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	<title>Rette sich, wer kann! &#187; Vaterkonzept</title>
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	<description>Gesellschaft im Wandel: Vom Patriarchat zu Web 2.0</description>
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		<title>Familie – ein überholtes Modell oder Fehlkonstruktion von Anfang an?</title>
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		<pubDate>Mon, 27 Oct 2008 21:43:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hannelore Vonier</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ein Leben ohne Familie ist für uns kaum vorstellbar. Hier wird die Frage nach der Herkunft dieser Institution gestellt und ihre Brauchbarkeit in heutiger Zeit überprüft.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[		<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Adc&amp;rfr_id=info%3Asid%2Focoins.info%3Agenerator&amp;rft.title=Familie – ein überholtes Modell oder Fehlkonstruktion von Anfang an?&amp;rft.aulast=Vonier&amp;rft.aufirst=Hannelore&amp;rft.subject=Artikelserie&amp;rft.subject=Herrschaft&amp;rft.source=Rette sich, wer kann!&amp;rft.date=2008-10-27&amp;rft.type=&amp;rft.format=text&amp;rft.identifier=http://rette-sich-wer-kann.com/zusammenleben/herrschaft/familie-ein-ueberholtes-modell-oder-fehlkonstruktion-von-anfang-an/&amp;rft.language=English"></span>
<p></p><abbr class="unapi-id" title="http://rette-sich-wer-kann.com/patriarchat/familie-ein-ueberholtes-modell-oder-fehlkonstruktion-von-anfang-an/"><!-- &nbsp; --></abbr>
<p><img class="aligncenter" title="Familie" src="http://rette-sich-wer-kann.com/wp-content/uploads/2007/10/familie.jpg" alt="Familie" /></p>
<p>Ein Leben ohne Familie ist für uns kaum vorstellbar. Wer hat keine Familie?  Verkrachte Existenzen, Schwarze Schafe, Obdachlose, Waisen. Ausnahmemenschen also. Familie ist  der Grundbaustein unseres Lebensstils. Das wirft die Frage auf: Ist Familie, wie  wir sie kennen, eine natürliche Form des Zusammenlebens oder <span id="more-158"></span>ein kulturabhängiges  Modell, das der Generalüberholung bedarf?</p>
<p>Was bedeutet das Wort Familie? Die Etymologie (sprachliche Herkunft) hilft uns weiter.</p>
<p>Das Wort ist eine Kollektivbildung und zu  lateinisch <em>famulus</em>, <em>famula</em> &#8220;Diener, Dienerin&#8221;. Es bezeichnet  die Gesamtheit des Gesindes unter einem Dach und unter einem Herrn. Heute noch  zu finden in der Bezeichnung <em>Famiglia Pontificia</em> am päpstlichen Hof.</p>
<p>Die lateinische Bezeichnung <em>familia</em> wird erst relativ spät ins  Deutsche übernommen. Bis ins 18. Jh. hinein wird der Begriff durch &#8220;Haus&#8221; oder  die Formel &#8220;Weib und Kind&#8221; (aus der Sicht des Vaters) abgedeckt. In Gebeten  sprach noch im 19 Jh. der Hausvater von &#8220;Ich und mein Haus&#8221;. Hervorgegangen aus  den ältesten Benennungen für Familie: gothisch <em>heiv</em>, althochdeutsch <em> hiwiski, hieske, hiuske, hûske</em>.</p>
<p>Daraus bildete sich <em>Heirat</em>, das anfangs Hausbesorgung, dann Ehestand  und schließlich Eheschluss bedeutete. Das Grundwort ist <em>Rat</em>, das auch  in Hausrat, Vorrat, Gerät vorkommt und die &#8220;Mittel, die zum Lebensunterhalt  notwendig sind&#8221; umfasst.</p>
<p>Sprachliche Wendungen für &#8220;Familie&#8221;, die zum Teil heute noch gebräuchlich sind: mein  ganzes Haus, meine Leute, die Meinigen, Frau und Kinder. &#8220;Meine Leute&#8221; umschließt  die engere Verwandtschaft, aber auch die Dienstboten bzw. Angestellten,  besonders im Handwerksbereich üblich; Beispielzitat: &#8220;wir fanden den vater ganz allein, denn  die familie (<em>seine leute, nicht blosz die dienstboten</em>) war auf dem  felde&#8221; (Goethe, zit. in <a rel="nofollow" href="http://www.amazon.de/gp/product/3423590459?ie=UTF8&amp;tag=bloghv-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3423590459" target="_blank"> Grimmsches Wörterbuch</a>)</p>
<p>Familie ist also der Besitz des <em>Vaters</em>. Eine Frau kann demnach keine  Familie <em>haben</em>, denn sie ist ja als Teil des Hausrats definiert.</p>
<p>Leider konnten Väter früher ihren Hausstand kaum zur Schau stellen, wenn sie  selbst außer Haus waren. Mit der Erfindung der Fotografie hat sich das geändert.</p>
<p>Der Schreibtisch des &#8220;Landesvaters&#8221; Edmund Stoiber in der Staatskanzlei in  München (am 23.4.2007, Foto: <a rel="nofollow" href="http://www.bayern-nachrichten.de/" target="_blank">Alexander Hauk</a>):</p>
<p><img class="center frame" title="Schreibtisch mit Fotos der Familie" src="http://rette-sich-wer-kann.com/wp-content/uploads/2007/10/schreibtisch_stoiber.jpg" alt="Schreibtisch mit Fotos der Familie" width="454" /></p>
<p><strong>Die Regierung behauptet: <a rel="nofollow" href="http://bmfsfj.de/bmfsfj/generator/Politikbereiche/familie,did=98530.html" target="_blank"> Familienfreundlichkeit zahlt sich aus</a>. Frage: Für wen?</strong></p>
<blockquote><p class="style1">&#8220;Eine aktuelle Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) belegt,  dass sich eine erfolgreiche Familienpolitik positiv auf die wirtschaftliche  Entwicklung eines Landes auswirkt.&#8221; (Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend)</p>
</blockquote>
<p>Dazu Ursula von der Leyen:</p>
<blockquote><p>&#8220;Die Berechnungen bestätigen nachdrücklich die Richtigkeit des  von uns eingeschlagenen Weges mit der Einführung des Elterngeldes und dem Ausbau  der Kinderbetreuung. Kinder sind unsere Zukunft, deshalb müssen wir  sicherstellen, dass sie von klein auf gefördert und hervorragend ausgebildet  werden. Das sind Investitionen, die sich für alle lohnen: für die Familien, die  Unternehmen und für die gesamte Gesellschaft.&#8221;</p>
</blockquote>
<p>Die Zitate sind auf der  <a rel="nofollow" href="http://bmfsfj.de/bmfsfj/generator/Politikbereiche/familie,did=98530.html?rel=noindex">gleichen Seite</a> zu finden, wie die Presseinformationen <a rel="nofollow" href="http://bmfsfj.de/bmfsfj/generator/RedaktionBMFSFJ/Internetredaktion/Pdf-Anlagen/iw-studie,property=pdf,bereich=,sprache=de,rwb=true.pdf"> </a><a rel="nofollow" title="Gutachten des Instituts der deutschen Wirtschaft: Wachstumseffekte der demographischen Entwicklung - ein Triadevergleich D-EU-USA (PDF)" href="http://bmfsfj.de/bmfsfj/generator/RedaktionBMFSFJ/Internetredaktion/Pdf-Anlagen/iw-studie,property=pdf,bereich=,sprache=de,rwb=true.pdf" target="_blank">Gutachten  des Instituts der deutschen Wirtschaft: Wachstumseffekte der demographischen  Entwicklung &#8230;</a> und 	<a rel="nofollow" title="Wachstumstreiber Familienfreundlichkeit (PDF)" href="http://bmfsfj.de/bmfsfj/generator/RedaktionBMFSFJ/Internetredaktion/Pdf-Anlagen/iw-studie-1,property=pdf,bereich=,sprache=de,rwb=true.pdf" target="_blank"> Wachstumstreiber Familienfreundlichkeit.</a> Man beachte die Wortwahl!</p>
<p>Christoph Spehr (<a rel="nofollow" href="http://www.amazon.de/gp/product/3853711081?ie=UTF8&amp;tag=bloghv-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3853711081" target="_blank">Die Ökofalle</a>. Wien, 1996, S. 138):</p>
<blockquote><p>&#8220;Was in der kapitalistischen Gesellschaft Erziehung, Schule und Ausbildung  vermitteln, damit kann man nichts anfangen, außer man befindet sich später an  einem Ort, der einen passend ergänzt (einem Arbeitsplatz) und aus dem unnützen  Wissen einen Job macht, der Geld bringt. Die soziale und internationale  Arbeitsteilung im Kapitalismus hat ihre Spezifik darin, dass die manipulierte  Natur und die zugerichtete Arbeitskraft nutzlos sind, wenn sie nicht ausgebeutet  werden.&#8221; 	<a rel="nofollow" title="Projektwerkstatt: Lernen in Freiheit" href="http://www.projektwerkstatt.de/lernen/haupt.html">Quelle</a></p>
</blockquote>
<p>Was heute geschieht, können diejenigen nicht verstehen, die nicht wissen, was  gestern geschah. Auch wenn gefragt wird, welche Formen Ehe und Familie in der  nahen Zukunft annehmen werden, könnte eine Antwort lauten: Vielleicht sind die  künftigen Formen bereits in manchen <a rel="nofollow" title="Wie Stammesgesellschaften und Clans das Leben organiseren" href="http://matriarchat.info/naturvoelker-clans-und-staemme/index.php">anderen</a> Gesellschaften angelegt und können <a rel="nofollow" title="Wie die Kommune Niederkaufungen Probleme löst" href="http://matriarchat.info/herrschaftsfreiheit/konsensprinzip.html">übernommen</a> werden.</p>
<p>Die Vorväterzeiten, aus denen wir stammen, stellen jedenfalls ein düsteres, leidvolles  und noch kaum aufgearbeitetes, vielmehr verdrängtes Erbe dar.</p>
<p>Dieser Beitrag offenbart nicht nur ein Stück patriarchaler  Geschichte, sondern er veranschaulicht auch, wie Frauen &#8211; hier am Beispiel der  Familienministerin &#8211; das System aktiv mittragen. Und das nicht, <em>obwohl</em> sie darin Karriere machen, sondern <em>weil</em> sie darin Karriere machen.  Häufig wird &#8220;den Männern&#8221; &#8211; vorwiegend von feministischer Seite &#8211; die Schuld an  den Verhältnissen zugeschrieben. Das ist nicht nur eine Verschleierung der  Fakten, sondern unterstellt Frauen die Unfähigkeit zur Eigenverantwortung.</p>
<blockquote><p>&#8220;Die Ehe, deren schmähliche Parodie fortlebt in einer Zeit, die dem  Menschenrecht der Ehe den Boden entzogen hat, dient heute meist dem Trick der  Selbsterhaltung: dass eineR der beiden Verschworenen jeweils die Verantwortung  für alles Üble, das er/sie begeht,  <a rel="nofollow" title="beispielsweise darüber was 'Lustiges' bloggt" href="http://www.kopfschuettel.de/2007/10/22/fass-nichts-an/trackback/">nach außen</a> dem/der anderen zuschiebt, während sie in  Wahrheit trüb und sumpfig zusammenleben.<br />
 Eine anständige Ehe wäre erst eine, in der beide ihr eigenes unabhängiges Leben  für sich haben, ohne die Fusion, die von der ökonomisch erzwungenen  Interessengemeinschaft herrührt, dafür aber aus Freiheit die wechselseitige  Verantwortung füreinander auf sich nähmen.&#8221; (Th.W. Adorno, <a rel="nofollow" href="http://www.amazon.de/gp/product/3518012363?ie=UTF8&amp;tag=bloghv-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3518012363" target="_blank"> Minima moralia. Reflexionen aus dem beschädigten Leben</a>, Ffm. 1978, S.29)</p>
</blockquote>
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		</item>
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		<title>Rolle der Mutter im Vaterkonzept: Mutterkult und Zwangsmoral</title>
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		<pubDate>Thu, 08 May 2008 19:51:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hannelore Vonier</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der Muttertag ist ein Feiertag der bürgerlichen Familie mitsamt ihrer Zwangsmoral. Dies ist der Ort, wo der Kampf gegen die Sexualität der Kinder und Jugendlichen stattfindet. Die monogame Kleinfamilie erwies sich bisher als die beste Institution, diesen Kampf auch erfolgreich durchzuführen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[		<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Adc&amp;rfr_id=info%3Asid%2Focoins.info%3Agenerator&amp;rft.title=Rolle der Mutter im Vaterkonzept: Mutterkult und Zwangsmoral&amp;rft.aulast=Vonier&amp;rft.aufirst=Hannelore&amp;rft.subject=Patriarchat&amp;rft.source=Rette sich, wer kann!&amp;rft.date=2008-05-08&amp;rft.type=&amp;rft.format=text&amp;rft.identifier=http://rette-sich-wer-kann.com/zusammenleben/patriarchat/zum-muttertag-mutterkult-und-der-kampf-gegen-die-sexualitaet/&amp;rft.language=English"></span>
<p></p><abbr class="unapi-id" title="http://rette-sich-wer-kann.com/die-haltung/zum-muttertag-mutterkult-und-der-kampf-gegen-die-sexualitaet/"><!-- &nbsp; --></abbr>
<p>Der Muttertag ist ein Feiertag der bürgerlichen Familie mitsamt ihrer Zwangsmoral. Dies ist der Ort innerhalb des Vaterkonzepts, wo der Kampf gegen die Sexualität der Kinder und Jugendlichen stattfindet. Dies führt zu sexuellem Defizit und Impotenz im späteren Leben. Die monogame Kleinfamilie erwies sich bisher als die beste Institution, diesen Kampf auch erfolgreich durchzuführen.<span id="more-420"></span></p>
<h2>Lustvoller Kontakt mit der Welt wird verhindert</h2>
<p>Sexuelle Bedürfnisse drängen natürlicherweise zu jeder Art Berührung mit der Welt, zu innigem Kontakt mit ihr in den verschiedensten Formen. Matriarchale Völker zielen allein auf lustvolle Bindungen ab.</p>
<p>In unserem Gesellschaftssystem werden diese Bedürfnisse unterdrückt, und so bleibt ihnen nur die Möglichkeit, sich im engen Familienrahmen zu betätigen.</p>
<p><strong>Sexuelle Hemmung</strong> ist die Grundlage der Abkapselung der Familie: Die geschlossene Privatsphäre ist fundamental. Gleichzeitig ist sie die Grundlage des individualistischen Persönlichkeitsbewusstseins, etwas mit dem man sich identifiziert.</p>
<p>Man muss beachten, dass verklärend-esoterisches und familiär sentimentales Verhalten nur verschiedene Seiten ein und desselben Grundprozesses der <strong>Sexualverneinung</strong> sind.</p>
<p>Ein <em>der Wirklichkeit zugewandtes</em>, unmystisches Denken sieht das &#8220;Konzept Familie&#8221; eher locker und asketische Sexualideologie ist ihm gleichgültig.</p>
<p>Die sexuelle Hemmung stellt daher das <strong>Mittel der Bindung</strong> an die autoritäre Familie dar. Der eigenständige Weg in die sexuelle Realität wird versperrt und die ursprüngliche biologische Bindung des Kindes an die Mutter wird zur unlösbaren sexuellen Fixierung und zur Unfähigkeit, andere Bindungen einzugehen.</p>
<p>Das Kind kann die sexuelle Anziehungskraft anderer Menschen nicht erfahren.</p>
<p><strong>Im Kern der Familienbindung wirkt die Mutterbindung</strong>. Die Vorstellungen von <em>Heimat und Nation</em> sind in ihrem <em>subjektiv-gefühlsmäßigen Kern Vorstellungen von Mutter und Familie</em>.</p>
<p>Sowohl im Römischen als auch im Dritten Reich und bis in die Gegenwart hat die Mutter im Haushalt des <em>pater familias</em> die gleiche Funktion: Die Mutter ist die <em>Heimat</em> des Kindes und die Familie seine &#8220;Nation im Kleinen&#8221;. Im Gegensatz dazu fühlen sich gesunde, freie Menschen bei sich selbst zu hause.</p>
<h3>Mutterkult gibt es nur im Patriarchat</h3>
<p>So wird verständlich, aus welchem Grunde der Nationalsozialist <em>Goebbels</em> als Motto zu seinen zehn Geboten im nationalsozialistischen Volkskalender 1932 folgende Worte wählte, zweifellos ohne Kenntnis der tieferen Zusammenhänge:</p>
<blockquote><p>&#8220;Die Heimat ist die Mutter Deines Lebens, vergiss das nie.&#8221;</p></blockquote>
<p>Zum &#8220;Muttertag&#8221; 1933 hieß es im <em>Angriff</em>:</p>
<p>&#8220;Muttertag. Die nationale Revolution hat alles Kleinliche weggefegt! Ideen führen wieder und führen zusammen. &#8211; Familie, Gesellschaft, Volk. Die Idee des Muttertages ist dazu angetan, das zu ehren, was die deutsche Idee versinnbildlicht: Die deutsche Mutter! &#8230; Sie ist die Wahrerin eines Familienlebens, aus dem die Kräfte sprießen, die unser Volk wieder aufwärts führen sollen. Sie &#8211; die deutsche Mutter &#8211; ist die alleinige Trägerin deutschen Volksgedankens. Mit dem Begriff &#8216;Mutter&#8217; ist &#8216;Deutschsein&#8217; ewig verbunden &#8211; kann uns etwas enger zusammenführen als der Gedanke gemeinsamer Mutterehrung?&#8221;</p>
<p>So unwahr diese Sätze wirtschaftlich und sozial sind, so sehr treffen sie strukturell zu.</p>
<p>Wirtschaftlich unwahr, weil Mütter im ökonomischen Bereich störend sind. Firmeneigene Kinderkrippen, Schwangerschaften und Mutterschaftsurlaub stehen wirtschaftlichem Wachstum im Wege. Es ist für die Staatsökonomie, Unternehmen und Behörden billiger und unkomplizierter, wenn Mütter am Wirtschaftsleben nicht teilnehmen.</p>
<p>Sozial unwahr, weil Mütter im sozialen Leben keine Rolle spielen.</p>
<p>Aber Mütter (als sozial-moralische Funktion) sind ein Merkmal der patriarchalen Gesellschaftsstruktur. Hast du deine Heimat in dir selbst, bist du von solchen Zwängen  unabhängig. Das nationalistische Empfinden, das Zugehörigkeitsgefühl zur Nation, ist demnach die direkte Folge der familiären Bindung und beides wurzelt in der nie gelösten, unbewusst verankerten Mutterbindung.</p>
<p>Das ist nicht biologisch auszulegen! Denn diese Mutterbindung ist selbst, soweit sie sich zu familiärer und nationalistischer Bindung fortentwickelt, <em>gesellschaftliches</em> Produkt. Sie würde ansonsten spätestens in der Pubertät anderen Bindungen &#8211; etwa natürlichen Sexualbeziehungen &#8211; Platz machen, wenn sie nicht durch die sexuellen Einschränkungen auf ewig bewahrt würde.</p>
<p>Erst in dieser durch die Gesellschaft motivierten <em>Verewigung</em> wird sie zur Grundlage des Nationalgefühls des <strong>erwachsenen </strong>Menschen, erst hier wird sie zu einer reaktionären gesellschaftlichen Kraft.</p>
<p style="text-align: center;">*</p>
<p>Der Text beruht vor allem auf den Forschungsergebnissen von Wilhelm Reich (siehe &#8220;<a rel="nofollow" title="Info" href="http://www.amazon.de/gp/product/3462017942?ie=UTF8&amp;tag=bloghv-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3462017942">Die Massenpsychologie des Faschismus</a>&#8220;). Dass er aktuell bleibt, dafür sorgen die &#8220;Mütter der Nation&#8221;, die keineswegs emanzipierte Berufsfrauen sind, sondern Mütter auf einem &#8220;Sonderposten außerhalb der autoritären Kleinfamilie&#8221;. Bei <a rel="nofollow" title="Das ist ein Witz zum Muttertag" href="http://annesofia.blog.de/2008/05/08/title-4146615">Annesofia</a> lese ich:</p>
<blockquote><p>Marie-Luise Marjan, alias <em>Mutter Beimer</em>, findet, dass Angela Merkel &#8220;stolz&#8221; darauf sein müsse, dass sie in Mimik und Rhetorik Mutter Beimer immer mehr ähnele&#8230;</p>
<p>Mutti Beimer zieht das Fazit, dass Merkel deshalb stolz darauf sein müsse, weil: &#8220;Helga Beimer ist die Urmutter der Lindenstraße und ein Nationalheiligtum, seit mehr als 20 Jahren. Da muss Frau Merkel erst mal hinkommen.&#8221; Die vorige &#8220;Mutter der Nation&#8221; &#8211; war übrigens Inge Meisel&#8230;</p></blockquote>
<p>Und genausowenig emanzipiert geht es <a rel="nofollow" title="Bei EMMA.de über neue Krankheit: Sexsucht" href="http://emma.de/sexsucht_2008_3.html">an ganz anderer Stelle</a> zu: Solidarisch für die sexuelle Unterdrückung, egal, wie und wo sie sich aus der kleinfamiliären Enge zu befreien sucht. Sucht? <del>Sehn</del>Sexsucht. Eigentlich müsste es heißen: Sex<span style="color: maroon;"><strong><em>ge</em></strong></span>sucht.</p>
<p><img class="center size-full wp-image-421" title="Sehnsucht nach lustvoller Beziehung" src="http://rette-sich-wer-kann.com/wp-content/uploads/2008/05/sehnsucht-nach-lustvoller-beziehung.jpg" alt="Sehnsucht nach lustvoller Beziehung" width="362" height="326" /></p>
<div id="wherego_related"> </div><!-- PHP 5.x -->]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Die römische Patria Potestas im heutigen Alltag &#8211; ganz normale Väter</title>
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		<pubDate>Tue, 29 Apr 2008 04:21:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hannelore Vonier</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das Römische Recht des gewaltigen Vaters wirkt bis heute, wie wir am Fall Amstetten sehen können und die Gesellschaft macht blindlings mit.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[		<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Adc&amp;rfr_id=info%3Asid%2Focoins.info%3Agenerator&amp;rft.title=Die römische Patria Potestas im heutigen Alltag &#8211; ganz normale Väter&amp;rft.aulast=Vonier&amp;rft.aufirst=Hannelore&amp;rft.subject=Patriarchat&amp;rft.source=Rette sich, wer kann!&amp;rft.date=2008-04-28&amp;rft.type=&amp;rft.format=text&amp;rft.identifier=http://rette-sich-wer-kann.com/zusammenleben/patriarchat/patria-potestas-ganz-normale-vaeter/&amp;rft.language=English"></span>
<p></p><abbr class="unapi-id" title="http://rette-sich-wer-kann.com/herrschaft-hierarchie/patria-potestas-ganz-normale-vaeter/"><!-- &nbsp; --></abbr>
<p style="text-align: center;"><img class="center frame size-full wp-image-410 aligncenter" title="Justitia ist blind - wir auch?" src="http://rette-sich-wer-kann.com/wp-content/uploads/2008/04/justitia-ist-blind-wir-auch.jpg" alt="Justitia ist blind - wir auch?" width="454" height="198" /><span style="color: #800000;"><em>Aus aktuellem Anlass: Stichwort Amstetten</em></span></p>
<p>Die <a rel="nofollow" title="Patria Potestas" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Patria_potestas"><em>patria potestas</em></a> bedeutete im Römischen Eherecht (Zwölftafelgesetz von ca. 450 v.u.Z.) uneingeschränkte Macht des <em>pater familias</em>: die Macht über Tod und Leben.<em> </em><span id="more-409"></span>Das heißt, das männliche Familienoberhaupt, der Vater, hatte die <em>familia</em> unter seiner Kontrolle und in seiner Gewalt, zu der auch die verheirateten Söhne mit ihren Frauen und Kindern, Adoptivsöhne, <span class="mw-redirect">Sklaven</span>, Vieh und das sonstige Besitztum gehörten.</p>
<p>Um Kinder, die im Haushalt geboren wurden (von Ehefrauen, Sklavinnen, Töchtern) am Leben zu erhalten, war es erforderlich, dass sie der <em>pater familas</em>, dem sie nach der Geburt zu Füßen gelegt wurden, aufhob. (Vgl. Anerkennung der Vaterschaft in heutiger Gesetzgebung.)</p>
<p>Von seiner Entscheidungsgewalt war die Aussetzung neugeborener Kinder abhängig, wenn er die Kinder nicht aufziehen konnte oder wollte, sei es aus finanziellen Gründen, weil sie Bastarde waren, behindert oder schlicht Mädchen.</p>
<p>Die Aussetzung von Neugeborenen auf öffentlichen Dunghaufen war in der ganzen römischen Welt bis zum Jahr 374 u.Z. legal. Die Kinder verfielen demzufolge dem Tode oder bestenfalls der Sklaverei.</p>
<p>Der Familienvater hatte auch die Macht, seine Kinder in die Sklaverei zu verkaufen. Das Römische Recht sah vor, dass ein Kind, nachdem es drei Mal verkauft wurde, nicht mehr Gegenstand der <em>patria potestas</em> war.</p>
<p>Er hatte die Macht, die Hochzeit eines Sohnes oder einer Tochter zu billigen oder sie zu verhindern.</p>
<p>In jedem Haushalt konnte nur eine Person seine Funktion ausüben. Auch erwachsene männliche Kinder blieben unter der Autorität ihrer Väter und konnten daher auch nicht die Rechte eines <em>pater familias</em> erwerben, solange dieser noch lebte. Ihr gesamter Besitz wurde je nachdem, wie stark der Vater an ihnen interessiert war, angeschafft, und dieser, nicht die Söhne, hatte das alleinige Recht, darüber zu bestimmen. (Vgl. &#8216;solange du deine Füße unter meinen Tisch streckst, bestimme ich&#8217;.)</p>
<p>Dieser Tage gibt sich die Bevölkerung empört oder sogar &#8220;geschockt&#8221;, wenn es um den &#8220;Fall Amstetten&#8221; geht, aber wer Film-Interviews dazu aufmerksam anschaut, bemerkt, dass von den Interviewten nicht wirkliche Gefühle &#8216;rüberkommen. Das wäre auch seltsam, denn das römische Recht von vor über 2000 Jahren ist unser Erbe, das wir nie losgeworden sind. Es ist so aktuell wie eh und je. Von Familie zu Familie bestehen nur graduelle Unterschiede, das Grundkonzept ist jeweils das Gleiche.</p>
<p>Es ist kaum anzunehmen, dass Josef F. aus Amstetten sich im Römischen Eherecht auskannte. Wie kommt es dann zu solch auffallenden Ähnlichkeiten seines Verhaltens mit einem Lebenstil vor langer Zeit? Weil genau dieser Lebenstil innerhalb der patriarchalen Gesellschaft bewahrt und von Generation zu Generation weiter gegeben wurde.</p>
<p>Laut der Süddeutschen wird das Verbrechen in Amstetten von den Behörden als weltweit einzigartiger Fall eingestuft. &#8220;Das sprengt alle Dimensionen&#8221;, sagte ein Polizeisprecher. Nun, letzte Woche las ich einen Bericht in unserer Zeitung über eine <a rel="nofollow" href="http://www.n-tv.de/951260.html">religiöse Gemeinschaft</a>, die sich als große Familie verstand. Die waren alle &#8220;eingesperrt&#8221;. Da ging es um Zwangsheirat in sehr jungen Jahren, Missbrauch und Vergewaltigung; Jungen wurden routinemäßig auf der Straße ausgesetzt, damit sich die Führer zusätzliche junge Ehefrauen auswählen konnten und keine männliche Konkurrenz hatten. Es war die Rede von ca. 2000 sogenannten &#8220;Lost Boys&#8221;, die im Drogenmilieu der nächsten Stadt landeten. Jeder Fall ist einzigartig und jeder scheint &#8220;alle Dimensionen&#8221; zu sprengen, aber es gibt zu viele davon. Die Superlative wirken lahm,  offenbaren Heuchelei und bestenfalls Hilflosigkeit.</p>
<p>&#8220;Der Täter hat ein Terrorregime aufgebaut&#8221; steht weiter in der Süddeutschen. Das ist auch nicht korrekt.  Das Terrorregime haben die Römer aufgebaut, eigentlich deren Vorgänger ca. 3000 bis 6000 Jahre vor ihnen; die Römer haben es nur verfeinert und in &#8220;das Normale&#8221; hinein verwoben, genau so wie wir.</p>
<p>In der SZ steht auch, dass der 73-Jährige als &#8220;einfacher und ganz normaler Mann&#8221; beschrieben wird. Das ist er auch, normal, aber nicht in seiner sozialen Rolle als &#8220;Mann&#8221;, sondern als &#8220;Vater&#8221; &#8211; als <em>pater familias</em>.</p>
<p>Diese fatale Begriffsverwischung, die auch dem Feminismus eigen ist, trübt unseren Blick und verhindert so das Erkennen der dahinter stehenden Ideologie. Die verlangt nämlich konzeptionell nicht die Unterwerfung der Frau unter den <em>Mann</em>, sondern unter den Familien<em>vater</em>. Und sie verlangt ebenso die Unterordnung der Männer: der Söhne in ihrer Rolle als Arbeiter (Sklaven) und Soldaten.</p>
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		<title>Familie Teil2 &#8211; die ganze Geschichte</title>
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		<pubDate>Sun, 28 Oct 2007 23:03:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hannelore Vonier</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Herrschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[Familie]]></category>
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		<category><![CDATA[Vaterkonzept]]></category>

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		<description><![CDATA[Familie und Demokratie - die geschichtlichen Zusammenhänge, die zu unserem heutigen Lebensstil geführt haben.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[		<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Adc&amp;rfr_id=info%3Asid%2Focoins.info%3Agenerator&amp;rft.title=Familie Teil2 &#8211; die ganze Geschichte&amp;rft.aulast=Vonier&amp;rft.aufirst=Hannelore&amp;rft.subject=Artikelserie&amp;rft.subject=Herrschaft&amp;rft.source=Rette sich, wer kann!&amp;rft.date=2007-10-28&amp;rft.type=&amp;rft.format=text&amp;rft.identifier=http://rette-sich-wer-kann.com/zusammenleben/herrschaft/familie-die-ganze-geschichte/&amp;rft.language=English"></span>
<p></p><abbr class="unapi-id" title="http://rette-sich-wer-kann.com/herrschaft-hierarchie/familie-die-ganze-geschichte/"><!-- &nbsp; --></abbr>
<div class="eg-series"><div class="eg-series-posts"><h2>Artikelserie Familie</h2><ol class="eg-series-posts"><li class="eg-series-posts-item "><span class="eg-series-post-title"><a href="http://rette-sich-wer-kann.com/zusammenleben/herrschaft/familie-ein-ueberholtes-modell-oder-fehlkonstruktion-von-anfang-an/" title="Familie – ein überholtes Modell oder Fehlkonstruktion von Anfang an?">Familie – ein überholtes Modell oder Fehlkonstruktion von Anfang an?</a></span> </li><li class="eg-series-posts-item current"><span class="eg-series-post-title">Familie Teil2 - die ganze Geschichte</span> <span class="eg-series-post-this">(This post)</span></li></ol></div></div>
<p>Gleich an zwei Orten hat der Artikel &#8220;<a title="Familie 1.Teil" href="http://rette-sich-wer-kann.com/patriarchat/familie-ein-ueberholtes-modell-oder-fehlkonstruktion-von-anfang-an/#comments">Familie &#8211; ein überholtes Modell oder Fehlkonstruktion von Anfang an?</a>&#8221; zu Aufmerksamkeit und Diskussion im Kommentarbereich geführt. Anscheinend habe ich einen Nerv getroffen&#8230; In dieser Fortsetzung zeigen uns die geschichtlichen Zusammenhänge, was zu unserem heutigen Lebensstil geführt hat.<span id="more-161"></span></p>
<blockquote class="right"><p>&#8220;Gerade jetzt wo uns ein romantisiertes Familienbild, das es so mehrheitlich nie gegeben hat, als Heilmittel für die böse Welt, insbesondere von der politisch extrem Rechten nahegelegt werden soll, sind Informationen mit realem geschichtlichen Hintergrund um so wertvoller.&#8221; (Kommentar von <a rel="nofollow" href="http://www.yigg.de/373502">gerlindy</a>)</p>
</blockquote>
<p>Im 5. Jh. v.u.Z. werden erstmals die Begriffe geprägt, die noch heute die Verfassungen beschreiben:</p>
<ul>
<li>Monarchie</li>
<li>Aristokratie</li>
<li>Demokratie</li>
</ul>
<p>In Athen wird im selben Jahrhundert zum ersten Mal Demokratie verwirklicht. Auch innerhalb dieser bleibt <em>Patronomie</em> die Organisationsform des Patriarchats: Der Vater, Inhaber der wichtigsten sozialen Position, ist vom Mann zu unterscheiden; Herrschaft der Väter und männliche Dominanz sind nicht schon identisch.</p>
<blockquote class="right"><p>&#8220;hm&#8230;ich bin sehr überzeugter und stolzer Familienvater&#8230;..&#8221; (Kommentar von <a rel="nofollow" href="http://www.yigg.de/373502">kmr</a>)</p>
</blockquote>
<p>Unser Wort &#8220;Familie&#8221; geht auf den lateinischen Begrif <em>familia</em> (die Hausgemeinschaft) zurück, abgeleitet von <em>famulus</em>, &#8220;Haussklave&#8221;, und bezeichnete den Besitz eines Mannes, des <em>pater familias</em>. <em>Familia</em> und <em>pater</em> waren keine Verwandtschafts-, sondern Herrschaftsbezeichnungen. Der biologische Erzeuger (Vater) hieß <em>genitor</em>, nicht <em>pater</em>.</p>
<p>In der Antike wird innerhalb des demokratischen Verständnisses im Laufe der Zeit nicht nur die väterliche Herrschaft gegenüber Frauen und Kindern, sondern auch gegenüber Männern als konstitutiv für die rechte Ordnung angesehen. Die Gehorsamsforderung  ist ein Gebot der gesellschaftlichen Ordnung, die wesentlich auf der despotischen Ordnung des Hauses (<em>Oikos</em>) beruht.</p>
<p>Im <em>Oikos</em> als einer Gruppierung um einen Herrn, der zugleich Vater, Sklavenhalter und Ehemann ist, sieht Aristoteles keine Gruppe, die sich beliebig formen könnte, und schon gar nicht eine Nische für das Individuum, sondern einen festen Teil der <em>Polis </em> (<em>Polis</em> ist der antike griechische Stadtstaat, im Gegensatz zu <em>Ethnos</em>, dem Stammesstaat).</p>
<p>Die Polis setzt sich keineswegs aus Individuen zusammen! Sie ist ein Aggregat von Haushalten (<em>Oikoi</em>, Mehrzahl) &#8211; ein Zusammenschluss von freien und gleichen Familienvorständen.</p>
<p>Gemeinsam ist allen <em>póleis</em>, dass Bürger (Landbesitzer) und Nichtbürger (Sklaven, Landarbeiter, Handwerker) streng geschieden sind.</p>
<p>Beide Gruppen tragen zum Reichtum einer Stadt bei, doch dürfen nur Bürger über die politischen Angelegenheiten mitbestimmen.</p>
<p>Frauen sind ebenfalls vom politischen Leben ausgeschlossen, bleiben an den häuslichen Bereich gebunden und können nicht selbstständig handeln, sondern müssen sich von ihrem Mann (<em>kýrios</em>, Herr) vertreten lassen. Beachte: Das Wort &#8220;Kirche&#8221;, <em>kyriakon</em>, geht auf die gleiche Wurzel zurück.</p>
<table style="border: 1px solid #cccccc; margin: 6px; padding: 5px; width: 100%; font-size: 11px; line-height: 13px;" border="0">
<tbody>
<tr>
<td>Wenn vom Haus Gottes in der griechischen Bibelübersetzung geschrieben ist, dann steht dort immer das griechische Wort „oikos“ so z.B. in:<br class="spacer_" /></p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p><br class="spacer_" /></p>
<ul>
<li>Mt.12,4; Mk. 2,26; Luk.6,4 – „David trat hinein in das Haus Gottes“ (oikos)</li>
<li>Mt.21,13; Mk. 11,17; Luk.19,46 – „mein Haus soll ein Bethaus genannt werden“ (oikos)</li>
<li>Joh. 2,16 – „macht nicht das Haus (oikos) meines Vaters zu einem Kaufhaus“</li>
<li>Apg. 7, 47; 49 – „was für ein Haus (oikos) wollt ihr mir bauen“</li>
<li>Gal. 6,10 – „&#8230; am meisten aber gegenüber den Hausgenossen (oikejos) des Glaubens“</li>
<li>Eph.2,19 &#8211; Gottes Hausgenossen (oikejos)</li>
<li>1.Tim. 3,15 – &#8230;„im Hause Gottes“ (oikos)</li>
<li>Hebr. 3,6 – „Christus, als Sohn über sein Haus (oikos), sein Haus sind wir“</li>
<li>Hebr.10,21 – „als Priester über das Haus Gottes“ (oikos)</li>
</ul>
<p>Insgesamt wird das griechische Wort <em>oikos /oikonomia</em> über 100 mal in der Bibel benutzt. (Wikipedia)</p>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>Der Hausvater bleibt Priester, die Familie frühe Kultgemeinde. Diesen Zusammenhang erkennen wir aus der Bibel (siehe Kasten), ansonsten ist <em>oikos</em> Stammwort für Ökonomie und Ökologie.</p>
<p>Was Homer, viel gelesener Dichter der gemeinsamen Vorzeit aller Griechen, über die Lebensweise der Adeligen im 8. Jh. berichtet, also die Zeitspanne, aus dem die Demokratie hervorging:</p>
<blockquote><p>Griechenland wird nicht einheitlich verwaltet und regiert. Überall herrschen adelige Familienoberhäupter (alle nennen sich Könige), sie leiten ihre Macht von einem Ahnen, der später zum Gott oder Halbgott hochstilisiert wird, ab (Entstehung des Pantheon).</p>
<p>Ihr Reichtum und ihr Ansehen wurde vom Vater erworben und an die Söhne weiter vererbt. Erfolgreiche Raubzüge zur See sichern neue Beute (Frauen, Vieh, Metall für Werkzeuge, Waffen, Hausgeräte).</p>
<p>Die Welt des Adels, in der man vor allem dem Vater keine Schande machen will, ist der Kampf, der kriegerische und der sportliche, bei denen ein Mann sich als der Überlegene, der Beste zu bewähren hat (Wettstreit-Prinzip, <em>Komparatismus</em>).</p>
<p>Die &#8220;Besten&#8221; und die &#8220;Guten&#8221; sind geläufige Bezeichnungen griechischer Adelsstände. Die Arbeit wurde gegenüber den adeligen Freizeitbeschäftigungen gering geschätzt; die Adelskritik spricht von einem Leben wie die Drohnen.</p>
</blockquote>
<p>Gleichwohl werden die Wertvorstellungen des Adels zum Vorbild für die nichtadeligen Griechen.</p>
<p>Daran hat sich bis heute nichts geändert, wie die Bunte Presse, und auch die nicht so bunte, illustriert:</p>
<p><img class="center frame" title="Adels-Familien" src="http://rette-sich-wer-kann.com/wp-content/uploads/2007/10/koenigshaeuser.jpg" alt="Königshäuser - Adels-Familien" /></p>
<p>Der <em>Oikos</em> der archaischen Zeit (Odyssee), ist zunächst ein bäuerliches Anwesen, zu dem über den Kreis der engeren Familie (Blutsverwandte) hinaus Bedienstete (Ammen) und Sklavinnen (als Nebenfrauen) gehörten. Sklaven gab es nur selten, da erbeutete Männer meist getötet wurden.</p>
<blockquote class="right"><p>Mein Vater wird noch die ganze Welt erobern und mir nichts zu tun übrig lassen. Alexander der Große (356-323), makedon. König</p>
</blockquote>
<p>Das Ganze lief auf möglichst viele Nachkommen hinaus: Töchter, um neue Nachkommen zu produzieren, Söhne, um neue Beute zu erobern und den Besitz zu vermehren (Akkumulation von Eigentum), und dieses Eigentum, vor allem das Land, zu verteidigen. Auch daran hat sich bis heute nichts geändert:</p>
<p><img class="center frame" title="Verteidigung des Landes" src="http://rette-sich-wer-kann.com/wp-content/uploads/2007/10/bundeswehr.jpg" alt="Verteidigung des Landes" /></p>
<p>Der moderne Nachwuchs übt mit &#8220;Kinderparty-Kostümen&#8221; die alt-überlieferten Rollen ein. Der Junge als Kämpfer mit Waffe, das Mädchen trägt als Prinzessin den Reichtum der Familie zur Schau:</p>
<p><img class="center frame" title="Junge mit Waffe, Mädchen: Prinzessin" src="http://rette-sich-wer-kann.com/wp-content/uploads/2007/10/cowboy_prinzession.jpg" alt="Junge mit Waffe, Mädchen: Prinzessin" /></p>
<h3>Beginn der Demokratie</h3>
<p>Die Familie ist in der Antike wie auch heute für den Lebensunterhalt unentbehrlich. Vor allem für die Altersversorgung waren die Familienmitglieder aufeinander angewiesen.</p>
<p>Der Hausvater hat für Schutz und Verteidigung der Familie zu sorgen; im 5. Jahrhundert v.u.Z. übernimmt der Staat diese Aufgaben (Beginn der Demokratie).</p>
<p>Dass wir bis heute innerhalb der gleichen Sozialstrukturen leben, sagt schon der Name des entsprechenden Bundesministeriums: Es ist zuständig für den Schutz der Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Die Väter stehen außer- und oberhalb dieser Gruppe; ihnen <em>gehört </em>das Ministerium, sie haben die Definitionsmacht.</p>
<p>Demokratie ist die &#8220;Herrschaft der Bürger&#8221;, <em>demos</em> = <em>Bürger</em>, etymologisch: der Vater und Mann, der die Burg verteidigt, und <em>kratos</em>, &#8220;Stärke, Kraft, Macht, Herrschaft, Sieg&#8221;. Häufig wird Demokratie als &#8220;Herrschaft des Volkes&#8221; übersetzt und dann denkt man: Volk, das sind alle. <em>Demos</em> geht aber auf die indogermanische Wurzel <em>da-</em> zurück, was &#8220;teilen, zerschneiden, zerreißen&#8221; bedeutet. Was sich einerseits auf das Erbrecht als auch auf das gemeinsam eingenommene Mahl (Nahrung teilen) bezieht. (Vergl. auch &#8220;Teile und herrsche&#8221;.)</p>
<p>Das griechische <em>damos</em>, so wie das verwandte altiranische <em>dam,</em> muss verstanden werden als &#8216;Volk&#8217; im Sinne von &#8220;Gefolgschaft, in einem Gebiet lebend&#8221;, das walisische Wort für &#8220;Schwiegersohn&#8221;, und hethitisch für &#8220;fremde Leute&#8221; gehen auf die gleiche Sprachwurzel zurück und offenbaren, dass es sich nicht um Blutsverwandte handelt; in Athen wurde der einzelne Gau <em>damos</em> genannt.</p>
<p>Die Sprachwurzel <em>da-</em> erweiterte sich später in verschiedenen indogermanischen Sprachen zu Begriffen wie Opfermahl, Fest, &#8216;Aufwand aus Bewirtung&#8217;, im Gallischen dann zu <em>arcanto-danos</em> als &#8220;das Silber verteilend&#8221;.  (Quellen für interessierte Sprachwissenschaftler: Calvert Watkins und Pokorny.)</p>
<p>Sowohl <em>Oikos</em> als auch <em>familia</em> waren eine reine Wirtschaftsgemeinschaft, die die <em>polis</em>, den Staat, unterstützte und ihrerseits vom Staat unterstützt wurde. Erziehung ist Erziehung durch den Staat und für den Staat. Durch viele Gesetze wird gesichert, dass der Familie ihr Erbe erhalten blieb (das unter den Söhnen verteilt wird) und, dass keine Bürger-Familie ausstarb.</p>
<p>Und diese Ziele werden auch noch heute von den PolitikerInnen verfolgt. Ob Sie damit dem Zeitgeist entsprechen? Ich bezweifle es.</p>
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