Rette sich, wer kann!

Transformationsblog

Was wirst du vermissen, wenn die Zeitungen verschwunden sind?

Seth Godin fasst in einem kurzen Artikel (englisch) zusammen, was passiert, wenn es keine Zeitungen mehr gibt. Ja, das wird kommen.

Years and years after some pundits began predicting the end of
newspapers, the newspapers themselves are finally realizing that it’s over. Huge debt, high costs, declining subscription rates, plummeting ad base–will the last one out please turn off the lights.

Die US-amerikanische Zeitungslandschaft sieht etwas anders aus als die deutsche, aber grundsätzlich sind Zeitungen Zeitungen.

Was würde dir fehlen?

Der Sport-Teil? Ist aktueller und besser online.

Das Wetter? Genauso.

Buch-, Film-, Theater- oder Restaurantkritiken? Tatsache ist, dass es mehr davon online gibt, oft besser, viel persönlicher und relevanter. Sie werden uns auf jeden Fall erhalten bleiben.

Leitartikel und Kommentare? Wiederum: da bietet das Web ausgezeichnetes Material und verstärkt eher die guten Sachen.

Bleiben noch die Lokal-Nachrichten, Reportagen und überregionale Berichterstattung. Bekommen wir ebenfalls online und übers Fernsehen. Mein Lieblings-Kanal für Nachrichten in deutsch ist Yahoo.

Holzbrei zur Papierverarbeitung, Druckerpressen, Lieferwagen, Straßen-Kiosks und Zeitungsstände… Würdest du das vermissen?


Lange bevor irgend jemand etwas vom Internet hörte, konnten die ersten Home-Computer-Besitzer ihre Morgenzeitung online lesen… sozusagen. Ein Bericht von KRON-TV, San Francisco, im Jahr 1981 über das primitive Internet.


Autor: Hannelore Vonier

Bloggerin mit dem leidenschaftlichen Drang, die destruktiven Kräfte in unserer Gesellschaft bekannt zu machen und Lösungen aufzuzeigen. Mehr über mich und diesen Blog.

8 Kommentare

  1. Ich glaube es ist nicht gut, wenn die Zeitungen verschwinden, denn ein gedrucktes Wort ist einfach länger verfügbar, als eines, das es online gibt.
    Wie oft erlebe ich, dass was gestern noch im Internet zu finden war, heute schon verschwunden ist.
    Je nachdem wie kritisch Regierungen Webseiten ansehen, werden sie einfach gesperrt, klar auch Zeitungen verboten, doch wenn wir unser aller Zeitgeschichte sehen, ist so vieles verloren gegangen, weil es nicht dokumentiert wurde….
    Heute fangen viele indigene Völker an, ihr Wissen aufzuschreiben, eine alte Sprache neu zu beleben, eben auch indem sie niedergeschrieben wird… ohne das gedruckte Wort, wird es schwer… ich hoffe, es wird weiterhin bleiben zum Web2….

  2. Wenn es keine Zeitungen mehr gäbe würde ich nichts vermissen, denn ich lese keine Zeitung.
    Ich fände es allerdings furchtbar traurig, wenn es keine Bücher mehr gäbe!

    Nina

  3. Ich vermisse ein wenig die Lokalzeitung, die gibt es hier (an der Cote d’Azur) nämlich nicht wirklich. Also: Interviews mit lokalen Unternehmern, Studenten, Hausmeistern; Information über neue Geschäfte, Bauprojekte, Ereignisse, Ausstellungen, politische Entscheidungen … selbst Polizei-Berichte können interessant sein, wenn sie Dinge betreffen, die 200 Meter von deiner Wohnung geschehen sind.

    Was aber viel wichtiger ist, ist unabhängige politische Berichterstattung und Aufdecken von Skandalen, Korruption, illegalen Machenschaften von Politikern – also die Kontrolle der Politik (und auch die Kontrolle der Kontrolle). Das können kleine Medien nicht leisten – es ist nicht mal sicher, ob sich Recherche-Journalismus überhaupt noch rechnet.

  4. ich abboniere zur Zeit das unerzogen-Magazin. Das kommt ganz selten im Jahr. Ich finde es gut, das in den Händen halten zu können, auf meinen Schreibtisch legen zu können, später weiterzulesen, ohne Strom, ohne meinen langsamen, ratternden Computer. Wenn ich will, kann ich das Heft zu Leuten mitnehmen und denen zeigen. Viele Leute, die ich kenne, nehmen sich keine Zeit für das Lesen im Internet, aber sie fragen nach der Zeitschrift, die bei mir liegt und sind bereit, die zu lesen. Ich habe keine Sorge, ob es nun auf lange Sicht keine Zeitungen mehr geben wird oder nicht. Ich denke, das wird sich über den Bedarf regeln.

    sumpffusss letzter Blog-Beitrag…Erfassung

  5. @Fragezeichner – Lokale Nachrichten gibt es einige für DE, CH, AT. F müsste so was auch haben, mal googlen.
    Bei uns in den USA ist die lokale online-Berichterstattung überwältigend.

    @Nina – siehe Brauchen wir noch gedruckte Bücher?

    @sumpffuss – Zeitungen aus Papier werden (wie Bücher, siehe Link) durch Zeitungs-Reader ersetzt, die man bequem auf dem Schoß hält, neben den Frühstückteller legt oder im Bett liest.
    Wenn du mit der Zeitung fertig bist, liest du in einem Buch weiter 🙂

    Gerade kleine Magazine wie das „unerzogen“ kämen kostenmäßig viel besser über die Runden, wenn die Leute es über einen Reader aus dem Internet laden könnten. Für Texte braucht man keine schnelle Verbindung und der Kindle-Reader arbeitet über die Telefonleitung (glaube ich), ohne Internetanbindung.

  6. Ich gehöre zu denen, die kaum Zeitungen liest. Da schaue ich lieber Nachrichten im Fernsehen (wenn überhaupt, denn schaut man sich zwei Nachrichtensendungen an, hat man drei verschiedene Darstellungen einer Angelegenheit).

    Also in dem Sinne, für mich würde sich nicht viel ändern.

    lllg
    Katze

  7. Ich kann on-line alle ( NOCH) Printmedien lesen..

    lese aber lieber die ZEITUNG !
    meine haptischen Sinne werden so befriedigt –
    … ich rieche gerne Druckerschwärze..
    …ich kann beim Lesen auf dem Sofa lümmeln

    im Kaffeehaus würde ich mich langweilen ohne Zeitung/Zeitschrift zwischen Nase und Kaffeetasse

    für mich würde ohne Zeitung ein Stück meines Alltags anders werden

    Nantes letzter Blog-Beitrag………..

  8. Ich liebe es großformatige Zeitungen zu lesen. Mein Blick wandert dann über die Seiten erhascht hier eine Information – vertieft sich dort in einen Artikel. Ich kann mir deshalb überhaupt nicht vorstellen, dass es mir genauso viel Freude machen würde, auf einen kleinen Bildschirm zu starren – da bekomme ich schom beim daran denken Lähmungen im Hirn. ;o)