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	<title>Rette sich, wer kann! &#187; Kultur</title>
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	<description>Gesellschaft im Wandel: Vom Patriarchat zu Web 2.0</description>
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		<title>Über die Schwierigkeit, das Weltbild indigener Völker sprachlich rüber zu bringen</title>
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		<pubDate>Thu, 02 Sep 2010 13:03:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hannelore Vonier</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sprache]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Ureinwohner]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[		<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Adc&amp;rfr_id=info%3Asid%2Focoins.info%3Agenerator&amp;rft.title=Über die Schwierigkeit, das Weltbild indigener Völker sprachlich rüber zu bringen&amp;rft.aulast=Vonier&amp;rft.aufirst=Hannelore&amp;rft.subject=Sprache&amp;rft.source=Rette sich, wer kann!&amp;rft.date=2010-09-02&amp;rft.type=&amp;rft.format=text&amp;rft.identifier=http://rette-sich-wer-kann.com/zusammenleben/sprache/ueber-die-schwierigkeit-das-weltbild-indigener-voelker-sprachlich-rueber-zu-bringen/&amp;rft.language=English"></span>
In den letzten Tagen ging eine Meldung durch die Presse über die Sprache der indigenen Pirahã, einem Völkchen vom Amazonas. Der amerikanische Linguist Daniel Everett hat die Sprache der Eingeborenen gelernt und analysiert. Die Nachricht wurden von mehreren Zeitungen aufgegriffen u.a. titelte die taz: &#8220;Glücklich ohne Gott&#8220;, die Stuttgarter Zeitung &#8220;Keine Angst vor der Zukunft&#8220;. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[		<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Adc&amp;rfr_id=info%3Asid%2Focoins.info%3Agenerator&amp;rft.title=Über die Schwierigkeit, das Weltbild indigener Völker sprachlich rüber zu bringen&amp;rft.aulast=Vonier&amp;rft.aufirst=Hannelore&amp;rft.subject=Sprache&amp;rft.source=Rette sich, wer kann!&amp;rft.date=2010-09-02&amp;rft.type=&amp;rft.format=text&amp;rft.identifier=http://rette-sich-wer-kann.com/zusammenleben/sprache/ueber-die-schwierigkeit-das-weltbild-indigener-voelker-sprachlich-rueber-zu-bringen/&amp;rft.language=English"></span>
<p></p><abbr class="unapi-id" title="http://rette-sich-wer-kann.com/?p=5318"><!-- &nbsp; --></abbr>
<div id="attachment_5336" class="wp-caption aligncenter" style="width: 503px">
	<img class="size-full wp-image-5336" title="Daniel Everett mit einem Piraha" src="http://rette-sich-wer-kann.com/wp-content/uploads/2010/09/piraha-everett.jpg" alt="Daniel Everett mit einem Piraha" width="503" height="337" />
	<p class="wp-caption-text">Daniel Everett mit einem Pirahã</p>
</div>
<p>In den letzten Tagen ging eine Meldung durch die Presse über die Sprache der indigenen Pirahã, einem Völkchen vom Amazonas. Der amerikanische Linguist Daniel Everett hat die Sprache der Eingeborenen gelernt und analysiert.<span id="more-5318"></span></p>
<p>Die Nachricht wurden von mehreren Zeitungen aufgegriffen u.a. titelte die taz: &#8220;<a rel="nofollow" href="http://www.taz.de/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=pb&amp;dig=2010%2F08%2F28%2Fa0033&amp;cHash=e5b9ffdec0">Glücklich ohne Gott</a>&#8220;, die Stuttgarter Zeitung &#8220;<a rel="nofollow" href="http://www.stuttgarter-zeitung.de/stz/page/2600159_0_9223_--quot-keine-angst-vor-der-zukunft-quot-nachgefragt.html">Keine Angst vor der Zukunft</a>&#8220;. Der Spiegel berichtete dazu bereits 2006 unter &#8220;<a rel="nofollow" href="http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-46707709.html">Leben ohne Zahl und Zeit</a>&#8220;.</p>
<p>Was in allen Texten zum Ausdruck kommt, ist die Überraschung, dass a) die Sprache das Denken und damit den Lifestyle widerspiegelt und b) dass es überhaupt eine andere Lebensanschauung gibt, als die unsere.</p>
<blockquote><p>Denn Leben und Sprache des nur rund 400 Menschen starken  Amazonasvölkchens der Pirahã (gesprochen wie &#8220;pi-da-han&#8221;)  sind so  außergewöhnlich, dass Forscher sich nur mühsam an sie heran tasten  können. Obwohl es die Pirahã  den Fremden einfach machen: Die Indianer  sind freundlich und hilfsbereit. Aggressives Verhalten kommt bei ihnen  so gut wie nicht vor. Sie lachen viel. Everett bezeichnet sie als das  glücklichste Volk, das ihm jemals begegnet sei.</p></blockquote>
<h2>Was ist das Außergewöhnliche an den Pirahã?</h2>
<p>Everett nennt Merkmale der Sprache:</p>
<blockquote><p>Es gibt keine Namen für Zahlen, Mengenangaben gehen nicht über &#8220;eins&#8221;, &#8220;zwei&#8221; und &#8220;viele&#8221; hinaus, zwischen Singular und Plural wird nicht unterschieden.</p></blockquote>
<p>Die Pirahã sind Wildbeuter, d.h. die Frauen sammeln Nüsse, Früchte, Wurzeln. Die Männer fischen im  Maici, einem rund 400 Kilometer langen Nebenfluss des Amazonas,  oder  jagen mit Pfeil und Bogen. Den gleichen Lebenstil haben auch andere Wildbeuter, etwa die Warlpiri, australische Aborigines, in deren Sprache auch nur das minimalistische Zählsystem 1-2-viele existiert.</p>
<p>Die Eingeborenen sind  an dieses Leben  angepasst. Zahlen kommen in  ihrem  Leben, in  ihrer Kultur nicht vor. Was Everett daher zunächst als &#8220;eins  &#8211; zwei &#8211;  viele&#8221; deutete, stellte sich  als grobes Mengenmaß wie &#8220;ganz  wenig &#8211;  ein bisschen &#8211; viele&#8221; heraus. Sätze wie &#8220;ich habe zwei kleine  Fische gefangen&#8221; und &#8220;ich habe einen großen Fisch gefangen&#8221; sind bei  den Pirahã identisch.</p>
<p>Ausstralische Aborigines lernen schnell auf englisch zu zählen und zu rechnen, wenn sie sich dazu gezwungen sehen. Bei den Pirahã ist das ganz anders. Vor Jahren schon hat Everett versucht, ihnen das Rechnen beizubringen.  Acht Monate lang lehrte er sie das &#8216;um, dois, três&#8217; der Brasilianer &#8211;  vergebens. Am Ende konnte nicht einer bis zehn zählen. Dass sie dumm sind, glaubt niemand.</p>
<p>Der Grund liegt darin, dass die ca. 700 Pirahã in einem Reservat leben und ihren Eigensinn beibehalten können. Anders als die Aborigines in Australien, denen von den weißen Europäern schlimm mitgespielt wurde und viele ihre Kultur verloren. Eine kleine Anekdote zeigt das (noch) unabhängige Denken der Pirahã:</p>
<blockquote><p>Der ehemalige Missionar Everett  hat die Pirahã seit 1977  regelmäßig besucht, mal für wenige  Wochen, mal mit seiner Familie für ein knappes Jahr &#8211; insgesamt war er  sieben Jahre bei ihnen. Sein ursprüngliches Ziel war die  Sprachdokumentation, um das Neue Testament in Pirahã zu übersetzen. Doch  wann immer er über seinen Glauben sprach, fragten die Pirahã, die  selbst weder eine Religion, Götter, noch  einen Schöpfungsmythos haben, ob er  diesen Jesus persönlich kenne. Auf Everetts &#8220;Nein&#8221; reagierten sie mit  Desinteresse, sinngemäß mit der Frage: &#8220;wieso sollte ich mich für  jemanden interessieren, den keiner kennt?&#8221;</p>
<p>Everett wandte sich   nun  ausschließlich der Forschung zu. Seine   Erfahrungen mit den Pirahã beeindruckten ihn derart, dass er  den  christlichen Glauben ablegte.</p></blockquote>
<h2>Die Sprache kommt in die Welt durch die Kultur</h2>
<p>Als ein weiteres Sprach-Merkmal des Pirahã nennt Everett:</p>
<blockquote><p>Die Sprache scheint weniger reich zu sein, sowohl was die Lautäußerungen betrifft, als auch die Komplexität der gesprochenen Information. Das Pirahã ist eine tonale Sprache wie das Chinesische –  unterschiedliche Betonungen eines Lauts führen zu unterschiedlichen  Bedeutungen. Doch das Pirahã besteht nur aus drei Vokalen und acht  Konsonanten.</p></blockquote>
<p>Auf die Tatsache, dass es in indigenen Sprachen aus eurozentrischer Sicht ganz &#8220;wichtige&#8221; Wörter nicht gibt, habe ich schon oft hingewiesen. Am amüsantesten in der Glosse: <a href="http://rette-sich-wer-kann.com/zusammenleben/konsensgesellschaft/fehlende-worte/">Wie fehlende Worte das Weltbild spiegeln</a>. Da fehlen Begriffe wie Mutter, Vater oder Familie. Mord, Diebstahl, Vergewaltigung, Gott, Krieg oder Konkurrenz werden von Eingeborenen nicht verstanden. Es sei denn, sie kamen mit europäischen Kolonialisten und deren Missionaren in Berührung.</p>
<h3>Sind deshalb indigene Sprachen und die damit verwobenen Vorstellungen arm? Lässt sich Komplexes nicht ausdrücken?</h3>
<p>Ganz im Gegenteil. Aber <em>wir</em> haben nicht die Wörter dafür!</p>
<p>Wie soll ein Forscher aus unserem Kulturkreis durch eine anderen Sprache Ideen erfahren, von denen er nicht weiß, dass er sie nicht weiß? Er kann deshalb nicht beurteilen, ob die Sprache/Kultur arm  oder reich ist. Möglicherweise erkennen die Eingeborenen das Problem, aber wenn sie unsere Sprachen nicht sprechen, wie sollen sie uns dann ihr Weltbild, ihre Kultur erklären?</p>
<p>Seit etwa 20 Jahren gibt es solche Eingeborenen, die von ihrem Stamm in westliche Länder geschickt werden, um</p>
<ol>
<li>unsere Kultur und Sprache zu erlernen, damit sie in der Lage sind die weißen Eroberer zu verstehen, die ihr Land beherrschen, um handlungsfähig zu sein. Denn überall, wo es noch Stammesgemeinschaften gibt, werden sie von Regierungen bekämpft und bei Widerstand getötet, bis sie verschwunden sind. Es ist Selbsthilfe aus Verzweiflung und dient nichts Geringerem als dem Überleben.</li>
<li>Gleichzeitig vermitteln die Stammes-Abgesandten interessierten Menschen im Westen ihre gewaltfreie Lebensweise.</li>
</ol>
<p>Malidoma Somé ist einer von ihnen, der beide Welten kennt. Er erarbeitete sich verschiedene Titel: Schamane in seinem Dorf in Afrika, im Westen jeweils ein Doktorat von der Sorbonne und der Universität von Berkeley.</p>
<p>Hier ist ein Ausschnitt aus einem Interview, wo er genau das Problem des Verstehens verschiedener Kultur-Konzepte anspricht:</p>
<p><object classid="clsid:6bf52a52-394a-11d3-b153-00c04f79faa6" width="506" height="343" codebase="http://activex.microsoft.com/activex/controls/mplayer/en/nsmp2inf.cab#Version=5,1,52,701"><param name="autostart" value="false" /><param name="stretchtofit" value="true" /><param name="url" value="http://dl.dropbox.com/u/9726608/Video-Clips/malidoma-some2.flv" /><param name="src" value="http://dl.dropbox.com/u/9726608/Video-Clips/malidoma-some2.flv" /><embed type="application/x-mplayer2" width="506" height="343" src="http://dl.dropbox.com/u/9726608/Video-Clips/malidoma-some2.flv" url="http://dl.dropbox.com/u/9726608/Video-Clips/malidoma-some2.flv" stretchtofit="true" autostart="false"></embed></object></p>
<p><em>Ausschnitt aus einem Interview mit Malidoma Somé &#8220;How to be a man&#8221; (<a rel="nofollow" href="http://vimeo.com/910256">Ganzes Video</a>)</em><br class="spacer_" /></p>
<p>Friedens- und Gewaltforscher drehen sich im Kreis, wenn sie die vorstehenden Zusammenhänge nicht kennen. Innerhalb unseres patriarchalen Paradigmas können wir die Ursachen unserer Probleme &#8211; Gewalt, Krieg, Überbevölkerung, Umweltverschmutzung &#8211; nicht finden und deshalb auch nicht deren Lösung.</p>
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		<item>
		<title>Was ist das patriarchale Paradigma?</title>
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		<pubDate>Sat, 03 Jan 2009 23:20:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hannelore Vonier</dc:creator>
				<category><![CDATA[Patriarchat]]></category>
		<category><![CDATA[Besitz Eigentum]]></category>
		<category><![CDATA[Hierarchie]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Netzwerk]]></category>
		<category><![CDATA[Paradigma]]></category>
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		<description><![CDATA[Definition eines Paradigmas, speziell im Patriarchat, und wie es dazu kommt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[		<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Adc&amp;rfr_id=info%3Asid%2Focoins.info%3Agenerator&amp;rft.title=Was ist das patriarchale Paradigma?&amp;rft.aulast=Vonier&amp;rft.aufirst=Hannelore&amp;rft.subject=Patriarchat&amp;rft.source=Rette sich, wer kann!&amp;rft.date=2009-01-03&amp;rft.type=&amp;rft.format=text&amp;rft.identifier=http://rette-sich-wer-kann.com/zusammenleben/patriarchat/was-ist-das-patriarchale-paradigma/&amp;rft.language=English"></span>
<p></p><abbr class="unapi-id" title="http://rette-sich-wer-kann.com/patriarchat/was-ist-das-patriarchale-paradigma/"><!-- &nbsp; --></abbr>
<p>Kürzlich hatte ich ein Gespräch über den Begriff <em>Paradigma</em>, den ich verschiedentlich auf meinen Seiten <a rel="nofollow" href="http://www.google.com/custom?q=paradigma&amp;btnG=Suche&amp;num=100&amp;hl=de&amp;newwindow=1&amp;client=pub-5743354516316413&amp;channel=6157429146&amp;cof=FORID%3A1%3BAH%3Aleft%3BCX%3AAlle%2520Websites%2520von%2520Hannelore%2520Vonier%3BVLC%3A%23663399%3BDIV%3A%23990000%3B&amp;cx=018362256250924838004%3Al4sydyyoyfy">verwende</a>. Manchen ist nicht klar, was &#8220;<em>patriarchales Paradigma</em>&#8221; bedeutet und wie wir selbst in einem Paradigma &#8220;gefangen&#8221; sind.<span id="more-78"></span></p>
<h3>Zum Begriff Paradigma:</h3>
<p>Unter einem Paradigma versteht man ein Muster, Beispiel, Vorbild, Modell, eine Klasse, eine wissenschaftliche Richtung.<br />
In der Linguistik etwa wird die Art wie Nomina dekliniert und Verben konjugiert werden, also der gesamte Formenbestand, den ein Wort haben kann, als das Paradigma dieses Wortes bezeichnet.</p>
<p>Auf wissenschaftsgeschichtliche Fragestellungen bezogen meint Paradigma eine zu einer bestimmten Zeit vorherrschende erkenntnisleitende Orientierung oder Forschungsmethode (z.B. das kopernikanische System).<br />
Oder: wir verwenden den Sonnenkalender zur Zeitmessung, in anderen (z.B. arabischen) Kulturen richtet man sich nach dem Mondkalender. Das heißt: der Sonnenkalender ist unserem Paradigma  immanent (innewohnend).</p>
<p>Es ist die Kenntnis, Erkenntnis- und Wissens&#8221;glocke&#8221; in der wir uns als Gruppe befinden, ein Netzwerk der Umgangsformen.</p>
<p>Salopp gesagt: Innerhalb eines Paradigmas werden dessen Elemente als normal und selbstverständlich empfunden.</p>
<p>Tradiert wird ein Paradigma &#8211; vereinfacht ausgedrückt &#8211; über Sprach-Konversationen (Verbalisierung + Gestik, Mimik), die mit dem Gefühlsbereich gekoppelt sind. Kleine Kinder erlernen die Gegebenheiten ihres Paradigmas, tragen sie gleichzeitig weiter und manifestieren sie damit. Ein Paradigma ist ein Selbstläufer, solange es funktioniert.</p>
<h3>Beschreibung des patriarchalen Paradigmas:</h3>
<p>Alle Aspekte des Lebens in den Industrieländern sind geprägt durch das „patriarchale Netzwerk der Umgangsformen“ – Patriarchat genannt.<br />
Dieses Netzwerk patriarchaler Konversationen offenbart sich in einem Lebensstil wo</p>
<ul>
<li>Kampf,</li>
<li>Wettbewerb,</li>
<li>Hierarchie,</li>
<li>Gewalt und Zwang,</li>
<li>Macht,</li>
<li>Wachstum,</li>
<li>Fortschritt,</li>
<li>Kontrolle natürlicher Ressourcen,</li>
<li>Kontrolle und Beherrschung anderer durch die Inbesitznahme von Wahrheit,</li>
</ul>
<p>charakteristisch sind.</p>
<p><img class="right" style="border: 1px solid black;" title="Wettbewerb und Kampf von klein auf" src="http://rette-sich-wer-kann.com/wp-content/uploads/2007/03/minikaempfer.jpg" alt="Wettbewerb und Kampf" width="195" height="260" /> Wollen wir beispielsweise etwas gegen soziale Ungerechtigkeit unternehmen, sprechen wir vom ‚Kampf gegen Armut und Ausbeutung’.</p>
<p>Möchten wir eine saubere Umgebung, kämpfen wir gegen die Umweltverschmutzung.</p>
<p>Wir kämpfen gegen den Krieg, Männer für eine Beförderung, Frauen für gleiche Behandlung, Kinder für bessere Noten, Alte für mehr Rente, Teenager um Anerkennung &#8230; Alle scheinen zu glauben, dass sämtliche Handlungen, die alltäglichen und die besonderen, den Einsatz von Gewalt erfordern.</p>
<p>Wir sind besessen von der Idee der Kontrolle &#8211; kontrollieren uns und unser Verhalten, unser Gewicht, unsere Gesundheit, wie unseren Kontostand; kontrollieren andere und deren Handlungsweisen mit der gleichen Selbstverständlichkeit, und ebenso unsere Kinder.</p>
<p>Wir wollen die Natur auf diesem Planeten kontrollieren und versuchen es mittlerweile auch mit dem Universum.</p>
<p><img class="left" style="border: 1px solid black;" title="gewaltsames Ab- und Ausgrenzen" src="http://rette-sich-wer-kann.com/wp-content/uploads/2007/03/stacheldraht.jpg" border="0" alt="Abgrenzen mit Gewalt" width="227" height="151" />Besitzen ist fundamental im patriarchalen Paradigma.</p>
<p>Wir leben mit Besitztum als Ausgangspunkt für alles Weitere, als wäre es legitim, die Bewegungsfreiheit anderer einzuschränken, während wir für uns selbst das Recht auf freie Entfaltung und Aktion beanspruchen.</p>
<p>Wir leben so, als hätten wir Besitzrechte an Naturschätzen, Anschauungen und Ideen, oder der Wahrheit. Der Ausdruck &#8220;<a title="Geistiges Eigentum, ein Hirngespinst" href="http://rette-sich-wer-kann.com/geisteshaltung/geistiges-eigentum-ein-patriarchales-hirngespinst/">geistiges Eigentum</a>&#8221; spricht für sich.</p>
<p>Im patriarchalen Paradigma misstrauen wir der Selbstbestimmung anderer Individuen, besonders der von Kindern, Alten oder Kranken.</p>
<p>Wir nehmen uns ständig das Recht heraus, für andere zu entscheiden, was für sie richtig oder falsch ist. Das ist ein unentwegter Versuch, andere zu kontrollieren und läuft auf &#8220;alle kontrollieren alle&#8221; hinaus. So erhält sich das System von selbst.</p>
<p>Die hierarchischen Strukturen, in denen wir leben, tun noch ein Übriges dazu:<br />
Wir verlangen Gehorsam voneinander und behaupten, dass Ordnung ohne Autorität und Fügsamkeit nicht möglich sei.<br />
Wir bauen alle unsere Beziehungen auf zwei Kriterien auf: Überlegenheit oder Unterlegenheit.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>The Guatemalan army couldn&#039;t wipe out Mayan culture, but American Idol can.</title>
		<link>http://rette-sich-wer-kann.com/sideblog/the-guatemalan-army-couldnt-wipe-out-mayan-culture-but-american-idol-can/</link>
		<comments>http://rette-sich-wer-kann.com/sideblog/the-guatemalan-army-couldnt-wipe-out-mayan-culture-but-american-idol-can/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 02 Nov 2008 13:42:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hannelore Vonier</dc:creator>
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The indigenous peoples of Guatemala have kept their culture through 500 years of colonization, brutal repression, and, most recently, 36 years of genocide that killed 200,000 Maya. But where brute force failed, globalization is succeeding. Mainstream Western entertainment is now flooding Guatemala‘s airwaves, hammering home the 24-hour-a-day message that Mayans should abandon their languages, their [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[		<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Adc&amp;rfr_id=info%3Asid%2Focoins.info%3Agenerator&amp;rft.title=The Guatemalan army couldn&#039;t wipe out Mayan culture, but American Idol can.&amp;rft.aulast=Vonier&amp;rft.aufirst=Hannelore&amp;rft.subject=Sideblog&amp;rft.source=Rette sich, wer kann!&amp;rft.date=2008-11-02&amp;rft.type=&amp;rft.format=text&amp;rft.identifier=http://rette-sich-wer-kann.com/sideblog/the-guatemalan-army-couldnt-wipe-out-mayan-culture-but-american-idol-can/&amp;rft.language=English"></span>
<p></p><abbr class="unapi-id" title="http://rette-sich-wer-kann.com/?p=1565"><!-- &nbsp; --></abbr>
<p>The indigenous peoples of Guatemala have kept their culture through 500 years of colonization, brutal repression, and, most recently, 36 years of genocide that killed 200,000 Maya. But where brute force failed, globalization is succeeding.<span id="more-4452"></span> Mainstream Western entertainment is now flooding Guatemala‘s airwaves, hammering home the 24-hour-a-day message that Mayans should abandon their languages, their clothing, their spirituality, and their identities. And the only thing holding back this tidal wave of homogeneity is a network of tiny 500-watt radio stations. <a rel="nofollow" href="http://www.culturalsurvival.org/programs/grp/program">Weiterlesen und Möglichkeit zu helfen</a></p>
<p>Artikel zur Maya-Kultur hier auf dem Blog:</p>
<ul>
<li><a href="http://rette-sich-wer-kann.com/gewalt-zwang/modernes-kavaliersdelikt-grabraub/">Modernes Kavaliersdelikt: Grabraub</a></li>
<li><a href="http://rette-sich-wer-kann.com/patriarchat/die-ideologischen-fundamente-unserer-gesellschaft-und-der-liebe-gott/">Die ideologischen Fundamente unserer Gesellschaft und der liebe Gott</a></li>
</ul>
<div id="wherego_related"> </div><!-- PHP 5.x -->]]></content:encoded>
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		<title>Freund-Feind-Polarität &#8211; Rivalität verdrängt Individualismus</title>
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		<pubDate>Wed, 22 Oct 2008 22:18:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hannelore Vonier</dc:creator>
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Im letzten Teil haben wir gesehen, dass durch Behinderung anderer zu natürlichen Nahrungsquellen Hirtentum entstand. Dabei wurden Tierherden in Besitz genommen. Die Gewohnheit des Behinderns beim Zugang zu Ressourcen entwickelte sich im Laufe der Zeit zu einem Charakteristikum der allgemeinen Lebensweise und Feindschaft entstand. Gleiche menschliche Handlungsmuster können in verschiedenen Lebensbereichen ausgeführt werden, d.h. diese [...]]]></description>
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<p></p><abbr class="unapi-id" title="http://rette-sich-wer-kann.com/?p=1357"><!-- &nbsp; --></abbr>
<p style="text-align: center;"><img class="frame aligncenter" title="Ausgrenzen" src="http://rette-sich-wer-kann.com/wp-content/uploads/2008/10/ausgrenzung.jpg" alt="Entstehung Patriarchat Freund-Feind-Polarität" width="475" height="274" /></p>
<p>Im letzten Teil haben wir gesehen, dass durch Behinderung anderer zu natürlichen Nahrungsquellen <em>Hirtentum </em>entstand. Dabei wurden Tierherden in <em>Besitz </em>genommen. Die Gewohnheit des <em>Behinderns </em>beim Zugang zu Ressourcen entwickelte sich im Laufe der Zeit zu einem Charakteristikum der allgemeinen Lebensweise und <em>Feindschaft </em>entstand.</p>
<p>Gleiche menschliche Handlungsmuster können in <em>verschiedenen </em>Lebensbereichen ausgeführt werden, d.h. diese Muster sind auf andere Gebiete übertragbar, in denen die entsprechenden Lernerfahrungen zunächst nicht gemacht wurden. Für unsere Situation bedeutet das: Sobald <strong>Feindschaft </strong>und <strong>Besitz</strong>ergreifung im Beziehungszusammenhang mit den Tierherden gelernt wurden, konnten Feind- und Besitzverhältnisse auch auf Land, Ideen oder Überzeugungen übertragen werden, wenn die Umstände dies erlaubten.</p>
<p>Wenn aber „das Andere“ der <em>Feind </em>ist, ist <strong>Individualismus </strong>ausgeschlossen, weil <em>anders zu sein</em> dann von Mitgliedern der Gruppe unter allen Umständen vermieden wird, denn es wird ja bekämpft und subtil oder offen diskreditiert.<strong>*</strong></p>
<p>Die Folge ist größtmögliche <em>Anpassung</em>, das Ziel, auf keinen Fall selbst mit irgendeiner Eigenschaft herauszuragen und beim anderen Herausragen zu <em>verhindern</em>.</p>
<p>Eine persönliche Entfaltung war nicht mehr möglich, Individualismus ging verloren. Und da es keine zwei gleichen Menschen gibt, ist grundsätzlich nach dieser neuen Überzeugung jeder Mensch vom Einzelnen aus gesehen „das Andere“. Eine neue Form von Beziehungsverhältnis ging daraus hervor: <em>Rivalität</em>.</p>
<p>Vertrauen und Zuversicht in die natürliche Harmonie allen Seins verschwanden und wurden durch die Sorgen um verfügbaren Lebensunterhalt ersetzt. <strong>Angst</strong>, nicht genug zu haben, <em>existenzielle Angst</em> vor dem Verhungern, gehörte ab jetzt zu den Konversations-Netzen, die die Generationen der nächsten Jahrtausende prägten. (<a title="Was ist Kultur? Konversations-Netz" href="http://rette-sich-wer-kann.com/konsensgesellschaft/die-kultur-der-fruehen-menschen/">Erläuterung Konversations-Netz</a>)</p>
<p>Die qualvolle Sehnsucht nach Sicherheit wurde von den Hirtenvölkern durch massive Vergrößerung der Herden befriedigt. Diese Tatsache brachte enorme Konsequenzen mit sich, die sich an drei Schlüsselbegriffen festmachen lassen und die Grundmauern des prinzipiellen Aufbaus des Patriarchats darstellen:</p>
<p style="padding-left: 30px;"><strong>a)	Grenzen</strong> (Ab- und Ausgrenzung)<strong><br />
 b)	Besitz</strong> (und dessen Vermehrung, als Gegenmaßnahme zu Mangel und Notsituationen)<strong><br />
 c)	Kontrolle</strong> (alle Eventualitäten müssen überwacht werden um Punkt a und b sicherzustellen)</p>
<p>Diese drei Maßnahmen sollen grundsätzlich dazu dienen, eine Wiederholung des <em>erlebten Traumas</em> künftig zu vermeiden. Mit diesen drei Maßnahmen wird bis heute versucht <strong>Sicherheit </strong>zu erreichen.</p>
<blockquote><p>Der patriarchale Leit- und Glaubenssatz lautet: „Je mehr Besitz ich kontrolliere und unter Verschluss halte, desto weniger fühle ich mich verunsichert.“</p>
</blockquote>
<p>Auf diesen einfachen Nenner lassen sich alle Handlungen in den patriarchalen Industrieländern zurückführen. Wir folgen als kulturelle Wesen in unserem Handeln immer <em>unseren Wünschen</em>. Im Patriarchat geht es dabei nur um einen einzigen Wunsch: <strong>Sicherheit</strong>.</p>
<p style="text-align: center;">*</p>
<p><strong>*</strong><a rel="nofollow" href="http://www.amazon.de/Subsistenz-Widerstand-Alternativen-zur-Globalisierung/dp/3853712053%3FSubscriptionId%3D02E5W5871AJF7PMMMS82%26tag%3Dbloghv-21%26linkCode%3Dxm2%26camp%3D2025%26creative%3D165953%26creativeASIN%3D3853712053"><img class="alignright" src="http://ecx.images-amazon.com/images/I/41Ec0klmXFL._SL160_.jpg" alt="" /></a>Wie sich die <em>Verneinung des Anderen</em> als treibende Kraft der westlichen Kultur ausdrückt, verdeutlicht beispielsweise die Art und Weise, wie das US-amerikanische Patentsystem funktioniert. Patentprüfende sind demnach nicht verpflichtet, das traditionelle Wissen indigener Völker zu berücksichtigen, solange dieses Wissen nicht im globalisierten westlichen Wissenssystem der Fachjournale und –bücher publik gemacht wird. Das bedeutet tatsächlich, dass lokales Wissen als inexistent gilt, auch wenn es eine reiche Literatur dazu gibt (wenn auch nicht in einer europäischen Sprache oder im Rahmen des westlichen akademischen Systems) (mehr in <a rel="nofollow" name="evtst|a|3853712053" href="http://www.amazon.de/Subsistenz-Widerstand-Alternativen-zur-Globalisierung/dp/3853712053%3FSubscriptionId%3D02E5W5871AJF7PMMMS82%26tag%3Dbloghv-21%26linkCode%3Dxm2%26camp%3D2025%26creative%3D165953%26creativeASIN%3D3853712053">Subsistenz und Widerstand: Alternativen zur Globalisierung</a>).</p>
<p>Bevor indigene Kulturen möglicherweise ganz verschwinden, bemühen sich insbesondere Pharmakonzerne im großen Stil, das traditionelle und medizinisch verwertbare Wissen indigener Kulturen für sich in Form von Patenten nutzbar zu machen. (mehr unter <a rel="nofollow" title="Ausverkauf von biologischen Ressourcen und traditionellem Wissen" href="http://www.gfbv.de/report.php?id=30">Biodiversität und indigene Völker</a>)</p>
<p>Im Zusammenhang mit der Biopiraterie der Pharmakonzerne, der sich die UNO, Regierungen und Initiaven entgegenstellen, möchte ich einmal darauf hinweisen, wie in bester Absicht zu helfen und gerecht zu sein, &#8220;das Andere&#8221; gar nicht wahrgenommen wird.</p>
<p>Die Gesellschaft für bedrohte Völker fordert in diesem Zusammenhang unter anderem beispielsweise ein <strong>Veto-Recht</strong>:</p>
<blockquote><p>Das Recht, dem <strong>Zugriff </strong>auf genetisches Material und traditionelles Wissen die Zustimmung zu <strong>verweigern</strong>, würde die Position indigener und lokaler Gemeinschaften stärken. Es wäre Ausdruck ihrer kulturellen Selbstbestimmung, die es ihnen gestatten würde, bestimmtes Wissen und manche Praktiken <strong>für sich behalten zu können</strong> und sie <strong>nicht</strong> der Öffentlichkeit <strong>zugänglich machen zu müssen</strong>. (<a rel="nofollow" title="Ausverkauf von biologischen Ressourcen und traditionellem Wissen" href="http://www.gfbv.de/report.php?id=30">Quelle</a>, Hervorhebung von mir)</p>
</blockquote>
<p>Diese zweifellos gut gemeinte Forderung widerspricht, speziell in den Hervorhebungen, dem Selbstverständnis dieser Völker, <strong>zu teilen und zu geben</strong>. Es ist nicht nur ihr gewählter &#8216;Lifestyle&#8217;, sondern ihr Überlebenskonzept seit Jahrtausenden! Würden Gemeinschaften wie die afrikanischen San (Buschleute) sich darauf einlassen oder wären sie dazu gezwungen, dann ließen sie sich korrumpieren, von  patriarchalem Gedankengut infizieren und wären auf dem Weg, sich und ihre friedfertige, lustvolle Kultur zu zerstören.</p>
<p>Wie wenig die Naturvölker &#8216;gesehen&#8217; werden, verdeutlicht der Satz &#8220;Es wäre Ausdruck ihrer kulturellen Selbstbestimmung&#8230;&#8221; &#8211; genau das Gegenteil ist der Fall. Blindheit für &#8220;das Andere&#8221;.</p>
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		<title>Mit konservativen Glaubenssätzen Neuerungen verhindern</title>
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		<pubDate>Wed, 30 Jul 2008 16:09:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hannelore Vonier</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Glaubenssysteme haben wir alle. Wir glauben zum Beispiel, dass morgen die Sonne aufgeht und richten unsere Pläne danach aus. Dieser Glaubenssatz funktioniert für die meisten von uns sehr gut und es besteht keine Notwendigkeit einen funktionierenden Glaubenssatz zu ändern. Haben wir jedoch Beschwerden, was unseren Lebensstil anbelangt, dann ist ein Hinterfragen der alten Glaubenssätze angebracht.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[		<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Adc&amp;rfr_id=info%3Asid%2Focoins.info%3Agenerator&amp;rft.title=Mit konservativen Glaubenssätzen Neuerungen verhindern&amp;rft.aulast=Vonier&amp;rft.aufirst=Hannelore&amp;rft.subject=Artikelserie&amp;rft.subject=Existenzielle Fragen&amp;rft.source=Rette sich, wer kann!&amp;rft.date=2008-07-30&amp;rft.type=&amp;rft.format=text&amp;rft.identifier=http://rette-sich-wer-kann.com/existenzielle-fragen/mit-konservativen-glaubenssaetzen-neuerungen-verhindern/&amp;rft.language=English"></span>
<p></p><abbr class="unapi-id" title="http://rette-sich-wer-kann.com/?p=585"><!-- &nbsp; --></abbr>
<p><img class="center frame" title="Vorgegebene Richtung" src="http://rette-sich-wer-kann.com/wp-content/uploads/2008/07/vorgegebene-richtung.jpg" alt="Mit konservativen Glaubenssätzen Neuerungen verhindern" width="454" height="170" /></p>
<p>Das Medium Kultur ist bewahrend und damit konservativ, weil die Kultur die Menschen, die diese Kultur <em>tragen</em>, über den <em>Prozess des Heranwachsens</em> hervor bringt. Die Trägerinnen und Träger etablieren dann im Verlauf ihres Lebens eben diese Kultur. Leute, die <em>fortführen</em>, was während ihrer Kindheit und Jugend ihr Glaubenssystem geprägt hat, sorgen <em>aktiv </em>dafür, dass die Gesellschaft der älteren Generationen <em>erhalten bleibt</em>.<span id="more-585"></span></p>
<p>Glaubenssysteme haben wir alle. Wir glauben zum Beispiel, dass morgen die Sonne aufgeht und richten unsere Pläne danach aus. Dieser Glaubenssatz funktioniert für die meisten von uns sehr gut und es besteht keine Notwendigkeit einen funktionierenden Glaubenssatz zu ändern. Haben wir jedoch Beschwerden, was unseren Lebensstil anbelangt, dann ist ein Hinterfragen der alten Glaubenssätze angebracht.</p>
<p>In der matriarchalen Kultur basiert das <a title="Was ist Kultur - Umgangsformen" href="http://rette-sich-wer-kann.com/konsensgesellschaft/die-kultur-der-fruehen-menschen/">Netz der Umgangsformen</a> nicht auf Kampf, Wettstreit, Ausgrenzung, Besitz, Erobern, Macht und Gehorsamkeit, Gewalt und Kontrolle, gut und böse, Toleranz, Missbrauch, Aggression und Ausbeutung.</p>
<p>Es ist genau das Gegenteil: es ist <strong>Anteilnahme, Zusammenarbeit, Teilen, Verständnis, Respekt</strong> und gegenseitige <strong>Inspiration</strong>.</p>
<p>Die Tatsache, dass diese Begriffe bis heute in unserer Sprache vorkommen weist darauf hin, dass die dazugehörigen Handlungen ebenfalls noch Teil unseres Lebens sind. Allerdings sind sie für besondere Gelegenheiten reserviert, jedenfalls nicht dazu, um unseren <em>allgemeinen </em>Lebensstil zu beschreiben.</p>
<p>Sie werden verwendet um Utopien heraufzubeschwören, Visionen oder Ähnliches, eher für Schulkinder passend als für die Lebenswirklichkeit Erwachsener.</p>
<p>Wir leben im Wettbewerb, d.h. wir führen einen Kampf mit dem Ziel uns gegenseitig auszuschalten und niederzumachen. Auf diese Weise etablieren wir Hierarchien mit besonderen Privilegien, wo angeblich eine &#8220;Auslese der Besten&#8221; stattfindet und deren Aufstieg an die Spitze, und obendrein behaupten wir auch noch, dass dies den sozialen Fortschritt garantiert.</p>
<p>Das patriarchale Paradigma macht uns Glauben, dass unterschiedliche Meinungen zwangsläufig Kampf und Streit zur Folge haben und wo Argumente als Waffen dienen.</p>
<p>Und überdies beschreiben wir harmonische Beziehungen als ‚friedlich’ – im Gegensatz zu Krieg – als wäre Krieg eine notwendige und wesentliche Beschäftigung der Menschheit!</p>
<p>Im Patriarchat wird Krieg als „mit Waffengewalt geführte Auseinandersetzung zwischen Staaten oder Völkern bzw. zwischen Bevölkerungsgruppen innerhalb eines Staates (Bürgerkrieg)“ definiert.</p>
<p>Trifft dies nicht zu, wird ein Land, wo Mord und Totschlag, Raub, Vergewaltigung, Schändung von Kindern, Menschenhandel und Folter im „zivilen Bereich“ jede Sekunde stattfinden, als „im Frieden“ bezeichnet.</p>
<p>Dies sind Glaubenssätze, die es zu hinterfragen gilt.</p>
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		<title>Kultureller Umbruch &#8211; Paradigmawechsel</title>
		<link>http://rette-sich-wer-kann.com/thema/artikelserie/kultureller-umbruch-paradigmawechsel/</link>
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		<pubDate>Sun, 27 Jul 2008 22:00:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hannelore Vonier</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Wilhelm Reich]]></category>

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		<description><![CDATA[Kulturelle Veränderung geht immer einher mit einer Veränderung der emotionalen Prägung in der Kindheit]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[		<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Adc&amp;rfr_id=info%3Asid%2Focoins.info%3Agenerator&amp;rft.title=Kultureller Umbruch &#8211; Paradigmawechsel&amp;rft.aulast=Vonier&amp;rft.aufirst=Hannelore&amp;rft.subject=Artikelserie&amp;rft.subject=Gemeinschaft&amp;rft.source=Rette sich, wer kann!&amp;rft.date=2008-07-27&amp;rft.type=&amp;rft.format=text&amp;rft.identifier=http://rette-sich-wer-kann.com/thema/artikelserie/kultureller-umbruch-paradigmawechsel/&amp;rft.language=English"></span>
<p></p><abbr class="unapi-id" title="http://rette-sich-wer-kann.com/?p=469"><!-- &nbsp; --></abbr>
<p><img class="right" title="Konversations-Netze" src="http://farm4.static.flickr.com/3160/2702652552_b3b9985b9f_o.jpg" alt="Konversations-Netze" width="222" height="253" />Kommen wir zurück auf die <a title="Die Kultur der frühen Menschen" href="http://rette-sich-wer-kann.com/konsensgesellschaft/die-kultur-der-fruehen-menschen/">Konversations-Netze</a>, die ich vorher erwähnte: Konversationen, die als Lebensweise von der Gemeinschaft bewahrt und an die nächste Generation weiter gegeben werden. Um zu verstehen, wie es zu einem Paradigmawechsel, also zu kulturellen Veränderungen, kommen kann, müssen wir die Umstände betrachten, die eine Veränderung des Konversations-Netzes in die Wege leiten. Zu beachten ist außerdem, dass eine kulturelle Veränderung ohne eine Veränderung der <em>emotionalen Prägung</em> in der Kindheit nicht stattfinden kann. Lasst uns deshalb rekonstruieren, was sich in der Geschichte abgespielt hat.<span id="more-469"></span></p>
<h3>Der Anfang eines neuen Paradigmas</h3>
<p>Aus der Archäologie wissen wir, dass vor-patriarchale europäische Kulturen vor etwa 6500 Jahren von indoeuropäischen Nomaden, die aus dem Osten kamen, erobert und brutal zerstört wurden. Ab dieser Zeit entstanden an verschiedenen Orten der ganzen Welt erstmals patriarchale Gesellschaften und die Eroberungszüge halten bis heute an.</p>
<p>James DeMeos beeindruckende geologische Studie sozialen Verhaltens, die Saharasia-These, gibt uns Auskunft über diese Zeit:</p>
<blockquote><p>„Eine massive Klimaänderung erschütterte die alte Welt, als vor ungefähr 6000 Jahren beträchtliche Bereiche der damals üppigen, zum Teil bewaldeten, Graslandsavanne rasch austrockneten und sich in raues Ödland verwandelten. Die große Sahara-Wüste im arabischen Nordafrika und die riesigen Wüsten des mittleren Ostens und Zentral-Asiens gab es vor 4000 v.u.Z. noch nicht.“</p></blockquote>
<p>Die globale Erwärmung nach den Eiszeiten beschleunigte das Austrocknen dieser enorm großen Wüstenregionen, die seit DeMeo als „Saharasia“ (=Sahara/Arabia/Asia) bekannt ist.</p>
<p>Dutzende archäologische und paläoklimatische Studien beweisen, dass der große Wüstengürtel der heutigen Saharasia um 4000-3000 v.u.Z. eine zum Teil bewaldete Graslandsavanne gewesen ist. Eine vielgestaltige Tierwelt – Elefanten, Giraffen, Rhinozerosse und Gazellen – lebte im grasbewachsenen Hochland, während Nilpferde, Krokodile, Fische, Schlangen und Mollusken in den Bächen, Flüssen und Seen gediehen.</p>
<p>Heute ist der größte Teil dieser Regionen Nordafrikas, des Mittleren Ostens und Zentralasiens sehr trocken und ohne jede Vegetation. Die Bedingungen der Dürre erzeugten <strong>soziale und emotionale Verwüstung</strong> in den Ackerbaukulturen dieser Region. Andere Wissenschaftler wie Wilhelm Reich oder Humberto Maturana kamen in ganz anderen Forschungsgebieten &#8211; Medizin, Psychologie, Biologie, Neurobiologie &#8211; zu gleichen Ergebnissen.</p>
<h3>Von der Harmonie zur Traumatisierung</h3>
<p>Ein oder zwei schlechte Erntejahre zu erleben ist eine Sache. Mit ansehen zu müssen, wie die eigene Sippe nach und nach verhungert, ganze Dörfer und Städte durch Nahrungsmangel und Seuchen verschwinden, eine andere.</p>
<blockquote><p>&#8220;Jüngere Augenzeugenberichte über kulturelle Veränderungen bei Hungersnöten und Unterernährung weisen auf einen sich daraus ergebenden Zusammenbruch der sozialen und Familienbindungen hin. Unter sehr harten Hungerbedingungen verlassen Ehemänner auf der Suche nach Nahrung ihre Frauen und Kinder. Manche kehren zurück, andere nicht. Hungernde Kinder und ältere Familienmitglieder sind in der Folge allein gelassen und müssen auf eigene Faust ihren Überlebenskampf führen. Solche Kinder schließen sich zu herumstreichenden Banden zusammen, um Nahrung zu stehlen, während die Sozialstrukturen völlig zusammenbrechen. Die Bindung zwischen Mutter und Kind scheint am längsten zu halten, aber schließlich wird auch die kurz vorm Verhungern stehende Mutter ihre Kinder verlassen.&#8221; (DeMeo 1997)</p></blockquote>
<p><a rel="nofollow" href="http://www.flickr.com/photos/hannelore/2637093025/"><img class="left" title="Dürre und Hungersnot" src="http://farm4.static.flickr.com/3257/2637093025_b03891f444_m.jpg" alt="Dürre und Hungersnot" width="240" height="161" /></a>2005 stand in &#8220;Habari&#8221;, der Zeitung der Freunde der Serengeti (Schweiz):</p>
<p>Auch im Sudan herrscht eine Hungersnot. Veränderte klimatische Bedingungen, insbesondere lang anhaltende Trockenheit, haben verheerende Schäden an der Landwirtschaft verursacht. Im Niger sind es zuerst Kinder, die dem Hungertod zum Opfer fallen. Zudem sind zahlreiche Rinder durch die Hitze verendet. Spät einsetzender Regen bringt keine Erlösung, sondern neue Krankheiten wie Malaria.</p>
<p>Die damaligen Menschen in Saharasia sind plötzlich mit dem fortgesetzten Austrocknen der Wiesen und Wälder konfrontiert. Zu feuchteren Plätzen weiter ziehen ist sinnlos, denn die Dürre holt sie immer wieder ein. Eine riesige Wüste entsteht. Die Möglichkeit in das frühere, bewährte Stadium des Jagens und Sammelns zurückzufallen ist der Gesellschaft nicht möglich, denn es gab auf dem trockenen Boden nicht genug zu jagen oder zu sammeln.</p>
<p>So wurden diese Menschen zu Nomaden, die den jährlichen Wanderungen der wilden Tierherden folgten, so wie es bei den Samen in Lappland bis heute üblich ist. In Vorder- und Mittelasien und im nördlichen Afrika kam es zu großen Wanderungsbewegungen.</p>
<p>Diese Menschen waren keineswegs Hirten, denn sie <em>besaßen </em>die Herden nicht, denen sie folgten, obwohl sie von ihnen lebten. Und weil sie die Bewegungen der Herden nicht begrenzten, mussten sie mit Nahrungskonkurrenten, wie etwa Wölfen und anderen Raubtieren, teilen.</p>
<p>Mit anderen Worten: Unsere matriarchalen Vorfahren waren deshalb keine Hirten – und das ist wichtig -, weil sie anderen den Zugang zu den Herden <em>nicht </em>versperrten. Und das wiederum taten sie nicht, weil Besitztum nicht zu ihrer emotionalen Prägung gehörte und nicht Teil ihrer kulturellen Lebensweise war.</p>
<p>Wie es zu unserer Hirtenkultur kam, mitsamt dem Oberhirten in Rom, werden wir noch sehen.</p>
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		<title>Frühe humane Sozialsysteme</title>
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		<pubDate>Fri, 25 Jul 2008 22:53:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hannelore Vonier</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Gemeinschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
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		<description><![CDATA[		<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Adc&amp;rfr_id=info%3Asid%2Focoins.info%3Agenerator&amp;rft.title=Frühe humane Sozialsysteme&amp;rft.aulast=Vonier&amp;rft.aufirst=Hannelore&amp;rft.subject=Artikelserie&amp;rft.subject=Gemeinschaft&amp;rft.source=Rette sich, wer kann!&amp;rft.date=2008-07-25&amp;rft.type=&amp;rft.format=text&amp;rft.identifier=http://rette-sich-wer-kann.com/thema/artikelserie/fruehe-humane-sozialsysteme/&amp;rft.language=English"></span>
Gehen wir davon aus, dass eine als Kultur bezeichnete menschliche Lebensweise ein geschlossenes Netz von Umgangsformen ist, dann liegt deren Entstehung genau an dem Punkt, wo die Gemeinschaft beginnt, diese Lebensweise zu bewahren. Der Lifestyle wird tradiert, also von Generation zu Generation weiter gegeben. Wenn das Netz der Umgangsformen nicht mehr bewahrt wird, verändert sich diese [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[		<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Adc&amp;rfr_id=info%3Asid%2Focoins.info%3Agenerator&amp;rft.title=Frühe humane Sozialsysteme&amp;rft.aulast=Vonier&amp;rft.aufirst=Hannelore&amp;rft.subject=Artikelserie&amp;rft.subject=Gemeinschaft&amp;rft.source=Rette sich, wer kann!&amp;rft.date=2008-07-25&amp;rft.type=&amp;rft.format=text&amp;rft.identifier=http://rette-sich-wer-kann.com/thema/artikelserie/fruehe-humane-sozialsysteme/&amp;rft.language=English"></span>
<p></p><abbr class="unapi-id" title="http://rette-sich-wer-kann.com/?p=561"><!-- &nbsp; --></abbr>
<p><img class="aligncenter frame size-full wp-image-4098" title="Frühe Sozialsysteme" src="http://rette-sich-wer-kann.com/wp-content/uploads/2008/07/fruehe-sozialsysteme-haende.jpg" alt="Frühe Sozialsysteme" width="454" height="150" /></p>
<p>Gehen wir davon aus, dass eine als Kultur bezeichnete menschliche Lebensweise ein geschlossenes <a id="aptureLink_0rWSl88a18" href="http://rette-sich-wer-kann.com/zusammenleben/konsensgesellschaft/die-kultur-der-fruehen-menschen/">Netz von Umgangsformen</a> ist, dann liegt deren Entstehung genau an dem Punkt, wo die Gemeinschaft beginnt, diese Lebensweise zu <em>bewahren</em>. Der Lifestyle wird <em>tradiert</em>, also von Generation zu Generation weiter gegeben.<span id="more-561"></span></p>
<p>Wenn das Netz der Umgangsformen nicht mehr bewahrt wird, verändert sich diese Kultur oder verschwindet ganz.</p>
<p>Es stellt sich deshalb die Frage:</p>
<p><strong>Warum wird ein Umgangsformen-Netzwerk aufgegeben und nicht mehr von Generation zu Generation weiter vermittelt?</strong></p>
<p>In der Menschheitsgeschichte haben wir es mit der anfänglichen Ur-Kultur zu tun, die jahrtausendelang ein bestimmtes, gleich bleibendes und geschlossenes Netz von Umgangsformen aufweist.</p>
<p>Von den</p>
<ul>
<li>steinzeitlichen Sammlerinnen und Wildbeutern</li>
<li>über die Ackerbäuer/innen der neolithischen Revolution</li>
<li>bis zum Städtebau und den komplexen Wirtschaftssystemen der friedlichen anatolischen Kulturen.</li>
</ul>
<blockquote><p>Mal ganz ehrlich – was kommt Ihnen in den Sinn, wenn Sie das Wort »Steinzeit« hören? Der halbnackt in ein Bärenfell gewandete Fred Feuerstein vielleicht, der seine Wilma an den Haaren in die Höhle schleift oder mit der Keule Bisons erschlägt? Ein Klischee, zweifellos, aber ein tief sitzendes. Denn »Steinzeit« – das steht als Synonym für Primitivität und Mangel, Brutalität und harten Überlebenskampf.</p>
<p>Kultur, Technik, Wohlstand, eine Verfeinerung der Sitten gar – das wäre vermutlich das Letzte, was wir im Neolithikum verorten würden. Einer Epoche, in der um 11.000 v. Chr. in den Pyrenäen noch Höhlenwände bemalt wurden und die erst um 9.700 v. Chr. das Ende der Eiszeit erlebte, in der jedoch bereits um 10.200 v. Chr. die bislang älteste bekannte Steinzeitstadt <em>Halan Cemi</em> entstanden war.</p>
<p>Die Steinzeit – ein Zeitabschnitt von gut 6.000 Jahren, in der die »Neolithische Revolution «den Menschen nicht nur Sesshaftigkeit, Ackerbau und Viehzucht bescherte, sondern auch hoch entwickelte und überaus <strong>humane Sozialsysteme</strong>. Eine Epoche, die so völlig anders war als Fred Feuersteins brutale Comic-Welt.</p>
<p>Erst an ihrem Ende setzte sich ganz langsam, zwischen 4.000 und 3.000 v.Chr., ein anderes System durch – eine Kultur, die von Herrschaft, Ausbeutung und Unterdrückung geprägt war. Die neuen ›Kulturträger‹ waren an Macht interessiert; sie nutzten die Innovation der Metallverarbeitung zur Herstellung von Kriegswaffen und die Erfindung der Schrift zur Fixierung von Gesetz, Eigentum und Strafe. Es war die Geburt eines Systems, das wir heute ganz allgemein den modernen Staat nennen. (Horst Stowasser, s.u.)</p></blockquote>
<p>Auch wenn nach außen hin die verschiedenen Völker der Ur-Kultur sehr unterschiedlich erscheinen, so basiert ihr Verhalten doch auf dem gleichen Gefühls/Sprach-Handlungs-Netzwerk. Die äußerlichen Verschiedenheiten entstehen etwa durch andere Umweltbedingungen in den jeweiligen geografischen Regionen, verschiedenes Temperament der Menschen und überhaupt durch die Dynamik, die jede Gemeinschaft individuell entwickelt.</p>
<p>Etwa 5000 v.u.Z. fand ein kultureller Wandel statt, der verheerende Folgen mit sich brachte. Wir werden sehen, wie es dazu kam.</p>
<p style="text-align: center;">*</p>
<p>Das Zitat stammt aus dem Buch von Horst Stowasser <a rel="nofollow" href="http://www.amazon.de/Anarchie-Geschichte-Perspektiven-Horst-Stowasser/dp/3894015373%3FSubscriptionId%3D0YVMH50Q4F210S2X18G2%26tag%3Dhannelorede%26linkCode%3Dxm2%26camp%3D2025%26creative%3D165953%26creativeASIN%3D3894015373?PHPSESSID=bbaa36c0adb1e3f4f17816ccd85f8496">Anarchie!: Idee &#8211; Geschichte &#8211; Perspektiven</a> und ist auch auf Jochens Website &#8220;<a rel="nofollow" title="Mama-Anarchija.Net" href="http://www.mama-anarchija.net">Mama-Anarchija.Net</a>&#8221; als pdf-Datei veröffentlicht.</p>
<p>Siehe auch: <a rel="nofollow" href="http://www.amazon.de/Leben-ohne-Chef-Staat-Wirklichkeit/dp/3879561206%3FSubscriptionId%3D0YVMH50Q4F210S2X18G2%26tag%3Dhannelorede%26linkCode%3Dxm2%26camp%3D2025%26creative%3D165953%26creativeASIN%3D3879561206?PHPSESSID=bbaa36c0adb1e3f4f17816ccd85f8496">Leben ohne Chef und Staat: Träume und Wirklichkeit der Anarchisten</a></p>
<p><a rel="nofollow" href="http://www.amazon.de/Leben-ohne-Chef-Staat-Wirklichkeit/dp/3879561206%3FSubscriptionId%3D0YVMH50Q4F210S2X18G2%26tag%3Dhannelorede%26linkCode%3Dxm2%26camp%3D2025%26creative%3D165953%26creativeASIN%3D3879561206?PHPSESSID=bbaa36c0adb1e3f4f17816ccd85f8496"><img src="http://ecx.images-amazon.com/images/I/41Z6MXTN83L._SL160_.jpg" alt="" /></a></p>
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		<title>Was ist Kultur? Die frühen Menschen</title>
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		<pubDate>Tue, 15 Jul 2008 06:09:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hannelore Vonier</dc:creator>
				<category><![CDATA[Artikelserie]]></category>
		<category><![CDATA[Konsensgesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Sprache]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Konsens]]></category>
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		<category><![CDATA[Paradigma]]></category>

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		<description><![CDATA[Um gesellschaftlichen Wandel zu verstehen, ist es sinnvoll vorne zu beginnen. Die Frage "Was ist Kultur" wird in dieser Artikelserie untersucht. 1. Teil: Die Kultur der frühen Menschen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[		<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Adc&amp;rfr_id=info%3Asid%2Focoins.info%3Agenerator&amp;rft.title=Was ist Kultur? Die frühen Menschen&amp;rft.aulast=Vonier&amp;rft.aufirst=Hannelore&amp;rft.subject=Artikelserie&amp;rft.subject=Konsensgesellschaft&amp;rft.subject=Sprache&amp;rft.source=Rette sich, wer kann!&amp;rft.date=2008-07-15&amp;rft.type=&amp;rft.format=text&amp;rft.identifier=http://rette-sich-wer-kann.com/zusammenleben/sprache/die-kultur-der-fruehen-menschen/&amp;rft.language=English"></span>
<p></p><abbr class="unapi-id" title="http://rette-sich-wer-kann.com/?p=468"><!-- &nbsp; --></abbr>
<p><img class="alignright wp-image-4100" title="Kultur früher Menschen" src="http://rette-sich-wer-kann.com/wp-content/uploads/2008/07/fruehe-menschen.jpg" alt="Kultur früher Menschen" width="240" height="185" />Um <strong>gesellschaftlichen Wandel</strong> zu verstehen, ist es sinnvoll <em>vorne </em>zu beginnen. Die Frage &#8220;Was ist Kultur&#8221; wird in dieser Artikelserie untersucht.<span id="more-468"></span></p>
<p>Geschichtlich gingen wir Menschen aus der Familie der zweibeinigen Primaten hervor. Wir lernten aufrecht zu gehen und entwickelten gleichzeitig unsere Sprache. In der Evolution definiert dies unsere menschliche Linie, die sich dadurch von der Linie aller anderen Lebewesen unterscheidet.</p>
<p>Sprache funktioniert ausschließlich mit der <em>Übereinstimmung </em>aller Beteiligten (<em>Konsens</em>*). Alle müssen „die gleiche Sprache“ sprechen, sonst ist keine gegenseitige Verständigung möglich. <span class="kasten">*Konsens, aus lat. <em>consensus </em>„Übereinstimmung, einverstanden sein“, zu lat. <em>sentire </em>„empfinden, wahrnehmen“ und lat. <em>con</em>-.</span>Unsere Linie entstand, als dieser <em>Sprach-Konsens</em> von Generation zu Generation weiter gegeben und erhalten wurde, und sich damit zum Standard innerhalb der menschlichen Gruppe entwickelte.</p>
<p>Indem sich jede neue Generation Sprache aneignete, lernte sie auch die damit zusammenhängenden Handlungen, die wie die Sprache selbst, mit den Handlungen der Gemeinschaft übereinstimmen müssen.</p>
<p>Wenn beispielsweise eine Person zur anderen sagt: „Reich mir mal die Milch“ und die andere beginnt daraufhin zu singen, dann macht dies ein Zusammenleben unmöglich. Kleinkinder erlernen automatisch nicht nur die zur Sprache passenden Handlungen, sondern auch die entsprechenden Gefühle.</p>
<p>Ursprünglich wurde dabei gleichzeitig der historische Prozess der <em>emotionalen Prägung</em> eingeleitet, die jedes Neugeborene von Anfang an erfährt und die die Kultur begründet. Die Menschheit entstand also streng genommen als unsere Vorfahr/innen anfingen in „Konversationen“ (Maturana 1994, s.u.) zu leben. Dabei wurden emotionale Prägungen mit Sprachhandlungen verflochten und Sprache und Gefühle direkt miteinander verschmolzen.</p>
<p>Der komplexe Ausdruck <em>Konversation </em>schließt hierbei den Austausch von Gedanken, Ideen und Meinungen ein, enthält Sprachtechniken wie Dialoge, Diskussionen usw.</p>
<p>Als also die Menschheit entstand, entwickelten sich menschliche Tätigkeiten als Konversationen – dem Zusammenwirken von Sprache, Handlungen und Gefühlen – und so wurde <em>alles menschliche Leben</em> zu einem Leben in Konversationen.<br />
Mit anderen Worten: Handeln außerhalb der Gefühls/Sprach-Einheit ist keine menschliche Tätigkeit. Jagen, fischen, feiern, töpfern oder schreiben sind beispielsweise menschliche Tätigkeiten, denen verschiedene Arten von Gefühls/Sprach-Handlungen zu Grunde liegen.</p>
<p><img class="left" title="zuerst Gefühl, danach (Sprach-)Handlung" src="http://farm4.static.flickr.com/3013/2637622174_faa88c26dc_o.jpg" alt="iStock_000004520845XSmall" width="214" height="157" />In der Ursprungsgeschichte der Menschheit gehen Gefühle der Sprache voraus, denn sie sind „ein grundlegendes animalisches Merkmal“. (Maturana) Das bedeutet, dass zuerst Gefühl da ist, danach kommt (Sprach-)Handlung.</p>
<p>Aus biologischer Sicht werden Gefühle vom Körper bereitgestellt und zwar als dynamische Anstöße zu Handlungen, die in jedem Moment die Handlungen/das Verhalten beeinflussen. In Übereinstimmung mit dem Gefühl wird eine bestimmte Geste zu einer Einladung oder zu einer Drohung.</p>
<h3>Was ist nun eine Kultur aus dieser Perspektive betrachtet?</h3>
<p>Das, was der Neurobiologe Humberto Maturana als Kultur bezeichnet, ist ein Netz von Umgangsformen, die das Gefühls/Sprach-Handeln von klein auf bestimmen. Wobei die Gesamtheit der Umgangsformen ein geschlossenes System bildet (Paradigma).</p>
<p>Jemand, der nicht zu einer Kultur-Gemeinschaft gehört, befindet sich nicht in Übereinstimmung mit deren Mustern von Gefühls/Sprach-Handlungen.  Er oder sie wird von den Mustern der eigenen Kultur geprägt, in Übereinstimmung damit.</p>
<p>Kultur ist also ein Netz von Verflechtungen aus Fühlen und Handeln auf der Basis von sprachlicher Übereinstimmung.</p>
<p style="text-align: center;">*</p>
<p><img class="left" src="http://ecx.images-amazon.com/images/I/41RHCD7ZVCL._SL160_.jpg" alt="" />Literatur:</p>
<p><a rel="nofollow" name="evtst|a|3896704893" href="http://www.amazon.de/Liebe-Spiel-vergessenen-Grundlagen-Menschseins/dp/3896704893%3FSubscriptionId%3D02E5W5871AJF7PMMMS82%26tag%3Dbloghv-21%26linkCode%3Dxm2%26camp%3D2025%26creative%3D165953%26creativeASIN%3D3896704893">Humberto Maturana: Liebe und Spiel. Die vergessenen Grundlagen des Menschseins</a></p>
<p>Dieses Buch handelt vom Ursprung unserer europäischen patriarchalen Kultur. Darin hält Maturana die Mutter-Kind-Beziehung in unserer Kindheit für matristisch. Das ist der einzige Punkt in Maturanas Schriften, dem ich nicht zustimmen kann, denn gerade unsere Kindheit entspricht dem <a title="Was ist das patriarchale Paradigma?" href="http://rette-sich-wer-kann.com/patriarchat/was-ist-das-patriarchale-paradigma/">patriarchalen Paradigma</a>. Ich habe mich immer gewundert, wie Maturana dazu kommt, bis ich erfuhr, dass seine Mutter als kleines Mädchen evakuiert wurde und Jahre in einer intakten chilenischen Indio-Gemeinschaft in den Bergen verbrachte. Die Mutter war dadurch matriarchal geprägt und hat diese Umgangsformen an ihre Kinder weiter gegeben. Diesbezüglich hat Humberto Maturana als Kind ein anderes kulturelles Paradigma erfahren, als die anderen Kinder seiner Umgebung.</p>
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		<title>Voting für RSWK-Blog &#8211; ich bitte um deine Stimme</title>
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		<pubDate>Mon, 14 Jul 2008 13:38:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hannelore Vonier</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[		<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Adc&amp;rfr_id=info%3Asid%2Focoins.info%3Agenerator&amp;rft.title=Voting für RSWK-Blog &#8211; ich bitte um deine Stimme&amp;rft.aulast=Vonier&amp;rft.aufirst=Hannelore&amp;rft.subject=Off-topic&amp;rft.source=Rette sich, wer kann!&amp;rft.date=2008-07-14&amp;rft.type=&amp;rft.format=text&amp;rft.identifier=http://rette-sich-wer-kann.com/thema/off-topic/voting-fuer-rswk-blog-ich-bitte-um-deine-stimme/&amp;rft.language=English"></span>
Hallo, heute brauche ich eure Hilfe! Rette sich, wer kann! wurde als &#8220;Politik und Kultur&#8221;-Blog 2008 nominiert und wer helfen möchte ihn bekannter zu machen, der/die klickt auf den blauen Button, scrollt ein bisschen runter, um dort zu wählen. Und sagt auch anderen Bescheid, je mehr desto besser! Warum nehme ich teil? Ich werde sicherlich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[		<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Adc&amp;rfr_id=info%3Asid%2Focoins.info%3Agenerator&amp;rft.title=Voting für RSWK-Blog &#8211; ich bitte um deine Stimme&amp;rft.aulast=Vonier&amp;rft.aufirst=Hannelore&amp;rft.subject=Off-topic&amp;rft.source=Rette sich, wer kann!&amp;rft.date=2008-07-14&amp;rft.type=&amp;rft.format=text&amp;rft.identifier=http://rette-sich-wer-kann.com/thema/off-topic/voting-fuer-rswk-blog-ich-bitte-um-deine-stimme/&amp;rft.language=English"></span>
<p></p><abbr class="unapi-id" title="http://rette-sich-wer-kann.com/?p=475"><!-- &nbsp; --></abbr>
<p>Hallo, heute brauche ich eure Hilfe!</p>
<p>Rette sich, wer kann! wurde als &#8220;Politik und Kultur&#8221;-Blog 2008 nominiert und wer helfen möchte ihn bekannter zu machen, der/die klickt auf den blauen Button, scrollt ein bisschen runter, um dort zu wählen.</p>
<p>Und sagt auch anderen Bescheid, je mehr desto besser!</p>
<p><strong>Warum nehme ich teil?</strong></p>
<p>Ich werde sicherlich keinen Award-Button in der Seitenleiste anbringen. Aber so eine Abstimmung zeigt mir eine Zahl von ansonsten anonymen Leserinnen und Lesern meiner Texte. Wenn das viele sind, die für mein Blog stimmen, dann motiviert mich das. Es ist, als würdet ihr im Chor sprechen: &#8220;Schreib&#8217; weiter, wir kommen gern hierher&#8221;.</p>
<p style="text-align: center;"><a rel="nofollow" href="http://www.hitmeister.de/info/superblogs08-politik" target="_blank"><img class="center" src="http://doks.hitmeister.de/Superblogs/logo_nominiert.jpg" border="0" title="Hier klicken, um abzustimmen. Danke!" alt="Hitmeister Superblogs 2008" hspace="10" vspace="10" width="125" height="161" /></a></p>
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