<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	xmlns:series="http://unfoldingneurons.com/"
	>

<channel>
	<title>Rette sich, wer kann!&#187; Gemeinschaft &#8211; Zusammenleben</title>
	<atom:link href="http://rette-sich-wer-kann.com/kategorie/zusammenleben/gemeinschaft/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://rette-sich-wer-kann.com</link>
	<description>Gesellschaft im Wandel: Vom Patriarchat zu Web 2.0</description>
	<lastBuildDate>Fri, 19 Feb 2010 15:50:11 +0000</lastBuildDate>
	<generator>http://wordpress.org/?v=2.9.2</generator>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
			<item>
		<title>Signal versus Rauschen &#8211; Wann bin ich Teil einer Web-Community?</title>
		<link>http://rette-sich-wer-kann.com/zusammenleben/gemeinschaft/signal-versus-rauschen-wann-bin-ich-teil-einer-web-community/</link>
		<comments>http://rette-sich-wer-kann.com/zusammenleben/gemeinschaft/signal-versus-rauschen-wann-bin-ich-teil-einer-web-community/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 06 May 2009 19:07:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hannelore Vonier</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gemeinschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Web 2.0]]></category>
		<category><![CDATA[Information]]></category>
		<category><![CDATA[Interaktion]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Matriarchat]]></category>
		<category><![CDATA[sozial]]></category>
		<category><![CDATA[soziale Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Twitter]]></category>
		<category><![CDATA[Wert]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://rette-sich-wer-kann.com/?p=3082</guid>
		<description><![CDATA[Wahrscheinlich versteht die Mehrheit, die social-media-Dienste verwendet, darunter Kommunikations-Werkzeuge, die die Interaktion mit anderen erleichtern. Leider gibt es einen kleinen Teil von Benutzer/innen, die diese Services als ein digitales Megaphon für ihre eigene  Selbstdarstellung verwenden. Gefunden: Parallelen zwischen Twitter und Stammesgesellschaften.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p>Wahrscheinlich versteht die Mehrheit, die <span style="font-style: italic;">social-media</span>-Dienste verwendet, darunter Kommunikations-Werkzeuge, die die Interaktion mit anderen erleichtern. Leider gibt es einen kleinen Teil von Benutzer/innen, die diese Services als ein digitales Megaphon für ihre eigene  Selbstdarstellung verwenden.</p>
<p>Wir sind an Wettbewerb überall in unserem Leben gewöhnt. In der Familie konkurrieren wir mit Geschwistern, in der Schule um gute Noten, im Job um Geld; da nennen wir es  &#8220;Ellenbogengesellschaft&#8221;. Wir können dem als Individuum kaum entkommen, denn sonst haben wir nichts zu essen, keine Wohnung, kein Auto und kein Internet.</p>
<p>Wettbewerb ist eine patriarchale Erscheinung, ausgelöst durch extreme Hungersnöte vor 7000 Jahren und den ersten Kämpfen gegen Nahrungskonkurrenten (damals Raubtiere, vor allem Wölfe).</p>
<p>Das Web 2.0 ist anders. Und soll anders sein. Menschen, die von Gewalt, Herrschaft und Konkurrenz genug haben, programmieren Software, die immer mehr verfeinert wird, um dem Sozialwesen Mensch gerecht zu werden. Jedes Neugeborene verhält sich von Natur aus sozial. Und wenn es nicht daran gehindert wird, tut es das sein Leben lang. (Unsere Kinder werden daran gehindert &#8211; noch.)</p>
<p>Und noch gibt es keine Generation, die soziale Fähigkeiten von Klein auf entwickeln konnte. Deshalb müssen wir sie erlernen, wenn wir irgendwie in <em>sozialem </em>Kontakt mit anderen sein wollen &#8211; ganz unabhängig von unserem Alter. Vielen gefällt das nicht, denn es stellt eine echte Herausforderung dar. Aber mangelnde Online-Medienkompetenz wird sich bald ebenso nachteilig auswirken wie Analphabetismus &#8211; wenn nicht sogar noch deutlicher.</p>
<h3>Signal-Rausch-Verhältnis = Information versus Anekdote</h3>
<p><em>(Begriffserklärung Signal-Rausch-Verhältnis am Ende des Beitrags eingefügt)</em></p>
<p>Eine tolle Sache bei Twitter, Facebook, Blogs etc. ist, dass du alles sagen kannst, was du willst; keine Selbstverständlichkeit in der Familie, in der Schule oder im Job!</p>
<p>Manche geben Informationen weiter, andere entscheiden sich dafür Anekdoten zu erzählen, und wieder andere reden über ihre Katze.</p>
<p>Verschiedene Beobachtungen (z.B. von <a href="http://www.twitalyzer.com" class="liexternal">Twitalyzer</a>) haben dabei Folgendes ergeben:</p>
<blockquote><p><span style="font-weight: bold;">Die Tendenz ist, dass Leute sich von </span><span style="font-style: italic; font-weight: bold;">Fremden </span><span style="font-weight: bold;">angezogen fühlen, die Informationen weiter geben.</span></p></blockquote>
<p>Das Signal-Rausch-Verhältnis (<span style="font-style: italic;">signal-to-noise ratio</span>) ist ein Messwert für die Neigung der User anderen <em>Informationen zu bieten</em>, im Gegensatz zu <em>Anekdoten</em>.</p>
<h3>Die Definition für &#8220;Signal&#8221; am Beispiel von Twitter und Blogs</h3>
<p>Als Signal wird jedes Twitter-Update gewertet, das mindestens eins der folgenden Elemente enthält:</p>
<ul>
<li><em><strong>Bezugnahme </strong></em>auf andere Personen (bei Twitter die Verwendung von &#8220;@&#8221; gefolgt von Text)</li>
<li><strong><em>Links </em></strong>zu URLs, die man besuchen kann (bei Twitter die Verwendung von &#8220;http://&#8221; gefolgt von Text)</li>
<li><strong><em>Hashtags </em></strong> zum erkunden und beteiligen (bei Twitter die Verwendung von &#8220;#&#8221; gefolgt von Text)</li>
<li><strong><em>Retweets </em></strong>anderer Leute, um Infos weiterzuleiten (bei Twitter als &#8220;rt&#8221;, &#8220;r/t/&#8221;, &#8220;retweet&#8221; oder &#8220;via&#8221; gekennzeichnet)</li>
</ul>
<p>Für Blogs oder Kommentare sind Signal-Elemente:</p>
<ul>
<li><em><strong>Zitate </strong></em>anderer Personen; Blogs und Kommentarformulare haben eingeschränkte Formatierungsmöglichkeiten, aber &#8220;Zitat&#8221; ist typisch und wichtig, es wird in html als &lt;blockquote&gt;-tag eingeschlossen.</li>
<li><em><strong>Links </strong></em>zu URLs</li>
<li><strong><em>Tags </em></strong> um weitere Blog-Artikel zu diesen Stichworten zu erkunden (auf diesem Blog immer oben vor dem Text; klick mal versuchsweise auf ein Tag)</li>
<li><strong><em>Trackbacks</em></strong><strong><em> </em></strong>(und Tweetbacks) um Info blogübergreifend anzubieten (befinden sich bei den Kommentaren; als separate Liste oder chronologisch zwischen den Kommentaren).</li>
</ul>
<p>Wenn du die Summe dieser 4 Elemente durch die Anzahl der veröffentlichten Updates teilst, dann bekommst du das Signal-Rausch-Verhältnis des Twitterers, Bloggers oder des Kommentierenden. Du hast zum Beispiel vier Tweets oder Blogbeiträge publiziert und zwei davon enthalten Links, dann ist dein Signal-Rausch-Verhältnis 50%.</p>
<p>Bei Twitter mit der Einschränkung auf nur 140 Zeichen ist die Gefahr, dass du andere &#8220;berauschst&#8221; geringer als bei Kommentaren.</p>
<h3>Soziale Einflussrate</h3>
<p><span style="font-style: italic;">Sozialsein </span>bedeutet, dass das, was du der Gemeinschaft zu bieten hast, <span style="font-weight: bold; font-style: italic;">gefragt </span>ist. Dabei kommt es überhaupt nicht auf die Menge an. Je stärker du gefragt bist (weil du für andere wertvolle Infos veröffentlichst oder weiter gibst), desto größer ist dein Einfluss (<span style="font-style: italic;">influence</span>) im Sinn von  <span style="font-weight: bold;">Reichweite </span>(<span style="font-style: italic;">reach</span>).</p>
<p>Viele glauben, dass Erfolg in &#8220;Popularität&#8221; gemessen werden kann. Also, wenn du viele Followers bei Twitter hast oder viele Abonnenten, Leser/innen, Kommentierende bei deinem Blog oder deinem Facebook-Profil. Dem stimme ich nicht zu. Mit bestimmten Tricks ist es leicht, hohe Zahlen und schöne Statistiken vorzuweisen, aber über die Persönlichkeit der Menschen sagt das nichts aus.</p>
<h4>Natürliche Authorität</h4>
<p>Natürlich ist eine gewisse Anzahl von Followern und Leser/innen notwendig. Aber mehr Gewicht hat deine natürliche <span style="font-weight: bold;">Authorität </span>(die aus dir kommt, und dir nicht &#8211; wie bei Politikern &#8211; <span style="font-style: italic;">gegeben </span>wird) und die kann über die Anzahl deiner <span style="font-style: italic;">retweets </span>gemessen werden. Also anhand der Häufigkeit, mit der andere deine Infos weiter leiten.</p>
<p>Der Ältestenrat bei matriarchalen Stammesgesellschaften besteht deshalb aus Autoritätspersonen, weil sie Einfluss im beschriebenen Sinn gewonnen haben. Sie wurden/werden häufig &#8220;retweetet&#8221;. Heißt: Ihre Vor- und Ratschläge tauchen häufig in Gesprächen auf. Das zeigt das Ausmaß ihrer Nützlichkeit für den Clan.</p>
<h4>Großzügigkeit</h4>
<p>Ein weiteres Merkmal der Ältesten und anderer Stammesmitglieder ist <span style="font-weight: bold;">Großzügigkeit </span>(<span style="font-style: italic;">generosity</span>). Bei Twitter wird <span style="font-style: italic;">generosity</span> anhand der Anzahl gemessen, mit der du <span style="font-style: italic;">andere </span>retweetest. Wenn du nämlich der Gemeinschaft zeigst, dass du den Wert anderer schätzt. (Ganz im Gegenteil zum Patriarchat, wo der/das &#8220;andere&#8221; als der Feind/Konkurrent gilt. )</p>
<h4>Schlagkraft</h4>
<p>Dann gibt es noch eine Art des Einflusses, nicht im Sinn von Reichweite, sondern im Sinn von &#8220;<span style="font-weight: bold;">Durchschlagskraft</span>&#8220;. Dazu ein Beispiel:</p>
<p>Im modernen Syrien gibt es nach wie vor spirituelle Heiler/innen. Wer unter einer Krankheit leidet, fragt herum, bis sie jemand findet, der ihr eine Adresse nennen kann. Der jeweilige Heiler wird meist von Angehörigen des Familien- und Bekanntenkreises empfohlen. Da die meisten Patient/innen die Vorurteile teilen, die auch die Heiler/innen selbst gegenüber ihrer Zunft hegen, stellt die Mundpropaganda ein akzeptables Medium der Vermittlung dar. Eine bereits erprobte Heilerin ist weitaus attraktiver als eine unbekannte, selbst, wenn diese einen guten Ruf hat.</p>
<p>Einfluss in Form von <span style="font-style: italic;">Schlagkraft</span> wird im Twitter-Jargon &#8220;clout&#8221; genannt und ist ebenfalls messbar: Die Anzahl der Referenzierungen, also die Bezugnahme auf andere, wird geteilt durch die Zahl der möglichen Referenzierungen (entsprechend der Twitter Search API). Es ist nicht so wichtig zu wissen, wie das technisch durchgeführt wird.</p>
<p>Der Punkt ist: Je mehr Leute auf deine Infos/auf dich Bezug nehmen (deinen Namen nennen per @username), desto höher ist dein <span style="font-style: italic;">clout</span>, deine Schlagkraft.</p>
<p>Den allgemein verständlichen Ausdruck dafür kennen wir schon lange: Mundpropaganda.</p>
<h4>Publikationsrate</h4>
<p>Und ein letztes Kriterium, dass sich auf deine Einflussrate auswirkt ist deine <span style="font-weight: bold;">Publikationsrate</span> (<span style="font-style: italic;">velocity</span>). Twitterst oder bloggst du viel oder wenig?</p>
<p>Das heißt jetzt nicht, dass du möglichst viel twittern, bloggen oder kommentieren sollst, speziell  wenn du nicht viel zu sagen hast und du dann über deine Katzen, Teppichfusseln oder die Gefühle deiner Mutter schreibst.</p>
<p>Aber klar ist, dass die einflussreichsten Leute eine Menge schreiben, das zu einem höheren Bekanntheitsgrad ihrer Person führt, so wie zu einer höheren Wahrscheinlichkeit referenziert und retweetet zu werden. Wer sich nicht muckst, dem/der kann man auch kein Gehör schenken.</p>
<p>Umgekehrt: bloggen, kommentieren oder twittern über Nichts erhöht zwar deine Publikationsrate (<span style="font-style: italic;">velocity</span>), reduziert aber dein Signal-Rausch-Verhältnis. Und außerdem: wenn du anfängst über Null zu schwafeln, dann verlierst du Leser/innen, Followers und &#8230; Zuhörer.</p>
<p>Womit wir beim &#8220;richtigen&#8221; Leben angekommen wären. Vergiss Twitter, dein Blog und die sozialen Medien für einen Moment und überprüfe dein Verhalten im Familien-, Freundes-, Bekannten- und Kollegenkreis. Wie sieht da dein Signal-Rausch-Verhältnis aus? Berauschst du die anderen mit Nonsens oder setzt du klare Signale?</p>
<p style="text-align: center;">*</p>
<p><strong>UPDATE</strong>: Das <strong>Signal-Rausch-Verhältnis</strong> (auch <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/St%C3%B6rabstand" id="aptureLink_EHj3Q4Qqhy" rel="nofollow" class="liwikipedia">Störabstand</a> genannt) dient zur Beurteilung der <em>Qualität eines Kommunikationspfades</em>. Ein bekanntes Beispiel ist das Radio. Die technische <em>Qualität </em>eines vom Sender stammenden Nutzsignals, das von einem Rauschsignal überlagert wird, ist der springende Punkt: Entweder du verstehst etwas oder  hörst nur Rauschen. Wenn du es nicht schaffst, den Sender klar reinzukriegen, suchst du dir einen anderen Sender mit einem klaren Signal, bevor du das Rauschen über dich ergehen lässt.</p>
<p>Diese Analogie wird im englischsprachigen Internet-Jargon für Texte verwendet, die eng am Thema bleiben und zügig auf den Punkt kommen im Gegensatz zu unnötigen Floskeln oder Geschwafel.</p>
<p>Englische Blogger kommen typischerweise sofort zum Thema. Das gilt nicht nur für Blogs, sondern überhaupt fürs Schreiben und Texten in Literatur oder Werbung. Das liegt daran, dass Highschools und Colleges &#8220;Schreiben&#8221; und &#8220;Kreatives Schreiben&#8221; standardmäßig unterrichten. Eins der Merkmale, die bei einem Kulturvergleich als erstes ins Auge springen.</p>
<p>Rauschen ist z.B. im Kommentar von Eve &#8220;nun komme ich deiner aufforderung nach:)&#8221; &#8211; denn damit kann hier niemand etwas anfangen. Es bezieht sich auf eine Twitter-Konversation zwischen Eve und mir in der Vergangenheit; es ist eine Anekdote.</p>
<p>In Matthias Kommentar ist das Rauschen: &#8220;Ich befürchte, dass viele Netuser ihr richtiges Leben mit Blogs etc. kompensieren. Vielleicht ist das ja gar nicht so übel und verhindert die eine oder andere Depression. Ob es das erklärte Ziel ist bleibt meine Ungewissheit.&#8221; Es handelt sich nicht um Information, auch nicht um eine Anekdote. Ja, was ist es eigentlich? Einfach nur Rauschen.</p>
<p>NOTE: Das Problem im deutschen Sprachraum ist: Wenn ich solche Beispiele anführe, um für alle zu verdeutlichen, was ich meine, fühlen sich die Betroffenen häufig &#8220;vorgeführt&#8221;. Und niemand traut sich mehr zu kommentieren, denn in Deutschland will man sofort alles &#8220;richtig&#8221; und möglichst noch perfekt machen, anstatt zu üben und von anderen zu lernen.</p>
<img src="http://rette-sich-wer-kann.com/?ak_action=api_record_view&id=3082&type=feed" alt="" />]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://rette-sich-wer-kann.com/zusammenleben/gemeinschaft/signal-versus-rauschen-wann-bin-ich-teil-einer-web-community/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>11</slash:comments>
	
		<series:name><![CDATA[Web-Community]]></series:name>
	</item>
		<item>
		<title>Aktiv versus passiv &#8211; Wann bin ich Teil einer Web-Community?</title>
		<link>http://rette-sich-wer-kann.com/zusammenleben/gemeinschaft/aktiv-versus-passiv-wann-bin-ich-teil-einer-web-community/</link>
		<comments>http://rette-sich-wer-kann.com/zusammenleben/gemeinschaft/aktiv-versus-passiv-wann-bin-ich-teil-einer-web-community/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 29 Apr 2009 18:06:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hannelore Vonier</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gemeinschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Web 2.0]]></category>
		<category><![CDATA[Beziehung]]></category>
		<category><![CDATA[Feedback]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Netzwerk]]></category>
		<category><![CDATA[Twitter]]></category>
		<category><![CDATA[Zeit]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://rette-sich-wer-kann.com/?p=3057</guid>
		<description><![CDATA[In unserem "richtigen Leben" sind wir nicht an Gemeinschaft gewöhnt. D.h. wir halten uns nicht für Beziehungen offen, für Begegnungen, wenn "die Zeit reif" ist. Wir gehen linear durchs Leben, hinterlassen möglichst keine losen Enden, und handeln nicht netzwerkartig. Mit dem Internet, speziell dem Web 2.0 hat sich das geändert.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p>Thorsten Zoerner hat sich in seinem Beitrag <a href="http://www.cyber-junk.de/nachgedacht/communities-sind-tod-es-leben-communities-meine-bindungsangste/" class="liexternal">Communities sind tot &#8211; Es leben Communities / Meine Bindungsängste</a> Gedanken gemacht, die uns alle betreffen.</p>
<p>Er schreibt über die Zugehörigkeit zu Communities (Facebook, Xing, LinkedIn usw.) und die vielen Karteileichen in den Gruppen, die seinerzeit gebildet, aber nicht weiter geführt wurden.</p>
<p>Das findest du überall, auch bei Foren, Blogs oder Websites. Jemand hat eine Idee, beginnt einen Prozess und der schläft dann ein.</p>
<p>Thorsten vergleicht das in seinem Beitrag mit Vereinen. In Vereinen gibt es Karteileichen:</p>
<blockquote><p>Alle oben aufgeführten Systeme haben aber genau darin eine Schwäche und sorgen damit in ihren Gruppen/Communities für  Karteileichen, die zwar für schöne Zahlen sorgen, mit denen man Budget bekommt &#8211; nicht aber auf Nutzen schließen lassen.</p></blockquote>
<p>Und hier ist mein Einwand dazu:</p>
<blockquote><p>Warum ist das eine Schwäche? Warum muss alles immer und sofort einen Nutzen haben? Manchmal entsteht eine Beziehung mit einer &#8220;Karteileiche&#8221;, weil die mal irgendwann in der Vergangenheit einen Kommentar geschrieben hat, auf dessen Thema ich mich &#8211; weil die Zeit für mich reif ist &#8211; nun beziehe.</p></blockquote>
<blockquote><p>&#8216;Karteileiche&#8217; ist ein Ausdruck aus einer Zeit und Realität, als man mit Papierbergen zu kämpfen hatte. Im Internet ist Platz <img src='http://rette-sich-wer-kann.com/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' /> </p></blockquote>
<p>Darauf Thorsten:</p>
<blockquote><p>Im Internet ist wirklich genug Platz für Karteileichen. Und das Internet vergisst auch nicht. Jedoch sieht man gerade dann, wenn man versucht eine Gruppe zu einer Aktion zu animieren, dass man immer weniger Feedback bekommt. Damit wird es schwer abzuschätzen ob noch Interesse besteht.</p></blockquote>
<p>Ich meine, dass das vielleicht nicht an der Gruppe oder den Leuten liegt, sondern am Ansatz, <span style="font-style: italic;">andere animieren </span>zu wollen. Wenn du etwas Tolles zu <span style="font-weight: bold; font-style: italic;">bieten </span>hast, machen die Leute mit. Beispiel: Twitter. Und tausende andere Start-ups, die von communities angenommen werden.</p>
<p>Ich hatte gerade heute zwei Begegnungen, die das verdeutlichen. Eine wollte ihren Facebook-Account löschen, weil sie wenig damit macht. Das entspricht Thorstens Ausage &#8220;Damit wird es schwer abzuschätzen ob noch Interesse besteht.&#8221;</p>
<p>In unserem &#8220;richtigen Leben&#8221; sind wir nicht an Gemeinschaft gewöhnt. D.h. wir halten uns nicht für Beziehungen <span style="font-weight: bold; font-style: italic;">offen</span>, für Begegnungen, wenn &#8220;die Zeit reif&#8221; ist. Wir gehen <span style="font-style: italic;">linear </span>durchs Leben, hinterlassen möglichst keine losen Enden, und handeln nicht netzwerkartig.</p>
<p>Mit dem Internet, speziell dem Web 2.0 hat sich das geändert. Ich habe -zig solcher losen Enden im Web, sprich passive Accounts.</p>
<p>Die zweite Begegnung heute hat mir das klar gemacht. Sie emailte nach langer Kommunikationspause: &#8220;Ich habe ein wenig bei Dir gesurft und bewundere Deine Präsenz im Web 2.0! Wenn ich nur soviel Zeit zum Schreiben hätte!&#8221;</p>
<p>Das ist nicht allein Zeit, sondern eine Sache der Priorität. Ich kommentiere lieber bei Thorsten, weil das Thema (ausgelöst durch ein <a href="http://twitter.com/hvonier/statuses/1649657852" class="liexternal"><span style="font-style: italic;">tweet</span></a>) zwischen ihm und mir <span style="font-style: italic; font-weight: bold;">jetzt </span>aktuell und lebendig ist, als dass ich mir auf einer Grillparty die Stories von der letzten Reise oder über den Chef anhöre. Damit habe <span style="font-style: italic;">ich </span>ja nichts zu tun.</p>
<p>Das Web 2.0 ist ein Ort der Fülle, eigentlich Überfülle. Das sind wir nicht gewöhnt, weil wir in einer <span style="font-style: italic;">Mangelgesellschaft</span> leben.</p>
<p>Diese Fülle zwingt zum Loslassen und Seinlassen. Hier und jetzt spielt die Musik. Hier und jetzt mache ich mit. Hier und jetzt gefällt mir Twitter etc.</p>
<p>Was morgen ist? Keine Ahnung. Wo ich mich gestern angemeldet habe? Noch weniger Ahnung.</p>
<p>Ich habe gelernt &#8220;If the news is important, it will find me&#8221; &#8211; das Gleiche gilt für Dienste, Tools und natürlich Menschen. Wenn ich keine &#8220;losen Enden&#8221; hinterlasse und so viele Spuren wie möglich, dann mache ich es Leuten enorm schwer mich zu finden, besonders, wenn sie mich noch nicht kennen.</p>
<p>Es ist um so vieles einfacher, dem Energie-Fluss im Internet zu folgen, als außerhalb in der schwerfälligen Materie. Internet-Dating hat nicht umsonst so großen Erfolg.</p>
<p>Ein Internet-Bekannter hat kürzlich sein ganzes Blog vom Netz genommen, das er jahrelang führte und energetisch aufgeladen hatte. Aber er sucht immer noch eine Frau&#8230;</p>
<p style="text-align: center;">*</p>
<p>Und wegen &#8220;keiner Zeit&#8221; zum socializen, bloggen usw.: Ich habe diesen Text als Kommentar auf Thorstens Blog gleich so geschrieben, dass ich ihn hier veröffentlichen kann <img src='http://rette-sich-wer-kann.com/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' />  D.h. ich habe was zum Publizieren, Thorsten bekommt einen Link und ihr habt was zum Lesen (und Nachdenken) = win-win = re-purpose = Web 2.0</p>
<p style="text-align: center;">*</p>
<p>Was erwartest du von Gruppen, in denen du dich anmeldest? Thorsten meint, sie sollten uns ein &#8220;Wir&#8221;-Gefühl vermitteln, und dass das die Communities nicht machten, die nur aus Passivität bestehen. Was meinst du?</p>
<p><span style="text-decoration: line-through;">Wenn ich hier eine Registriermöglichkeit anbieten würde, um Kommentieren oder sogar bestimmte Beiträge lesen zu können, würdest du da mitmachen als Teil dieser Blog-Community?</span> <span style="color: #888888;"><em>Diese Frage war als Zusatz zu der vorigen und nur hypothetisch gemeint. Nicht wichtig.</em></span></p>
<img src="http://rette-sich-wer-kann.com/?ak_action=api_record_view&id=3057&type=feed" alt="" />]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://rette-sich-wer-kann.com/zusammenleben/gemeinschaft/aktiv-versus-passiv-wann-bin-ich-teil-einer-web-community/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>9</slash:comments>
	
		<series:name><![CDATA[Web-Community]]></series:name>
	</item>
		<item>
		<title>Social Pioneers &#8211; Konventionen brechen und sinnstiftend arbeiten</title>
		<link>http://rette-sich-wer-kann.com/zusammenleben/gemeinschaft/social-pioneers-konventionen-brechen-und-sinnstiftend-arbeiten/</link>
		<comments>http://rette-sich-wer-kann.com/zusammenleben/gemeinschaft/social-pioneers-konventionen-brechen-und-sinnstiftend-arbeiten/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 26 Apr 2009 17:21:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hannelore Vonier</dc:creator>
				<category><![CDATA[Das Patriarchat unterlaufen]]></category>
		<category><![CDATA[Gemeinschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Ökonomie]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Eigeninitiative]]></category>
		<category><![CDATA[Erfolg]]></category>
		<category><![CDATA[Gründer]]></category>
		<category><![CDATA[Kreuzberg]]></category>
		<category><![CDATA[Netzwerk]]></category>
		<category><![CDATA[offen]]></category>
		<category><![CDATA[OpenSpace]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstverantwortung]]></category>
		<category><![CDATA[Unternehmer]]></category>
		<category><![CDATA[Wandel]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://rette-sich-wer-kann.com/?p=3035</guid>
		<description><![CDATA[Die Idee: Erfolg, Sinn, Entfaltung - self ist ein in Deutschland einzigartiges Netzwerk von und für Unternehmer, die wirtschaftlichen Erfolg mit sinnstiftender Arbeit und der Entfaltung ihrer ganz individuellen Potentiale verbinden wollen: Social Pioneers.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p style="text-align: center;"><img class="aligncenter frame size-full wp-image-3038" title="SelfHUB Berlin, Open Space" src="http://rette-sich-wer-kann.com/wp-content/uploads/2009/04/openspace.jpg" alt="SelfHUB Berlin, Open Space" width="473" height="315" /><br />
Der selfHUB ist Teil eines internationalen Netzwerkes von Zentren für gesellschaftliche Innovation in London, Brüssel, Rotterdam, Johannesburg, Mumbai und Sao Paulo. Der <strong>selfHUB</strong> in Berlin-Kreuzberg ist der erste HUB in Deutschland.</p>
<h3>Die Idee: Erfolg, Sinn, Entfaltung</h3>
<p><strong>self </strong>ist ein in Deutschland einzigartiges Netzwerk von und für <strong>Unternehmer/innen</strong>, die wirtschaftlichen <em>Erfolg </em>mit <em>sinnstiftender</em> Arbeit und der <em>Entfaltung </em>ihrer ganz individuellen Potentiale verbinden wollen; bezeichnet als  <strong>Social Pioneers</strong>.</p>
<p>Sie fördern soziale Innovation, ganzheitliches Unternehmertum, Eigeninitiative und Selbstverantwortung. Sie brechen mit Konventionen und gestalten das soziale Gefüge unserer Welt neu.</p>
<p><strong>self </strong>schafft einen Rahmen für informelle, gegenseitige <strong>Unterstützung</strong>, aber auch für formelle Beratung,  Weiterbildung und Coaching.</p>
<h3>Internationale Stimmen</h3>
<blockquote><p>&#8220;Wir haben all diese Menschen gesehen, die versuchen  gute Ideen von zu Hause aus zu realisieren: einsam, von  anderen isoliert, nicht wirklich dem Potential ihrer Ideen  gerecht werdend. Und es dämmerte uns langsam.  Was, wenn diese Leute einen gemeinsamen physischen  Raum hätten, wo sie etwas zusammen unternehmen  könnten. Vielleicht könnten wir auf diese Art ein paar  richtig leistungsfähige Kollaborationen zwischen  Menschen mit ganz verschiedenen Hintergründen und  Expertise kultivieren.&#8221; <em><br />
Jonathan Robinson, Gründer The Hub London</em></p></blockquote>
<blockquote><p>“Wir haben auf der ganzen Welt nach einem physischen  Ort gesucht, der unsere Ideen zum Ausdruck bringt und  weiter kultiviert. Im Hub haben wir ihn gefunden.”<br />
<em>Dr. Otto Scharmer &amp; Dr. Peter Senge / Massachusetts Institute of Technology</em></p></blockquote>
<blockquote><p>&#8220;Hier drinnen wurden Dinge einfach möglich. Und sie tun  es nach wie vor.  Wenn man eine so freie, inspirierende Umgebung hat  wie diese und einen so offenen Raum, dann sprudeln  die guten Gedanken einfach aus einem heraus.&#8221;<br />
<em>Briony  Greenhill</em></p></blockquote>
<p>Ausführliche Informationen: <a href="http://selfhub.de/pageID_2681939.html" class="liexternal">- self HUB</a></p>
<p style="text-align: center;">*</p>
<p>Eine Gesellschaft, die ausschließlich aus &#8220;Ich-AGs&#8221; besteht &#8211; jede Person ihr eigener Chef &#8211; hältst du das für möglich? Könnte das funktionieren?</p>
<img src="http://rette-sich-wer-kann.com/?ak_action=api_record_view&id=3035&type=feed" alt="" />]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://rette-sich-wer-kann.com/zusammenleben/gemeinschaft/social-pioneers-konventionen-brechen-und-sinnstiftend-arbeiten/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>4</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Eco-Dome &#8211; alternatives Bauen und Wohnen</title>
		<link>http://rette-sich-wer-kann.com/zusammenleben/gemeinschaft/eco-dome-alternatives-bauen-und-wohnen/</link>
		<comments>http://rette-sich-wer-kann.com/zusammenleben/gemeinschaft/eco-dome-alternatives-bauen-und-wohnen/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 08 Apr 2009 00:58:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hannelore Vonier</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gemeinschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Lebendig und Gesund]]></category>
		<category><![CDATA[Alternative]]></category>
		<category><![CDATA[Architektur]]></category>
		<category><![CDATA[Bauen]]></category>
		<category><![CDATA[Film]]></category>
		<category><![CDATA[Gleichgewicht]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Natur]]></category>
		<category><![CDATA[Video]]></category>
		<category><![CDATA[Wohnen]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://rette-sich-wer-kann.com/?p=2867</guid>
		<description><![CDATA[Cal-Earth ist eine gemeinnützige Stiftung zum Zweck der Forschung und dem Verbreiten von Wissen im Bereich umweltfreundlicher Kunst und Architektur. Zitat: "Every man and woman is a doctor and a builder, to heal and shelter themselves."]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p><object width="425" height="350" data="http://www.youtube.com/v/WMNzoWkXTtc&amp;feature=related" type="application/x-shockwave-flash"><param name="wmode" value="transparent" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/WMNzoWkXTtc&amp;feature=related" /></object></p>
<p><a href="http://www.youtube.com/watch?gl=DE&amp;hl=de&amp;v=WMNzoWkXTtc&amp;feature=related" class="liexternal">You-Tube Eco-Dome &#8211; Trailer &#8211; Full film available at calearth.org (<span class="SubHeader">THE CALIFORNIA INSTITUTE OF EARTH ART AND ARCHITECTURE)</span></a></p>
<p>Cal-Earth ist eine gemeinnützige Stiftung zum Zweck der Forschung und dem Verbreiten von <a href="http://rette-sich-wer-kann.com/wp-content/uploads/2009/04/earth-dome-alternativ-bauen.jpg" ><img class="size-thumbnail wp-image-2872 alignright" title="earth-dome-alternativ-bauen" src="http://rette-sich-wer-kann.com/wp-content/uploads/2009/04/earth-dome-alternativ-bauen-150x150.jpg" alt="earth-dome-alternativ-bauen" width="150" height="150" /></a>Wissen im Bereich umweltfreundlicher Kunst und Architektur.</p>
<p>Die Philosophie der Stiftung stützt sich auf den Gedanken des Gleichgewichts der natürlichen Elemente &#8211; Erde, Wasser, Luft und Feuer -, und ihrer Einheit im Dienst von Kunst und  Menschlichkeit.</p>
<p>Ein Zitat von der <a href="http://www.calearth.org/" class="liexternal">Website</a>:</p>
<blockquote><p>Every man and woman is a doctor and a builder, to heal and shelter themselves.</p></blockquote>
<p><em><strong>Literatur</strong></em>:</p>
<p><a href="http://www.amazon.de/Earthbag-Building-Tricks-Techniques-Natural/dp/0865715076%3FSubscriptionId%3D02E5W5871AJF7PMMMS82%26tag%3Dbloghv-21%26linkCode%3Dxm2%26camp%3D2025%26creative%3D165953%26creativeASIN%3D0865715076" rel="nofollow"><img class="alignleft" src="http://ecx.images-amazon.com/images/I/51BVZ06V38L._SL75_.jpg" alt="" /></a><a href="http://www.amazon.de/Earthbag-Building-Tricks-Techniques-Natural/dp/0865715076%3FSubscriptionId%3D02E5W5871AJF7PMMMS82%26tag%3Dbloghv-21%26linkCode%3Dxm2%26camp%3D2025%26creative%3D165953%26creativeASIN%3D0865715076" name="evtst|a|0865715076" rel="nofollow" class="liamazon">Earthbag Building: The Tools, Tricks and Techniques: The Tool, Tricks and Techniques (Natural Building)</a><a href="http://www.amazon.de/Building-Earth-Flexible-Forn-Construction-Flexible-form/dp/1890132810%3FSubscriptionId%3D02E5W5871AJF7PMMMS82%26tag%3Dbloghv-21%26linkCode%3Dxm2%26camp%3D2025%26creative%3D165953%26creativeASIN%3D1890132810" rel="nofollow"><img class="alignright" src="http://ecx.images-amazon.com/images/I/513P5NP16KL._SL75_.jpg" alt="" /></a></p>
<p><a href="http://www.amazon.de/Building-Earth-Flexible-Forn-Construction-Flexible-form/dp/1890132810%3FSubscriptionId%3D02E5W5871AJF7PMMMS82%26tag%3Dbloghv-21%26linkCode%3Dxm2%26camp%3D2025%26creative%3D165953%26creativeASIN%3D1890132810" name="evtst|a|1890132810" rel="nofollow" class="liamazon">Building with Earth: A Guide to Flexible-Forn Earthbag Construction: A Guide to Flexible-form Earthbag Construction (The Real Goods Solar Living Book)</a></p>
<img src="http://rette-sich-wer-kann.com/?ak_action=api_record_view&id=2867&type=feed" alt="" />]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://rette-sich-wer-kann.com/zusammenleben/gemeinschaft/eco-dome-alternatives-bauen-und-wohnen/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Anders leben: Ökodorf Sieben Linden</title>
		<link>http://rette-sich-wer-kann.com/zusammenleben/gemeinschaft/anders-leben-oekodorf-sieben-linden/</link>
		<comments>http://rette-sich-wer-kann.com/zusammenleben/gemeinschaft/anders-leben-oekodorf-sieben-linden/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 14 Feb 2009 00:36:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hannelore Vonier</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gemeinschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Alternative]]></category>
		<category><![CDATA[Bedürfnis]]></category>
		<category><![CDATA[Generationen]]></category>
		<category><![CDATA[Ökodorf]]></category>
		<category><![CDATA[Verantwortung]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://rette-sich-wer-kann.com/?p=2374</guid>
		<description><![CDATA[Vor einiger Zeit habe ich an alternative Gemeinschaften eine Reihe von Fragen geschickt, deren Antworten ich hier nun vorstelle. Den Anfang macht das Ökodorf Sieben Linden.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p>Vor einiger Zeit habe ich an alternative Gemeinschaften eine Reihe von Fragen geschickt, deren Antworten ich hier nun vorstelle. Den Anfang macht das <strong>Ökodorf Sieben Linden<span id="more-2374"></span></strong>, D-38486 Poppau.</p>
<blockquote><p>1.    Stellt euch bitte den Blog-LeserInnen vor; wer ihr seid, wo<br />
ihr lebt, wie viele, seit wann es euch gibt.</p></blockquote>
<p>Das Ökodorf Sieben Linden ist eine Initiative, die dabei ist ein sozial-ökologisches Dorf für 200 &#8211; 300 Menschen aufzubauen, in dem möglichst alle Bereiche sozial und ökologisch sinnvoll organisiert sind.</p>
<p>Seit 1997 wird dieses Dorf in der Altmark (nördliches Sachsen-Anhalt) aufgebaut und  jetzt leben dort ca. 110 Menschen: 80 Erwachsene zwischen 18 und 87, und 30 Kinder zwischen 0 und 12 Jahren alt.</p>
<blockquote><p>2.    Was wollt ihr anders machen, als &#8220;traditionelle&#8221; Menschen? Was sind eure Absichten und Ziele? Inwieweit setzt ihr sie um?</p></blockquote>
<p>Um unsere Ziele von sozialer und ökologischer Verträglichkeit zu erreichen, haben wir u.a. folgendes realisiert:</p>
<ul>
<li>Ökologischer Gartenbau auf derzeit ca. 2 Hektar Land</li>
<li>Bauen in hohem Ökologischen Standard, meist Strohballenhäuser</li>
<li>Bauen mit regionalen Materialien: regionalem Holz, regionalem, Lehm, strohballen etc. und hohem Wärmedämmstandard</li>
<li>Solaranlagen, Komposttoiletten, Holzheizung, Verwendung von Recycling-Materialien</li>
<li>Heizen mit Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft</li>
<li>Photovoltaik-Anlagen, die im Jahresschnitt mehr Strom produzieren als wir verbrauchen</li>
<li>gemeinsamen Haushaltskasse für 100% Bio-Ernährung, viel Regionales, wenig tierische Produkte</li>
<li>eigener Waldkindergarten</li>
<li>wir widmen dem zwischenmenschlichen viel Raum, mit Forum, Intensivzeiten, Aufstellungsarbeit, Gewaltfreier Kommunikation, mediierten Gesprächen bei Konflikten, etc.</li>
<li>Lohnzahlung weniger abhängig von Ausbildung als von Bedürfnissen (Kinder, etc.)</li>
<li>Kinder werden in der Haushaltskasse von allen getragen</li>
<li>Wir bemühen uns um Unterstützung von arbeitslosen Gemeinschaftsmitgliedern durch Coaching für Existenzgründungen oder die Schaffung von Stellen für sie</li>
<li>wir schaffen möglichst geschlossene Kreisläufe innerhalb des Dorfes</li>
<li>u.v.m.</li>
</ul>
<p style="text-align: center;"><img class="frame size-full wp-image-2382 aligncenter" title="Sieben Linden - Brunnenwiesenhaus- warmer Kern" src="http://rette-sich-wer-kann.com/wp-content/uploads/2009/02/7linden-brunnenwiesenhaus-warmerkern.jpg" alt="Sieben Linden - Brunnenwiesenhaus- warmer Kern" width="400" height="300" /></p>
<p style="text-align: center;"><span style="color: #808080;"><em>Das Brunnenwiesenhaus, gebaut wie eine Spirale, mit warmem Kern</em></span></p>
<blockquote><p>3.    Habt ihr einen bestimmten politischen Background? Gibt es Vorbilder, Modelle?</p></blockquote>
<p>Wir sind eher ökologisch-links gerichtet, aber es gibt keinen wirklichen gemeinsamen politischen Background, genauso wenig wie einen klaren gemeinsamen spirituellen Background.</p>
<blockquote><p>4.    Gibt es patriarchale Symptome, die ihr zu vermeiden sucht?</p></blockquote>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-2385" title="Umzug mit Pferdewagen" src="http://rette-sich-wer-kann.com/wp-content/uploads/2009/02/7linden-umzugpferdewagen.jpg" alt="Umzug mit Pferdewagen" width="204" height="273" />Wir freuen uns über Frauen auf dem Bau und Männer in der Küche. Trotzdem sind mehr Frauen in der Küche und mehr Männer auf dem Bau. Wir haben immerhin einen Erzieher im Waldkindergarten und einen alleinerziehenden Vater auf dem Platz (wenn auch die alleinerziehenden Mütter in der Überzahl sind).</p>
<p>Wir haben überproportional viele Frauen in Führungspositionen. Eine Gruppe Ethnologie-Studenten, die uns mal beim Plenum beobachtet hat, empfand uns als ziemlich matriarchal, da die Frauen hier sehr stark auftreten.</p>
<blockquote><p>5.    Habt ihr Gemeinsamkeiten im spirituellen Bereich?</p></blockquote>
<p>Keine gemeinsame Ausrichtung, aber gemeinsame Offenheit für selbst erschaffene Rituale, den Wert der Stille, gemeinsames Singen, etc. Die Lebenseinstellung, dass alles, was mir begegnet, einen Sinn für mich macht, dass ich immer auf <em>meiner </em>Seite gucken muss, was ich verändern kann und  nicht erwarten kann, dass sich das Gegenüber ändert, ist in Sieben Linden sehr verbreitet.</p>
<blockquote><p>6.    Wie ist euer Umgang mit Geld und Besitz geregelt? (Schwierigkeiten?)</p></blockquote>
<p>Genossenschaftlicher Grund- und Hausbesitz, eigene Verantwortung für das Einkommen mit all seinen Schwierigkeiten, gemeinsame Haushaltskasse von ca. 80% der BewohnerInnen, Versuch eines einheitlichen Lohnsystems, das aber nicht konsequent durchgehalten wird.</p>
<blockquote><p>7.    Wie ist die Verteilung und der Umgang innerhalb der Generationen &#8211; Kinder, Erwachsene, Alte? Gibt es da Besonderheiten, Nachteile, Vorteile, Schwierigkeiten?</p></blockquote>
<p>Eine Lücke gibt es noch bei den eigenen Jugendlichen &#8211; Kids bis 12, dann kommen die von außen zu uns gekommenen Praktikanten ab 18 Jahren. Sonst sind alle Altersgruppen bis 87 vertreten und wir fühlen uns sehr wohl in dieserm Zusammenhang. Unseren ersten Pflegefall haben wir jetzt auch, das läuft sehr gut. In dieser Woche zieht der erste (geistig) behinderte Mitbewohner ein, der hier von der Gemeinschaft integriert wird.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="frame size-full wp-image-2389 aligncenter" title="Jurten" src="http://rette-sich-wer-kann.com/wp-content/uploads/2009/02/7lindenjurten.jpg" alt="Jurten" width="400" height="278" /></p>
<blockquote><p>8.    Welche internen Probleme tauchen auf und wie geht ihr damit um?  (Beispiele?)</p></blockquote>
<p>Wir versuchen allen Seiten Raum zu geben um zu einer guten gemeinsamen Lösung zu gelangen. Ansonsten ist das Thema zu komplex, um es hier wirklich darzustellen. Dazu muss man uns <a href="http://www.siebenlinden.de/content.php?p=2025" title="Uns Kennenlernen" class="liexternal">kennen lernen</a>.</p>
<blockquote><p>9.    Wie ist der Kontakt mit Behörden, konventionellen Nachbarn, außerhalb lebenden Familienangehörigen und anderen Außenstehenden?</p></blockquote>
<p>Im großen Ganzen gut.</p>
<blockquote><p>10.    Arbeitet ihr mit Alternativen zusammen? In der Region, überregional, international? Seid ihr mit anderen Projekten/Gemeinschaften vernetzt?</p></blockquote>
<p>Ja, insbesondere überregional. In der Region sind wir zwar auch in einigen Initiativen (Regionalverein Altmark, Anti-Gentechnik-Initiative, Politische Vereine), aber das ist noch ausbaufähig.</p>
<blockquote><p>11.    Seid ihr an neuen Mitgliedern interessiert und wenn ja, was muss eine Person mitbringen? (ideell, materiell, Fähigkeiten)</p></blockquote>
<p>Wir sind an Neuen interessiert. Es muss Interesse an einem ökologischen Lebensstil vorhanden sein, Auseinandersetzungsbereitschaft, eine Idee, wovon man hier leben will, Geld für Genossenschaftsanteile (mind. 11.000 Euro, gerne mehr!), wir suchen insbesondere noch Bau-Experten, Gästehausbetreiber, Verwaltungs-Mitarbeiter und Land- und Forstwirte.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="frame size-full wp-image-2393" title="7Linden-Badeteich-Löschteich-Biotop-Regionalzentrum" src="http://rette-sich-wer-kann.com/wp-content/uploads/2009/02/7linden-badeteich-regionalzentrum.jpg" alt="7Linden-Badeteich-Löschteich-Biotop-Regionalzentrum" width="400" height="300" /></p>
<p style="text-align: center;"><span style="color: #888888;"><em>Der Badeteich, zugleich Biotop und Löschteich. Dahinter das Regionalzentrum</em></span></p>
<blockquote><p>12.    Habt ihr ein Besucherangebot? Tag der offenen Tür, Probe-Mitleben, Seminare, Vorträge?</p></blockquote>
<p>Ja, siehe <a href="http://www.siebenlinden.de/content.php?p=2015" title="Seminarprogramm Sieben Linden" class="liexternal">Seminarprogramm</a>. Von der Kostenlosen Führung fast jeden ersten Sonntag im Monat bis zum 4-wöchigen Kurs über Gemeinschaftsleben gibt es alles. Möglichkeiten zum Mitbauen und Mitarbeiten auch.</p>
<blockquote><p>13.    Wie kann man Kontakt aufnehmen? (Website, Blog?)</p></blockquote>
<p>Webseite: <a href="http://www.siebenlinden.de" title="Ökodorf Siebenlinden" class="liexternal">www.siebenlinden.de</a></p>
<img src="http://rette-sich-wer-kann.com/?ak_action=api_record_view&id=2374&type=feed" alt="" />]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://rette-sich-wer-kann.com/zusammenleben/gemeinschaft/anders-leben-oekodorf-sieben-linden/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>4</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Gesetzeswidrig in DE: Alleinerziehend ohne Netz</title>
		<link>http://rette-sich-wer-kann.com/zusammenleben/patriarchat/gesetzeswidrig-alleinerziehend-ohne-netz/</link>
		<comments>http://rette-sich-wer-kann.com/zusammenleben/patriarchat/gesetzeswidrig-alleinerziehend-ohne-netz/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 17 Sep 2008 23:09:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hannelore Vonier</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gemeinschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Patriarchat]]></category>
		<category><![CDATA[Eltern]]></category>
		<category><![CDATA[Kinder]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Netzwerk]]></category>
		<category><![CDATA[Sicherheit]]></category>
		<category><![CDATA[Verantwortung]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://rette-sich-wer-kann.com/?p=884</guid>
		<description><![CDATA[Auch wenn im Bereich der beruflichen Gleichstellung der Geschlechter noch vieles im Argen liegt - Frauen verdienen heutzutage immer besser. 
Und gerade die Besserverdienenden weigern sich immer öfter, Kinder zu haben – wissen sie doch um die Gefahr der Armutsfalle!
Es gibt also weniger Kinder - und dennoch werden mehr Betreuungsplätze gebraucht. Ein Grund dafür ist das Verschwinden familiärer Netzwerke. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p><img class="left" src="http://farm4.static.flickr.com/3069/2866077689_4200ded188.jpg" alt="alleinerziehend" /><em>Dieser Gastbeitrag über <strong>das Alleinerziehen</strong> und die <strong>Rolle der Großmütter</strong> in der Gemeinschaft ist von Barbara Strauch. Seit 5 Jahren entwickelt sie Projekte zum Leben in Gemeinschaft, <a href="http://www.leben-in-gemeinschaft.net" class="liexternal">leben-in-gemeinschaft.net</a>.<br />
</em><br />
Auch wenn im Bereich der beruflichen Gleichstellung der Geschlechter noch vieles im Argen liegt &#8211; Frauen verdienen heutzutage immer besser. Und gerade die Besserverdienenden weigern sich immer öfter, Kinder zu haben – wissen sie doch um die Gefahr der Armutsfalle!<span id="more-884"></span></p>
<p>Es gibt also immer weniger Kinder &#8211; und dennoch werden immer mehr Kinderbetreuungsplätze gebraucht. Ein Grund dafür ist das Verschwinden familiärer Netzwerke. Genaugenommen: Unserer Gesellschaft kommen die Großmütter abhanden. Großmütter, die Zeit haben, junge Mütter zu unterstützen.</p>
<p>Brauchen wir sie nicht mehr? Oder haben wir sie etwa auf dem Weg zum Totalkapitalismus „verloren“?</p>
<h3>Soziale Netze</h3>
<p>Eine erst kürzlich veröffentlichte deutsche Studie zeigt es ganz deutlich:<br />
Alleinerzieherinnen erleben sich selbst am meisten als kompetente, “gute  Mutter&#8221;, wenn sie ein genügend großes, unterstützendes Netz haben (und dies unabhängig von sonstigen Eigenschaften, welche die Frau ansonsten hat oder nicht hat).</p>
<p>Was soll man unter diesem Begriff “Netz“ verstehen? Gemeint ist eine Gesellschaftsstruktur, welche die alltäglichen Lasten durch Verbindungen und Zusammenarbeit untereinander auf mehrere Mitglieder verteilt.</p>
<p>“Um ein Kind aufzuziehen, braucht man ein ganzes Dorf“ &#8211; so sehen es zumindest indigene Völker. Ein Dorf ist so ein Netz. Die Lasten werden auf viele verteilt, dadurch werden sie “erträglich“, sie können “ertragen“ und “getragen“ werden.<br />
Eine/r alleine ist damit überfordert.</p>
<p>Solche Netze der Gemeinschaft sind unserer westlichen Zivilisation abhanden gekommen. Die durchschnittliche Ehe dauert heute nur noch 10,5 Jahre &#8211; da sind die Kinder im Durchschnitt gerade 5 Jahre alt. Im städtischen Bereich leben bereits 40 bis 45 % aller Kinder mit nur einer Erwachsenen. 90 % davon sind Frauen.</p>
<h3>Allein mit dem Kind</h3>
<p>Es ist verständlich, wenn Frauen nicht allein zu Hause bei den Kindern bleiben wollen, sondern lieber zusätzlich arbeiten gehen. Kinder alleine großziehen ist eine anstrengende Aufgabe (immerhin bräuchte man “ein ganzes Dorf“ dazu&#8230;!).</p>
<p>Außerdem fehlt etwas Grundlegendes, wenn man als Einzelne/r den ganzen Tag nur mit kleinen Kindern verbringt – da erlebt man Defizite auf mehreren Ebenen:</p>
<p>Zugehörigkeit, Bestätigung und Anerkennung zum Beispiel. Jede Frau, die allein mit Kindern lebt, hat diese Bedürfnisse &#8211; wie jeder Mensch. Zur Befriedigung derselben stehen ihr im Alltag aber meist nur die Kinder zur Verfügung &#8211; was zur Folge hat, dass von den Kindern “erwachsene“ Dinge gefordert werden, die sie gar nicht erfüllen können.</p>
<p>Als Kinder sind sie ja in einer ganz anderen Rolle, als ein erwachsener Lebenspartner. Sie spüren zwar, dass die Mutter allein ist und machen sich oft viel Mühe, ja Stress, ihr zu geben, was sie braucht …. Logischerweise schaffen sie es aber nicht, diesen Ersatz zu bieten &#8211; und die Mutter beginnt emotional zu “verhungern“.</p>
<p>Im Gegenzug fordern die Kinder was sie natürlicherweise brauchen: eine ganze Menge Aufmerksamkeit. Dafür gibt es aber „nur“ diese inzwischen ziemlich “geschwächte“ Mutter &#8211; sonst niemanden, keine männliche Bezugsperson (höchstens alle zwei Wochen am Wochenende), keine älteren Bezugspersonen (z.B. Großeltern), keine reiferen Geschwister oder Cousins, ja meist sind auch die Kindergärtnerinnen und Lehrerinnen schon zu belastet, um dem Kind genügend Aufmerksamkeit und Anerkennung geben zu können.</p>
<p>So geschieht es, dass heute immer mehr Kinder ihre Kindheit „verlieren“. Es fehlen ihnen die Netze, die ihnen Halt, Geborgenheit und Sicherheit geben und ihnen ermöglichen, unbeschwert und kindgerecht zu wachsen. Ein dramatisches Defizit-Modell, das sich da in unsere Kultur eingeschlichen hat. Es ist eine Folge der Vereinzelung und nennt sich „Parentifizierung“.</p>
<p>Manchmal frage ich mich: Kann es sein, dass die Zunahme von AlleinerzieherInnen korrespondiert mit der Zunahme von psychisch kranken Menschen in der Bevölkerung?</p>
<h3>Wem „gehört“ das Kind?</h3>
<p>Einer der Erfolge der Emanzipation ist, dass viele Frauen nicht mehr von einem Mann abhängig sein wollen. Auch ich selbst könnte mir so eine Lebensform nicht mehr vorstellen, wo die wirtschaftliche Versorgung an den „Vollzug der Ehe“ gebunden ist &#8211; was immer das heißen mag.</p>
<p>Aber was ist die Konsequenz? Wenn nicht mehr zwei zuständig sind für ein Kind, bleibt dann nur noch eine/r (meist die Mutter) zuständig? Wessen Kinder sind es, die hier aufwachsen? Ist es wirklich nur das Kind dieser Eltern, oder gar nur noch dieser einen Mutter, die es zur Welt gebracht hat? Wer trägt die Hauptverantwortung für diese Kinder, die oft unter schlechten Bedingungen aufwachsen müssen, aber dennoch später „unsere“ Pensionen bezahlen sollen?</p>
<h3>Ein Recht auf Gemeinschaft</h3>
<p>Ich bin überzeugt: Die Verantwortung für unsere Kinder liegt nicht allein bei den Eltern, sondern bei uns allen! Als Teil und Zukunft unserer Gesellschaft haben sie das Recht auf die Unterstützung der „Gemeinschaft“.</p>
<p>So steht es im Gesetzbuch, Artikel 6 (4) Deutsches Grundgesetz:</p>
<blockquote><p>&#8220;Jede Mutter hat Anspruch auf den Schutz und die Fürsorge der Gemeinschaft“</p></blockquote>
<p>Nur, <em>wo ist </em>diese Gemeinschaft?</p>
<p>Schlechte Bedingungen für Kinder sind ein gemeinschaftliches, strukturelles Problem, keinesfalls ein individuelles. Also müssen wir strukturelle Lösungen dafür finden. Eine solche Lösung wäre die Wieder-Einbindung der älteren Frauen in die Gemeinschaft und die Familien!</p>
<p>Das wirft die Frage auf: Wo sind die Großmütter?</p>
<p><em>Fortsetzung folgt&#8230;</em></p>
<img src="http://rette-sich-wer-kann.com/?ak_action=api_record_view&id=884&type=feed" alt="" />]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://rette-sich-wer-kann.com/zusammenleben/patriarchat/gesetzeswidrig-alleinerziehend-ohne-netz/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>16</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Kultureller Umbruch &#8211; Paradigmawechsel</title>
		<link>http://rette-sich-wer-kann.com/zusammenleben/gemeinschaft/kultureller-umbruch-paradigmawechsel/</link>
		<comments>http://rette-sich-wer-kann.com/zusammenleben/gemeinschaft/kultureller-umbruch-paradigmawechsel/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 27 Jul 2008 22:00:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hannelore Vonier</dc:creator>
				<category><![CDATA[Artikelserie]]></category>
		<category><![CDATA[Gemeinschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Dürre]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Paradigma]]></category>
		<category><![CDATA[Prägung]]></category>
		<category><![CDATA[Wilhelm Reich]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://rette-sich-wer-kann.com/?p=469</guid>
		<description><![CDATA[Kulturelle Veränderung geht immer einher mit einer Veränderung der emotionalen Prägung in der Kindheit]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p><img class="right" title="Konversations-Netze" src="http://farm4.static.flickr.com/3160/2702652552_b3b9985b9f_o.jpg" alt="Konversations-Netze" width="222" height="253" />Kommen wir zurück auf die <a href="http://rette-sich-wer-kann.com/konsensgesellschaft/die-kultur-der-fruehen-menschen/" title="Die Kultur der frühen Menschen" class="liinternal">Konversations-Netze</a>, die ich vorher erwähnte: Konversationen, die als Lebensweise von der Gemeinschaft bewahrt und an die nächste Generation weiter gegeben werden. Um zu verstehen, wie es zu einem Paradigmawechsel, also zu kulturellen Veränderungen, kommen kann, müssen wir die Umstände betrachten, die eine Veränderung des Konversations-Netzes in die Wege leiten. Zu beachten ist außerdem, dass eine kulturelle Veränderung ohne eine Veränderung der <em>emotionalen Prägung</em> in der Kindheit nicht stattfinden kann. Lasst uns deshalb rekonstruieren, was sich in der Geschichte abgespielt hat.<span id="more-469"></span></p>
<h3>Der Anfang eines neuen Paradigmas</h3>
<p>Aus der Archäologie wissen wir, dass vor-patriarchale europäische Kulturen vor etwa 6500 Jahren von indoeuropäischen Nomaden, die aus dem Osten kamen, erobert und brutal zerstört wurden. Ab dieser Zeit entstanden an verschiedenen Orten der ganzen Welt erstmals patriarchale Gesellschaften und die Eroberungszüge halten bis heute an.</p>
<p>James DeMeos beeindruckende geologische Studie sozialen Verhaltens, die Saharasia-These, gibt uns Auskunft über diese Zeit:</p>
<blockquote><p>„Eine massive Klimaänderung erschütterte die alte Welt, als vor ungefähr 6000 Jahren beträchtliche Bereiche der damals üppigen, zum Teil bewaldeten, Graslandsavanne rasch austrockneten und sich in raues Ödland verwandelten. Die große Sahara-Wüste im arabischen Nordafrika und die riesigen Wüsten des mittleren Ostens und Zentral-Asiens gab es vor 4000 v.u.Z. noch nicht.“</p></blockquote>
<p>Die globale Erwärmung nach den Eiszeiten beschleunigte das Austrocknen dieser enorm großen Wüstenregionen, die seit DeMeo als „Saharasia“ (=Sahara/Arabia/Asia) bekannt ist.</p>
<p>Dutzende archäologische und paläoklimatische Studien beweisen, dass der große Wüstengürtel der heutigen Saharasia um 4000-3000 v.u.Z. eine zum Teil bewaldete Graslandsavanne gewesen ist. Eine vielgestaltige Tierwelt – Elefanten, Giraffen, Rhinozerosse und Gazellen – lebte im grasbewachsenen Hochland, während Nilpferde, Krokodile, Fische, Schlangen und Mollusken in den Bächen, Flüssen und Seen gediehen.</p>
<p>Heute ist der größte Teil dieser Regionen Nordafrikas, des Mittleren Ostens und Zentralasiens sehr trocken und ohne jede Vegetation. Die Bedingungen der Dürre erzeugten <strong>soziale und emotionale Verwüstung</strong> in den Ackerbaukulturen dieser Region. Andere Wissenschaftler wie Wilhelm Reich oder Humberto Maturana kamen in ganz anderen Forschungsgebieten &#8211; Medizin, Psychologie, Biologie, Neurobiologie &#8211; zu gleichen Ergebnissen.</p>
<h3>Von der Harmonie zur Traumatisierung</h3>
<p>Ein oder zwei schlechte Erntejahre zu erleben ist eine Sache. Mit ansehen zu müssen, wie die eigene Sippe nach und nach verhungert, ganze Dörfer und Städte durch Nahrungsmangel und Seuchen verschwinden, eine andere.</p>
<blockquote><p>&#8220;Jüngere Augenzeugenberichte über kulturelle Veränderungen bei Hungersnöten und Unterernährung weisen auf einen sich daraus ergebenden Zusammenbruch der sozialen und Familienbindungen hin. Unter sehr harten Hungerbedingungen verlassen Ehemänner auf der Suche nach Nahrung ihre Frauen und Kinder. Manche kehren zurück, andere nicht. Hungernde Kinder und ältere Familienmitglieder sind in der Folge allein gelassen und müssen auf eigene Faust ihren Überlebenskampf führen. Solche Kinder schließen sich zu herumstreichenden Banden zusammen, um Nahrung zu stehlen, während die Sozialstrukturen völlig zusammenbrechen. Die Bindung zwischen Mutter und Kind scheint am längsten zu halten, aber schließlich wird auch die kurz vorm Verhungern stehende Mutter ihre Kinder verlassen.&#8221; (DeMeo 1997)</p></blockquote>
<p><a href="http://www.flickr.com/photos/hannelore/2637093025/" ><img class="left" title="Dürre und Hungersnot" src="http://farm4.static.flickr.com/3257/2637093025_b03891f444_m.jpg" alt="Dürre und Hungersnot" width="240" height="161" /></a>2005 stand in &#8220;Habari&#8221;, der Zeitung der Freunde der Serengeti (Schweiz):</p>
<p>Auch im Sudan herrscht eine Hungersnot. Veränderte klimatische Bedingungen, insbesondere lang anhaltende Trockenheit, haben verheerende Schäden an der Landwirtschaft verursacht. Im Niger sind es zuerst Kinder, die dem Hungertod zum Opfer fallen. Zudem sind zahlreiche Rinder durch die Hitze verendet. Spät einsetzender Regen bringt keine Erlösung, sondern neue Krankheiten wie Malaria.</p>
<p>Die damaligen Menschen in Saharasia sind plötzlich mit dem fortgesetzten Austrocknen der Wiesen und Wälder konfrontiert. Zu feuchteren Plätzen weiter ziehen ist sinnlos, denn die Dürre holt sie immer wieder ein. Eine riesige Wüste entsteht. Die Möglichkeit in das frühere, bewährte Stadium des Jagens und Sammelns zurückzufallen ist der Gesellschaft nicht möglich, denn es gab auf dem trockenen Boden nicht genug zu jagen oder zu sammeln.</p>
<p>So wurden diese Menschen zu Nomaden, die den jährlichen Wanderungen der wilden Tierherden folgten, so wie es bei den Samen in Lappland bis heute üblich ist. In Vorder- und Mittelasien und im nördlichen Afrika kam es zu großen Wanderungsbewegungen.</p>
<p>Diese Menschen waren keineswegs Hirten, denn sie <em>besaßen </em>die Herden nicht, denen sie folgten, obwohl sie von ihnen lebten. Und weil sie die Bewegungen der Herden nicht begrenzten, mussten sie mit Nahrungskonkurrenten, wie etwa Wölfen und anderen Raubtieren, teilen.</p>
<p>Mit anderen Worten: Unsere matriarchalen Vorfahren waren deshalb keine Hirten – und das ist wichtig -, weil sie anderen den Zugang zu den Herden <em>nicht </em>versperrten. Und das wiederum taten sie nicht, weil Besitztum nicht zu ihrer emotionalen Prägung gehörte und nicht Teil ihrer kulturellen Lebensweise war.</p>
<p>Wie es zu unserer Hirtenkultur kam, mitsamt dem Oberhirten in Rom, werden wir noch sehen.</p>
<img src="http://rette-sich-wer-kann.com/?ak_action=api_record_view&id=469&type=feed" alt="" />]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://rette-sich-wer-kann.com/zusammenleben/gemeinschaft/kultureller-umbruch-paradigmawechsel/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
	
		<series:name><![CDATA[Was ist Kultur?]]></series:name>
	</item>
		<item>
		<title>Frühe humane Sozialsysteme</title>
		<link>http://rette-sich-wer-kann.com/zusammenleben/gemeinschaft/fruehe-humane-sozialsysteme/</link>
		<comments>http://rette-sich-wer-kann.com/zusammenleben/gemeinschaft/fruehe-humane-sozialsysteme/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 25 Jul 2008 22:53:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hannelore Vonier</dc:creator>
				<category><![CDATA[Artikelserie]]></category>
		<category><![CDATA[Gemeinschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Herrschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Staat]]></category>
		<category><![CDATA[Wandel]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://rette-sich-wer-kann.com/?p=561</guid>
		<description><![CDATA[Gehen wir davon aus, dass eine als Kultur bezeichnete menschliche Lebensweise ein geschlossenes Netz von Umgangsformen ist (mehr dazu hier), dann liegt deren Entstehung genau an dem Punkt, wo die Gemeinschaft beginnt, diese Lebensweise zu bewahren. Der Lifestyle wird tradiert, also von Generation zu Generation weiter gegeben.
Wenn das Netz der Umgangsformen nicht mehr bewahrt wird, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p><img class="center frame" title="Lifestyle (Kultur) wird tradiert, von Generation zu Generation weiter gegeben" src="http://farm4.static.flickr.com/3226/2701734331_b152884e0f_o.jpg" alt="Lifestyle (Kultur) wird tradiert, von Generation zu Generation weiter gegeben" width="454" height="150" />Gehen wir davon aus, dass eine als Kultur bezeichnete menschliche Lebensweise ein geschlossenes Netz von Umgangsformen ist (<a href="http://rette-sich-wer-kann.com/wp-admin/post.php?action=edit&amp;post=468" title="Die Kultur der frühen Menschen" rel="nofollow" class="liinternal">mehr dazu hier</a>), dann liegt deren Entstehung genau an dem Punkt, wo die Gemeinschaft beginnt, diese Lebensweise zu <em>bewahren</em>. Der Lifestyle wird <em>tradiert</em>, also von Generation zu Generation weiter gegeben.<span id="more-561"></span></p>
<p>Wenn das Netz der Umgangsformen nicht mehr bewahrt wird, verändert sich diese Kultur oder verschwindet ganz.</p>
<p>Es stellt sich deshalb die Frage:</p>
<p><strong>Warum wird ein Umgangsformen-Netzwerk aufgegeben und nicht mehr von Generation zu Generation weitervermittelt?</strong></p>
<p>In der Menschheitsgeschichte haben wir es mit der anfänglichen Ur-Kultur zu tun, die jahrtausendelang ein bestimmtes, gleich bleibendes und geschlossenes Netz von Umgangsformen aufweist.</p>
<p>Von den</p>
<ul>
<li>steinzeitlichen Sammlerinnen und Wildbeutern</li>
<li>über die Ackerbäuer/innen der neolithischen Revolution</li>
<li>bis zum Städtebau und den komplexen Wirtschaftssystemen der friedlichen anatolischen Kulturen.</li>
</ul>
<blockquote><p>Mal ganz ehrlich – was kommt Ihnen in den Sinn, wenn Sie das Wort »Steinzeit« hören? Der halbnackt in ein Bärenfell gewandete Fred Feuerstein vielleicht, der seine Wilma an den Haaren in die Höhle schleift oder mit der Keule Bisons erschlägt? Ein Klischee, zweifellos, aber ein tief sitzendes. Denn »Steinzeit« – das steht als Synonym für Primitivität und Mangel, Brutalität und harten Überlebenskampf.</p>
<p>Kultur, Technik, Wohlstand, eine Verfeinerung der Sitten gar – das wäre vermutlich das Letzte, was wir im Neolithikum verorten würden. Einer Epoche, in der um 11.000 v. Chr. in den Pyrenäen noch Höhlenwände bemalt wurden und die erst um 9.700 v. Chr. das Ende der Eiszeit erlebte, in der jedoch bereits um 10.200 v. Chr. die bislang älteste bekannte Steinzeitstadt <em>Halan Cemi</em> entstanden war.</p>
<p>Die Steinzeit – ein Zeitabschnitt von gut 6.000 Jahren, in der die »Neolithische Revolution «den Menschen nicht nur Sesshaftigkeit, Ackerbau und Viehzucht bescherte, sondern auch hoch entwickelte und überaus <strong>humane Sozialsysteme</strong>. Eine Epoche, die so völlig anders war als Fred Feuersteins brutale Comic-Welt.</p>
<p>Erst an ihrem Ende setzte sich ganz langsam, zwischen 4.000 und 3.000 v.Chr., ein anderes System durch – eine Kultur, die von Herrschaft, Ausbeutung und Unterdrückung geprägt war. Die neuen ›Kulturträger‹ waren an Macht interessiert; sie nutzten die Innovation der Metallverarbeitung zur Herstellung von Kriegswaffen und die Erfindung der Schrift zur Fixierung von Gesetz, Eigentum und Strafe. Es war die Geburt eines Systems, das wir heute ganz allgemein den modernen Staat nennen. (Horst Stowsser, s.u.)</p></blockquote>
<p>Auch wenn nach außen hin die verschiedenen Völker der Ur-Kultur sehr unterschiedlich erscheinen, so basiert ihr Verhalten doch auf dem gleichen Gefühls/Sprach-Handlungs-Netzwerk. Die äußerlichen Verschiedenheiten entstehen etwa durch andere Umweltbedingungen in den jeweiligen geografischen Regionen, verschiedenes Temperament der Menschen und überhaupt durch die Dynamik, die jede Gemeinschaft individuell entwickelt.</p>
<p>Etwa 5000 v.u.Z. fand ein kultureller Wandel statt, der verheerende Folgen mit sich brachte. Wir werden sehen, wie es dazu kam.</p>
<p style="text-align: center;">*</p>
<p><a href="http://www.amazon.de/Anarchie-Geschichte-Perspektiven-Horst-Stowasser/dp/3894015373%3FSubscriptionId%3D02E5W5871AJF7PMMMS82%26tag%3Dbloghv-21%26linkCode%3Dxm2%26camp%3D2025%26creative%3D165953%26creativeASIN%3D3894015373" rel="nofollow"><img class="left" title="Anarchie! von Horst Stowasser" src="http://ecx.images-amazon.com/images/I/41zAK7aVFeL._SL75_.jpg" alt="" /></a>Das Zitat stammt aus dem Buch <a href="http://www.amazon.de/Anarchie-Geschichte-Perspektiven-Horst-Stowasser/dp/3894015373%3FSubscriptionId%3D02E5W5871AJF7PMMMS82%26tag%3Dbloghv-21%26linkCode%3Dxm2%26camp%3D2025%26creative%3D165953%26creativeASIN%3D3894015373" title="Anarchie! von Horst Stowasser" name="evtst|a|3894015373" rel="nofollow" class="liamazon">&#8220;Anarchie!: Idee &#8211; Geschichte &#8211; Perspektiven</a>&#8221; von Horst Stowasser und ist auch auf Jochens Website &#8220;<a href="http://www.mama-anarchija.net" title="Mama-Anarchija.Net" class="liexternal">Mama-Anarchija.Net</a>&#8221; als pdf-Datei veröffentlicht.</p>
<img src="http://rette-sich-wer-kann.com/?ak_action=api_record_view&id=561&type=feed" alt="" />]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://rette-sich-wer-kann.com/zusammenleben/gemeinschaft/fruehe-humane-sozialsysteme/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
	
		<series:name><![CDATA[Was ist Kultur?]]></series:name>
	</item>
		<item>
		<title>Liebe Community, ihr wart erfolgreich &#8211; egoistisch und altruistisch</title>
		<link>http://rette-sich-wer-kann.com/zusammenleben/gemeinschaft/ihr-wart-erfolgreich-egoistisch-und-altruistisch/</link>
		<comments>http://rette-sich-wer-kann.com/zusammenleben/gemeinschaft/ihr-wart-erfolgreich-egoistisch-und-altruistisch/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 19 Jul 2008 16:59:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hannelore Vonier</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gemeinschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Balance]]></category>
		<category><![CDATA[Blog]]></category>
		<category><![CDATA[Macht]]></category>
		<category><![CDATA[Wettbewerb]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://rette-sich-wer-kann.com/?p=511</guid>
		<description><![CDATA[Dank eurem Engagement kam der Rette sich wer kann!-Blog bei Superblogs 2008 auf den 3. Platz. Viele wissen sicher nicht, was das in Web2.0-Zeiten bedeutet. Deshalb will ich es erklären.

Normalerweise denken wir bei einem Wettbewerb an einen Gewinn in Form von &#8220;Anerkennung&#8221;, das kann eine Urkunde, ein Pokal, ein Orden, eine Grafik wie die hier [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p>Dank eurem Engagement kam der Rette sich wer kann!-Blog bei <a href="http://www.hitmeister.de/info/superblogs08" rel="nofollow" class="liexternal">Superblogs 2008</a> auf den 3. Platz. Viele wissen sicher nicht, was das in Web2.0-Zeiten bedeutet. Deshalb will ich es erklären.<span id="more-511"></span></p>
<p><a href="http://www.hitmeister.de/info/superblogs08" target="_blank"><img class="left" title="Rette sich wer kann! auf dem dritten Platz (Bronze)" src="http://doks.hitmeister.de/Superblogs/Politik%20%26%20Kultur/bronze.jpg" border="0" alt="Hitmeister Superblogs 2008" hspace="10" vspace="10" width="125" height="161" /></a></p>
<p>Normalerweise denken wir bei einem Wettbewerb an einen Gewinn in Form von &#8220;Anerkennung&#8221;, das kann eine Urkunde, ein Pokal, ein Orden, eine Grafik wie die hier links sein.<br />
Und zusätzlich kann es eine Feier geben und auch Geld. In unserer Gesellschaft hat der mit dem Preis verbundene Geldgewinn einen hohen Stellenwert. (Nichts gegen Geld, die Leute brauchen es ja.)</p>
<p><strong>Was bekomme ich nun als Bloggerin?</strong></p>
<p>Mehr Besucher (traffic) auf dem Blog. Wie das geht, erkläre ich gleich. Höhere Besucherzahlen kosten mich mehr, denn viel &#8216;traffic&#8217; braucht mehr Bandbreite und Bandbreite muss bezahlt werden. Da ist mein Einsatz für die Gemeinschaft, die Community.</p>
<p><strong>Was haben wir als Community davon?</strong></p>
<ul>
<li>Größere Vielfalt in der Community. Das wirkt sich direkt in den Kommentaren aus, die sich ja an alle adressieren. Und in den (nicht wenigen) Diskussionen anderswo, die über die Inhalte dieses Blogs sprechen.</li>
<li>Steigerung des Bewusstseinslevels im richtigen Leben, denn diese Texte sind darauf ausgerichtet.</li>
<li>Das Gefühl des Dazugehörens und des Bewirkens. Eine Gruppe schafft gemeinsam, was eine Einzelperson nicht kann. Das kann dir jedes Wolfsrudel bestätigen.</li>
</ul>
<p><strong>Eure Stimmabgabe war <em>selbstbezogen </em>und <em>selbstlos </em>zugleich. Warum?</strong></p>
<p>In solch einem Akt der Unterstützung für ein Projekt ist gleichzeitig Egoismus und Altruismus enthalten. Das Individuum engagiert sich, weil es selbst etwas für sich haben will. Es handelt aber auch im Sinne der Gruppe, der anderen, die ebenfalls davon profitieren.</p>
<p><strong>Die Gruppe ist dabei eine erweiterte Einheit, die das Individuum einschließt.</strong></p>
<p>Ethnologen haben Handlungen, die der Gruppe Vorteile verschaffen,         als &#8220;altruistisch&#8221; bezeichnet. Auch als &#8220;selbstlose&#8221; Handlungen und &#8220;zum         Wohle anderer&#8221; oder des &#8220;Gemeinwohls&#8221; etikettiert. Dabei haben sie einen         Begriff gewählt, der eine Form menschlichen Verhaltens in Erinnerung         ruft, die mit ethischen Nebenbedeutungen geladen ist. Das heißt, eine <em>Moral </em>wird mit dem Begriff transportiert.</p>
<p>Andererseits hört man, dass Darwins Sichtweise auf das &#8220;Gesetz des         Dschungels&#8221; hinauslaufe, wonach jedes Individuum egoistisch auf Kosten         anderer und in rücksichtsloser Konkurrenz für seine eigenen Interessen         sorgt.</p>
<p>Diese Perspektive des tierischen Lebens als egoistisch ist in zweifacher         Hinsicht falsch. Erstens weil uns die Naturgeschichte etwas anderes         sagt, egal wohin wir auch schauen. Denn Verhaltensweisen, die als         altruistisch beschrieben werden können, sind fast universell.</p>
<p>Zweitens ist sie auch deshalb falsch, weil die Mechanismen wie oben         beschrieben, nicht im geringsten den Vorteil eines Individuums         benötigen, der auf dem Schaden eines anderen beruht!</p>
<p>Im Gegenteil: Ein solches &#8220;Gesetz des Dschungels&#8221; wäre mit diesen         Mechanismen nicht vereinbar. Würde etwa im Wolfsrudel rücksichtslose         Konkurrenz herrschen, würden die Wölfe sich gegenseitig bekämpfen und         verletzen (schaden), dann wäre die gemeinsame erfolgreiche Jagd auf einen Elch         nicht vorstellbar. Wodurch die Ernährung des einzelnen Wolfs, <em>als auch</em> der Gruppe, nicht gegeben wäre.</p>
<p>Die Existenz des Lebendigen, sowohl in der individuellen         Entwicklung als auch stammesgeschichtlich, ist nicht auf Konkurrenz         angelegt.<br />
Es geht vielmehr darum, die <strong>Anpassung des Individuums in seinem         Umfeld sicherzustellen</strong>, und genau das führt dann zum Überleben des Angepassten.</p>
<p>Achtung: Es handelt sich hier nicht um Anpassung durch Zwang, sondern darum, die <em>eigenen Wünsche</em> mit der Umgebung in Übereinstimmung zu bringen.</p>
<p><strong>Umsetzung im Internet</strong></p>
<p>Oben habe ich &#8220;traffic&#8221; erwähnt, es bedeutet &#8220;Verkehr&#8221; und ist das Fachwort für das &#8216;Herumtreiben der Besucher auf einer Website&#8217;, also das, was du gerade tust. Gemessen wird <em>traffic </em>hauptsächlich in der Besucheranzahl innerhalb einer gegebenen Zeit (pro Tag, Monat usw.), der Anzahl der besuchten Seiten und der Aufenthaltsdauer während eines Besuchs.</p>
<p>Das wichtigste Merkmal vom WWW ist die <strong>Vernetzung durch Links</strong>. Und das ist das Instrument der Wahl, wenn es darum geht, etwas zu bewirken. Das kann jedeR, nicht nur Website-Betreiber. Deshalb alle herhören:</p>
<p>Der Veranstalter von Superblogs2008 hat die Blogs auf den ersten drei Plätzen verlinkt (siehe <a href="http://blog.hitflip.de/superblogs-2008/die-sieger-der-superblogs-2008/" title="Die Sieger von Superblogs 2008" rel="nofollow" class="liexternal">Die Sieger</a>). Über diese Links kommen Besucher zu diesem Blog. Auch die Presse hat die Superblogs-Aktion aufgegriffen, dadurch kommen noch mehr.</p>
<p>Das ist erfreulich, aber nicht der Grund, weshalb ich teilgenommen habe. Denn die Blog-Seite mit den Siegern verschwindet schnell in der Versenkung, weil neue Blog-Beiträge folgen. Wichtig und nachhaltig  sind Links, die von anderen Seiten hierher führen (<em>inbound-Links</em>), auch wenn sie nicht von menschlichen Augen gesehen werden. Denn sie werden von den Suchmaschinen aufgenommen (<em>indexiert</em>) und bestehen, solange die Website besteht und sogar darüber hinaus. Google &amp; Co. schickt kleine Programme (<em>bots</em>) durchs Net, die sich von Link zu Link hangeln, durch eine ganze Website und dann hinaus zur nächsten.</p>
<p>Dabei denken sich die kleinen Bots Folgendes: Wenn eine wichtige (große) Website oder ein bekannter Blog woanders hin verlinkt, dann muss die Bloggerin einen guten Grund haben, das zu tun. Wenn die Bloggerin es für wert hält, dann ist es wahrscheinlich auch für unsere Suchmaschinen-Benutzer wertvoll, die verlinkte Seite zu finden, also listen wir die verlinkte Seite gleich oben, wo sie schnell gefunden wird.</p>
<p>Das führt zu folgendem Schluss: Wenn eine Seite wächst, die zu mir verlinkt, bin ich auch am Wachstum und Erfolg der anderen Seite interessiert, weil sie dann höher im Rang steht (bei Google heißt das &#8220;Ranking&#8221;), und das färbt auf meine Seite ab.</p>
<p>Daraus ergibt sich die soziale Balance von <strong>Egoismus </strong>und <strong>Altruismus</strong>: Ich muss <em>gleichzeitig</em> selbstbezogen <em>und</em> selbstlos sein, sonst &#8220;kippt&#8221; die Zufriedenheit. Man kann auch sagen: Wenn es allen gut geht, dann geht es auch mir gut, denn ich bin ein Teil von allen.</p>
<p>Andersherum: Wenn ich eine Seite unterstützen will (z.B. weil sie eine Aktion bekannt macht, die mir gefällt), dann werde ich zu ihr verlinken wo ich nur kann: In Kommentaren, in Foren, in Twitter, Facebook und dergleichen. Natürlich auch von meinen Webseiten, aber unbedingt auch von anderen, die thematisch passen. Es ist &#8220;aktives Surfen&#8221;.</p>
<p><strong>Das ist die Power, die jedes Individuum im Internet hat. Aktiv wählen durch Verlinken. Jederzeit.</strong></p>
<p>Das kann keine Regierung mit noch so vielen Kontrollversuchen je verhindern.</p>
<p>Darin liegt besonders auch die Stärke von Blogs, weil die Software bewusst und mit Absicht so programmiert wurde, dass sie vieles &#8220;von allein&#8221; verlinkt.</p>
<p style="text-align: center;">*</p>
<p>Tipp für Wordpress-Blogger: Das <a href="http://blog.taragana.com/index.php/archive/wordpress-15-plugin-strip-nofollow-tag-from-comment-urls/" title="Wordpress Follow-Url Plugin" class="liexternal">Follow-Url-Plugin</a>, das technisch dafür sorgt, dass die Suchmaschinen-Bots den Links zu anderen Seiten auch folgen können. Sonst &#8220;ist die Tür zu&#8221; und die Verlinkungen haben keinen sozialen Sinn.</p>
<img src="http://rette-sich-wer-kann.com/?ak_action=api_record_view&id=511&type=feed" alt="" />]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://rette-sich-wer-kann.com/zusammenleben/gemeinschaft/ihr-wart-erfolgreich-egoistisch-und-altruistisch/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>2</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Frauen und Kleinbauern ernähren die Welt</title>
		<link>http://rette-sich-wer-kann.com/zusammenleben/gemeinschaft/frauen-und-kleinbauern-ernaehren-die-welt/</link>
		<comments>http://rette-sich-wer-kann.com/zusammenleben/gemeinschaft/frauen-und-kleinbauern-ernaehren-die-welt/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 08 Jul 2008 03:00:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hannelore Vonier</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gemeinschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Ernährung]]></category>
		<category><![CDATA[Feiern]]></category>
		<category><![CDATA[Fest]]></category>
		<category><![CDATA[Juchitàn]]></category>
		<category><![CDATA[Lebensmittel]]></category>
		<category><![CDATA[Sicherheit]]></category>
		<category><![CDATA[Subsistenz]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://rette-sich-wer-kann.com/?p=472</guid>
		<description><![CDATA[Im patriarchalen Ökonomieverständnis gelten Kleinstrukturen als rückständig und provinziell. Dabei wird übersehen, dass bäuerliche und handwerkliche Kleinbetriebe ganz wesentliche Stützen der biologischen Vielfalt, der Ernährungssicherheit und des gemeinschaftlichen Wertgefühls sind.
Die Ethnologin und Soziologin Veronika Bennholdt-Thomsen erforschte über viele Jahre eine Region im Süden Mexikos, und illustriert anhand ihrer Studienergebnisse, wie viele und wie viel unterschiedliche [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p>Im patriarchalen Ökonomieverständnis gelten Kleinstrukturen als rückständig und provinziell. Dabei wird übersehen, dass bäuerliche und handwerkliche Kleinbetriebe ganz wesentliche Stützen der <strong>biologischen Vielfalt</strong>, der <strong>Ernährungssicherheit </strong>und des <strong>gemeinschaftlichen Wertgefühls</strong> sind.<span id="more-472"></span></p>
<p>Die Ethnologin und Soziologin Veronika Bennholdt-Thomsen erforschte über viele Jahre eine Region im Süden Mexikos, und illustriert anhand ihrer Studienergebnisse, wie viele und wie viel unterschiedliche gesellschaftliche-kulturelle Elemente die Agrobiodiversität stützen.</p>
<p>Bennholdt-Thomsen bezeichnet mit „Subsistenz“, <em>was notwendig für ein zufriedenes und erfülltes Leben ist</em>. Im Gegensatz zu Gewinnstreben, Konkurrenz, Konsumismus und Umweltzerstörung.</p>
<h3>Zufriedenheit und Erfüllung</h3>
<p>In der Mitte der pazifischen Küstenebene liegt Juchitán. Es ist ein großes Dorf von 80.000 Einwohnern und Marktstadt zugleich. Ab 1960 wurde hier von der mexikanischen Regierung ein Staudamm gebaut, um Bewässerungsland zu schaffen und daraufhin wurden zahlreiche, auf <em>Produktionssteigerung</em> zielende landwirtschaftliche Entwicklungsprojekte durchgeführt.</p>
<p>Trotzdem wird in Juchitán bis heute der &#8220;zapalote chico&#8221;, die <em>traditionelle</em>, einheimische Maissorte ausgesät, und obwohl die Region geografisch dem Welthandel offen steht.</p>
<p><img class="right frame" title="Marktstände" src="http://farm1.static.flickr.com/172/415675385_7e4ed38978_m.jpg" alt="El mercado de Ixtepec, Oaxaca" />Dass auf Massenproduktion ausgerichteter Maisanbau nicht Fuß fassen konnte, gründet sich auf die besondere Sozialstruktur in dieser Region.</p>
<p>Die Frauen von Juchitán sind Händlerinnen, <strong>es gibt keine Hausfrauen</strong>; und auch keine Bäuerinnen sondern nur Bauern. Für die ist es finanziell wesentlich lohnender, den Mais an die Frauen in der eigenen Stadt zu liefern, als an eine Aufkauforganisation, die ihn exportieren würde.</p>
<p>Die Juchitecas verarbeiten den von den Bauern gekauften Mais zu den verschiedenen einheimischen Maisgerichten und zwar für den Verkauf auf dem Markt.</p>
<p>Der &#8220;totopo&#8221;, eine haltbare Zwiebacktortilla, wird von den juchitekischen Fernhändlerinnen bis in den Süden der USA und bis nach Guatemala hinein gehandelt. <img class="right frame" title="Maistortillas totopo" src="http://farm3.static.flickr.com/2183/2373592359_c663ac9267_m.jpg" alt="dried tortillas for totopo" />Diese &#8220;Veredelung&#8221; des Rohstoffes Mais vor Ort, durch die Frauen meist der eigenen Familie, bringt dem Bauern, trotz der vergleichsweise niedrigen Ertragsmenge der traditionellen Sorte, mehr ein, als Hochertragsanbau und Verkauf an den &#8216;broker’.</p>
<p>Nach allen Kriterien der Entwicklungsökonomie müsste eine solchermaßen vorgeblich rückständige Landwirtschaft mit Armut einhergehen. Das Gegenteil ist der Fall.</p>
<p>Die geschlechtsegalitäre, eben nicht geschlechtshierarchische Arbeitsteilung stabilisiert die regionalen Wirtschaftskreisläufe. Die wiederum sind der Grund dafür, dass die Zapoteken von Juchitán nachgerade wohlsituiert leben. Dafür sorgt die hohe Bedeutung der Nahrungsmittel im zapotekischen Wertesystem.</p>
<p>Die Tatsache, dass 75 Prozent der Lebensmittel auf dem Markt aus der Region selbst stammen, bedeutet, dass konsumiert wird, was auch hier produziert und verarbeitet worden ist.</p>
<p><span class="kasten">Jedes Fest in Juchitán geht über mehrere Tage, mindestens über zwei. Der letzte Tag wird „Lavada de Ollas“, Tag des Töpfewaschens, genannt und entspricht unserer Tradition des „Kehraus“.<br />
Die „Velas“, die großen Gemeinschaftsfeste, gehen über vier Tage. Ohne „Lavadas“ verzeichnet das Register der Gemeindeverwaltung 628 große Feste jährlich. Allein 83 davon sind im Mai, 58 im Dezember.<br />
Die Mehrzahl der hier erwähnten Feste sind keine offiziellen Feiertage. Sie beginnen entweder um 20.00 Uhr oder – häufiger – um 14.00 Uhr, der „Hora de la Pachanga“, der Stunde der Sause. Für die meisten ist dann Feierabend, denn in der Regel fängt der Arbeitstag der Bauern und Händlerinnen zwischen 4.00 und 5.00 Uhr an, und die wichtigsten Tätigkeiten sind bis zum frühen Nachmittag verrichtet.<br />
Arbeit und Fest gehen fließend ineinander über, beides ist der Alltag.</span> Diese städtische Gesellschaft mit ihren großen gesellschaftlichen Ereignissen wird von den Frauen und Händlerinnen getragen, die die lokale und regionale Zirkulation aufrechterhalten. Der Bauer bindet sich vermittelt über seine Austauschbeziehungen ein.</p>
<p>Eingebunden in die besondere Kultur der großen Feste , sorgen sie dafür, <em>dass ihre Waren und ihre Arbeit auch ihren Wert behalten</em>. Zu diesen Festen gehören neben den <strong>Lebensmitteln </strong>auch die einheimische (Fest)<strong>Kleidung</strong> und der <strong>Schmuck </strong>des Festplatzes, wofür hauptsächlich die Frauen zuständig sind; aber auch zapotekische <strong>Musik </strong>und <strong>Poesie</strong>, für die die Männer verantwortlich zeichnen.</p>
<p>Mit all dem gehen sie nicht sparsam, sondern verschwenderisch um, was wiederum die Wirtschaft in Schwung hält.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="center frame" src="http://farm4.static.flickr.com/3019/2642975351_a96d836eaa.jpg" alt="Ernährung: Juchitan Vela" title="Vela in Juchitan" width="459" height="171" /></p>
<p>Auch in Juchitán unterliegen die Waren und das Geld denselben Mechanismen der Inflation, des Wechselkurses oder der Preisbildung im Gefolge von Angebot und Nachfrage wie andernorts auch. Und dennoch ist der Warentausch in andere gesellschaftliche Verhältnisse eingebettet, die ihm eine andere Bedeutung geben: In Juchitán wird die moderne Marktwirtschaft durch nicht-patriarchale Verhaltensmuster und Gemeinschaftssinn kulturell anders modelliert.</p>
<p>Die herrschende Wirtschaftslehre tendiert dazu, diese Zusammenhänge gering zu schätzen, angesichts der Bedeutung, die sie dem Weltmarktanschluss beimisst. Dabei haben wir in Deutschland nach der Widervereinigung die negativen Auswirkungen neu kennen gelernt, wenn einheimische Güter als geringschätzig abgetan werden.</p>
<p>Vielen Menschen in Ostdeutschland waren die Produkte der eigenen Gegend nichts mehr wert. So mussten etwa Schlachthöfe und Molkerein schließen. Betriebe aus dem Westen kauften die Schweine und die Milch billig auf. Sie kehrten später als Wurst und Molkereierzeugnisse aus westdeutscher Herstellung teuer wieder in die Regale der östlichen Geschäfte zurück.</p>
<p style="text-align: center;">*</p>
<p>Veronika Bennholdt-Thomsen ist Leiterin des „<a href="http://www.nachhaltig.org/itps/kontakt.htm" title="Modellprojekte für Regionales Nachhaltiges Wirtschaften" class="liexternal">Instituts für Theorie und Praxis der Subsistenz e.V.</a>“, in Bielefeld/Fögendorf</p>
<p>Literatur:</p>
<p style="text-align:center;"><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="336" height="280" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="id" value="Player_9df497e7-7de8-4594-bc68-6fcd361b4497" /><param name="quality" value="high" /><param name="bgcolor" value="#FFFFFF" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://ws.amazon.de/widgets/q?ServiceVersion=20070822&amp;MarketPlace=DE&amp;ID=V20070822%2FDE%2Fhannelorede%2F8003%2F9df497e7-7de8-4594-bc68-6fcd361b4497&amp;Operation=GetDisplayTemplate" /><embed id="Player_9df497e7-7de8-4594-bc68-6fcd361b4497" type="application/x-shockwave-flash" width="336" height="280" src="http://ws.amazon.de/widgets/q?ServiceVersion=20070822&amp;MarketPlace=DE&amp;ID=V20070822%2FDE%2Fhannelorede%2F8003%2F9df497e7-7de8-4594-bc68-6fcd361b4497&amp;Operation=GetDisplayTemplate" allowscriptaccess="always" bgcolor="#FFFFFF" quality="high"></embed></object> <noscript>&amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;lt;A HREF=&#8221;http://ws.amazon.de/widgets/q?ServiceVersion=20070822&amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;MarketPlace=DE&amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;ID=V20070822%2FDE%2Fhannelorede%2F8003%2F9df497e7-7de8-4594-bc68-6fcd361b4497&amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;Operation=NoScript&#8221; mce_HREF=&#8221;http://ws.amazon.de/widgets/q?ServiceVersion=20070822&amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;MarketPlace=DE&amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;ID=V20070822%2FDE%2Fhannelorede%2F8003%2F9df497e7-7de8-4594-bc68-6fcd361b4497&amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;Operation=NoScript&#8221;&amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;gt;Amazon.de Widgets&amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;lt;/A&amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;amp;gt;</noscript></p>
<img src="http://rette-sich-wer-kann.com/?ak_action=api_record_view&id=472&type=feed" alt="" />]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://rette-sich-wer-kann.com/zusammenleben/gemeinschaft/frauen-und-kleinbauern-ernaehren-die-welt/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Becoming One: Bedeutung und Wichtigkeit von Konsens</title>
		<link>http://rette-sich-wer-kann.com/zusammenleben/gemeinschaft/konsens/</link>
		<comments>http://rette-sich-wer-kann.com/zusammenleben/gemeinschaft/konsens/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 11 Feb 2008 02:39:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hannelore Vonier</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bemerkenswert]]></category>
		<category><![CDATA[Gemeinschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Entscheidung]]></category>
		<category><![CDATA[Konsens]]></category>
		<category><![CDATA[Wettbewerb]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://rette-sich-wer-kann.com/gemeinschaft/konsens/</guid>
		<description><![CDATA[
Die Verwendung des Wortes &#8216;Konsens&#8217; ist mega in. Doch der Begriff wird dabei kaum verstanden, in den Medien beliebig über die Texte verteilt und der Artikel in der Wikipatria ist so ideologisch-patriarchal gefärbt, dass er auch nicht weiter hilft.
Über egalitäre Konsensdemokratie schreibt Thomas Wagner:
Egalitäre oder herrschaftsfreie Gesellschaften zeichnen sich gegenüber staatlich verfassten mit Zentralinstanzen dadurch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><h3><img class="center frame" title="Delegierten-Beratung der Crow-Indianer-Clans" src="http://rette-sich-wer-kann.com/wp-content/uploads/2008/02/howard-terpning-crow-pipe-ceremony.jpg" alt="Delegierten-Beratung der Crow-Clans" /></h3>
<p>Die Verwendung des Wortes &#8216;Konsens&#8217; ist <em>mega in.</em> Doch der Begriff wird dabei kaum verstanden, in den Medien beliebig über die Texte verteilt und <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Konsens" title="Artikel Konsens in der Wikipedia" rel="nofollow" class="liwikipedia">der Artikel</a> in der Wikipatria ist so ideologisch-patriarchal gefärbt, dass er auch nicht weiter hilft.<span id="more-353"></span></p>
<p>Über egalitäre Konsensdemokratie schreibt Thomas Wagner:</p>
<blockquote><p>Egalitäre oder herrschaftsfreie Gesellschaften zeichnen sich gegenüber staatlich verfassten mit <a href="http://wiki.matriarchat.net/wiki.pl?Zentralinstanz" class="liexternal">Zentralinstanzen</a> dadurch aus, dass sie über spezifische Institutionen verfügen, die sowohl die Lösung von Konflikten als auch die Vermeidung von politischen wie ökonomischen Ungleichheitsstrukturen bewältigen.</p>
<p>Sie wurden bereits von Max Weber als regulierte Anarchien bezeichnet und stabilisieren herrschaftsfreie Ordnungen, ohne dass hierfür eine herrschaftliche Zentralinstanz oder eine juristische Bürokratie in Anspruch genommen werden kann. (aus <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3825868451?ie=UTF8&amp;tag=bloghv-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3825868451" title="Info bei Amazon.de" rel="nofollow" class="liamazon">Irokesen und Demokratie</a>, 2004)</p></blockquote>
<h3>Konsens heißt Übereinstimmung: Einstimmigkeit</h3>
<p>Ein „95prozentiger Konsens&#8221; ist ein Paradox. Ein „bisschen Konsens&#8221; gibt es genauso wenig wie ein „bisschen schwanger&#8221;.</p>
<p>Durch das politische Mittel der Konsensbildung wird das Gleichgewicht in matriarchalen Gesellschaften ständig erneuert. Darauf kommt es der Gemeinschaft an. Es werden dabei alle Entscheidungen von allen in Einigungsprozessen getroffen, die zu <em><strong>Einstimmigkeit </strong></em>führen, sowohl auf der Ebene der Geschlechter und des ganzen Clans, wie auch auf der Ebene des Dorfes und des Stammes.</p>
<p>Klaus schrieb in <a href="http://rette-sich-wer-kann.com/herrschaft-hierarchie/grundeinkommen/#comment-2164" title="Kommentar von Klaus Schlagmann" class="liinternal">einem Kommentar</a> zum Grundeinkommen:</p>
<p>„Wenn wir bei den Irokesen wären und uns in einer egalitären Konsensdemokratie befänden, müssten wir jetzt nur noch Hannelore endgültig überzeugen, und wir könnten in unserem Clübchen das Ding starten. Oder Hannelore müsste sich noch ein paar wirklich gute Argumente überlegen, um uns vielleicht doch noch auf ihre Seite zu ziehen.&#8221;</p>
<p>Ähnliches habe ich schon öfter gelesen, aber daran stimmt etwas nicht: <em>mit Argumenten jemanden auf die eigene Seite ziehen</em> widerspricht der Haltung, die dem Konsensprinzip zugrunde liegt.</p>
<p>Wir sind an Wettbewerb und Kompromisse gewöhnt. Im Wettbewerb <strong><em>kämpfen</em></strong> wir um unsere Position, häufig auch mit Druck, was wir oft gar nicht wahrnehmen. Weder, dass wir verbal Druck ausüben, noch dass wir ihm ausgesetzt sind. Es ist das Konzept von „Zuckerbrot und Peitsche&#8221; und rhetorisch Geübte können damit andere „überzeugen&#8221;.</p>
<p>Je stärker der Druck, desto eher „lenken wir ein&#8221;, d.h. wir schließen &#8211; um des lieben Friedens Willen &#8211; schon mal einen Kompromiss.</p>
<p><strong>Genau solche Situationen will das Konsensprinzip verhindern!!</strong></p>
<p>Ein ganz wichtiger Aspekt ist bei Konsensentscheidungen das „Mit-Tragen&#8221; jedes Einzelnen der Gruppe.</p>
<p>In der Praxis sieht das in etwa so aus (gilt adäquat für alle Konsensgesellschaften weltweit):</p>
<p>In der kleinsten Einheit, dem Sippen- oder Langhaus, bilden Frauen und Männer einen Rat, von dem kein Mitglied ausgeschlossen ist. Jede Entscheidung wird nach eingehender Diskussion per Konsens (Übereinstimmung) getroffen. Nun treffen sich Delegierte aus jedem Sippenhaus für den Dorfrat, um die Entscheidungen aus den Sippenhäusern auf Dorfebene zu diskutieren, wobei wiederum Konsens gefunden wird. So geht es weiter zur Stammesebene, die Delegierte der ganzen Nation umfasst; ähnlich wie das obige Bild Crow-Indianer bei der &#8220;Pfeifen-Zeremonie&#8221; zeigt.</p>
<p>Es ist hervorzuheben, dass die jeweiligen Delegierten keine Entscheidungsträger sind, sondern dass jede Handlung auf regionaler oder nationaler Ebene von jedem Sippenhaus mitgetragen werden muss. Eine politische Machtanhäufung wird so vermieden.</p>
<h3>Gilt das auch für größere Gruppen?</h3>
<p>Die strukturelle Gliederung von Stammesgesellschaften durch Verwandtschaftsgruppen, die vergleichbar den Segmenten einer Zitrusfrucht kompakte und homogen unterteilte gesellschaftliche Teile bilden, können Kraft ihrer <strong>Stabilität und Flexibilität</strong> trotz des Fehlens von Zentralinstanzen &#8211; oder gerade wegen des Fehlens starrer Instanzen &#8211; funktionsfähige Großgebilde tragen. So umfassen beispielsweise in Afrika die nilotischen Nuer etwa 300.000, die westafrikanischen Tiv sogar 700.000 Menschen.</p>
<p>Das Prinzip lässt sich aber grundsätzlich auch auf nicht verwandte Gruppen übertragen, die einer größeren Gemeinschaft angehören. Beispielsweise könnten die jeweiligen Bewohner einer Straße Einheiten innerhalb einer Ortschaft bilden, oder Mehrparteien-Häuser oder Stadtviertel. Es können außer Wohngruppen auch Arbeitsgruppen oder Altersgruppen gebildet werden. Jede Gemeinschaft lässt sich in Sinneinheiten aufgliedern.</p>
<h3>Warum Konsensentscheidungen überlegen sind</h3>
<p>Das Streben nach Konsens, also über das Prinzip der Mehrheitsentscheidung hinauszugehen, ist eine <em>bewusste</em> Anstrengung segmentärer Gesellschaften. Obwohl es   einfacher ist, eine mehrheitliche Übereinstimmung herzustellen als einen Konsensus zu erreichen.</p>
<p>Diese Tatsache ist den Beteiligten bewusst, aber sie verwerfen den Weg des geringsten Widerstands aus folgendem Grund:</p>
<p>Für sie ist die Meinung der Mehrheit an sich <em>keine ausreichende Basis</em> zur Entscheidungsfindung, weil dabei <strong>der Minderheit das Recht darauf vorenthalten wird, dass sich in der gegebenen Entscheidung auch ihr Wille widerspiegelt.</strong></p>
<p>Oder anders ausgedrückt: Es entzieht der Minderheit das Recht auf Repräsentation in der fraglichen Entscheidung (vgl. dazu auch Kwasi Wiredu, <a href="http://matriarchat.info/herrschaftsfreiheit/demokratie-und-konsensus.html" title=" Demokratie und Konsensus in traditioneller afrikanischer Politik" class="liexternal">Ein Plädoyer für parteilose Politik</a>).</p>
<p>Repräsentiert zu sein gilt in Matriarchaten als menschliches Grundrecht. Jeder Mensch hat also das Recht, nicht nur im Rat repräsentiert zu werden, sondern auch im Prozess des Beratschlagens selbst in Bezug auf jede Sache, die für seine/ihre Interessen oder die seiner/ihrer Gruppe relevant ist.</p>
<p>&#8216;Beratschlagen&#8217; bedeutet hier <em>nicht</em> andere von der eigenen Meinung zu überzeugen! Es geht um „Rat geben&#8221; und „Rat finden&#8221;. Wenn eine Entscheidung in der Gemeinschaft getroffen werden soll, dann ist davon auszugehen, dass sich jede Person als Teil dieser Gemeinschaft versteht und im <em>eigenen</em> Interesse eine „gute&#8221; Entscheidung unterstützt.</p>
<p>Ein einfaches Beispiel: Kann ein Mann einer Entscheidung nicht zustimmen, dann gehört er entweder nicht zur Gruppe der Betroffenen (z.B. den Künstlern, den Frauen, den am Fluss Wohnenden) und hat mit der Angelegenheit ohnehin nichts zu tun, oder er erkennt das „Gute&#8221; an der Entscheidung (noch) nicht, dann fehlen ihm Aspekte, die ihm die anderen beim Beratschlagen geben können. Würde ihm im Vergleich zu den anderen Betroffenen ein Nachteil entstehen, dann wäre es ja von vorneherein keine „gute&#8221; Entscheidung. Das ist allen bewusst.</p>
<p>Um eine Entscheidung mittragen zu können, muss man im Detail darüber Bescheid wissen, d.h. man hat aktiv an der Diskussion teilgenommen.</p>
<p>Das verlangt viel vom Einzelnen. Man muss sich neben seinen eigenen Standpunkt stellen, den anderen zuhören können und sie im Wesentlichen verstehen wollen und können.</p>
<p>So ist es möglich gemeinsame Lösungen zu entwickeln, weil sich die Einzelnen auf neue Gedanken einlassen wollen, weil sich dadurch neue Aspekte ergeben und eine Person Teile ihrer ursprünglichen Meinung anders bewerten oder aufgeben kann. Dabei wird das Potenzial der Vielfalt aller Verfügbaren genutzt.</p>
<p>Aus diesem Grund ist das Konsensprinzip so wichtig. Als pragmatischer Grund wird angeführt, dass wiederholtes Nicht-repräsentiert-sein zu Unzufriedenheit führt und damit die Balance der Gemeinschaft gefährdet.</p>
<h3>Becoming One</h3>
<p>Bis heute werden in den Irokesen-Reservaten Entscheidungen per Konsens getroffen. Wenn man sich Bilder solcher Indianerreservate anschaut, gleichen sie häufig eher Slums als Dörfern. Sehr viele leben von der Sozialhilfe und am Existenzminimum. Man hat sie von dem Land vertrieben, von dem ihre Vorfahren lebten. Sind sie arm? Materiell gesehen vielleicht. Aber sie sind reich an Fähigkeiten, die <em>menschliches Miteinander für alle</em> gewährleisten, inklusive „Außenstehende&#8221;. Eins-werden (becoming one) ist ihr Ziel in allen menschlichen und spirituellen Bereichen.</p>
<p>Darin sind sie uns weit überlegen und Konsensfähigkeit ist nur ein Beispiel davon. Ein Wort für „außenstehend&#8221; kommt in ihren Dialekten nicht vor.</p>
<img src="http://rette-sich-wer-kann.com/?ak_action=api_record_view&id=353&type=feed" alt="" />]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://rette-sich-wer-kann.com/zusammenleben/gemeinschaft/konsens/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>3</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Generationen ohne Konflikt</title>
		<link>http://rette-sich-wer-kann.com/zusammenleben/gemeinschaft/generationen-ohne-konflikt/</link>
		<comments>http://rette-sich-wer-kann.com/zusammenleben/gemeinschaft/generationen-ohne-konflikt/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 10 Oct 2007 16:31:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hannelore Vonier</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gemeinschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Weisheit]]></category>
		<category><![CDATA[Alter]]></category>
		<category><![CDATA[Bewusstsein]]></category>
		<category><![CDATA[Gegenwart]]></category>
		<category><![CDATA[Generationen]]></category>
		<category><![CDATA[Zeit]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://rette-sich-wer-kann.com/gemeinschaft/generationen-ohne-konflikt/</guid>
		<description><![CDATA[Im Westen steckt man ungeheure Energie in die Verlängerung der Jugend. Eine riesige, gewinnbringende Industrie lebt nur davon. In Stammesgesellschaften dagegen fühlt man sich vom Alter angezogen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p><img class="frame" title="Alter-Jugend-Generationen-ohne-Konflikt" src="http://rette-sich-wer-kann.com/wp-content/uploads/2007/10/alter-jugend-generationen.jpg" alt="Alter-Jugend-Generationen-ohne-Konflikt" /></p>
<p>Im Westen steckt man ungeheure Energie in die Verlängerung der Jugend. Jung zu sein, heißt vital, attraktiv, begehrt, extrem leistungsfähig zu sein. Infolgedessen lebt eine riesige, gewinnbringende Industrie nur von der Jugend.</p>
<p>Sie bedient die Sehnsucht der Leute nach <span id="more-151"></span>Gesundheit, Popularität und Schönheit. Manche Menschen suchen im Spiegel nach den gefürchteten Spuren des Alters, um sie schleunigst wegzukosmetisieren. Andere verschwenden ihre Energie auf Abenteuerreisen oder an Fahrrad-Heimtrainern, mit denen sie, dauernd an Ort und Stelle tretend, riesige Entfernungen zurücklegen. Sie möchten gut aussehen, jugendliche Kraft ausstrahlen, stark sein. Bei den heutigen Vorstellungen über Jugend und Alter lohnen sich diese Bemühungen ja auch.</p>
<p>Bei Stammesvölkern im Allgemeinen und bei den afrikanischen Dagara im Besonderen aber bedeutet &#8220;jung&#8221;  &#8220;etwas, was feucht ist&#8221; und erst noch trocken werden muss. Es muss behandelt werden, um Dauer zu erlangen.</p>
<p>Die jungen Menschen sind roh und ungeprüft. Hinter ihrem Übermut, ihrer Schönheit und ihrem begehrenswerten Aussehen verbirgt sich <em>Haltlosigkeit</em>, sie haben noch keinen Halt.</p>
<p>Ihr <em>anziehendes </em>Wesen ist Symptom für die Nähe der Geisterwelt. Daher ist für die Stammesvölker Sehnsucht nach Jugend gleichbedeutend mit Sehnsucht nach der anderen Welt.</p>
<p>Doch je gegenwärtiger die andere Welt in dieser Welt ist, desto verletzlicher wird diese. Somit ist Schönheit ein Synonym für Zerbrechlichkeit und braucht tiefere Verankerung und Hilfe zur Stabilität. Wenn jemand von Natur aus besonders schön ist, muss diese Schönheit sorgfältig eingepackt und vor Vernichtung durch die Kräfte des Bösen bewahrt werden. Das anziehende Wesen der Jugend ist für Stammesvölker in erster Linie ein Schrei um Hilfe, um Beistand, ohne den der junge Mensch nicht reifen kann.</p>
<p>Sich vom Jugendlichen zum Erwachsenen zu entwickeln, ist ein Risiko. Der junge Mensch braucht genügend Sicherheit, <strong>um seinem Wachstumstrieb auch nachgeben zu können.</strong> Diese Sicherheit wird ihm von den älteren Generationen geschenkt. Deshalb brauchen Jung und Alt einander.</p>
<p>Hier bezieht sich &#8220;alt&#8221; auf jemanden, der/die trocken, solide, dauerhaft ist &#8211; nicht nur einfach &#8220;gealtert&#8221;.<br />
Alte und die Älteste in diesem Sinn verkörpern Stabilität, Verlässlichkeit, Weisheit. Mit dieser Fähigkeit werden sie zum Bezugspunkt, zur Lebensquelle, zum Forschungszentrum.</p>
<p>Die Weisheit, die ich hier dem westlichen Menschen zu zeigen versuche, liegt eigentlich auf der Hand. Ich möchte zum Ausdruck bringen, dass ein Altersheim der falsche Aufenthaltsort für alte Menschen ist. Die dort hingehen, warten nur noch auf den Tod. Sie klinken sich aus den Verbindungen zwischen den Generationen aus. Entziehen sich.</p>
<p>Während sie dort auf den Tod warten, verpasst die gesamte Gemeinschaft eine große Chance: die Chance, Anker zu werfen und gesegnet zu werden.</p>
<p>Den Jungen fehlen emotionaler Beistand und Hilfe des Heil(ig)en für ihre Arbeit in der Welt, und die Alten langweilen sich zu Tode.</p>
<p>Es ist eine höchst unglückliche Entwicklung, wenn sich Veränderung und Fortschritt auf Kosten des Zusammenwirkens zwischen Alten und Jungen vollziehen, und sie ihres legitimen Rechtes, miteinander  verbunden zu sein, berauben.</p>
<p>Für matriarchale Stammesvölker sieht die Behandlung der Alten im Westen durch die Gesellschaft wie Arbeit am Fließband aus. Die Menschen sind nur noch Produzenten oder Produkte und werden, sobald sie nicht mehr produzieren können, in irgendeine Institution eingesperrt.</p>
<p>Das macht ganz den Eindruck, als fürchte man im Westen das Alter &#8211; teils weil man dann seine Kräfte verliert, teils, weil es an die Nähe zur anderen Welt, zum Unbekannten und Unvorhersagbaren, erinnert. <strong>Das Unvorhersagbare, das Unverfügbare bringt die Schwäche der conditio humana zu Bewusstsein.</strong></p>
<p>Da das moderne Leben durch Verfügbarkeit und Kontrolle charakterisiert ist, ist Alter zum Negativum geworden. Es ist, als könnte man sich durch Jungbleiben noch ablenken und müsste sich die peinliche Tatsache der Flüchtigkeit der Existenz nicht eingestehen.</p>
<p>Die Ältesten sind für die traditionellen Gesellschaften Frauen und Männer, die das Dorf nicht nur wegen ihres hohen Alters, sondern auch wegen ihrer hohen Reife und Weisheit schätzt.</p>
<p>Älteste sind Archive des Stammeswissens und der Lebenserfahrung, für das Dasein des Dorfes wesentliche Ressourcen, die es fest mit den <strong>lebenspendenden </strong>Fundamenten der Tradition verbinden. Der Alte und die Älteste sind die verehrungswürdigsten Mitglieder der Dorfgemeinschaft und ihre größten Bewahrerinnen und Nährer.</p>
<p>Es liegt daher in der Natur der Sache, dass sich alle vom Alter und vom Altwerden angezogen fühlen.</p>
<p align="center">***</p>
<p>Literatur: M. Somé, <a href="http://www.amazon.de/gp/product/389631419X?ie=UTF8&amp;tag=bloghv-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=389631419X" title="Die Weiheit Afrikas - Info bei amazon.de" target="_blank" rel="nofollow" class="liamazon">Die Weisheit Afrikas</a></p>
<p>PS Durch das Internet ändert sich Vieles, nein, eigentlich ALLES. Nicht nur die Menschen in den verschiedenen Ecken der Welt kommen sich näher, sondern auch die Alten und die Jungen, durch das Internet. <a href="http://www.einvoll.net/opa/" title="Das Blog von Walter Holzer aus Wien" class="liexternal">Walter Holzer (81) blogt</a>. Die älteste Nutzerin von <a href="http://skype.com/intl/de/" title="Skype - kostenlos Telefonieren" class="liexternal">Skype</a> ist im ähnlichen Alter. Walter Holzer ist übrigens nicht der älteste Blogger, Maria López aus Spanien ist 95 und Olive Riley aus Australien 108, berichtet der <em>Querdenker</em> (Querdenker-Blog leider nicht mehr online).</p>
<img src="http://rette-sich-wer-kann.com/?ak_action=api_record_view&id=151&type=feed" alt="" />]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://rette-sich-wer-kann.com/zusammenleben/gemeinschaft/generationen-ohne-konflikt/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>2</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>
