkennen der <strong>Vaterrolle </strong>im engen Umgang mit den Tieren.<br />
Der Hirte kann meist beim ersten Blick feststellen, welche Tiere belegt sind. Nach Erledigung dieser Angelegenheit nimmt er den Bock wieder zurück. In den nomadischen Herden sieht man außer in dieser Zeit <em>kein einziges ausgewachsenes männliches Tier</em>. Nach solcher Vorbereitung wartet man auf den Frühling und die Geburten in den Herden, die entweder unterwegs oder im Sommerlager vor sich gehen. In möglichst kurzer Zeit soll alles geschehen und erledigt sein.</p>
<p>Dieser Zeitdruck bei Geburten hat sich bis in unsere moderne Zeit traditionell erhalten. Immer noch als normal angesehen wird eine künstlich herbei geführte Geburt, die durch starkes Pressen für Mutter und Kind schmerzhaft (und traumatisch) ist. Später, im entwickelten Patriarchat, wo der Akkumulationsdruck noch forciert wird, rechtfertigt man das verbindlich und schriftlich: &#8220;Unter Schmerzen wirst du deine Kinder gebären.&#8221; (Bibel, Gen 3,1-16)</p>
<p>Im Sommerquartier erholen sich die vom Winter geschwächten Tiere und Menschen, besonders die neugeborenen Jungtiere. Nach der Frühjahrsschur und dem Verkauf eines Teils der Herde, begeben sich die Nomaden nach wochenlangem Wandern an einen meist höher gelegenen Ort, wo die Gräser nicht so schnell trocknen und die Sommerhitze nicht so stark ist. Dort findet das eigentliche nomadische Leben statt, ganz im Gegensatz zum Winter. Jetzt gibt es weder Sorgen noch Hunger und diese Zeit wird als die glücklichste betrachtet. Die Herden werden zum zweiten Mal geschoren, wieder ein Teil zum Jahrmarkt gebracht und der Rest zur Herbstweide geführt, um die Winterweiden möglichst zu schonen.</p>
<h3>Im Ungleichgewicht: der Kampf der Menschen gegen die Natur</h3>
<p>Dieser tradierte Verlauf ist im Großen und Ganzen bis heute überall derselbe geblieben. Dabei werden durch gezielte <em>hohe Geburtenraten</em> die Weideplätze zu stark ausgenutzt: <strong>überweidet</strong>. Das heißt, der Viehbestand pro Fläche ist unter den gegebenen trockenen klimatischen Verhältnissen zu groß. Durch das Weiden wird deshalb die Pflanzendecke immer schütterer und der Boden wird aufgelockert. Die Folge ist eine zunehmende Erosion, wodurch dem Pflanzenwuchs die Basis noch weiter entzogen wird.</p>
<p>Die Natur reguliert sich selbst: Weil die geschwächten Tiere der zu großen Herden a) anfälliger für Krankheiten b) leichtere Beute für wilde Tiere und c) schneller verhungert sind, wird die Anzahl immer wieder radikal dezimiert. Die Menschen bezeichnen das als Tragödie oder Schicksalsschlag, ohne sich ihres eigenen Zutuns bewusst zu werden, und sie versuchen noch gezielter zu vermehren, mehr zu sparen, asketischer zu leben.<br />
Nomadisches Handeln bedeutet in der Konsequenz: gegen die Natur und ihre Gesetze zu handeln, und da das nicht geht: ein Verlierer-Dasein zu führen.</p>
<h3>Der nomadische Vermehrungsdrang in unserer Zeit</h3>
<p>Nomaden leben und agieren innerhalb des <a href="http://rette-sich-wer-kann.com/gemeinschaft/kultureller-umbruch-paradigmawechsel/" title="Beschreibung des patriarchalen Paradigmas" class="liinternal">patriarchalen Paradigmas</a>. Dass auch <em>nicht-nomadische</em> Menschen innerhalb dieses Paradigmas den gleichen Handlungsmustern folgen, zeigt sich am deutlichsten im Bereich der Entwicklungshilfe. Bei diesen als „Hilfe“ bezeichneten Eingriffen, werden kontinuierlich Elemente der Industrienationen auf andere Kulturen übertragen, deren Sozialstrukturen nicht bekannt sind oder ignoriert werden.</p>
<p>Ein Beispiel: Eine äußerst lang anhaltende Dürreperiode in der Sahelzone dauerte von den späten sechziger bis in die frühen achtziger Jahre des 20. Jahrhunderts; sie war die schlimmste Dürre seit 150 Jahren und galt als Anzeichen für ein zunehmend trockeneres Klima in der Region. Die Auswirkungen der Dürre wurden durch Entwicklungshilfeprojekte drastisch verschlimmert, weil „tiermedizinische Versorgung&#8221; und neu gegrabene Brunnen zu einem starken Wachstum der Viehherden führte. Die Folge waren zu große Viehbestände und Überweidung in den Grenzbereichen des aus ökologischer Sicht extrem empfindlichen Lebensraumes. Wo wenige Menschen mit wenigen Tieren eine Überlebenschance gehabt hätten, führte Maximierung zum sicheren Tod aller. Ins gleiche patriarchale Raster passt falsch angewandter „Tierschutz“, wo z.B. als Folge in den siebziger Jahren im Tsavo-Nationalpark die Elefantenpopulation explodierte.</p>
<h3>Die Natur spricht, man muss nur hinhören</h3>
<p>&#8230; sagen die Yanomami-Indianer, die im Regenwald des brasilianischen Amazonasgebiets leben. Die Männer sind Jäger und Fischer, die Frauen versorgen Hütte und Feld. Sie töten nie auf Vorrat oder im Übermaß. Wenn eine Yanomamifrau ein Kind bekommt, geschieht dies im Beisein einer anderen Frau außerhalb des Dorfes. Sollte die Mutter neben dem neu geborenen Baby noch ein Kind haben, das ihre Hilfe häufig benötigt da es noch jung ist, so wird das Neugeborene getötet. Ebenso werden Babys, denen man bereits nach der Geburt eine Behinderung ansieht, getötet. Sollte eine Yanomamifrau Zwillinge gebären, so tötet sie das schwächste Baby, meist das zuletzt geborene. Hat die Mutter einem Baby bereits Muttermilch gegeben, so wird es am Leben gelassen, auch wenn man später eine Behinderung feststellt. Für unser mit christlicher Seife gewaschenes Gehirn sind diese Maßnahmen schwer verdaulich. Aber angesichts der Lebensbedingungen im Urwald sind sie nötig. Denn zu schwache Indianer kann das Dorf nicht tragen.</p>
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		<series:name><![CDATA[Entstehung des Patriarchats]]></series:name>
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		<title>Familie &#8211; ein überholtes Modell oder Fehlkonstruktion von Anfang an?</title>
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		<pubDate>Mon, 27 Oct 2008 22:43:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hannelore Vonier</dc:creator>
				<category><![CDATA[Artikelserie]]></category>
		<category><![CDATA[Bemerkenswert]]></category>
		<category><![CDATA[Besitz Eigentum]]></category>
		<category><![CDATA[Familie]]></category>
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		<description><![CDATA[Ein Leben ohne Familie ist für uns kaum vorstellbar. Hier wird die Frage nach der Herkunft dieser Institution gestellt und ihre Brauchbarkeit in heutiger Zeit überprüft.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p><img class="aligncenter" title="Familie" src="http://rette-sich-wer-kann.com/wp-content/uploads/2007/10/familie.jpg" alt="Familie" /></p>
<p>Ein Leben ohne Familie ist für uns kaum vorstellbar. Wer hat keine Familie?  Verkrachte Existenzen, Schwarze Schafe, Obdachlose, Waisen. Ausnahmemenschen also. Familie ist  der Grundbaustein unseres Lebensstils. Das wirft die Frage auf: Ist Familie, wie  wir sie kennen, eine natürliche Form des Zusammenlebens oder <span id="more-158"></span>ein kulturabhängiges  Modell, das der Generalüberholung bedarf?</p>
<p>Was bedeutet das Wort Familie? Die Etymologie (sprachliche Herkunft) hilft uns weiter.</p>
<p>Das Wort ist eine Kollektivbildung und zu  lateinisch <em>famulus</em>, <em>famula</em> &#8220;Diener, Dienerin&#8221;. Es bezeichnet  die Gesamtheit des Gesindes unter einem Dach und unter einem Herrn. Heute noch  zu finden in der Bezeichnung <em>Famiglia Pontificia</em> am päpstlichen Hof.</p>
<p>Die lateinische Bezeichnung <em>familia</em> wird erst relativ spät ins  Deutsche übernommen. Bis ins 18. Jh. hinein wird der Begriff durch &#8220;Haus&#8221; oder  die Formel &#8220;Weib und Kind&#8221; (aus der Sicht des Vaters) abgedeckt. In Gebeten  sprach noch im 19 Jh. der Hausvater von &#8220;Ich und mein Haus&#8221;. Hervorgegangen aus  den ältesten Benennungen für Familie: gothisch <em>heiv</em>, althochdeutsch <em> hiwiski, hieske, hiuske, hûske</em>.</p>
<p>Daraus bildete sich <em>Heirat</em>, das anfangs Hausbesorgung, dann Ehestand  und schließlich Eheschluss bedeutete. Das Grundwort ist <em>Rat</em>, das auch  in Hausrat, Vorrat, Gerät vorkommt und die &#8220;Mittel, die zum Lebensunterhalt  notwendig sind&#8221; umfasst.</p>
<p>Sprachliche Wendungen für &#8220;Familie&#8221;, die zum Teil heute noch gebräuchlich sind: mein  ganzes Haus, meine Leute, die Meinigen, Frau und Kinder. &#8220;Meine Leute&#8221; umschließt  die engere Verwandtschaft, aber auch die Dienstboten bzw. Angestellten,  besonders im Handwerksbereich üblich; Beispielzitat: &#8220;wir fanden den vater ganz allein, denn  die familie (<em>seine leute, nicht blosz die dienstboten</em>) war auf dem  felde&#8221; (Goethe, zit. in <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3423590459?ie=UTF8&amp;tag=bloghv-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3423590459" target="_blank" rel="nofollow" class="liamazon"> Grimmsches Wörterbuch</a>)</p>
<p>Familie ist also der Besitz des <em>Vaters</em>. Eine Frau kann demnach keine  Familie <em>haben</em>, denn sie ist ja als Teil des Hausrats definiert.</p>
<p>Leider konnten Väter früher ihren Hausstand kaum zur Schau stellen, wenn sie  selbst außer Haus waren. Mit der Erfindung der Fotografie hat sich das geändert.</p>
<p>Der Schreibtisch des &#8220;Landesvaters&#8221; Edmund Stoiber in der Staatskanzlei in  München (am 23.4.2007, Foto: <a href="http://www.bayern-nachrichten.de/" target="_blank" class="liexternal">Alexander Hauk</a>):</p>
<p><img class="center frame" title="Schreibtisch mit Fotos der Familie" src="http://rette-sich-wer-kann.com/wp-content/uploads/2007/10/schreibtisch_stoiber.jpg" alt="Schreibtisch mit Fotos der Familie" width="454" /></p>
<p><strong>Die Regierung behauptet: <a href="http://bmfsfj.de/bmfsfj/generator/Politikbereiche/familie,did=98530.html" rel="nofollow" target="_blank" class="liexternal"> Familienfreundlichkeit zahlt sich aus</a>. Frage: Für wen?</strong></p>
<blockquote>
<p class="style1">&#8220;Eine aktuelle Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) belegt,  dass sich eine erfolgreiche Familienpolitik positiv auf die wirtschaftliche  Entwicklung eines Landes auswirkt.&#8221; (Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend)</p>
</blockquote>
<p>Dazu Ursula von der Leyen:</p>
<blockquote><p>&#8220;Die Berechnungen bestätigen nachdrücklich die Richtigkeit des  von uns eingeschlagenen Weges mit der Einführung des Elterngeldes und dem Ausbau  der Kinderbetreuung. Kinder sind unsere Zukunft, deshalb müssen wir  sicherstellen, dass sie von klein auf gefördert und hervorragend ausgebildet  werden. Das sind Investitionen, die sich für alle lohnen: für die Familien, die  Unternehmen und für die gesamte Gesellschaft.&#8221;</p></blockquote>
<p>Die Zitate sind auf der  <a href="http://bmfsfj.de/bmfsfj/generator/Politikbereiche/familie,did=98530.html?rel=noindex" class="liexternal">gleichen Seite</a> zu finden, wie die Presseinformationen <a href="http://bmfsfj.de/bmfsfj/generator/RedaktionBMFSFJ/Internetredaktion/Pdf-Anlagen/iw-studie,property=pdf,bereich=,sprache=de,rwb=true.pdf" class="lipdf"> </a><a href="http://bmfsfj.de/bmfsfj/generator/RedaktionBMFSFJ/Internetredaktion/Pdf-Anlagen/iw-studie,property=pdf,bereich=,sprache=de,rwb=true.pdf" title="Gutachten des Instituts der deutschen Wirtschaft: Wachstumseffekte der demographischen Entwicklung - ein Triadevergleich D-EU-USA (PDF)" target="_blank" class="lipdf">Gutachten  des Instituts der deutschen Wirtschaft: Wachstumseffekte der demographischen  Entwicklung &#8230;</a> und 	<a href="http://bmfsfj.de/bmfsfj/generator/RedaktionBMFSFJ/Internetredaktion/Pdf-Anlagen/iw-studie-1,property=pdf,bereich=,sprache=de,rwb=true.pdf" title="Wachstumstreiber Familienfreundlichkeit (PDF)" target="_blank" class="lipdf"> Wachstumstreiber Familienfreundlichkeit.</a> Man beachte die Wortwahl!</p>
<p>Christoph Spehr (<a href="http://www.amazon.de/gp/product/3853711081?ie=UTF8&amp;tag=bloghv-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3853711081" target="_blank" rel="nofollow" class="liamazon">Die Ökofalle</a>. Wien, 1996, S. 138):</p>
<blockquote><p>&#8220;Was in der kapitalistischen Gesellschaft Erziehung, Schule und Ausbildung  vermitteln, damit kann man nichts anfangen, außer man befindet sich später an  einem Ort, der einen passend ergänzt (einem Arbeitsplatz) und aus dem unnützen  Wissen einen Job macht, der Geld bringt. Die soziale und internationale  Arbeitsteilung im Kapitalismus hat ihre Spezifik darin, dass die manipulierte  Natur und die zugerichtete Arbeitskraft nutzlos sind, wenn sie nicht ausgebeutet  werden.&#8221; 	<a href="http://www.projektwerkstatt.de/lernen/haupt.html" title="Projektwerkstatt: Lernen in Freiheit" class="liexternal">Quelle</a></p></blockquote>
<p>Was heute geschieht, können diejenigen nicht verstehen, die nicht wissen, was  gestern geschah. Auch wenn gefragt wird, welche Formen Ehe und Familie in der  nahen Zukunft annehmen werden, könnte eine Antwort lauten: Vielleicht sind die  künftigen Formen bereits in manchen <a href="http://matriarchat.info/naturvoelker-clans-und-staemme/index.php" title="Wie Stammesgesellschaften und Clans das Leben organiseren" class="liexternal">anderen</a> Gesellschaften angelegt und können <a href="http://matriarchat.info/herrschaftsfreiheit/konsensprinzip.html" title="Wie die Kommune Niederkaufungen Probleme löst" class="liexternal">übernommen</a> werden.</p>
<p>Die Vorväterzeiten, aus denen wir stammen, stellen jedenfalls ein düsteres, leidvolles  und noch kaum aufgearbeitetes, vielmehr verdrängtes Erbe dar.</p>
<p>Dieser Beitrag offenbart nicht nur ein Stück patriarchaler  Geschichte, sondern er veranschaulicht auch, wie Frauen &#8211; hier am Beispiel der  Familienministerin &#8211; das System aktiv mittragen. Und das nicht, <em>obwohl</em> sie darin Karriere machen, sondern <em>weil</em> sie darin Karriere machen.  Häufig wird &#8220;den Männern&#8221; &#8211; vorwiegend von feministischer Seite &#8211; die Schuld an  den Verhältnissen zugeschrieben. Das ist nicht nur eine Verschleierung der  Fakten, sondern unterstellt Frauen die Unfähigkeit zur Eigenverantwortung.</p>
<blockquote><p>&#8220;Die Ehe, deren schmähliche Parodie fortlebt in einer Zeit, die dem  Menschenrecht der Ehe den Boden entzogen hat, dient heute meist dem Trick der  Selbsterhaltung: dass eineR der beiden Verschworenen jeweils die Verantwortung  für alles Üble, das er/sie begeht,  <a href="http://www.kopfschuettel.de/2007/10/22/fass-nichts-an/trackback/" title="beispielsweise darüber was 'Lustiges' bloggt" class="liexternal">nach außen</a> dem/der anderen zuschiebt, während sie in  Wahrheit trüb und sumpfig zusammenleben.<br />
Eine anständige Ehe wäre erst eine, in der beide ihr eigenes unabhängiges Leben  für sich haben, ohne die Fusion, die von der ökonomisch erzwungenen  Interessengemeinschaft herrührt, dafür aber aus Freiheit die wechselseitige  Verantwortung füreinander auf sich nähmen.&#8221; (Th.W. Adorno, <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3518012363?ie=UTF8&amp;tag=bloghv-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3518012363" target="_blank" rel="nofollow" class="liamazon"> Minima moralia. Reflexionen aus dem beschädigten Leben</a>, Ffm. 1978, S.29)</p></blockquote>
<img src="http://rette-sich-wer-kann.com/?ak_action=api_record_view&id=158&type=feed" alt="" />]]></content:encoded>
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