Am 11. Dezember erschien im Eltern-Blog der New York Times ein Artikel mit der Überschrift “Orgasms During Childbirth?“.
Der Beitrag kündigt den Dokumentar-Film “Orgasmic Birth” an, der am Freitag, 2. Januar 2009 im populären Sender ABC ausgestrahlt wird. (mehr zur Sendung unter ABC’s 20/20)
Die Botschaft des Films ist “dass Frauen Wehen und Geburt in allen möglichen Formen erleben können. Und es gibt da eine Menge mehr Optionen, dies zu einer positiven und angenehmen Erfahrung zu machen,”
erklärt Debra Pascali-Bonaro. Sie ist die Produzentin des Film und außerdem Geburts-Lehrerin und Doula.
Eine Doula – griechisch “Dienerin der Frau” – begleitet neben der Hebamme und dem Partner die Frau durch den Prozess der Geburt.
Die New York Times ist eine international gelesene seriöse Zeitung, existiert seit 1851, und genießt den Ruf einer respektablen und maßgebenden Quelle für moderne Ereignisse.
Wenn dieses Thema von der Times aufgegriffen wird, dann ist es keine reißerische Meldung, sondern ein Grund zum Feiern!
Das Patriarchat unterlaufen
Wieder ist ein Tabu-Thema in die Öffentlichkeit gerückt worden. Denn in der Bibel steht’s ja anders: “unter Schmerzen sollst du gebären”. Und mit dieser Angst ausgestattet kann man Menschen manipulieren. So, dass Frauen zum Gebären in ein Krankenhaus gehen, als hätten sie Blinddarmentzündung oder einen Knochenbruch.
Die Zeiten sind angebrochen, wo solche Absurditäten ins Bewusstsein einiger und durch die Vernetzung im Internet ins Bewusstsein aller geraten.
Interessant sind die Kommentare unter dem Times-Artikel, der erste lautet “There must be no comments on this because its so ridiculous.” Es braucht also noch ein Weilchen bis der neue Glaubenssatz “Geburt kann lustvoll sein” sich durchsetzt.
Auf der Website zum Film gibt es haufenweise Informationen. Hier ist der Trailer:
Man kann den Film auch auf DVD kaufen (mit deutschen Untertiteln). Und die CD mit der Filmmusik ist ebenfalls erhältlich. Sie wurde so komponiert, dass sie als unterstützende Hintergrundmusik für eine Geburt geeignet ist.
DVD: $35 – CD: $18 – 5 DVDs $150 – 5 CDs $75
Sicher eines der besten Geschenke, für Leute, die noch nicht geboren sind.
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Die Lust beginnt mit der Zeugung, setzt sich fort mit der Geburt und dann dem Stillen. Das mit den Orgasmen beim Stillen ist auch so ein Tabu. Deshalb habe ich ein Ebook darüber geschrieben: Am Anfang war die Lust.

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Ich glaube aber nicht, dass die werdenden Muetter an eine schmerzhafte Geburt glauben, weil es in der Bibel steht, Hannelore.
Für alle werdenden Mütter könnte dieser Link interessant sein:
http://www.sanftegeburt.ch
Wundervoll! Hätte ich das 20 Jahre früher gewußt, ich hätte es mir vielleicht doch noch mal überlegt mit dem Kinderkriegen.
Sehr erhellend – und schon im Trailer ist eine so bejahende Atmosphäre zu spüren, die in der Tat von allem abweicht, was sonst meist zum Thema Geburt zu sehen und zu hören ist. Danke für den schönen Beitrag, Sati
Ein wundervoller Film, vor allem für all diejenigen, die jung sind und noch nicht an eigene Kinder denken. So kann viel von der Gesellschaft “geschürte Angst” bei schwangeren Frauen im Vorfeld genommen werden. Sie bringen ein Kind zur Welt und das kann auch in privater Atmosphäre sehr lustvoll sein. Meine Hochachtung vor diesem Film und den mutigen Frauen, die anderen Frauen und ihren Partnern zeigen, dass man sich mit einem “Wunschkaiserschnitt” nichts Schlimmes erspart sondern eine wundervolle Erfahrung verpasst.
In meinem letzten Kommentar habe ich ja so furchtbar gemeckert, aber für diesen Beitrag – stellvertretend für all die Male, wo ich es versäumt habe – vielen Dank
Zum Thema allerdings die Frage: sind Vergleiche zum sogenannten “Lustschmerz” angebracht oder handelt es sich wirklich eine “schmerzfreie” Geburt?
Akareyons letzter Blog-Beitrag…Die große Verschwörung
@akareyon Beim “Rauskommen” des Kindes gibt es sicher die gesamte Skala: von extremen Schmerzen über leichte Schmerzen zu schmerzfrei zu ekstatischer Lust (Orgasmen). Ähnlich wie beim “Reinkommen” (Koitus), wo Frauen ebenso starke Schmerzen, gar nichts oder höchste Lust empfinden können.
Das liegt u.a. daran, dass wir patriarchalen Menschen mehr oder weniger “gepanzert” sind (Männer auch). Wilhelm Reich beschreibt das sehr verständlich und detailliert in “Die Entdeckung des Orgons. Die Funktion des Orgasmus”. Je mehr Zwang Kinder/Jugendliche erfahren, desto blockierter ist der Energiefluss im Körper, und damit auch das Ausmaß der Lust.
ein wunderschöner film, der zeigt, daß geburt nichts ist, wovor man sich fürchten muß, sondern daß geburt ein kraftvolles, urgewaltiges, beeindruckendes, wunderschönes und absolut schaffbares ist.
angst verursacht schmerz – ohne angst und mit vertrauen ist geburt nicht schmerzlich.
das vielgenannten bibelzitat beruht übrigens auf einem übersetzungsfehler. das ursprünglich gewählte hebräische wort lautet “etzev” – dies bedeutet übersetzt lediglich “mühsal, anstrengung” – aber nicht “schmerz”.
auch eine lustvolle, kraftvolle, schöne geburt ist immer auch anstrengend, so wie selbst der sexualakt manchmal anstrengend ist. ich erinnere mich an manchen oberschenkelmuskelkater