Rette sich, wer kann!

Transformationsblog

Weihnachtszeit – Grippezeit: Koppelung von Krankenhaus und Kirche

Teil 4 / 5 der Serie Weihnachtszeit

Depressiv an WeihnachtenDie Grippesaison überschneidet sich nun auch noch mit der Weihnachtszeit. Den Christen wird jetzt gesagt, sie sollen frohgemut sein, ihren Mitmenschen eine selige Rückkehr in die natürliche Wunderwelt der Kindheit wünschen, und Gott im Kind Ehre erweisen.

Doch leider ist die christliche Weihnachtslegende für die heutigen Menschen verwirrend und mangels inneren Zusammenhangs nicht mehr tragfähig. Die Religion hat die Verbindung zum täglichen Leben verloren. Die meisten Leute können die religiösen Inhalte nicht mit ihrem Denken und Fühlen vereinbaren.

Und zu Weihnachten kommt ihnen deutlicher als sonst die riesige Kluft zwischen ihren wissenschaftlichen Glaubensüberzeugungen und ihren religiösen Glaubenssätzen zu Bewusstsein. Sie fühlen sich außerstande, mit einem derartigen mentalen und spirituellen Dilemma fertigzuwerden.

Deshalb kommt es gerade zur Zeit des “Freuet euch!” vermehrt zu Depressionen, die noch verstärkt werden durch die Weihnachtsmusik und die Schaufensterdekorationen, durch die religiösen Hinweise darauf, dass der Mensch als Ebenbild Gottes erschaffen wurde, und durch wieder andere Hinweise darauf, dass dieser gottgegebene Körper – allem Anschein nach außerstande, für sich selbst zu sorgen – von Natur aus dazu bestimmt ist, ein Opfer von Unheil und Krankheit zu werden.

So ist die Weihnachtszeit in unserer Gesellschaft Ausdruck hoffnungsvoll-freudiger Erwartungen, währenddessen die Grippesaison Ängste widerspiegelt und die Kluft zwischen beiden zum Vorschein bringt.

Die christliche Tradition, die uns alle beeinflusst, die wir in ihrem Wirkungskreis aufgewachsen sind, deutet Krankheit als Strafe Gottes oder zumindest als gottgesandte Prüfung, die es standhaft zu ertragen gilt; sie betrachtet uns Menschen als sündige Kreaturen, behaftet mit dem Makel der Erbsünde und gezwungen, im Schweiße unseres Angesichts zu arbeiten. Auch wenn vielen diese Hintergründe nicht bewusst sind, die Wirkung ist die gleiche.

Das wissenschaftliche Weltbild aber zeigt uns als Zufallsprodukt eines gleichgültigen Universums, als Kreaturen ohne jede tiefere Bedeutung, deren Bewusstsein Produkt eines bloß zufällig entstandenen physiologischen Mechanismus der Evolution ist. Außerhalb dessen gibt es keine Wirklichkeit. Die Wissenschaft ist in dieser Hinsicht wenigstens konsequent.

Das Christentum jedoch fordert die zum Leiden geborenen Geschöpfe ex officio dazu auf, sich zu freuen, und die Sünder, zu kindlicher Unschuld zurückzufinden; es fordert sie auf, einen Gott zu lieben, der eines Tages die Welt zerstören und sie in die Hölle verdammen wird, wenn sie ihm nicht Ehre erweisen.

Depressiver MannAufgerieben zwischen zwei derart widersprüchlichen Glaubenssystemen werden viele Menschen gerade in der Weihnachtszeit körperlich krank.

Kirchen und Krankenhäuser sind meistens die größten Gebäude einer Stadt, und die einzigen, die den Menschen ohne amtliche Bewilligung auch am Sonntag offen stehen.

Wir können unsere Gesundheit nicht von unserem persönlichen Wertesystem trennen, und häufig genug profitieren die Spitäler von den Schuldgefühlen, welche die Religionen den Leuten eingeflößt haben.

Koppelung von Krankenhaus und Kirche

Beachten Sie das Kreuzsymbol, das beide Institutionen für sich in Anspruch nehmen!

Ich spreche jetzt von Elementen der Religion, die derart mit dem gesellschaftlich-patriarchalen Leben vermischt sind, dass jeder Sinn für die grundlegende spirituelle Integrität verloren geht.

Die Menschen sind von Natur aus religiös. Das religiös-spirituelle Empfinden ist eine der grundlegenden menschlichen Eigenschaften und ist der in unserer Gesellschaft am meisten außer acht gelassene Bereich der menschlichen Psyche. Es gibt ein natürliches spirituelles Wissen, mit dem wir geboren werden.

*

“Von Gesundheit reden und sich krank verhalten.”

– Patricia Kinloch, Forscherin am Gesundheitsamt von Samoa

Das ist der Titel eines Buches über Gesundheit auf Samoa, der auf einen großen Widerspruch hinweist.

Die Samoaner betrachten Krankheit als eine Zerrüttung der gesellschaftlichen Ordnung. In der samoanischen Kultur ist Krankheit nicht nur eine Frage von Krankheitserregern und Biologie. Die Samoaner wissen, dass Krankheit keineswegs nur ein individuelles Problem ist. Sie hat Auswirkungen auf die Gemeinschaft und die Gruppe, der die Kranke angehört.

Wie oft reden wir von Gesundheit und verhalten uns krank? Wir sprechen davon, Menschen von Krankheiten zu befreien und unterstützen gleichzeitig Industriezweige, die die Luft mit krebserregenden Stoffen verschmutzen.

Wir reden über das Heilen und benutzen Arzneimittel, deren Nebenwirkungen sich später als tödlich erweisen.

Wir sprechen vom Erziehen gesunder Kinder und überlassen die Verantwortung dafür der Gesundheitsindustrie.


Autor: Hannelore Vonier

Bloggerin mit dem leidenschaftlichen Drang, die destruktiven Kräfte in unserer Gesellschaft bekannt zu machen und Lösungen aufzuzeigen. Mehr über mich und diesen Blog.

6 Kommentare

  1. Ja, das mag wohl stimmen. Nicht zu vergessen ist auch die erzwungene familiäre Nähe an diesen Tagen, das lässt viele krank werden, dadurch können sie sich unbewusst dieser Nähe und dem ganzen Gedöhns entziehen. Wir haben uns von dem Zwang freigemacht, kein vermehrter Konsum, einfach gar nix. Nicht mal ein schlechtes Gewissen.
    Mir selber scheint heuer das erste mal, dass sich mein Köper dem natürlichen Rythmus anpasst und sich nicht gegen die Dunkelheit wehrt. Ich freu mich auf Weihnachten (Julfest) weil dann die Tag-u.Nachtgleiche ist und es lichtmässig wieder aufwärts geht.

  2. Ja, das mag wohl stimmen. Nicht zu vergessen ist auch die erzwungene familiäre Nähe an diesen Tagen, das lässt viele krank werden, dadurch können sie sich unbewusst dieser Nähe und dem ganzen Gedöhns entziehen. Wir haben uns von dem Zwang freigemacht, kein vermehrter Konsum, einfach gar nix. Nicht mal ein schlechtes Gewissen.
    Mir selber scheint heuer das erste mal, dass sich mein Köper dem natürlichen Rythmus anpasst und sich nicht gegen die Dunkelheit wehrt. Ich freu mich auf Weihnachten (Julfest) weil dann die Tag-u.Nachtgleiche ist und es lichtmässig wieder aufwärts geht.

  3. Ja, das mag wohl stimmen. Nicht zu vergessen ist auch die erzwungene familiäre Nähe an diesen Tagen, das lässt viele krank werden, dadurch können sie sich unbewusst dieser Nähe und dem ganzen Gedöhns entziehen. Wir haben uns von dem Zwang freigemacht, kein vermehrter Konsum, einfach gar nix. Nicht mal ein schlechtes Gewissen.
    Mir selber scheint heuer das erste mal, dass sich mein Köper dem natürlichen Rythmus anpasst und sich nicht gegen die Dunkelheit wehrt. Ich freu mich auf Weihnachten (Julfest) weil dann die Tag-u.Nachtgleiche ist und es lichtmässig wieder aufwärts geht.

  4. Grippezeit zur Krippenzeit?
    Bin gestern im Adventkonzert gewesen – Enkeltochter Helene, eine der Mitwirkenden, war Magnet genug mich gern zwei Stunden hinzusetzen und den Klassenchören und der Orchester AG des Gymnasiums zu lauschen und begeistert zu klatschen. Der Beginn hat mich jedoch eher nachdenklich gemacht. Die Inszenierung beeindruckte durch das nach vorn Strömen der einzelnen Chöre und alle sangen das bekannte: Tragt in die Welt nun ein Licht – aber es geht ja weiter im Text und dabei wurde mir etwas mulmig!
    Tragt zu den Alten…  tragt zu den Kranken…   tragt zu den Kindern…
    Was bedeutet diese festgestellte Separierung? Irgendwo findet also das etablierte Leben statt und dann gibt es wohl noch diese Enklaven, dort die Alten und da die Kranken, ach ja, und auch irgendwo außerhalb von diesem Leben gar die Kinder? Kindern und Mütter sind für mich eine untrennbare Einheit, gehören Mütter also auch zu denen, die dieses ominösen Lichtes bedürfen und stehen sie auch außerhalb vom dem, was da so im wirklichen Leben und zur lieblichen Weihnachtszeit statt findet? Alt sein, Krank sein, heißt nicht nur hier, quasi außerhalb der Gemeinschaft zu stehen, selbst Kinder scheinen nicht dazu zu gehören. Jedenfalls geht durch das scheinbar heile Bild ein ordentlicher Riss!

  5. Grippezeit zur Krippenzeit?
    Bin gestern im Adventkonzert gewesen – Enkeltochter Helene, eine der Mitwirkenden, war Magnet genug mich gern zwei Stunden hinzusetzen und den Klassenchören und der Orchester AG des Gymnasiums zu lauschen und begeistert zu klatschen. Der Beginn hat mich jedoch eher nachdenklich gemacht. Die Inszenierung beeindruckte durch das nach vorn Strömen der einzelnen Chöre und alle sangen das bekannte: Tragt in die Welt nun ein Licht – aber es geht ja weiter im Text und dabei wurde mir etwas mulmig!
    Tragt zu den Alten…  tragt zu den Kranken…   tragt zu den Kindern…
    Was bedeutet diese festgestellte Separierung? Irgendwo findet also das etablierte Leben statt und dann gibt es wohl noch diese Enklaven, dort die Alten und da die Kranken, ach ja, und auch irgendwo außerhalb von diesem Leben gar die Kinder? Kindern und Mütter sind für mich eine untrennbare Einheit, gehören Mütter also auch zu denen, die dieses ominösen Lichtes bedürfen und stehen sie auch außerhalb vom dem, was da so im wirklichen Leben und zur lieblichen Weihnachtszeit statt findet? Alt sein, Krank sein, heißt nicht nur hier, quasi außerhalb der Gemeinschaft zu stehen, selbst Kinder scheinen nicht dazu zu gehören. Jedenfalls geht durch das scheinbar heile Bild ein ordentlicher Riss!

  6. Grippezeit zur Krippenzeit?
    Bin gestern im Adventkonzert gewesen – Enkeltochter Helene, eine der Mitwirkenden, war Magnet genug mich gern zwei Stunden hinzusetzen und den Klassenchören und der Orchester AG des Gymnasiums zu lauschen und begeistert zu klatschen. Der Beginn hat mich jedoch eher nachdenklich gemacht. Die Inszenierung beeindruckte durch das nach vorn Strömen der einzelnen Chöre und alle sangen das bekannte: Tragt in die Welt nun ein Licht – aber es geht ja weiter im Text und dabei wurde mir etwas mulmig!
    Tragt zu den Alten…  tragt zu den Kranken…   tragt zu den Kindern…
    Was bedeutet diese festgestellte Separierung? Irgendwo findet also das etablierte Leben statt und dann gibt es wohl noch diese Enklaven, dort die Alten und da die Kranken, ach ja, und auch irgendwo außerhalb von diesem Leben gar die Kinder? Kindern und Mütter sind für mich eine untrennbare Einheit, gehören Mütter also auch zu denen, die dieses ominösen Lichtes bedürfen und stehen sie auch außerhalb vom dem, was da so im wirklichen Leben und zur lieblichen Weihnachtszeit statt findet? Alt sein, Krank sein, heißt nicht nur hier, quasi außerhalb der Gemeinschaft zu stehen, selbst Kinder scheinen nicht dazu zu gehören. Jedenfalls geht durch das scheinbar heile Bild ein ordentlicher Riss!