Rette sich, wer kann!

Transformationsblog von Hannelore Vonier

Neues Bewusstsein: Wie du dein individuelles Sehvermögen ausdehnst (Übungen)

neues bewusstsein

Jeder kann neues Bewusstsein entwickeln.

Viele von euch halten es für möglich, dass sich die Menschen selbst ausrotten, denken aber, es sei verrückt, Träume als ein Mittel zu verwenden, um das tägliche Leben zu beeinflussen.

Oder sie glauben, dass es richtig ist, sich der Bakterien, Kriege und Katastrophen bewusst zu sein, halten es aber für vernachlässigbar, sich der anderen Teile des Selbst bewusst zu sein, die solche Probleme lösen könnten.

Es geht nicht darum, das normale Bewusstsein zu verneinen, sondern es buchstäblich zu erweitern, neues Bewusstsein dazu zu gewinnen. Und zwar dadurch, dass man andere Realitätsebenen miteinbezieht, die wirklich innerlich wahrgenommen und und genutzt werden können. Übungen dazu beschreibe ich weiter unten.

In ursprünglichen Gesellschaften ist das Konzept „neues Bewusstsein gewinnen“ an der Tagesordnung.

Im Stamm der Dagara in Westafrika ist Dunkelheit etwas Heiliges. Es ist verboten, sie zu erhellen, denn sie verscheucht den Geist.
Die Nacht ist der Tag des Geistes, der Ahnen, die dann kommen und uns erzählen, was vor uns auf dem Lebensweg liegt.

Nachts ein Licht anzuzünden hieße, keinen Wert auf diese wunderbare Gelegenheit zu legen, den Weg gezeigt zu bekommen. Eine solche Einstellung wäre bei den Dagara unmöglich.

Die einzige Ausnahme von der Regel ist ein Freudenfeuer. Es strahlt zwar mächtig Helligkeit aus, ist aber nicht verboten, weil immer auch Trommeln dabei sind, und das Dröhnen der Trommeln löscht das Licht aus.

Man erwartet von allen Dorfbewohner/innen, das sie oder er lernt, wie man sich in der Dunkelheit verhält.

Einem jungen Besucher aus den „zivilisierten“ Ländern wurde einmal ein Licht gegeben, weil er – typisch für die westlichen Kulturen – die Fähigkeit mit der Dunkelheit umzugehen verloren hatte. Jedes Mal, wenn die Leute das schüchterne Licht der Schibaum-Öllampe in seinem Zimmer sahen, suchten sie eilig das Weite.

Für sie bewies das Licht, dass hier ein Mensch mit den Elementen des Kosmos sein Spiel trieb. Niemals besuchten ihn die anderen jungen Männer des Dorfes nach Einbruch der Dunkelheit, wie es ansonsten zwischen ihnen üblich ist.

Rückkehr zur Quelle

Was wir im Alltag sehen, ist nicht die eigentliche Natur. Nicht, weil sie uns anlügt, sondern weil sie die Wirklichkeit so verschlüsselt, dass wir unter gewöhnlichen Umständen mit ihr zurechtkommen können.
Die Natur sieht so aus, wie sie aussieht weil wir so sind, wie wir sind.

Wir können nicht zeitlebens auf dem ekstatischen Niveau eines Erleuchteten leben. Nur zu bald wären unsere Sinne erschöpft und wir würden unsere täglichen Pflichten vernachlässigen.

Dennoch muss einmal die Zeit kommen, wo man lernt, sich als ganzheitliche Persönlichkeit zwischen diesen beiden Lebensweisen hin und her zu bewegen.

Die Stammeserziehung besteht aus drei Teilen:

  • Ausdehnung des individuellen Sehvermögens,
  • Zerstörung der Gewohnheit des Körpers, sich nur auf einer Ebene des Daseins zu bewegen, und
  • Vermittlung der Fähigkeit, in anderen Dimensionen zu reisen und wieder zurückzukehren.

Der Ausbau des eigenen Sehvermögens und seiner Fähigkeiten ist nichts Übernatürliches. Im Gegenteil: es ist sehr natürlich, Teil der Natur zu sein und einen größeren Horizont zu besitzen.

Nun zu den Übungen:

1. Wenn ihr einmal am Einschlafen seid, dann sprecht zu euch selbst: „Ich will so tun, als ob ich während des Schlafes wach wäre.“

Suggeriert euch, dass ihr in eine andere Art der Wachheit eintretet, anstatt einfach einzuschlafen. Versucht euch vorzustellen, dass ihr wach seid, während ihr schlaft.

2. Wenn ihr ein andermal zu Bett geht, dann legt euch bequem hin und stellt euch beim Einschlafen vor, dass ihr am andern Morgen aufwacht.

Wichtig ist hier die Ausführung dieser Übungen, den Prozess zu trainieren und die Erfahrung zu machen. Die Resultate im üblichen Sinn sind unbedeutend.

Es gibt verschiedene Arten des Wissens und Übungen, wie sie hier beschrieben werden, verschaffen euch einen Zugang zu neuem Wissen (neues Bewusstsein). Wenn ihr die Übungen eine zeitlang macht, werden sich euch neue Formen der Wahrnehmung erschließen, so dass ihr eure Erfahrung von mehr als nur einem Standpunkt aus sehen könnt. Betrachtet es als Spiel, es macht Spaß!

Eure Erfahrung an sich wird sich in ihrer Qualität ändern.

3. Versucht doch mal, wenn die Situation gerade günstig ist, euch bei vollem Wachbewusstsein vorzustellen, eure gegenwärtige Erfahrung des Augenblicks sei ein Traum und höchst symbolisch. Und dann versucht, sie als solchen zu interpretieren.

Wer sind die Leute da? Was tun sie, was stellen sie dar? Wenn sich diese Szene in einem Traum abspielte, was würde dieser dann bedeuten? Und in welches durch diesen Traum beeinflusste Wachleben würdet ihr am Morgen erwachen?

Die Übungen werden neues Bewusstsein und neue Gefühle mit sich bringen, die euch bisher nicht bekannt waren. Manche der euch bedrängenden Fragen finden vielleicht in einem solchen Zustand ihre Antwort, aber jedenfalls nicht in einer voraussehbaren und auch kaum in einer in bekannte Begriffe übersetzbaren Weise.

4. Wenn ihr wieder mal eine Straße entlang geht, dann tut so, als ob ihr die Szene vom Himmel bzw. von einem Flugzeug aus sehen würdet, und zwar auch euch selbst.

 5. Wenn ihr im Haus sitzt, stellt euch vor, draußen auf dem Rasen oder auf der Straße zu sein.

 Alle diese Übungen sollten mit einem Zurückkommen in die Gegenwart abgeschlossen werden: Ihr richtet eure Aufmerksamkeit so klar wie möglich nach außen auf den gegenwärtigen Moment und lasst Geräusche und Bilder eurer körperlichen Situation in eure Aufmerksamkeit eintreten.

Tatsächlich werden die Übungen zu einem klareren Bild der Welt führen, da sie den Ablauf eurer Wahrnehmungen erleichtern. Sie erlauben euch, Nuancen in der physischen Situation wahrzunehmen, die vorher eurer Aufmerksamkeit entgangen sind.

Es geht hier um praktizierte direkte Erfahrung. Es nützt euch nichts, wenn ihr intellektuell versteht, was ich sage, aber praktisch nichts wisst.[1]

Nun zu euch:

Welche Übung gefällt euch am besten? Kennt ihr ähnliche Übungen? Bist du neugierig darauf, dein Sehvermögen zu erweitern und die Welt klarer zu erkennen? Um neues Bewusstsein in der Gesellschaft zu fördern, ist es nötig, dass möglichst viele Menschen praktische Erfahrungen wie hier beschrieben erleben. Bitte teilt den Beitrag.

 

 

 



Quellen/Anmerkungen:
  1. Weitere Info und Übungen in Die Natur der Psyche: Ihr menschlicher Ausdruck in Kreativität, Liebe, Sexualität ↩

Autor: Hannelore Vonier

Bloggerin mit dem leidenschaftlichen Drang, die destruktiven Kräfte in unserer Gesellschaft bekannt zu machen und Lösungen aufzuzeigen. Mehr über mich und diesen Blog.

2 Kommentare

  1. Danke für den Artikel über das „neue Bewusstsein“ … es ist was ich schon seit vielen Jahren immer wieder erprobe und erlebe ! Merci et bonne continuation

  2. Meditation. Vipassana. Shine.