Patriarchale Grabräuber wollen Präzedenzfall vermeiden



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1877 erkundet der 32jährige Österreicher Andreas Reischek die Westküste der Südinsel Neuseelands. Er ist Sammler und Tierpräparator.

Berühmt wurde Reischek aber nicht durch seine Arbeit als Tierpräparator. Er war ein leidenschaftlicher Jäger und Sammler. Auf seinen Streifzügen durch die neuseeländische Wildnis erlegte und archivierte er alles, was ihm in die Quere kam. In seinem Reisegepäck auf der Rückfahrt nach Österreich befanden sich 3.016 Vögel und 120 Säugetierbälge, dazu Tausende von Fischen, Reptilien und Pflanzenproben.

Verhängnisvoll war, dass Reischek seine Sammelleidenschaft auch auf die Kultur der Maori ausdehnte. Unzählige Grabbeigaben, 37 Totenschädel und sogar zwei mumifizierte Leichname schaffte er außer Landes. Wohl wissend, dass die verstorbenen Ahnen bei den Maori einem absoluten Tabu unterliegen, räumte Reischek die Grabstätten im Schutz der Dunkelheit aus.

Ureinwohner ausgeraubt

Die Grabräuberei haben die betroffenen Maori-Familien - eine der Mumien ist eindeutig als Vorfahre der heutigen Maori-Königin identifizierbar - Reischek nicht verziehen.

Und auch nicht der Republik Österreich, dass sie die sterblichen Überreste und die Grabbeigaben bis heute im Wiener Völkerkundemuseum aufbewahrt.

Seit Jahrzehnten fordern die Maori ihre Besitztümer zurück. Doch um einen Präzedenzfall zu vermeiden, lehnen die Österreicher wie auch andere ethnologische Museen in Europa und USA die Rückgabe von ethnologischen Gegenständen kategorisch ab …

(Quelle: Die Maori und der Film Whale Rider )


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