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	<title>Rette sich, wer kann! &#187; Besitz Eigentum</title>
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	<description>Gesellschaft im Wandel: Vom Patriarchat zu Web 2.0</description>
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		<title>Geistiges Eigentum &#8211; ein patriarchales Hirngespinst und sein naher Tod</title>
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		<pubDate>Tue, 17 Feb 2009 00:52:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hannelore Vonier</dc:creator>
				<category><![CDATA[Besitz Eigentum]]></category>
		<category><![CDATA[geistiges Eigentum]]></category>
		<category><![CDATA[Patriarchat]]></category>

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		<description><![CDATA[Anlässlich des "Tag des geistigen Eigentums" am 26. April haben 200 KünstlerInnen einen offenen Brief an die Bundeskanzlerin geschrieben. Frau Merkel soll was gegen illegales Kopieren tun, aber das Internet ist stärker.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[		<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Adc&amp;rfr_id=info%3Asid%2Focoins.info%3Agenerator&amp;rft.title=Geistiges Eigentum &#8211; ein patriarchales Hirngespinst und sein naher Tod&amp;rft.aulast=Vonier&amp;rft.aufirst=Hannelore&amp;rft.source=Rette sich, wer kann!&amp;rft.date=2009-02-16&amp;rft.type=&amp;rft.format=text&amp;rft.identifier=http://rette-sich-wer-kann.com/thema/geistiges-eigentum-ein-patriarchales-hirngespinst/&amp;rft.language=English"></span>
<p></p><abbr class="unapi-id" title="http://rette-sich-wer-kann.com/geisteshaltung/geistiges-eigentum-ein-patriarchales-hirngespinst/"><!-- &nbsp; --></abbr>
<p><img class="right size-full wp-image-408" title="Geistiges Eigentum" src="http://rette-sich-wer-kann.com/wp-content/uploads/2008/04/geistiges-eigentum.jpg" alt="Geistiges Eigentum" width="198" height="202" /><span style="color: #800000;">Zum von der <em>World Intellectual Property Organization</em> (WIPO) ausgerufenen &#8220;Tag des geistigen Eigentums&#8221; (26. April).</span></p>
<p>Den größten Verdienst an meinem „geistigen Eigentum&#8221; hat meine Mutter. Sie hat mir das Sprechen beigebracht. Ohne sprachlichen Ausdruck geht gar nichts. Nein, halt! <span id="more-407"></span>Ohne Schreiben geht auch nichts &#8211; und das habe ich meiner Grundschullehrerin zu verdanken. Hm&#8230; aber diese beiden Frauen haben zwar freundlicherweise ihr geistiges Eigentum an mich weiter gegeben, doch sie haben es ihrerseits von anderen bekommen; von Leuten, die ich gar nicht kenne und bei denen ich mich nicht bedanken kann, geschweige, dass ich ihnen etwas von den Einnahmen, die ich durch <em>mein</em> „geistiges Eigentum&#8221; erwerbe, abgeben könnte.</p>
<p>Wo ist denn eigentlich mein sogenanntes geistiges Eigentum zu finden? Meistens schreibe ich aus dem Bauch heraus &#8211; sitzt es dann in meinem Gedärm, mitten zwischen den Gefühlen? Oder im Kopf?</p>
<p><em>Geistiges </em>oder <em>intellektuelles Eigentum</em> ist ein juristischer Begriff und hat mit der Realität so viel zu tun wie Micky Maus. Es gibt Ideen, Gedanken, Kreativität, Inspiration, <em>aus denen</em> Produkte oder Services entstehen, die verkäuflich sind. Aber &#8220;geistiges Eigentum&#8221; gibt es nicht.</p>
<p>Im späten 18. Jahrhundert <span style="text-decoration: line-through;">entwickelten</span> erfanden naturrechtliche Philosophen (u. a. John Locke, Immanuel Kant, Johann Gottlieb Fichte) die Idee des geistigen Eigentums als ein <em>natürliches</em>, <em>angeborenes</em>, und unveräußerliches Eigentumsrecht: Besitzdenken auf die <a title="Patriarchales Paradigma" href="http://rette-sich-wer-kann.com/patriarchat/was-ist-das-patriarchale-paradigma/">patriarchale Spitze</a> getrieben.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter size-full wp-image-3357" title="Geistiges Eigentum" src="http://rette-sich-wer-kann.com/wp-content/uploads/2009/02/mutts-comic-geistiges-eigentum.gif" alt="Geistiges Eigentum" width="492" height="160" /></p>
<h3>Antike und Mittelalter</h3>
<p>Damals hatten die Kunstschaffenden meist eine gehobene gesellschaftliche Stellung inne, wurden von einem Sponsor (Mäzen genannt, oft einem Landesfürsten) gefördert, oder waren in Klöstern oder Zünften organisiert und somit wirtschaftlich abgesichert. Einfache Leute machten Hausmusik, oder sangen und musizierten bei Festen. Ihre Musik und Texte waren <em>commons</em>, Allgemeingut.</p>
<p>Bei den <strong>privilegierten </strong>Künstlern waren schon damals Plagiate verpönt und Autoren fürchteten die Entstellung ihrer Werke bei der Vervielfältigung durch Abschreiben. Wenn ein Autor keine Veränderung seines Textes wollte, behalf er sich mit einem Bücherfluch &#8211; so wünschte <a rel="nofollow" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Eike_von_Repgow">Eike von Repgow</a>, der Verfasser des Sachsenspiegels, dem ältesten deutschen Rechtsbuch, jedem den Aussatz auf den Hals, der sein Werk verfälschte. Das war wahrscheinlich wirkungsvoller als der offene Brief von 200 deutschen Künstlern an die Bundeskanzlerin.</p>
<p>Hier stellt sich die Frage an die Psychologen und Therapeuten: Was für eine Angst steht hinter dem Verhindernwollen von Kopien? Ich habe das nie verstanden&#8230; Diese Künstler glauben doch wohl nicht im Ernst, dass diejenigen, die sich etwas illegal runterladen, es kaufen würden, wenn es kein Internet gäbe. Was die Leute &#8211; Fans &#8211; an Musik oder Büchern haben möchten, kaufen sie sich &#8211; alles andere nehmen sie so mit, oder auch nicht.</p>
<p>Die menschliche Zivilisation hat sich durch Sprache, Kommunikation, Zugang zu Kulturgütern und Austausch von Information entwickelt. Sowohl technische Erfindungen als auch künstlerische Produkte, Mode, Architektur, Design, Musik oder Literatur, befinden sich stets im Wandel, und bauen dabei stets auf vorherige Innovationen auf. Neue Werke sind fast immer Weiterentwicklungen, Hybride oder Verfeinerungen von älteren Ideen. So steht es in der <a rel="nofollow" title="Begriff: Geistiges Eigentum" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Geistiges_Eigentum">Wikipedia</a> und so empfinde ich es auch, wie eingangs angedeutet.</p>
<h3>Internet</h3>
<p>Das Interessante ist, dass diese Künstler-Dinosaurier, also <a rel="nofollow" title="Offener Brief - vollständig" href="http://www.heise.de/bilder/106992/0/1">die Künstler, die auf ihr geistiges Eigentum pochen</a>, nach über 10 Jahren Internet immer noch nicht begriffen haben, dass sie sich wandeln, sich und ihre Produkte anders vermarkten müssen, denn das Internet ist stärker als ihr Schwanengesang. Das kann weder Frau Merkel noch sonst jemand beeinflussen.</p>
<p>Nicht etablierte Musiker, junge Malerinnen, begabte Autoren nutzen das Internet längst zu ihrem Vorteil. Eine Website mit Musik-Download und eigenem Shop online zu stellen ist ein Kinderspiel. Es ist billig, eigene Gemälde, kleine Aquarelle etwa, in einer Online-Galerie zu präsentieren und sie dann über Ebay zu versteigern. Ein Buchmanuskript lässt sich innerhalb weniger Tage für 40 € über Books on Demand (<a rel="nofollow" title="Book on Demand" href="http://bod.de">bod.de</a>) verlegen und vertreiben.</p>
<p>Nicht alle Kulturschaffenden schließen sich der Auffassung &#8220;Internet kills Music&#8221; an. Tito Larriva, Sänger der Band <em>Tito &amp; Tarantula</em>, glaubt nicht, dass das Internet dem Musikgeschäft schadet. In einem Interview sagte er kürzlich: &#8220;Natürlich will ich was verdienen, ich will nicht meine Musik für nichts weggeben. Wenn Internetnutzerinnen sie sich aber kostenlos besorgen und hundert Freunde darauf bringen, dann kommt es auch irgendwann zurück. Wir verkaufen interessanterweise jetzt mehr CDs bei Konzerten. Erst hören sie die Musik auf ihren Playern, dann  kommen sie ins Konzert, und wollen auch noch von dem Konzert etwas mit nach Hause nehmen. Da stellt sich irgendwie eine Balance ein.&#8221;</p>
<p style="text-align: center;"><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="470" height="406" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="AllowFullscreen" value="true" /><param name="src" value="http://www.myvideo.de/movie/121235" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="470" height="406" src="http://www.myvideo.de/movie/121235" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p style="text-align: center;">Raubkopieren schafft Ideen &#8211; Kurzes Video, das die Absurdität von sogenanntem &#8220;Geistigen Eigentum&#8221; versinnbildlicht.</p>
<p style="text-align: left;">
<div id="wherego_related"><h4>Leser und Leserinnen dieses Beitrags besuchten auch:</h4><ul><li><a href="http://rette-sich-wer-kann.com/zusammenleben/herrschaft/familie-ein-ueberholtes-modell-oder-fehlkonstruktion-von-anfang-an/" rel="bookmark"><img src="http://rette-sich-wer-kann.com/wp-content/uploads/2007/10/familie.jpg" alt="Familie – ein überholtes Modell oder Fehlkonstruktion von Anfang an?" title="Familie – ein überholtes Modell oder Fehlkonstruktion von Anfang an?" width="60" height="60" class="wherego_thumb" /></a> <a href="http://rette-sich-wer-kann.com/zusammenleben/herrschaft/familie-ein-ueberholtes-modell-oder-fehlkonstruktion-von-anfang-an/" rel="bookmark" class="wherego_title">Familie – ein überholtes Modell oder Fehlkonstruktion von Anfang an?</a></li></ul></div><!-- PHP 5.x -->]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Was ist das patriarchale Paradigma?</title>
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		<pubDate>Sat, 03 Jan 2009 23:20:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hannelore Vonier</dc:creator>
				<category><![CDATA[Patriarchat]]></category>
		<category><![CDATA[Besitz Eigentum]]></category>
		<category><![CDATA[Hierarchie]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Netzwerk]]></category>
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		<category><![CDATA[Wettbewerb]]></category>

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		<description><![CDATA[Definition eines Paradigmas, speziell im Patriarchat, und wie es dazu kommt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[		<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Adc&amp;rfr_id=info%3Asid%2Focoins.info%3Agenerator&amp;rft.title=Was ist das patriarchale Paradigma?&amp;rft.aulast=Vonier&amp;rft.aufirst=Hannelore&amp;rft.subject=Patriarchat&amp;rft.source=Rette sich, wer kann!&amp;rft.date=2009-01-03&amp;rft.type=&amp;rft.format=text&amp;rft.identifier=http://rette-sich-wer-kann.com/zusammenleben/patriarchat/was-ist-das-patriarchale-paradigma/&amp;rft.language=English"></span>
<p></p><abbr class="unapi-id" title="http://rette-sich-wer-kann.com/patriarchat/was-ist-das-patriarchale-paradigma/"><!-- &nbsp; --></abbr>
<p>Kürzlich hatte ich ein Gespräch über den Begriff <em>Paradigma</em>, den ich verschiedentlich auf meinen Seiten <a rel="nofollow" href="http://www.google.com/custom?q=paradigma&amp;btnG=Suche&amp;num=100&amp;hl=de&amp;newwindow=1&amp;client=pub-5743354516316413&amp;channel=6157429146&amp;cof=FORID%3A1%3BAH%3Aleft%3BCX%3AAlle%2520Websites%2520von%2520Hannelore%2520Vonier%3BVLC%3A%23663399%3BDIV%3A%23990000%3B&amp;cx=018362256250924838004%3Al4sydyyoyfy">verwende</a>. Manchen ist nicht klar, was &#8220;<em>patriarchales Paradigma</em>&#8221; bedeutet und wie wir selbst in einem Paradigma &#8220;gefangen&#8221; sind.<span id="more-78"></span></p>
<h3>Zum Begriff Paradigma:</h3>
<p>Unter einem Paradigma versteht man ein Muster, Beispiel, Vorbild, Modell, eine Klasse, eine wissenschaftliche Richtung.<br />
In der Linguistik etwa wird die Art wie Nomina dekliniert und Verben konjugiert werden, also der gesamte Formenbestand, den ein Wort haben kann, als das Paradigma dieses Wortes bezeichnet.</p>
<p>Auf wissenschaftsgeschichtliche Fragestellungen bezogen meint Paradigma eine zu einer bestimmten Zeit vorherrschende erkenntnisleitende Orientierung oder Forschungsmethode (z.B. das kopernikanische System).<br />
Oder: wir verwenden den Sonnenkalender zur Zeitmessung, in anderen (z.B. arabischen) Kulturen richtet man sich nach dem Mondkalender. Das heißt: der Sonnenkalender ist unserem Paradigma  immanent (innewohnend).</p>
<p>Es ist die Kenntnis, Erkenntnis- und Wissens&#8221;glocke&#8221; in der wir uns als Gruppe befinden, ein Netzwerk der Umgangsformen.</p>
<p>Salopp gesagt: Innerhalb eines Paradigmas werden dessen Elemente als normal und selbstverständlich empfunden.</p>
<p>Tradiert wird ein Paradigma &#8211; vereinfacht ausgedrückt &#8211; über Sprach-Konversationen (Verbalisierung + Gestik, Mimik), die mit dem Gefühlsbereich gekoppelt sind. Kleine Kinder erlernen die Gegebenheiten ihres Paradigmas, tragen sie gleichzeitig weiter und manifestieren sie damit. Ein Paradigma ist ein Selbstläufer, solange es funktioniert.</p>
<h3>Beschreibung des patriarchalen Paradigmas:</h3>
<p>Alle Aspekte des Lebens in den Industrieländern sind geprägt durch das „patriarchale Netzwerk der Umgangsformen“ – Patriarchat genannt.<br />
Dieses Netzwerk patriarchaler Konversationen offenbart sich in einem Lebensstil wo</p>
<ul>
<li>Kampf,</li>
<li>Wettbewerb,</li>
<li>Hierarchie,</li>
<li>Gewalt und Zwang,</li>
<li>Macht,</li>
<li>Wachstum,</li>
<li>Fortschritt,</li>
<li>Kontrolle natürlicher Ressourcen,</li>
<li>Kontrolle und Beherrschung anderer durch die Inbesitznahme von Wahrheit,</li>
</ul>
<p>charakteristisch sind.</p>
<p><img class="right" style="border: 1px solid black;" title="Wettbewerb und Kampf von klein auf" src="http://rette-sich-wer-kann.com/wp-content/uploads/2007/03/minikaempfer.jpg" alt="Wettbewerb und Kampf" width="195" height="260" /> Wollen wir beispielsweise etwas gegen soziale Ungerechtigkeit unternehmen, sprechen wir vom ‚Kampf gegen Armut und Ausbeutung’.</p>
<p>Möchten wir eine saubere Umgebung, kämpfen wir gegen die Umweltverschmutzung.</p>
<p>Wir kämpfen gegen den Krieg, Männer für eine Beförderung, Frauen für gleiche Behandlung, Kinder für bessere Noten, Alte für mehr Rente, Teenager um Anerkennung &#8230; Alle scheinen zu glauben, dass sämtliche Handlungen, die alltäglichen und die besonderen, den Einsatz von Gewalt erfordern.</p>
<p>Wir sind besessen von der Idee der Kontrolle &#8211; kontrollieren uns und unser Verhalten, unser Gewicht, unsere Gesundheit, wie unseren Kontostand; kontrollieren andere und deren Handlungsweisen mit der gleichen Selbstverständlichkeit, und ebenso unsere Kinder.</p>
<p>Wir wollen die Natur auf diesem Planeten kontrollieren und versuchen es mittlerweile auch mit dem Universum.</p>
<p><img class="left" style="border: 1px solid black;" title="gewaltsames Ab- und Ausgrenzen" src="http://rette-sich-wer-kann.com/wp-content/uploads/2007/03/stacheldraht.jpg" border="0" alt="Abgrenzen mit Gewalt" width="227" height="151" />Besitzen ist fundamental im patriarchalen Paradigma.</p>
<p>Wir leben mit Besitztum als Ausgangspunkt für alles Weitere, als wäre es legitim, die Bewegungsfreiheit anderer einzuschränken, während wir für uns selbst das Recht auf freie Entfaltung und Aktion beanspruchen.</p>
<p>Wir leben so, als hätten wir Besitzrechte an Naturschätzen, Anschauungen und Ideen, oder der Wahrheit. Der Ausdruck &#8220;<a title="Geistiges Eigentum, ein Hirngespinst" href="http://rette-sich-wer-kann.com/geisteshaltung/geistiges-eigentum-ein-patriarchales-hirngespinst/">geistiges Eigentum</a>&#8221; spricht für sich.</p>
<p>Im patriarchalen Paradigma misstrauen wir der Selbstbestimmung anderer Individuen, besonders der von Kindern, Alten oder Kranken.</p>
<p>Wir nehmen uns ständig das Recht heraus, für andere zu entscheiden, was für sie richtig oder falsch ist. Das ist ein unentwegter Versuch, andere zu kontrollieren und läuft auf &#8220;alle kontrollieren alle&#8221; hinaus. So erhält sich das System von selbst.</p>
<p>Die hierarchischen Strukturen, in denen wir leben, tun noch ein Übriges dazu:<br />
Wir verlangen Gehorsam voneinander und behaupten, dass Ordnung ohne Autorität und Fügsamkeit nicht möglich sei.<br />
Wir bauen alle unsere Beziehungen auf zwei Kriterien auf: Überlegenheit oder Unterlegenheit.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Familie – ein überholtes Modell oder Fehlkonstruktion von Anfang an?</title>
		<link>http://rette-sich-wer-kann.com/zusammenleben/herrschaft/familie-ein-ueberholtes-modell-oder-fehlkonstruktion-von-anfang-an/</link>
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		<pubDate>Mon, 27 Oct 2008 21:43:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hannelore Vonier</dc:creator>
				<category><![CDATA[Artikelserie]]></category>
		<category><![CDATA[Herrschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Besitz Eigentum]]></category>
		<category><![CDATA[Familie]]></category>
		<category><![CDATA[Hierarchie]]></category>
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		<category><![CDATA[Vaterkonzept]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein Leben ohne Familie ist für uns kaum vorstellbar. Hier wird die Frage nach der Herkunft dieser Institution gestellt und ihre Brauchbarkeit in heutiger Zeit überprüft.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[		<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Adc&amp;rfr_id=info%3Asid%2Focoins.info%3Agenerator&amp;rft.title=Familie – ein überholtes Modell oder Fehlkonstruktion von Anfang an?&amp;rft.aulast=Vonier&amp;rft.aufirst=Hannelore&amp;rft.subject=Artikelserie&amp;rft.subject=Herrschaft&amp;rft.source=Rette sich, wer kann!&amp;rft.date=2008-10-27&amp;rft.type=&amp;rft.format=text&amp;rft.identifier=http://rette-sich-wer-kann.com/zusammenleben/herrschaft/familie-ein-ueberholtes-modell-oder-fehlkonstruktion-von-anfang-an/&amp;rft.language=English"></span>
<p></p><abbr class="unapi-id" title="http://rette-sich-wer-kann.com/patriarchat/familie-ein-ueberholtes-modell-oder-fehlkonstruktion-von-anfang-an/"><!-- &nbsp; --></abbr>
<p><img class="aligncenter" title="Familie" src="http://rette-sich-wer-kann.com/wp-content/uploads/2007/10/familie.jpg" alt="Familie" /></p>
<p>Ein Leben ohne Familie ist für uns kaum vorstellbar. Wer hat keine Familie?  Verkrachte Existenzen, Schwarze Schafe, Obdachlose, Waisen. Ausnahmemenschen also. Familie ist  der Grundbaustein unseres Lebensstils. Das wirft die Frage auf: Ist Familie, wie  wir sie kennen, eine natürliche Form des Zusammenlebens oder <span id="more-158"></span>ein kulturabhängiges  Modell, das der Generalüberholung bedarf?</p>
<p>Was bedeutet das Wort Familie? Die Etymologie (sprachliche Herkunft) hilft uns weiter.</p>
<p>Das Wort ist eine Kollektivbildung und zu  lateinisch <em>famulus</em>, <em>famula</em> &#8220;Diener, Dienerin&#8221;. Es bezeichnet  die Gesamtheit des Gesindes unter einem Dach und unter einem Herrn. Heute noch  zu finden in der Bezeichnung <em>Famiglia Pontificia</em> am päpstlichen Hof.</p>
<p>Die lateinische Bezeichnung <em>familia</em> wird erst relativ spät ins  Deutsche übernommen. Bis ins 18. Jh. hinein wird der Begriff durch &#8220;Haus&#8221; oder  die Formel &#8220;Weib und Kind&#8221; (aus der Sicht des Vaters) abgedeckt. In Gebeten  sprach noch im 19 Jh. der Hausvater von &#8220;Ich und mein Haus&#8221;. Hervorgegangen aus  den ältesten Benennungen für Familie: gothisch <em>heiv</em>, althochdeutsch <em> hiwiski, hieske, hiuske, hûske</em>.</p>
<p>Daraus bildete sich <em>Heirat</em>, das anfangs Hausbesorgung, dann Ehestand  und schließlich Eheschluss bedeutete. Das Grundwort ist <em>Rat</em>, das auch  in Hausrat, Vorrat, Gerät vorkommt und die &#8220;Mittel, die zum Lebensunterhalt  notwendig sind&#8221; umfasst.</p>
<p>Sprachliche Wendungen für &#8220;Familie&#8221;, die zum Teil heute noch gebräuchlich sind: mein  ganzes Haus, meine Leute, die Meinigen, Frau und Kinder. &#8220;Meine Leute&#8221; umschließt  die engere Verwandtschaft, aber auch die Dienstboten bzw. Angestellten,  besonders im Handwerksbereich üblich; Beispielzitat: &#8220;wir fanden den vater ganz allein, denn  die familie (<em>seine leute, nicht blosz die dienstboten</em>) war auf dem  felde&#8221; (Goethe, zit. in <a rel="nofollow" href="http://www.amazon.de/gp/product/3423590459?ie=UTF8&amp;tag=bloghv-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3423590459" target="_blank"> Grimmsches Wörterbuch</a>)</p>
<p>Familie ist also der Besitz des <em>Vaters</em>. Eine Frau kann demnach keine  Familie <em>haben</em>, denn sie ist ja als Teil des Hausrats definiert.</p>
<p>Leider konnten Väter früher ihren Hausstand kaum zur Schau stellen, wenn sie  selbst außer Haus waren. Mit der Erfindung der Fotografie hat sich das geändert.</p>
<p>Der Schreibtisch des &#8220;Landesvaters&#8221; Edmund Stoiber in der Staatskanzlei in  München (am 23.4.2007, Foto: <a rel="nofollow" href="http://www.bayern-nachrichten.de/" target="_blank">Alexander Hauk</a>):</p>
<p><img class="center frame" title="Schreibtisch mit Fotos der Familie" src="http://rette-sich-wer-kann.com/wp-content/uploads/2007/10/schreibtisch_stoiber.jpg" alt="Schreibtisch mit Fotos der Familie" width="454" /></p>
<p><strong>Die Regierung behauptet: <a rel="nofollow" href="http://bmfsfj.de/bmfsfj/generator/Politikbereiche/familie,did=98530.html" target="_blank"> Familienfreundlichkeit zahlt sich aus</a>. Frage: Für wen?</strong></p>
<blockquote><p class="style1">&#8220;Eine aktuelle Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) belegt,  dass sich eine erfolgreiche Familienpolitik positiv auf die wirtschaftliche  Entwicklung eines Landes auswirkt.&#8221; (Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend)</p>
</blockquote>
<p>Dazu Ursula von der Leyen:</p>
<blockquote><p>&#8220;Die Berechnungen bestätigen nachdrücklich die Richtigkeit des  von uns eingeschlagenen Weges mit der Einführung des Elterngeldes und dem Ausbau  der Kinderbetreuung. Kinder sind unsere Zukunft, deshalb müssen wir  sicherstellen, dass sie von klein auf gefördert und hervorragend ausgebildet  werden. Das sind Investitionen, die sich für alle lohnen: für die Familien, die  Unternehmen und für die gesamte Gesellschaft.&#8221;</p>
</blockquote>
<p>Die Zitate sind auf der  <a rel="nofollow" href="http://bmfsfj.de/bmfsfj/generator/Politikbereiche/familie,did=98530.html?rel=noindex">gleichen Seite</a> zu finden, wie die Presseinformationen <a rel="nofollow" href="http://bmfsfj.de/bmfsfj/generator/RedaktionBMFSFJ/Internetredaktion/Pdf-Anlagen/iw-studie,property=pdf,bereich=,sprache=de,rwb=true.pdf"> </a><a rel="nofollow" title="Gutachten des Instituts der deutschen Wirtschaft: Wachstumseffekte der demographischen Entwicklung - ein Triadevergleich D-EU-USA (PDF)" href="http://bmfsfj.de/bmfsfj/generator/RedaktionBMFSFJ/Internetredaktion/Pdf-Anlagen/iw-studie,property=pdf,bereich=,sprache=de,rwb=true.pdf" target="_blank">Gutachten  des Instituts der deutschen Wirtschaft: Wachstumseffekte der demographischen  Entwicklung &#8230;</a> und 	<a rel="nofollow" title="Wachstumstreiber Familienfreundlichkeit (PDF)" href="http://bmfsfj.de/bmfsfj/generator/RedaktionBMFSFJ/Internetredaktion/Pdf-Anlagen/iw-studie-1,property=pdf,bereich=,sprache=de,rwb=true.pdf" target="_blank"> Wachstumstreiber Familienfreundlichkeit.</a> Man beachte die Wortwahl!</p>
<p>Christoph Spehr (<a rel="nofollow" href="http://www.amazon.de/gp/product/3853711081?ie=UTF8&amp;tag=bloghv-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3853711081" target="_blank">Die Ökofalle</a>. Wien, 1996, S. 138):</p>
<blockquote><p>&#8220;Was in der kapitalistischen Gesellschaft Erziehung, Schule und Ausbildung  vermitteln, damit kann man nichts anfangen, außer man befindet sich später an  einem Ort, der einen passend ergänzt (einem Arbeitsplatz) und aus dem unnützen  Wissen einen Job macht, der Geld bringt. Die soziale und internationale  Arbeitsteilung im Kapitalismus hat ihre Spezifik darin, dass die manipulierte  Natur und die zugerichtete Arbeitskraft nutzlos sind, wenn sie nicht ausgebeutet  werden.&#8221; 	<a rel="nofollow" title="Projektwerkstatt: Lernen in Freiheit" href="http://www.projektwerkstatt.de/lernen/haupt.html">Quelle</a></p>
</blockquote>
<p>Was heute geschieht, können diejenigen nicht verstehen, die nicht wissen, was  gestern geschah. Auch wenn gefragt wird, welche Formen Ehe und Familie in der  nahen Zukunft annehmen werden, könnte eine Antwort lauten: Vielleicht sind die  künftigen Formen bereits in manchen <a rel="nofollow" title="Wie Stammesgesellschaften und Clans das Leben organiseren" href="http://matriarchat.info/naturvoelker-clans-und-staemme/index.php">anderen</a> Gesellschaften angelegt und können <a rel="nofollow" title="Wie die Kommune Niederkaufungen Probleme löst" href="http://matriarchat.info/herrschaftsfreiheit/konsensprinzip.html">übernommen</a> werden.</p>
<p>Die Vorväterzeiten, aus denen wir stammen, stellen jedenfalls ein düsteres, leidvolles  und noch kaum aufgearbeitetes, vielmehr verdrängtes Erbe dar.</p>
<p>Dieser Beitrag offenbart nicht nur ein Stück patriarchaler  Geschichte, sondern er veranschaulicht auch, wie Frauen &#8211; hier am Beispiel der  Familienministerin &#8211; das System aktiv mittragen. Und das nicht, <em>obwohl</em> sie darin Karriere machen, sondern <em>weil</em> sie darin Karriere machen.  Häufig wird &#8220;den Männern&#8221; &#8211; vorwiegend von feministischer Seite &#8211; die Schuld an  den Verhältnissen zugeschrieben. Das ist nicht nur eine Verschleierung der  Fakten, sondern unterstellt Frauen die Unfähigkeit zur Eigenverantwortung.</p>
<blockquote><p>&#8220;Die Ehe, deren schmähliche Parodie fortlebt in einer Zeit, die dem  Menschenrecht der Ehe den Boden entzogen hat, dient heute meist dem Trick der  Selbsterhaltung: dass eineR der beiden Verschworenen jeweils die Verantwortung  für alles Üble, das er/sie begeht,  <a rel="nofollow" title="beispielsweise darüber was 'Lustiges' bloggt" href="http://www.kopfschuettel.de/2007/10/22/fass-nichts-an/trackback/">nach außen</a> dem/der anderen zuschiebt, während sie in  Wahrheit trüb und sumpfig zusammenleben.<br />
 Eine anständige Ehe wäre erst eine, in der beide ihr eigenes unabhängiges Leben  für sich haben, ohne die Fusion, die von der ökonomisch erzwungenen  Interessengemeinschaft herrührt, dafür aber aus Freiheit die wechselseitige  Verantwortung füreinander auf sich nähmen.&#8221; (Th.W. Adorno, <a rel="nofollow" href="http://www.amazon.de/gp/product/3518012363?ie=UTF8&amp;tag=bloghv-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3518012363" target="_blank"> Minima moralia. Reflexionen aus dem beschädigten Leben</a>, Ffm. 1978, S.29)</p>
</blockquote>
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		<title>Bekanntwerden der Vaterschaft</title>
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		<pubDate>Mon, 27 Oct 2008 22:28:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hannelore Vonier</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Um verstehen zu können, wie sich im frühesten Hirtentum allmählich patriarchale Herrschaft  entwickelte, betrachten wir die Lebensweise dieser Hirtenkulturen: Warum die Vaterschaft mit dem Hirtentum erkannt wurde und welche Konsequenzen das für unser Patriarchat hatte.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[		<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Adc&amp;rfr_id=info%3Asid%2Focoins.info%3Agenerator&amp;rft.title=Bekanntwerden der Vaterschaft&amp;rft.aulast=Vonier&amp;rft.aufirst=Hannelore&amp;rft.subject=Artikelserie&amp;rft.subject=Patriarchat&amp;rft.source=Rette sich, wer kann!&amp;rft.date=2008-10-27&amp;rft.type=&amp;rft.format=text&amp;rft.identifier=http://rette-sich-wer-kann.com/zusammenleben/patriarchat/bekanntwerden-der-vaterschaft/&amp;rft.language=English"></span>
<p></p><abbr class="unapi-id" title="http://rette-sich-wer-kann.com/?p=1441"><!-- &nbsp; --></abbr>
<p><img class="alignleft frame" title="Nomaden Jurte" src="http://rette-sich-wer-kann.com/wp-content/uploads/2008/10/nomaden-jurte.jpg" alt="Nomaden Jurte" width="280" height="225" /> Um verstehen zu können, wie sich im frühesten <strong>Hirtentum </strong>allmählich patriarchale <strong>Herrschaftsstrukturen</strong> entwickelten, müssen wir die Lebensweise dieser Hirtenkulturen genauer betrachten.</p>
<p>Im Großen und Ganzen haben Historiker die Welt der Wanderhirten vernachlässigt, romantisiert oder verteufelt. Einmal wegen der überwiegend <strong>oralen Tradition</strong> (mündliche Weitergabe), die bei einigen von diesen Nomaden abstammenden Ethnien bis heute gepflegt wird. Außerdem waren die Hirtenvölker klein, und insbesondere in den letzten Jahrhunderten scheint ihr Einfluss auf die Weltgeschichte geringer zu sein als der der ackerbaulichen Zivilisationen.</p>
<p>Es wird jedoch deutlich, dass wir unsere Geschichte nicht verstehen können, ohne die Beiträge der zahlreichen Hirtengemeinschaften zu erforschen, die unseren <strong>hierarchischen </strong>und <strong>gewaltvollen </strong>Lebenstil geprägt haben.</p>
<h3>Bekanntwerden der Vaterschaft</h3>
<p>Vaterschaft wurde erst mit dem Hirtentum und der damit verbundenen <strong>Viehhaltung </strong>bekannt. Durch den ständigen Umgang mit den Herden muss den frühen Hirten aufgefallen sein, dass ohne die Anwesenheit eines männlichen Tieres keine Nachkommen entstehen.</p>
<p>Warum die Menschen davor die Beteiligung des Vaters an der Befruchtung nicht erkennen konnten, erklärt der Autor Gerhard Bott mit den langen &#8220;Zwischengeburtszeiten&#8221; der paläolithischen Menschen.</p>
<blockquote><p>Durch die Paläomedizin ist heute erwiesen, dass [...] bei der homo-sapiens-Mutter während der mindestens drei Jahre dauernden Stillzeit, die im Paläolithikum notwendig und die Regel war, eine Ovulationshemmung genetisch ausgelöst wurde, die sie und ihren Säugling vor einer alsbaldigen Schwangerschaft schützte. Damit wurden die Überlebenschancen beider signifikant erhöht. In der Evolutionsbiologie wird dies „Indirekte Reproduktion“ genannt.</p>
<p>Aus diesem Tatbestand folgt, dass eine paläolithische Mutter, trotz ständigen Sexualverkehrs, höchstens alle vier Jahre schwanger wurde und ein Kind zur Welt brachte. Erst im Neolithikum wurde die genetische Ovulationshemmung abgebaut. Bei solch langen Zeitspannen lässt sich der Zusammenhang zwischen Befruchtung und Schwangerschaft nicht beobachten.</p>
</blockquote>
<p>Das erklärt die vielen, weltweit bekannten und alt überlieferten Schöpfungsmythen, wo eine Frau im Kontakt mit der Natur schwanger wird: durch das Eintauchen in einen See, beim Schwimmen im Meer oder durch Berührung mit dem Wind.</p>
<p>Anders als die Wildbeuter und halbsesshaften Bauern, die überwiegend von Agrarprodukten lebten, nutzen die Hirten ihre Tiere viel intensiver. Zwar schützen und fütterten die frühen Bauern ihre wenigen, einzelnen Tiere ein Leben lang, doch wurden Fleisch und Fell nur einmalig und erst nach der Schlachtung verwendet.</p>
<p><strong>Hirten </strong>besiedeln traditionell unfruchtbares Weideland, das sie zwingt, die „Sekundärprodukte“  der lebenden Haustiere zu nutzen: Haare, Milch, Blut, sowie Zug- und Körperkraft. Dies bedeutete, dass jedes Tier während seiner Lebenszeit mehrere Rohstoffe hervorbrachte, wodurch sich die Produktivität des Viehhütens erhöhte und es den Hirten erlaubte, auch in den trockenen Steppengebieten ihr Auskommen zu finden.</p>
<p>Ohne <strong>Besitztum </strong>der Herden wäre das nicht möglich gewesen! (Eine derart verbesserte Nutzung der Viehbestände findet man im 5. Jahrtausend v.u.Z. in einer Ära, die der englische Historiker und Archäologe Andrew Sherrat als „Revolution der Sekundärprodukte“ bezeichnet.)</p>
<p>Hirtenfamilien leben auf der Wirtschaftsgrundlage der Viehwirtschaft; sie begleiten ihre Herden von Weideplatz zu Weideplatz und führen daher kein sesshaftes Leben. Dabei betreiben sie im Gegensatz zu Halbnomaden keinen Garten- oder Ackerbau. Sie sind Vollnomaden.</p>
<h3>Rationierung, Zuteilung &#8211; der erste Rechtsbegriff</h3>
<p>Das Wort ‚Nomade’ gibt uns bereits Aufschluss über den Lebensstil dieser ersten Hirten und der sich daraus entwickelnden Weltanschauung.<br />
 <em>Nomade </em>geht auf die indoeuropäische Wurzel <em>nem</em>- zurück, die „zuteilen, rationieren“ bedeutet. Das ist einleuchtend bei einer Gemeinschaft, die vom <a title="Entstehung des Patriarchats durch Dürre und Hunger" href="http://rette-sich-wer-kann.com/artikelserie/entstehung-patriarchat-der-hunger/">Hunger</a> und der damit verbundenen Knappheit geprägt ist.</p>
<p>Im Altenglischen entwickelte sich <em>niman</em> „nehmen, die Gelegenheit nutzen (engl. <em>seize</em>)“, <em>næmel</em> &#8220;schnell ergreifen&#8221; und <em>numol</em> „schnell lernen“; im Griechischen <em>nemein</em> „zuteilen, rationieren“ (vgl. Nemesis weiter unten), <em>nomas</em> „Wandern, um Weideland zu suchen“, <em></em><em>nominos</em> „legal, rechtmäßig“. <em></em></p>
<p><em>Nomos </em>ist rechtsgeschichtlich im alten Griechenland ursprünglich die Weideordnung (parzellieren), dann Sitte und Brauch, dann Gewohnheitsrecht, und seit dem 6. Jahrhundert v.u.Z., im Unterschied zum <strong>Ethos</strong>, das geschriebene <strong>Gesetz</strong>, die <strong>Rechtsordnung</strong>.</p>
<p>Geografisch wurde <em>nomos</em>, pl. <em>nomoi</em> zu „Verwaltungsbezirk“, geleitet von einem Präfekten (<strong>Nomarch</strong>); mehrere Nomoi bilden eine Region.</p>
<p>Ins Lateinische übernommen wurde <em>nummus</em> „Münze, ein Stück Geld“.</p>
<p>Wir müssen uns vor Augen halten, dass es in nicht-patriarchalen Stammeskulturen keinen Besitz gab und bis heute nicht gibt. Wo es keinen Besitz, keine Hierarchie und Rangordnung gibt, fehlt auch die Zuteilung nach &#8220;Recht und Gesetz&#8221;. Eine Rechtsordnung ist ganz und gar unbekannt. Es wird <em>geteilt</em>, nicht <em>zugeteilt</em>.</p>
<p>Die Griechen mit ihrem bereits entwickelten Patriarchat hatten als Symbol die <em></em><em>Göttin </em>Nemesis (griech. &#8220;Zuteilung&#8221;) für die Rationierungs-Idee. Von Hesiod &#8220;Tochter der Nacht&#8221;  genannt, teilt sie den Menschen das ihnen zukommende Maß an Vergeltung für begangenes Unrecht und für Übermut zu.</p>
<p>Ich erwähne hier erstmals das <strong>Gotteskonzept</strong>. Es ist eine abstrakte Vorstellung, ohne das sich <strong>Herrschaft</strong>, also ein <em>dominantes Oben</em> gebündelt mit einem <em>unterjochten Unten</em>, nicht hätte durchsetzen lassen.</p>
<p style="text-align: center;">*</p>
<p><span style="color: #808080;"><em>Das Foto oben zeigt eine Nomaden-Jurte, diese steht allerdings nicht in Asien, sondern im Chiemgau. Wie einfach sich Jurten als Wohnhaus aufbauen lassen, auch winterfest, liest du unter <a rel="nofollow" title="In Nomaden-Jurten wohnen" href="http://jurten.heim.at/">Das neue Wohnen in Jurten und Domen</a></em></span></p>
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		<title>Freund-Feind-Polarität &#8211; Rivalität verdrängt Individualismus</title>
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		<pubDate>Wed, 22 Oct 2008 22:18:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hannelore Vonier</dc:creator>
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		<description><![CDATA[		<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Adc&amp;rfr_id=info%3Asid%2Focoins.info%3Agenerator&amp;rft.title=Freund-Feind-Polarität &#8211; Rivalität verdrängt Individualismus&amp;rft.aulast=Vonier&amp;rft.aufirst=Hannelore&amp;rft.subject=Artikelserie&amp;rft.subject=Patriarchat&amp;rft.source=Rette sich, wer kann!&amp;rft.date=2008-10-22&amp;rft.type=&amp;rft.format=text&amp;rft.identifier=http://rette-sich-wer-kann.com/zusammenleben/patriarchat/freund-feind-polaritaet-rivalitaet-verdraengt-individualismus/&amp;rft.language=English"></span>
Im letzten Teil haben wir gesehen, dass durch Behinderung anderer zu natürlichen Nahrungsquellen Hirtentum entstand. Dabei wurden Tierherden in Besitz genommen. Die Gewohnheit des Behinderns beim Zugang zu Ressourcen entwickelte sich im Laufe der Zeit zu einem Charakteristikum der allgemeinen Lebensweise und Feindschaft entstand. Gleiche menschliche Handlungsmuster können in verschiedenen Lebensbereichen ausgeführt werden, d.h. diese [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[		<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Adc&amp;rfr_id=info%3Asid%2Focoins.info%3Agenerator&amp;rft.title=Freund-Feind-Polarität &#8211; Rivalität verdrängt Individualismus&amp;rft.aulast=Vonier&amp;rft.aufirst=Hannelore&amp;rft.subject=Artikelserie&amp;rft.subject=Patriarchat&amp;rft.source=Rette sich, wer kann!&amp;rft.date=2008-10-22&amp;rft.type=&amp;rft.format=text&amp;rft.identifier=http://rette-sich-wer-kann.com/zusammenleben/patriarchat/freund-feind-polaritaet-rivalitaet-verdraengt-individualismus/&amp;rft.language=English"></span>
<p></p><abbr class="unapi-id" title="http://rette-sich-wer-kann.com/?p=1357"><!-- &nbsp; --></abbr>
<p style="text-align: center;"><img class="frame aligncenter" title="Ausgrenzen" src="http://rette-sich-wer-kann.com/wp-content/uploads/2008/10/ausgrenzung.jpg" alt="Entstehung Patriarchat Freund-Feind-Polarität" width="475" height="274" /></p>
<p>Im letzten Teil haben wir gesehen, dass durch Behinderung anderer zu natürlichen Nahrungsquellen <em>Hirtentum </em>entstand. Dabei wurden Tierherden in <em>Besitz </em>genommen. Die Gewohnheit des <em>Behinderns </em>beim Zugang zu Ressourcen entwickelte sich im Laufe der Zeit zu einem Charakteristikum der allgemeinen Lebensweise und <em>Feindschaft </em>entstand.</p>
<p>Gleiche menschliche Handlungsmuster können in <em>verschiedenen </em>Lebensbereichen ausgeführt werden, d.h. diese Muster sind auf andere Gebiete übertragbar, in denen die entsprechenden Lernerfahrungen zunächst nicht gemacht wurden. Für unsere Situation bedeutet das: Sobald <strong>Feindschaft </strong>und <strong>Besitz</strong>ergreifung im Beziehungszusammenhang mit den Tierherden gelernt wurden, konnten Feind- und Besitzverhältnisse auch auf Land, Ideen oder Überzeugungen übertragen werden, wenn die Umstände dies erlaubten.</p>
<p>Wenn aber „das Andere“ der <em>Feind </em>ist, ist <strong>Individualismus </strong>ausgeschlossen, weil <em>anders zu sein</em> dann von Mitgliedern der Gruppe unter allen Umständen vermieden wird, denn es wird ja bekämpft und subtil oder offen diskreditiert.<strong>*</strong></p>
<p>Die Folge ist größtmögliche <em>Anpassung</em>, das Ziel, auf keinen Fall selbst mit irgendeiner Eigenschaft herauszuragen und beim anderen Herausragen zu <em>verhindern</em>.</p>
<p>Eine persönliche Entfaltung war nicht mehr möglich, Individualismus ging verloren. Und da es keine zwei gleichen Menschen gibt, ist grundsätzlich nach dieser neuen Überzeugung jeder Mensch vom Einzelnen aus gesehen „das Andere“. Eine neue Form von Beziehungsverhältnis ging daraus hervor: <em>Rivalität</em>.</p>
<p>Vertrauen und Zuversicht in die natürliche Harmonie allen Seins verschwanden und wurden durch die Sorgen um verfügbaren Lebensunterhalt ersetzt. <strong>Angst</strong>, nicht genug zu haben, <em>existenzielle Angst</em> vor dem Verhungern, gehörte ab jetzt zu den Konversations-Netzen, die die Generationen der nächsten Jahrtausende prägten. (<a title="Was ist Kultur? Konversations-Netz" href="http://rette-sich-wer-kann.com/konsensgesellschaft/die-kultur-der-fruehen-menschen/">Erläuterung Konversations-Netz</a>)</p>
<p>Die qualvolle Sehnsucht nach Sicherheit wurde von den Hirtenvölkern durch massive Vergrößerung der Herden befriedigt. Diese Tatsache brachte enorme Konsequenzen mit sich, die sich an drei Schlüsselbegriffen festmachen lassen und die Grundmauern des prinzipiellen Aufbaus des Patriarchats darstellen:</p>
<p style="padding-left: 30px;"><strong>a)	Grenzen</strong> (Ab- und Ausgrenzung)<strong><br />
 b)	Besitz</strong> (und dessen Vermehrung, als Gegenmaßnahme zu Mangel und Notsituationen)<strong><br />
 c)	Kontrolle</strong> (alle Eventualitäten müssen überwacht werden um Punkt a und b sicherzustellen)</p>
<p>Diese drei Maßnahmen sollen grundsätzlich dazu dienen, eine Wiederholung des <em>erlebten Traumas</em> künftig zu vermeiden. Mit diesen drei Maßnahmen wird bis heute versucht <strong>Sicherheit </strong>zu erreichen.</p>
<blockquote><p>Der patriarchale Leit- und Glaubenssatz lautet: „Je mehr Besitz ich kontrolliere und unter Verschluss halte, desto weniger fühle ich mich verunsichert.“</p>
</blockquote>
<p>Auf diesen einfachen Nenner lassen sich alle Handlungen in den patriarchalen Industrieländern zurückführen. Wir folgen als kulturelle Wesen in unserem Handeln immer <em>unseren Wünschen</em>. Im Patriarchat geht es dabei nur um einen einzigen Wunsch: <strong>Sicherheit</strong>.</p>
<p style="text-align: center;">*</p>
<p><strong>*</strong><a rel="nofollow" href="http://www.amazon.de/Subsistenz-Widerstand-Alternativen-zur-Globalisierung/dp/3853712053%3FSubscriptionId%3D02E5W5871AJF7PMMMS82%26tag%3Dbloghv-21%26linkCode%3Dxm2%26camp%3D2025%26creative%3D165953%26creativeASIN%3D3853712053"><img class="alignright" src="http://ecx.images-amazon.com/images/I/41Ec0klmXFL._SL160_.jpg" alt="" /></a>Wie sich die <em>Verneinung des Anderen</em> als treibende Kraft der westlichen Kultur ausdrückt, verdeutlicht beispielsweise die Art und Weise, wie das US-amerikanische Patentsystem funktioniert. Patentprüfende sind demnach nicht verpflichtet, das traditionelle Wissen indigener Völker zu berücksichtigen, solange dieses Wissen nicht im globalisierten westlichen Wissenssystem der Fachjournale und –bücher publik gemacht wird. Das bedeutet tatsächlich, dass lokales Wissen als inexistent gilt, auch wenn es eine reiche Literatur dazu gibt (wenn auch nicht in einer europäischen Sprache oder im Rahmen des westlichen akademischen Systems) (mehr in <a rel="nofollow" name="evtst|a|3853712053" href="http://www.amazon.de/Subsistenz-Widerstand-Alternativen-zur-Globalisierung/dp/3853712053%3FSubscriptionId%3D02E5W5871AJF7PMMMS82%26tag%3Dbloghv-21%26linkCode%3Dxm2%26camp%3D2025%26creative%3D165953%26creativeASIN%3D3853712053">Subsistenz und Widerstand: Alternativen zur Globalisierung</a>).</p>
<p>Bevor indigene Kulturen möglicherweise ganz verschwinden, bemühen sich insbesondere Pharmakonzerne im großen Stil, das traditionelle und medizinisch verwertbare Wissen indigener Kulturen für sich in Form von Patenten nutzbar zu machen. (mehr unter <a rel="nofollow" title="Ausverkauf von biologischen Ressourcen und traditionellem Wissen" href="http://www.gfbv.de/report.php?id=30">Biodiversität und indigene Völker</a>)</p>
<p>Im Zusammenhang mit der Biopiraterie der Pharmakonzerne, der sich die UNO, Regierungen und Initiaven entgegenstellen, möchte ich einmal darauf hinweisen, wie in bester Absicht zu helfen und gerecht zu sein, &#8220;das Andere&#8221; gar nicht wahrgenommen wird.</p>
<p>Die Gesellschaft für bedrohte Völker fordert in diesem Zusammenhang unter anderem beispielsweise ein <strong>Veto-Recht</strong>:</p>
<blockquote><p>Das Recht, dem <strong>Zugriff </strong>auf genetisches Material und traditionelles Wissen die Zustimmung zu <strong>verweigern</strong>, würde die Position indigener und lokaler Gemeinschaften stärken. Es wäre Ausdruck ihrer kulturellen Selbstbestimmung, die es ihnen gestatten würde, bestimmtes Wissen und manche Praktiken <strong>für sich behalten zu können</strong> und sie <strong>nicht</strong> der Öffentlichkeit <strong>zugänglich machen zu müssen</strong>. (<a rel="nofollow" title="Ausverkauf von biologischen Ressourcen und traditionellem Wissen" href="http://www.gfbv.de/report.php?id=30">Quelle</a>, Hervorhebung von mir)</p>
</blockquote>
<p>Diese zweifellos gut gemeinte Forderung widerspricht, speziell in den Hervorhebungen, dem Selbstverständnis dieser Völker, <strong>zu teilen und zu geben</strong>. Es ist nicht nur ihr gewählter &#8216;Lifestyle&#8217;, sondern ihr Überlebenskonzept seit Jahrtausenden! Würden Gemeinschaften wie die afrikanischen San (Buschleute) sich darauf einlassen oder wären sie dazu gezwungen, dann ließen sie sich korrumpieren, von  patriarchalem Gedankengut infizieren und wären auf dem Weg, sich und ihre friedfertige, lustvolle Kultur zu zerstören.</p>
<p>Wie wenig die Naturvölker &#8216;gesehen&#8217; werden, verdeutlicht der Satz &#8220;Es wäre Ausdruck ihrer kulturellen Selbstbestimmung&#8230;&#8221; &#8211; genau das Gegenteil ist der Fall. Blindheit für &#8220;das Andere&#8221;.</p>
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		<title>Entstehung Patriarchat: Hirtentum und Besitz kommen in die Welt</title>
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		<pubDate>Mon, 20 Oct 2008 14:47:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hannelore Vonier</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Patriarchat]]></category>
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		<category><![CDATA[Prägung]]></category>

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		<description><![CDATA[		<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Adc&amp;rfr_id=info%3Asid%2Focoins.info%3Agenerator&amp;rft.title=Entstehung Patriarchat: Hirtentum und Besitz kommen in die Welt&amp;rft.aulast=Vonier&amp;rft.aufirst=Hannelore&amp;rft.subject=Artikelserie&amp;rft.subject=Patriarchat&amp;rft.source=Rette sich, wer kann!&amp;rft.date=2008-10-20&amp;rft.type=&amp;rft.format=text&amp;rft.identifier=http://rette-sich-wer-kann.com/zusammenleben/patriarchat/entstehung-patriarchat-die-hirten/&amp;rft.language=English"></span>
Im vorigen Teil haben wir gehört, dass die hungernden Menschen die wandernden wilden Tiere verfolgten und so zu Nomaden wurden. Aber sie waren keine Hirten! Das Hirtentum entwickelte sich erst, als die Nomaden begannen den Nahrungskonkurrenten den gewohnten Zugang zu den Herden, denen sie folgten, zu versperren. Sie nahmen die Herden für sich allein in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[		<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Adc&amp;rfr_id=info%3Asid%2Focoins.info%3Agenerator&amp;rft.title=Entstehung Patriarchat: Hirtentum und Besitz kommen in die Welt&amp;rft.aulast=Vonier&amp;rft.aufirst=Hannelore&amp;rft.subject=Artikelserie&amp;rft.subject=Patriarchat&amp;rft.source=Rette sich, wer kann!&amp;rft.date=2008-10-20&amp;rft.type=&amp;rft.format=text&amp;rft.identifier=http://rette-sich-wer-kann.com/zusammenleben/patriarchat/entstehung-patriarchat-die-hirten/&amp;rft.language=English"></span>
<p></p><abbr class="unapi-id" title="http://rette-sich-wer-kann.com/?p=1293"><!-- &nbsp; --></abbr>
<p><img class="alignleft" title="Kirchenfenster im Land der Hirten=&gt;Cowboys - Punta Gorda, USA" src="http://rette-sich-wer-kann.com/wp-content/uploads/2008/10/kichenfenster-guter-hirte.jpg" alt="Kirchenfenster im Land der Hirten/Cowboys - Punta Gorda, Florida" width="259" height="356" /> Im vorigen Teil haben wir gehört, dass die hungernden Menschen die wandernden wilden Tiere verfolgten und so zu Nomaden wurden. Aber sie waren keine Hirten!</p>
<p>Das <strong>Hirtentum</strong> entwickelte sich erst, als die Nomaden begannen den Nahrungskonkurrenten den gewohnten Zugang zu den Herden, denen sie folgten, zu <em>versperren</em>.</p>
<p>Sie nahmen die Herden für sich allein in Anspruch und beendeten das Teilen.</p>
<p>Während sich dieses <em>ausgrenzende</em> Verhalten über die Jahre und Jahrhunderte zur Alltäglichkeit entwickelte, wurde es durch die aufwachsenden Kinder von Generation zu Generation als <em>Sitte </em>weiter gegeben.</p>
<p>Die Lebensform der Hirten kann sich ohne fundamentale emotionale Veränderungen nicht vollzogen haben, die sie überhaupt erst ermöglichten. Diese emotionalen Veränderungen müssen während eines Prozesses stattgefunden haben, den man als &#8220;Akzeptanz des Hirtentums an sich&#8221; bezeichnen kann. Was genau war während dieses Prozesses geschehen?</p>
<p>Der erste Schritt war die unbewusste <em>Ergreifung von Besitz</em>, d.h. die Ab- oder Ausgrenzung von Nahrungskonkurrenten, denen der gewohnte Zugang zu ihrem Futter (der Herde) verweigert wurde. Die praktische Durchführung eine solche Grenze zu ziehen, muss dazu geführt haben, die an der Herde partizipierenden Raubtiere zu töten.</p>
<p>Ein Tier zu erlegen war für die damaligen Menschen nichts Neues; die Jäger der Wildbeutergesellschaften töteten schon immer Waldtiere, Vögel und Fische und leisteten so einen Beitrag zur Versorgung ihrer Gemeinschaft. Aber ein Tier zu töten, um etwas zu essen zu haben oder ein Tier zu töten, um es systematisch von seinen angestammten Nahrungsquellen fern zu halten sind Handlungen, die sehr verschiedene emotionale Vorbedingungen erfordern.</p>
<p>Im ersten Fall führt der Jäger ein heiliges Ritual aus, eine Handlung, die im Zusammenhang mit dem Lebenskreislauf an sich steht: Ein Leben wird genommen, damit ein anderes leben kann. Von Indianervölkern ist bekannt, dass sie Tiere zuerst betäuben, bevor sie sie töten. Ureinwohner, die sich patriarchalen Einflüssen entziehen konnten, stehen in enger spiritueller Beziehung zur Tier- und Pflanzenwelt, vgl. <a rel="nofollow" title=" Totem" href="http://matriarchat.info/medizin/totem-geisthelfer-fuer-eine-gesunde-geistige-verfassung.html">Totem</a>.</p>
<p>Im zweiten Fall zielt der Mörder direkt und in erster Linie auf den Tod des Tieres, um andere auszuschließen. Neues Wachstum zu fördern oder dem natürlichen Zyklus zu dienen wird zweitrangig und verliert im Laufe der Zeit nicht nur an Bedeutung, sondern der ursprüngliche Sinn und das Wissen darum gehen gänzlich verloren.</p>
<p>Hier wird Leben zerstört, um <strong>Eigentum </strong>– genauer Privateigentum &#8211;  zu erwerben; und umgekehrt ist Eigentum definierbar exakt durch diese Handlung. Die <strong>Emotionen</strong>, die solche unterschiedlichen Aktionen hervorrufen sind diametral entgegengesetzt.</p>
<p>Im ersten Fall sind die Jäger, die dem erjagten Wild das Leben nehmen, <strong>erfreut </strong>(und mit ihnen das ganze Dorf). Im zweiten Fall stellte das getötete Tier eine Bedrohung für die Menschen gemachte, durch die Entwicklung zum Hirtentum gefestigte, neue Ordnung dar, wo die Personen, die das Tier töten <strong>stolz </strong>sind und die Ausgegrenzten neidisch (siehe dazu &#8220;<a rel="nofollow" title="Der Zusammenhang zwischen Privatbesitz, Herrschaft und Eifersucht " href="http://matriarchat.info/herrschaft/privatbesitz-herrschaft-eifersucht.html">Der Zusammenhang zwischen Privatbesitz, Herrschaft und Eifersucht</a> von Ernest Bornemann).</p>
<p>Deshalb verwende ich den Begriff ‚Jäger’ in der ersten Situation und ‚Mörder’ in der zweiten (Mord, im Unterschied zu Totschlag; zu „Mord und Totschlag“ komme ich noch). Beachte, dass in dem Moment, wo die Emotionen <em>Freude/Stolz</em> durch die entsprechenden Handlungen sichtbar werden, das Tier im ersten Fall zum <em>Freund</em>, im zweiten zum <em>Feind </em>wird!</p>
<p>Auf diese Weise ist durch die <em>Entstehung des Hirtentums</em> ‚der Feind’ entstanden, der Feind als derjenige, dessen Leben im Kampf genommen wird, um in den Besitz von etwas zu kommen und dadurch eine neue Ordnung abzusichern.</p>
<h3>Vertrauens-Verlust</h3>
<p>Zusätzlich kam eine <strong>Einbuße an Vertrauen</strong> hinzu. Denn nun war ständige Aufmerksamkeit nötig, die Herde zu beschützen und andere Nahrungssucher fern zu halten. Das Gefühl der dauerhaften Unsicherheit entstand.</p>
<p>Und damit nicht genug: Aus dieser Unsicherheit bildete sich eine bestimmte Überzeugung beim Töten und Ausgrenzen von Tieren. Die neue emotionale Prägung und die dazugehörigen Handlungen verursachten <em>Feindschaft</em>.</p>
<p><strong>Feindschaft</strong>, als ein sich ständig wiederholendes Verlangen, das <strong>Andere </strong>als das Bedrohliche abzulehnen. Mit Feindschaft tauchte der Feind auf und als Folge davon fungierten die vormals heiligen Jagdinstrumente als <em>Waffen</em>, denn sie wurden nun zum Ermorden von ‚feindlichen’ Nahrungssuchern verwendet.</p>
<p>Fassen wir zusammen: Durch Behinderung anderer zu natürlichen Nahrungsquellen entstand <em>Hirtentum</em>. Dabei wurden Tierherden in <em>Besitz </em>genommen. Diese Gewohnheit des <em>Behinderns </em>beim Zugang zu Ressourcen entwickelte sich im Laufe der Zeit zu einem Charakteristikum der allgemeinen Lebensweise. Diese Lebensweise wurde durch die Generationen weiter gegeben und prägt bis heute unseren Alltag.</p>
<p>Die <strong>Geisteshaltung </strong>patriarchalen Hirtenlebens wurde in die normale Lebensform des neuen Paradigmas integriert, <em>unabhängig </em>davon, ob Hirtentum (durch Hüten von Herden) <em>ausgeübt wird oder nicht</em>.</p>
<p>Obwohl die ursprüngliche Notsituation nicht mehr gegeben ist, wurden/werden die Kinder jahrtausendelang unter dem Schirm dieser Geisteshaltung konditioniert.</p>
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		<title>Magisches Eigentum: Tauschen, Tauschobjekte, Tauschsysteme</title>
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		<pubDate>Wed, 24 Sep 2008 22:22:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hannelore Vonier</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ökonomie]]></category>
		<category><![CDATA[Balance]]></category>
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		<category><![CDATA[Gemeinschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Kula]]></category>
		<category><![CDATA[Potlatch]]></category>
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		<category><![CDATA[Ureinwohner]]></category>

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		<description><![CDATA[Was ist magisches Eigentum? Ein Tauschmittel, das sich nicht durch quantitative Maßstäbe messen lässt, einer solchen Messung sogar widerspricht. Durch diesen Austausch wird eine Wirkung freigesetzt, die unregelmäßigen Mustern folgt und damit ein subversives Potential entfaltet. Solche Gaben stellen Zufriedenheit und Balance in der Gemeinschaft her.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[		<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Adc&amp;rfr_id=info%3Asid%2Focoins.info%3Agenerator&amp;rft.title=Magisches Eigentum: Tauschen, Tauschobjekte, Tauschsysteme&amp;rft.aulast=Vonier&amp;rft.aufirst=Hannelore&amp;rft.subject=Ökonomie&amp;rft.source=Rette sich, wer kann!&amp;rft.date=2008-09-24&amp;rft.type=&amp;rft.format=text&amp;rft.identifier=http://rette-sich-wer-kann.com/zusammenleben/oekonomie/magisches-eigentum-tauschen/&amp;rft.language=English"></span>
<p></p><abbr class="unapi-id" title="http://rette-sich-wer-kann.com/?p=971"><!-- &nbsp; --></abbr>
<p>Im Internet wurde mal nach einem Fachwort gesucht. Den Artikel gibt es nicht mehr. Die Beschreibung des zu findenden Fachworts lautete:</p>
<blockquote><p>Das gesuchte Wort soll einen Austausch beschreiben, der sich nicht durch quantitative Maßstäbe messen lassen kann, einer solchen Messung gar widerspricht. Durch diesen Austausch wird eine Wirkung freigesetzt, die unregelmäßigen Mustern folgt und damit wiederum ein subversives Potential entfaltet.</p></blockquote>
<p><span id="more-971"></span></p>
<div class="wp-caption alignleft" style="width: 222px">
	<img class="captionleft " title="Kula Tauschobjekt" src="http://rette-sich-wer-kann.com/wp-content/uploads/2008/09/kula-tauschobjekt.jpg" alt="Kula Tauschobjekt" width="222" height="265" />
	<p class="wp-caption-text">Kula-Tauschobjekt</p>
</div>
<p>Synonyme für dieses Wort finden wir in vielen Sprachen und Kulturen, z.B. <em>Potlatch</em> (Nordwestamerika), <em>Tonga </em>(Samoa), <em>Taonga </em>(Maori), <em>Tataoa </em>(Tahiti), <em>Taetae </em>(Marquesas-Inseln), <em>Kula </em>oder <em>Kula-Ring</em> (Trobriand-Inseln), <em>Uvalaku</em> (überseeische Variante des <em>Kula</em>) oder <em>Olo-olo</em> (Fidschi). Die Tauschgegenstände sind hier nicht als &#8220;Geld&#8221; zu bezeichnen, wie es häufig getan wird, weil die Sachen zwar als Tauschmittel, aber nicht als Wertmaßstab dienen.</p>
<p>Aber fangen wir vorne an. In den Wirtschafts- und Rechtsordnungen, die den unseren vorausgegangen sind, begegnet man nicht dem simplen Austausch von Gütern, Reichtümern und Produkten im Rahmen eines zwischen Individuen abgeschlossenen Handels.</p>
<p>Erst mal sind es nicht Individuen, sondern <strong>Kollektive</strong>, die austauschen und Tauschverbindungen eingehen. Es treten sich Clans, Stämme, Sippenverbände gegenüber, entweder als Gruppen auf dem Terrain selbst oder durch Vermittler (z.B. eigens dafür verantwortlichen Häuptlingen), oder auf beide Weisen zugleich.</p>
<p>Zum anderen handelt es sich bei dem, was ausgetauscht wird keineswegs um Güter, Reichtümer, bewegliche oder unbewegliche Habe, also in unserem Sinne &#8220;wirtschaftliche Dinge&#8221;.</p>
<p>Es sind vor allem Elemente, aus denen <strong>Beziehungen </strong>bestehen und gewoben werden: Talismane, Rituale, Feste und Festessen, Tänze, Spiele, Muscheln, selbst hergestellte Gebrauchskunst u.ä. Auch Märkte, wobei der Handel nur Mittel zum Zweck ist, und der Umlauf der Güter eine untergeordnete Rolle spielt.</p>
<p>Im Shuk von Jerusalem kaufte ich vor vielen Jahren ein Schachspiel und kam mit dem Händler ins Gespräch. Seine aufschlussreiche Aussage war: &#8220;Die meisten Menschen aus dem Westen handeln nicht. Sie wollen nicht feilschen. Wie soll man sich da kennen lernen?&#8221;</p>
<h3>Potlatch</h3>
<p>Das wohl bekannteste Beispiel des gegenseitigen Austauschs ist der bei den nordamerikanischen Indianerstämmen übliche Potlatch. Es ist ein <em>Kwakiutl</em>-Ausdruck, der in die Alltagssprache der Weißen und der Indianer von Vancouver bis Alaska eingegangen ist. Hier bei uns in Florida veranstalten die Leute Parties, wo jeder etwas zu essen mitbringt, und sie nennen das &#8220;potluck&#8221; &#8211; aus dem englischen übersetzt &#8220;Topf-Glück&#8221;. So nach dem Motto, wenn man Glück hat, erwischt man etwas Leckeres in den mitgebrachten Töpfen und Schüsseln. Der Ursprung ist gar nicht mehr bekannt.</p>
<p>&#8220;Potlatch&#8221; (auch Potlatsch) wird meistens mit &#8220;ernähren&#8221;, &#8220;verbrauchen&#8221; übersetzt. Wörtlich heißt es aber &#8220;Ort, wo man gesättigt wird&#8221; (<em>place of getting setiated</em>). Und das ist eine viel umfassendere Angelegenheit und muss auch im erotischen Sinne verstanden werden. (Deutlich wird das auch beim Stillen durch Frauen und Männer, wo die Nahrung nicht das allein Wichtige ist: <a rel="nofollow" href="http://hannelore.org/ebooks/ebook-am-anfang-war-die-lust.html">Ebook</a>)</p>
<p>Die sehr reichen Indianerstämme, die auf den Inseln, an der Küste oder zwischen der Küste und den Rocky Mountains leben, verbringen den Winter in einem unaufhörlichen Fest: Bankette, Ausstellungen und Märkte sind zugleich die feierlichen und ausgelassenen Versammlungen des Stammes. Die <em>Haida</em>-Indianer nennen es: den Reichtum &#8220;töten&#8221;. Denn trotz Häuptlingtums und gewisser Hierarchien in der Verantwortlichkeit, tun diese Stämme alles, um ihr <strong>egalitäres Gleichgewicht</strong> zu bewahren. (So ist es auch in<a href="http://rette-sich-wer-kann.com/oekonomie-geld/feste-in-hierarchischer-gesellschaft/"> Juchitan</a>, Mexiko, mit 628 großen jährlichen Festen!)</p>
<p>Ebenso wie wir, wissen diese Ureinwohner, dass ungleiche Verteilung von Gütern die Balance der Gemeinschaft stört. Bei den Stämmen wird der überschüssige Reichtum daher einfach zerstört, meistens verbrannt oder ins Meer geschüttet. (Vergleiche dazu auch die <a rel="nofollow" href="http://matriarchat.info/herrschaftsfreiheit/gluecksspiele-und-wetten.html">egalisierende Wirkung von Glücksspielen</a> in herrschaftsfreien Gesellschaften.)</p>
<p>Außer dem Potlatch gibt es einen noch elementareren Typus des Austauschs zwischen Clans und Stämmen. Wir finden ihn in Afrika, Polynesien und Malaya, in Südamerika und dem übrigen Nordamerika. Patriarchal beeinflusste Elemente wie Rivalität, Zerstörung und Kampf, wie sie beim Potlatch vorkommen, fehlen hier.</p>
<div class="wp-caption alignnone" style="width: 360px">
	<a href="http://rette-sich-wer-kann.com/wp-content/uploads/2008/09/kula-ring.gif" rel="lightbox[971]" title="kula-ring"><img title="kula-ring" src="http://rette-sich-wer-kann.com/wp-content/uploads/2008/09/kula-ring-360x294.gif" alt="Kula-Ring" width="360" height="294" /></a>
	<p class="wp-caption-text">Der Kula-Ring zeigt den Weg der Boote zwischen den Inseln Neu-Guineas</p>
</div>
<p>Im Maori, Tahitisch, Tonga und Mangarevan gibt es den Begriff <em>taonga</em>, der alles bezeichnet, was reich im Sinne von &#8220;gesättigt, zufrieden&#8221; macht und daher in den Beziehungen der Gemeinschaft zu Ansehen verhilft. Aus dem einfachen Grund, weil zufriedene Individuen keine Unruhestifter sind. Es handelt sich bei <em>taonga </em> der Bestimmung nach um &#8216;unbewegliche&#8217; Güter, das heißt, sie gehören immer zu ihrem Ursprung. Dazu gehören Talismane, heilige Matten, Traditionen, magische Kulte und Rituale. Daneben gibt es das Wort <em>oloa</em>, das dagegen die beweglichen Güter bezeichnet. Beispielsweise das spezifische Eigentum der Männer (Boote, Stoffe, Waffen) und Gegenstände fremder Herkunft (heute also alles, was von Weißen stammt).</p>
<p>Das Wort <em>taonga </em>ist gleichzusetzen mit &#8216;magischem Eigentum&#8217;. Unsere Wegwerfprodukte gehören zu den <em>oloa</em>.</p>
<h3>Der Geist der gegebenen Sache</h3>
<p>In den Vorstellungen der Maori (Neuseeland) sind die <em>taonga </em>sehr eng mit der Person, dem Matri-Clan oder dem Boden verknüpft; sie sind die Träger ihres <em>mana</em>, ihrer magischen, spirituellen, geistigen Kraft.</p>
<p>Lassen wir einen Maori zu Wort kommen, der die komplexe Tauscherei erklärt, wie es in einem neuseeländischen Magazin veröffentlicht wurde:</p>
<blockquote><p>&#8220;Ich will Ihnen jetzt vom <em>hau* </em>erzählen &#8230; Das <em>hau </em>ist nicht der Wind, der bläst. Ganz und gar nicht. Stellen Sie  sich vor, Sie besitzen einen bestimmten Gegenstand (<em>taonga</em>) und geben ihn mir; Sie geben ihn mir ohne festgesetzten Preis. Wir handeln nicht darum. Nun gebe ich diesen Gegenstand einem Dritten. Nach einer gewissen Zeit beschließt dieser Dritte etwas als &#8220;Zahlung/Entschädigung&#8221; dafür zu geben. Er schenkt mir irgend etwas (<em>taonga</em>). Und dieses <em>taonga</em>, das er mir gibt, ist der Geist (<em>hau</em>) des <em>taonga</em>, das ich von Ihnen bekommen habe und das ich ihm gab.<br />
Die <em>taonga</em>, die ich für die anderen <em>taonga </em>(diejenigen, die von <em>Ihnen </em>kommen) erhalten habe, muss ich Ihnen zurückgeben.<br />
Es wäre nicht recht von mir, diese <em>taonga </em>für mich zu behalten, ob sie mir nun gefallen oder nicht. Ich muss sie Ihnen geben, denn sie sind ein <em>hau </em>des <em>taonga</em>, das Sie mir gegeben haben. So ist das mit dem <em>hau</em>, dem <em>hau </em>des persönlichen Eigentums, dem <em>hau </em>der <em>taonga</em>, dem <em>hau </em>des Waldes. <em>Kati ena</em> (genug davon).&#8221;</p></blockquote>
<p><span style="color: #808080;">* <em>hau </em>bezeichnet, wie das Lateinische <em>spiritus, </em>zugleich Wind und Seele</span></p>
<p>Verwirrend? Übersetzen wir doch mal in unsere Kultur. Schenkt ein junger Mann seiner Geliebten zur Hochzeit den Ring seiner Mutter und geht die Beziehung in die Brüche, so gibt die junge Frau den Ring zurück, wenn sie ihre Integrität bewahren will. Erhält eine Person von anderen ganz persönliche Geschenke, so gehen sie nach deren Tod normalerweise an die Gebenden oder deren Familien zurück. Meistens handelt es sich um Schmuck. Es kann auch Tafelsilber, ein Gemälde oder ein Seidenschal sein. Oder ein Anhänger am Schlüsselbund oder Rückspiegel. Oder ein Wanderpokal. Ein Talisman eben. Euch fallen bestimmt selbst Beispiele ein; beschreibt sie doch im Kommentar.</p>
<p>Die dem ausgetauschten Geschenk innewohnende Verpflichtung kommt daher, dass die empfangene Sache nicht leblos ist. Selbst, wenn der Geber sie abgetreten hat, ist sie noch ein Stück von ihm. Und der Wert ist nicht messbar.</p>
<p>Es ist das <em>hau</em>, der Spirit, das zu dem Ort seines Ursprungs, zur geheiligten Stätte des Clans und zum Eigentümer gehört und dorthin zurückkehren möchte. Es geht also weniger um den Gegenstand selbst, als um den Geist, der damit verbunden ist. Der Geist ist das Wertvolle.</p>
<p>Das <em>taonga </em>oder sein <em>hau </em>ist eine Art Individuum. Es verselbständigt sich und heftet sich an eine Reihe von Benutzern, bis diese aus ihren <em>taonga</em> &#8211; Gütern oder auch ihrer Arbeit &#8211; durch Gastmähler, Feste und Gaben etwas Gleich- oder Höherwertiges dafür gegeben haben, das seinerseits Autorität und Macht vom Geber zu der Verbindung mit dem ersten Geber fließen lässt, der nun der letzte Empfänger geworden ist.</p>
<p>Die durch die Sache geschaffene Bindung ist eine Seelen-Bindung. Woraus folgt, dass <strong>jemand etwas geben</strong> soviel heißt, wie jemand etwas von sich <strong>selbst </strong>geben.</p>
<p>Und das ist der Leitgedanke, der in Polynesien und anderen Regionen dem Zwangsumlauf von Gaben zugrunde liegt.</p>
<blockquote><p>Unsere Feste sind die Bewegung der Nadel, die die Teile des Strohdachs zusammennäht, so dass sie ein einziges Dach bilden. Es sind dieselben Sachen, die zurückkehren, derselbe Faden, der sich hindurchzieht.</p>
<p style="text-align: right;"><em>Weisheit aus Neukaledonien</em></p>
</blockquote>
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		<title>Mit konservativen Glaubenssätzen Neuerungen verhindern</title>
		<link>http://rette-sich-wer-kann.com/existenzielle-fragen/mit-konservativen-glaubenssaetzen-neuerungen-verhindern/</link>
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		<pubDate>Wed, 30 Jul 2008 16:09:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hannelore Vonier</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Glaubenssysteme haben wir alle. Wir glauben zum Beispiel, dass morgen die Sonne aufgeht und richten unsere Pläne danach aus. Dieser Glaubenssatz funktioniert für die meisten von uns sehr gut und es besteht keine Notwendigkeit einen funktionierenden Glaubenssatz zu ändern. Haben wir jedoch Beschwerden, was unseren Lebensstil anbelangt, dann ist ein Hinterfragen der alten Glaubenssätze angebracht.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[		<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Adc&amp;rfr_id=info%3Asid%2Focoins.info%3Agenerator&amp;rft.title=Mit konservativen Glaubenssätzen Neuerungen verhindern&amp;rft.aulast=Vonier&amp;rft.aufirst=Hannelore&amp;rft.subject=Artikelserie&amp;rft.subject=Existenzielle Fragen&amp;rft.source=Rette sich, wer kann!&amp;rft.date=2008-07-30&amp;rft.type=&amp;rft.format=text&amp;rft.identifier=http://rette-sich-wer-kann.com/existenzielle-fragen/mit-konservativen-glaubenssaetzen-neuerungen-verhindern/&amp;rft.language=English"></span>
<p></p><abbr class="unapi-id" title="http://rette-sich-wer-kann.com/?p=585"><!-- &nbsp; --></abbr>
<p><img class="center frame" title="Vorgegebene Richtung" src="http://rette-sich-wer-kann.com/wp-content/uploads/2008/07/vorgegebene-richtung.jpg" alt="Mit konservativen Glaubenssätzen Neuerungen verhindern" width="454" height="170" /></p>
<p>Das Medium Kultur ist bewahrend und damit konservativ, weil die Kultur die Menschen, die diese Kultur <em>tragen</em>, über den <em>Prozess des Heranwachsens</em> hervor bringt. Die Trägerinnen und Träger etablieren dann im Verlauf ihres Lebens eben diese Kultur. Leute, die <em>fortführen</em>, was während ihrer Kindheit und Jugend ihr Glaubenssystem geprägt hat, sorgen <em>aktiv </em>dafür, dass die Gesellschaft der älteren Generationen <em>erhalten bleibt</em>.<span id="more-585"></span></p>
<p>Glaubenssysteme haben wir alle. Wir glauben zum Beispiel, dass morgen die Sonne aufgeht und richten unsere Pläne danach aus. Dieser Glaubenssatz funktioniert für die meisten von uns sehr gut und es besteht keine Notwendigkeit einen funktionierenden Glaubenssatz zu ändern. Haben wir jedoch Beschwerden, was unseren Lebensstil anbelangt, dann ist ein Hinterfragen der alten Glaubenssätze angebracht.</p>
<p>In der matriarchalen Kultur basiert das <a title="Was ist Kultur - Umgangsformen" href="http://rette-sich-wer-kann.com/konsensgesellschaft/die-kultur-der-fruehen-menschen/">Netz der Umgangsformen</a> nicht auf Kampf, Wettstreit, Ausgrenzung, Besitz, Erobern, Macht und Gehorsamkeit, Gewalt und Kontrolle, gut und böse, Toleranz, Missbrauch, Aggression und Ausbeutung.</p>
<p>Es ist genau das Gegenteil: es ist <strong>Anteilnahme, Zusammenarbeit, Teilen, Verständnis, Respekt</strong> und gegenseitige <strong>Inspiration</strong>.</p>
<p>Die Tatsache, dass diese Begriffe bis heute in unserer Sprache vorkommen weist darauf hin, dass die dazugehörigen Handlungen ebenfalls noch Teil unseres Lebens sind. Allerdings sind sie für besondere Gelegenheiten reserviert, jedenfalls nicht dazu, um unseren <em>allgemeinen </em>Lebensstil zu beschreiben.</p>
<p>Sie werden verwendet um Utopien heraufzubeschwören, Visionen oder Ähnliches, eher für Schulkinder passend als für die Lebenswirklichkeit Erwachsener.</p>
<p>Wir leben im Wettbewerb, d.h. wir führen einen Kampf mit dem Ziel uns gegenseitig auszuschalten und niederzumachen. Auf diese Weise etablieren wir Hierarchien mit besonderen Privilegien, wo angeblich eine &#8220;Auslese der Besten&#8221; stattfindet und deren Aufstieg an die Spitze, und obendrein behaupten wir auch noch, dass dies den sozialen Fortschritt garantiert.</p>
<p>Das patriarchale Paradigma macht uns Glauben, dass unterschiedliche Meinungen zwangsläufig Kampf und Streit zur Folge haben und wo Argumente als Waffen dienen.</p>
<p>Und überdies beschreiben wir harmonische Beziehungen als ‚friedlich’ – im Gegensatz zu Krieg – als wäre Krieg eine notwendige und wesentliche Beschäftigung der Menschheit!</p>
<p>Im Patriarchat wird Krieg als „mit Waffengewalt geführte Auseinandersetzung zwischen Staaten oder Völkern bzw. zwischen Bevölkerungsgruppen innerhalb eines Staates (Bürgerkrieg)“ definiert.</p>
<p>Trifft dies nicht zu, wird ein Land, wo Mord und Totschlag, Raub, Vergewaltigung, Schändung von Kindern, Menschenhandel und Folter im „zivilen Bereich“ jede Sekunde stattfinden, als „im Frieden“ bezeichnet.</p>
<p>Dies sind Glaubenssätze, die es zu hinterfragen gilt.</p>
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		<title>Die Philosophie der Freiheit (Video)</title>
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		<pubDate>Sun, 18 May 2008 20:23:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hannelore Vonier</dc:creator>
				<category><![CDATA[Existenzielle Fragen]]></category>
		<category><![CDATA[Besitz Eigentum]]></category>
		<category><![CDATA[Freiheit]]></category>
		<category><![CDATA[Gewalt]]></category>
		<category><![CDATA[Konsens]]></category>
		<category><![CDATA[Zwang]]></category>

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		<description><![CDATA[Video über die Philosophie der Freiheit. Es hat alle Informationen, die wir zu einer freudvollen Lebensweise brauchen. Das Video demonstriert auf anschauliche Weise, was es braucht, sich selbst zu gehören.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[		<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Adc&amp;rfr_id=info%3Asid%2Focoins.info%3Agenerator&amp;rft.title=Die Philosophie der Freiheit (Video)&amp;rft.aulast=Vonier&amp;rft.aufirst=Hannelore&amp;rft.subject=Existenzielle Fragen&amp;rft.source=Rette sich, wer kann!&amp;rft.date=2008-05-18&amp;rft.type=&amp;rft.format=text&amp;rft.identifier=http://rette-sich-wer-kann.com/existenzielle-fragen/die-philosophie-der-freiheit-video/&amp;rft.language=English"></span>
<p></p><abbr class="unapi-id" title="http://rette-sich-wer-kann.com/existenzielle-fragen/die-philosophie-der-freiheit-video/"><!-- &nbsp; --></abbr>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="425" height="355" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="wmode" value="transparent" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/5n3h3_u6yOc&amp;hl=en" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="425" height="355" src="http://www.youtube.com/v/5n3h3_u6yOc&amp;hl=en" wmode="transparent"></embed></object></p>
<p><strong>The Philosophy of Liberty </strong>- es lohnt sich, die Texte dieses Video zu verstehen. Manchmal geht es etwas schnell. Im Zweifelsfall die Pausetaste drücken und Worte nachschlagen.<strong><br />
</strong></p>
<p>Hilfe: <a rel="nofollow" href="http://dict.leo.org" target="_blank">LEO &#8211; Online-Übersetzungstool englisch-deutsch</a> (öffnet sich in neuem Fenster)</p>
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		<title>Akkumulation, Wachstum und Angst vor dem Tod</title>
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		<pubDate>Fri, 13 Apr 2007 18:36:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hannelore Vonier</dc:creator>
				<category><![CDATA[Info Fakten Wissen]]></category>
		<category><![CDATA[Patriarchat]]></category>
		<category><![CDATA[Angst]]></category>
		<category><![CDATA[Besitz Eigentum]]></category>
		<category><![CDATA[Generationen]]></category>
		<category><![CDATA[Sicherheit]]></category>

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		<description><![CDATA[		<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Adc&amp;rfr_id=info%3Asid%2Focoins.info%3Agenerator&amp;rft.title=Akkumulation, Wachstum und Angst vor dem Tod&amp;rft.aulast=Vonier&amp;rft.aufirst=Hannelore&amp;rft.subject=Info Fakten Wissen&amp;rft.subject=Patriarchat&amp;rft.source=Rette sich, wer kann!&amp;rft.date=2007-04-13&amp;rft.type=&amp;rft.format=text&amp;rft.identifier=http://rette-sich-wer-kann.com/zusammenleben/patriarchat/akkumulation-wachstum-und-angst-vor-dem-tod/&amp;rft.language=English"></span>
Wie ich im Beitrag über die Entstehung des Patriarchats andeutete, kam es zu Hungersnöten in den ehemals fruchtbaren Gebieten, die heute große Wüsten sind. Vor 6000 – 4000 Jahren wanderten daraufhin die Kurgan-Leute aus den südrussischen Steppengebieten nach Westen. Sie brachten in die bäuerlichen Gesellschaften, die sie vorfanden, außer dem Hirtentum, der patriarchalen Lebensweise und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[		<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Adc&amp;rfr_id=info%3Asid%2Focoins.info%3Agenerator&amp;rft.title=Akkumulation, Wachstum und Angst vor dem Tod&amp;rft.aulast=Vonier&amp;rft.aufirst=Hannelore&amp;rft.subject=Info Fakten Wissen&amp;rft.subject=Patriarchat&amp;rft.source=Rette sich, wer kann!&amp;rft.date=2007-04-13&amp;rft.type=&amp;rft.format=text&amp;rft.identifier=http://rette-sich-wer-kann.com/zusammenleben/patriarchat/akkumulation-wachstum-und-angst-vor-dem-tod/&amp;rft.language=English"></span>
<p></p><abbr class="unapi-id" title="http://rette-sich-wer-kann.com/patriarchat/akkumulation-wachstum-und-angst-vor-dem-tod/"><!-- &nbsp; --></abbr>
<p>Wie ich im Beitrag über die <a href="http://rette-sich-wer-kann.com/patriarchat/die-saharasia-these-oder-wie-das-patriarchat-entstand/">Entstehung des Patriarchats</a> andeutete, kam es zu Hungersnöten in den ehemals fruchtbaren Gebieten, die heute große Wüsten sind.</p>
<p>Vor 6000 – 4000 Jahren wanderten daraufhin die Kurgan-Leute aus den südrussischen Steppengebieten nach Westen.</p>
<p>Sie brachten in die bäuerlichen Gesellschaften, die sie vorfanden, außer dem Hirtentum, der patriarchalen Lebensweise und großem Kampfgeist auch die indoeuropäische Sprache mit. Die Trockenperioden waren der ursprüngliche Auslöser des Wanderns, aber im Laufe der Generationen wuchsen Bevölkerung und Viehherden so stark an, dass das Land knapp wurde und die jüngeren Söhne sich aufmachten, neue Gebiete zu suchen und zu erobern.</p>
<p>Die Existenz von archäologisch nachgewiesenen Brandschichten an vielen Siedlungsplätzen ist ein Beweis dafür, dass es zu kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen den alteingesessenen Ackerbauern Südosteuropas und den Vieh haltenden Nomaden aus den südrussischen Steppen kam.<br />
Die indoeuropäischen Reiternomaden waren den Städtern Alteuropas militärisch überlegen.</p>
<p>Um die Mitte des 4. Jahrtausends v.u.Z. beginnt die Ablösung der matriarchalisch orientierten Kulturtradition der osteuropäischen und vorderasiatischen Urbevölkerung durch eine patriarchalische Gesellschaftsordnung.</p>
<p><span style="font-weight: bold;font-size:100%;">Auswirkungen der Wanderungen ausgehungerter Völker</span></p>
<p>Die Sehnsucht nach Sicherheit wurde von den traumatisierten Hirtenvölkern befriedigt, indem sie sich bemühten die Herden zu vergrößern.</p>
<p>Während dieses Wachstumsprozesses formten sich drei charakterliche Veränderungen heraus:</p>
<ul>
<li>der ständige Wunsch nach Anhäufung materieller Dinge,</li>
</ul>
<ul>
<li>die überaus große Wertschätzung von immer währendem Wachstum und</li>
</ul>
<ul>
<li>der Angst besetzte Blick auf den Tod als Quelle von Schmerz und Verlust.</li>
</ul>
<p><a rel="nofollow" class="snap_nopreview" href="http://bp2.blogger.com/_HvMEAaHU0tc/Rh_WSbwgsdI/AAAAAAAAAN8/Kf6sp_afxmU/s1600-h/wachstum_frau.jpg" onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" title="Akkumulation, Wachstum und Angst vor dem Tod"><img id="BLOGGER_PHOTO_ID_5052992919110201810" style="margin: 0pt 0pt 10px 10px; float: right; cursor: pointer;" src="http://bp2.blogger.com/_HvMEAaHU0tc/Rh_WSbwgsdI/AAAAAAAAAN8/Kf6sp_afxmU/s200/wachstum_frau.jpg" border="0" alt="" /></a>Tatsache ist, dass diese hohe <span style="font-style: italic;">Wertschätzung von Wachstum</span> die Schleusen für Handlungen öffneten, die zu explosionsartigem Wachstum der Bevölkerung führten: jede Art der Geburtenregelung wurde verboten – ganz im Unterschied zum matriarchalen Verständnis von Leben und Tod als einem zyklischen, sich selbst regulierendem System*.</p>
<p>Ja, das Anwachsen der menschlichen Population wurde noch angeheizt – gerade so wie die Zuchtbestrebungen bei den Herden &#8211; indem Frauen häufiges Gebären anstrebten und dazu (bis heute!) von der Gemeinschaft angehalten wurden.</p>
<div style="text-align: center;">&#8212;</p>
</div>
<p>*Naturvölker verfügen im allgemeinen über pflanzliche<a rel="nofollow" href="http://hannelore.org/grossegoettin/abtreibung_natuerlich1.htm"> Verhütungsmittel</a>. Dieser Fakt wurde erst zur Geheimsache mit dem Eintreffen von profitorientierten Kolonisten und ihren  moralisierenden Missionaren in Stammesgebieten, die typischerweise versuchten die <a rel="nofollow" href="http://matriarchat.info/suedamerika/die-maya-in-guatemala.html">Arbeitskraft der einheimischen Bevölkerung auszubeuten</a>.</p>
<div id="wherego_related"><h4>Leser und Leserinnen dieses Beitrags besuchten auch:</h4><ul><li><a href="http://rette-sich-wer-kann.com/sideblog/der-krieg-im-irak-ist-zuende/" rel="bookmark"><img src="http://rette-sich-wer-kann.com/wp-content/plugins/where-did-they-go-from-here/default.png" alt="Der Krieg im Irak geht zuende" title="Der Krieg im Irak geht zuende" width="60" height="60" class="wherego_thumb" /></a> <a href="http://rette-sich-wer-kann.com/sideblog/der-krieg-im-irak-ist-zuende/" rel="bookmark" class="wherego_title">Der Krieg im Irak geht zuende</a></li></ul></div><!-- PHP 5.x -->]]></content:encoded>
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