Die positiven Folgen eines Blitzschlags

Die positiven Folgen eines Blitzschlags

von Hannelore Vonier

Blitzschlag in einen Baum, Gesetz der Natur

Vorige Woche hatten wir ein sehr starkes Gewitter. Donner und Blitz direkt über dem Haus. So ein Gewitter gibt es hier in der Regenzeit während des Sommers oft, aber schon als es begann, hatte ich eine Vorahnung und geriet unter Stress. Stress ist etwas anderes als Angst, die hatte ich nicht, ich fühlte mich nicht bedroht. Als der Spuk nach einer Stunde vorbei war und die Regenschauer so schnell aufgehört hatten, wie sie begannen, war klar woher mein Stress kam: Das Telefon funktionierte nicht mehr und mein Desktop-Computer ließ sich nicht mehr hochfahren.

Ich sitze zwar viel am Computer, bin aber nicht süchtig danach. Es ist jedoch etwas anderes, wenn die Option ins Internet zu gehen oder zu telefonieren nicht mehr gegeben ist. Und ich wusste nicht, ob meine Festplatte mit meinen wertvollen Daten noch OK war. Mein Stress verschwand nicht.

Da tat ich, was ich immer tue, wenn ich Körpersensationen habe, die ich nicht verstehe: ich setzte mich hin und dachte nach.

Ein Gewitter (oder jede andere Wettererscheinung in der Natur) ist ja nichts, was ich beeinflussen kann. Wie gehen matriarchale Menschen damit um, von denen wir wissen, dass sie “mit der Natur im Einklang leben”?

Wie kann ich im Einklang damit sein, dass an unserem Haus etwas zerstört wird?

Nun, ich kam zu folgenden Ergebnissen:

Der Blitzschlag hatte mich zu einer mehrtägigen Pause gezwungen. Der Donner signalisierte es wie ein großer Gong.
Jemand hatte “Stop” geschrien.

Obwohl ich zuerst nicht sah, warum – ich bin kein Workaholic oder so, gehe die Dinge eher langsam an – wurde dann klar: Ich musste die Richtung und den Level von dem ändern, was ich gerade in Arbeit hatte. Das heißt, eine andere innere Haltung dazu einnehmen. Das “wie” hat nicht mehr gestimmt.

Was das in meinem Fall im Detail war, ist nicht so wichtig und wird sich erst allmählich zeigen. Wichtig ist Folgendes zu erkennen:

Der Blitz schlug in die Telefonleitung ein, weiter zu Modem und Router, traf im Computer die LAN-Karte, Materie ging dabei “in Scherben”, aber er hat keinen Schaden angerichtet, sondern verhindert!!

Wie das?

  • die kaputten Teile hatte ich nach ein paar Tagen ersetzt und jetzt läuft alles wieder. Es ist nur materiell.
  • Zeit habe ich keine verloren, sondern anders genutzt.

Das ganze Ereignis hat mir in meinem persönlichen Wachstums- und Lernprozess einen Schubs versetzt und ich kann euch sagen

  1. es (in mir) hat was kapiert; mein Kopf, aber vor allem mein Bauch. Und der Bauch ist wichtiger, denn der löst die Handlungen aus.
  2. ich bin mir selbst wieder ein Stück näher gekommen, authentischer. Das fühlt sich gut an und gibt mir Energie – ich war in den letzten paar Tagen so effektiv wie schon lange nicht mehr.
  3. Es wurde Schaden verhindert, weil ich nicht weiterhin auf der Stelle getreten bin, wie vor dem Gewitter.

Die Naturvölker haben recht: Es muss etwas zerstört werden, bevor etwas Neues entstehen kann. Die entstandene Lücke wird immer gefüllt.

Unser Volksmund sagt: “Ein Gewitter reinigt die Luft.” Und “Scherben bringen Glück!” Wir kennen die alten Weisheiten also noch, beziehen sie aber häufig auf materielle Dinge, anstatt auf Bewusstheit und Energien.

Auf der Welt passieren überall Unwetter. Durch die schnelle Nachrichtenvermittlung können wir davon erfahren. Aber Naturkatastrophen gab es schon immer. In der Archäologie werden ständig Überreste davon entdeckt.

Da liegt es nun an uns zu entscheiden, welche Bedeutung wir dem geben. Ist ein Tsunami schrecklich? Ein Hurrikan, ein Hochwasser, eine Lawine?

Sicher, manches hat Auswirkungen, weil die Menschen herum gepfuscht haben (Flüsse begradigt, Wälder abgeholzt). Aber das geschieht erst seit etwa 3000 Jahren.

Die großen Klimaänderungen gibt es schon ein paar Zeitalter länger – die Dinosaurier hören das gar nicht gern, denn sie gingen dabei drauf.

Es ist ein universales Gesetz:

Zerstörung und Wachstum gehören zusammen.

In Kleinen, im Großen und im ganz Großen. Und wenn wir es schafften, das zu akzeptieren, zu respektieren und letztlich zu lieben, weil es uns erlaubt über unsere Grenzen hinauszugehen, dann haben wir Frieden.

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