Bedingungsloses Grundeinkommen



Der KöderLetztlich wurde mir wiederholt die Frage „Was hältst du vom Grundeinkommen?” gestellt. Ob ich dafür oder dagegen wäre, wollten sie wissen. Da ich Nachrichten weder höre, sehe, noch lese, musste ich mich erst mal mit dem Gegenstand vertraut machen. Der Wikipediaartikel „Bedingungsloses Grundeinkommen” reicht aus, denke ich.

Dort steht: weiterlesen →

Der Dreierschritt der Fremdbestimmung



San-Bogenschütze, Foto: Two Roads

Am Beispiel der afrikanischen San (auch !Kung oder Buschmänner genannt), möchte ich Ihnen das Ausmaß unserer Fremdbestimmung verdeutlichen. weiterlesen →

Man compressed - nicht nur am Muttertag



Kürzlich beschwerte sich eine Leserin meines Newsletters, dass ich in der Anrede “Liebe Männer und Frauen” die Männer zuerst genannt und damit das Alphabet “verbogen” hätte. Und außerdem wäre es wichtig, die Frauen zuerst zu nennen …

Als Macherin der Frauensprache-Website habe ich allerdings gelernt, sprachlich niemanden zu diskriminieren, und daher nenne ich mal die Männer und mal die Frauen zuerst. Im letzten Letter waren die Männer mal wieder vorne.

Nun möchte ich heute das Gedicht “Man compressed” vorstellen (es wurde im Kommentar als Entsprechung zu “Frauen compressed” geposted.) Und weil heute Muttertag ist und der wie auch das Männer-Gedicht mit “M” beginnt, kann ich ja alphabetmäßig nix falsch machen ;-)

Und obendrein ist ein Männertext an einem Frauen(Mutter)-Tag ja wohl der höchste Ausdruck von ausbalancierter Gerechtigkeit. Hier isses:

Man compressed

Vögeln nachts im Bett,
ihr Busen, ganz schön fett!

High-Tech-Klinik, gespreizte Beine
Ganz schön stramm, der Kleine

Stammhalter kam herbei
diesmal keine Büchsenmacherei

Schule, Noten, Junge lerne!
Die erste Million in weiter Ferne!

Der Mädels Po zu dick!
Junge, wo bleibt dein erster Fick?

Frauen selbstbewusst,
steigert Mannes Frust

Schuften und Stress für die Karrier
Frau und Stammhalter muß jetzt her

Auto, Haus und Geld von der Bank,
Jetzt ärgern sich die andern krank!

Rackern für die Schau,
auf dem Beifahrersitz die silikongefüllte Frau.

Alles ist möglich,
alles ist Pflicht

das Leben ist doch tödlich,
nur menschlich …
war es nicht.

richard lausser

Warum wir die Natur verloren haben



Für die meisten ist es gar nicht einfach, sich mit der Natur zu verbinden und mit ihr in Harmonie (und gleichzeitig mit sich selbst) zu leben, so wie es die so genannten Naturvölker seit Jahrtausenden tun.
Warum? weiterlesen →

Wie wir langsam baden gehen!



Geht der Sozialstaat baden, während auf der anderen Seite Gemeinschaftsgeist entwickelt und Lebensqualität geschaffen werden?

Der Spiegel schreibt unter Dolchstoß durch den Konsumenten:
“Der normale Käufer bei Karstadt, Metro und Lidl ist ein regelrechter Globalisierungsfanatiker: Er vergleicht Preis und Leistung und will immer das Billigste. So vernichtet er massenweise Jobs in Europa - am Ende auch den eigenen. Er will Rabatte bekommen und nicht Aufschläge zahlen. Der gute Deal interessiert ihn, nicht das schmutzige Geschäft, das ihm irgendwo auf der Welt vorausgegangen ist.
Noch immer besitzen 75 Prozent der Weltbevölkerung keine Arbeitslosenversicherung, was ihnen zum Nachteil, ihren Produkten aber zum Vorteil gereicht. Das Risiko von Krankheit, Armut und Alter tragen sie selbst und eben nicht die Produkte, die sie herstellen. Im Westen ist es umgekehrt.”

Da stellt sich die Frage: Will der “normale Bürger” überhaupt den “abstrakten” Sozialstaat oder sehnt er sich eher nach der Direktheit einer Gemeinschaft, wo es für ihn überschaubar ist, wie er mit seinem Einsatz (Geld, Zeit, Kreativität) selbst etwas bewirkt?

Gehen Sie baden! ist ein Artikel der Vereins- und Bürgerbäder in NRW überschrieben. Allein in Nordrhein-Westfalen gibt es über 50 Vereins- und Bürgerbäder.

Das kam so: Stätische Gemeinden können Freibäder nicht mehr finanzieren (Unterhalt, Renovierung) und wollen das Bad schließen, BürgerInnen begehren auf (Bürgerbegehren) und schließen sich in Initiativen zusammen, um in ihrer Freizeit das Bad zu renovieren und anschließend zu unterhalten.

Die Konsequenzen daraus:

  • Das sonst übliche pflegeleichte Friedhofsgrün städtischer Bäder ist einer Vielfalt an heimischen Pflanzen gewichen, weil viele BesucherInnen Ableger von Zuhause mitbrachten.
  • Engagement ist ansteckend. Die Identifikation der Bürgerlnnen mit ihrem Bad hat auch Vereine und Initiativen “infiziert”: Sie stellten im Elsebad bunte Figuren auf und steckten Beachvolleyball-Felder ab, veranstalteten Mitternachtsfeten und sogar ein Museumsdorf mit Geschichtswerkstatt.
  • Stetig wachsende Besucherzahlen - Beispiel: in diesem schönen Sommer waren es über 130.000 Badegäste - tragen auch zu einem beachtlichen wirtschaftlichen Erfolg bei. Statt ca. 800.000 Euro jährlicher Betriebskosten in vergleichbaren städtischen Bädern zahlt die Stadt Schwerte seit Jahren nur einen Zuschuss von 50.000 Euro.
  • Die Eintrittspreise halten dem Vergleich mit städtisch Bädern stand: Erwachsene zahlen drei Euro, Kinder die Hälfte. Die Jahreskarte kostet 46 bzw. 28 Euro.
  • Die Attraktivität der Bäder erklärt sich aus einem Mix aus Bürgerengagement und ” Unternehmens-Lust”. Das wird an der Gestaltung der Einnahmen und Ausgaben deutlich, lässt sich aber z. B. auch an den Öffnungszeiten beobachten. Sie sind zumeist umfangreicher und flexibler. So muss man in warmen Sommernächten nicht mehr über den Zaun klettern, sondern wird zum Mondscheinschwimmen mit Musik und Lichtinspirationen ins Bürgerbad eingeladen.
  • Es zeichnet sich eine neue Generation von Vereins- und Bürgerbädem ab. Bisher musste der Erhalt der meisten Bäder - wie in Schwerte - konfliktreich gegen den Willen von Kommunalpolitik und -verwaltung erkämpft werden. Nun erkennen immer mehr Kommunen die Bürgerbäder als Chance.
  • Unverkennbar kommen immer mehr Kommunen zu der Erkenntnis, dass die Übertragung der Bäder zu mehr Qualität und zu einer neuen Form der Beteiligung der Bürgerlnnen an der Gestaltung ihrer Stadt beiträgt.

Hat das etwas mit dem Matriarchat zu tun? Ja. Was oben am Beispiel der Freibäder dargestellt wurde sind matriarchale Sozialstrukturen! Wer das mit Frauenherrschaft, Göttinnen oder feministischen Ideen in Zusammenhang bringt, hat keine Ahnung.

Ein Mann, der den matriarchal lebenden Dagara, einem Volk in Afrika angehört, drückt es besser aus, als ich es könnte:

Eine echte Gemeinschaft beginnt in den Herzen ihrer Menschen. Sie ist kein Ort der Zerstreuung, sondern ein Ort des Seins. Sie kein Ort, wo man Reformen durch führt, sondern ein Ort der Heimat.
Eine Heimat zu finden - das ist es, wonach Menschen in einer wirklichen Gemeinschaft streben und was sie dort auch erreichen.
In einer Gemeinschaft ist es möglich, eine “helfende Präsenz” zu schaffen, statt dass einer dem anderen misstraut oder mit ihm konkurriert. Es liegt ganz an den anderen, wie sich der Einzelne fühlt. (aus Malidoma Somé, Die Kraft des Rituals - Afrikanische Traditionen für die westliche Welt S.77)

Für die Bäder heißt das: Aus Sicht der Kommunen besteht das beste Ergebnis einer vertraglichen Übertragung nicht darin, möglichst viel Geld einzusparen. Vielmehr zeichnet sich ab, dass den Kommunen ein qualitätsvoller und nachhaltig gesicherter Betrieb zunehmend wichtiger ist - eine ebenso erfreuliche wie unspektakuläre* Entwicklung, die vielleicht auf ein neues Verhältnis von Staat und Gesellschaft hindeutet.

Brauchen oder wollen wir wirklich den Sozialstaat?

Der Spiegel dazu: Viele hielten die Soziale Marktwirtschaft für das Endstadium der Geschichte und müssen sich nun einen kolossalen Irrtum eingestehen. Der Kapitalismus hat mit Hilfe eines globalen Arbeits- und Finanzmarkts seine Reichweite gesteigert, derweil das Soziale an Reichweite verlor. Der Markt hat an Kraft, Geschwindigkeit und scheinbar auch an Unvermeidbarkeit gewonnen. Der soziale Triumph von gestern aber ist verblasst. Der Kapitalismus erhält seine Ursprünglichkeit zurück.

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* Das Matriarchat ist nicht spektakulär. Deshalb werden matriarchale Strukturen von Reisenden in Länder, wo es diese Strukturen noch gibt, überhaupt nicht erkannt. Wer weiß denn, welche Gesellschaftsordnung dahinter steht, wenn man in einem kleinen Dorf im ländlichen Bali oder im südamerikanischen Hochland von den Leuten eine Mahlzeit oder einen Schlafplatz kauft? Viele große Kreuzfahrtschiffe legen vor der Fahrt durch den Panamakanal bei den typisch matriarchalen Cuna an und kaufen ihre schön bestickten Blusen … Durchforsten Sie doch mal Ihre Souvenirsammlung.

Foto: Freibad am See, Wetter

Geld: Es passiert etwas, was als unmöglich galt



Ob Ökologie, fairer Handel, Kultur - oder Zinsen: Die weltgrößte Sozialbank Triodos will Ethik und gute Rendite miteinander vereinbaren.

Wie unterscheidet sich eine Sozialbank bei der Kreditvergabe von anderen? weiterlesen →