Rette sich, wer kann!

Transformationsblog

Der Heide in der Hölle

Ein Anhänger der alten Religion findet sich, nachdem er gestorben ist, auf einmal in einem dunklen Gang wieder. Ein Schild verweist: “Zur Hölle”. Er hat keine andere Wahl als diesem Gang zu folgen.
Nach geraumer Zeit steht er an einer Tür, die nicht verschlossen ist.
Der Heide betritt die Hölle und traut seinen Augen nicht.

Heller Sonnenschein, angenehme Temperaturen, Palmen, Meeresstrand, alle 100 Meter eine Strandbar, fröhliche Menschen tummeln sich, kurzum paradiesische Verhältnisse.

Der gerade verstorbene Heide wandert am Strand entlang, bis er plötzlich eine Gestalt mit Pferdefuß und Schwanz in einem Strandkorb sitzen sieht. Er geht auf das Ungeheuer zu und fragte ihn, ob er denn der Teufel sei. Dieser bejaht und begrüßt den Neuankömmling äußerst herzlich.
Er schickt den Heiden nach dem Geplauder zu einer der Strandbars, um sich dort einen Drink zu besorgen. Der Heide nimmt einen Daiquiri und schlendert weiter am Strand entlang, um die Hölle weiter zu erkunden. Zwischen Dünen entdeckt er ein großes, tiefes Loch. Neugierig blickte er in die Tiefe und erschrickt fürchterlich.

Tief unten sieht er wimmernde, unbekleidete Menschen. Ein heißes Feuer lodert und wilde Bestien schlagen auf die Körper der Menschen ein. Sogleich rennt der Mann verwirrt zum Teufel und fragt aufgelöst, was denn das für ein Loch sei?

Der Teufel versteht die Frage zuerst nicht und so fragt der Heide nochmals nach dem tiefen Loch mit dem Feuer, den Bestien und den Menschen dort hinten bei den Dünen.

“Ach so”, grinst der Teufel, “Das ist für die Christen. Die wollen das so…”


Autor: Hannelore Vonier

Bloggerin mit dem leidenschaftlichen Drang, die destruktiven Kräfte in unserer Gesellschaft bekannt zu machen und Lösungen aufzuzeigen. Mehr über mich und diesen Blog.

11 Kommentare

  1. Liebe hannelore

    les mal das:;-)

    http://web.archive.org/web/20130502023555/http://www.netzeitung.de/deutschland/459983.html

    • Die Frage ist, wer denn wessen Gott lästert…. gg.

      Ich zum Beispiel empfinde den Lärm einiger lauter sonntäglichen Kirchenglocken als erhebliche Störung des Gesanges der Natur, des Wundes, des Meeres und damit meiner Götter.. Ist das nun Gotteslästerung? 😉

  2. Ja, da geht es um Gotteslästerung, pfui Teufel!

    Über den Teufel jedoch darfst du lästern – das Patriarchat lässt schön grüssen.

    Es gibt Leute, die glauben ernsthaft, dass Kirche und Staat getrennt wären. Gerade das ideologische Zusammenwirken der beiden macht Patriarchat überhaupt nur möglich.
    Wer denn sonst als die Kirche segnet die Waffen (= Erlaubnis zur Gewalt allgemein)?
    *heuchel*, *heuchel*

    • Kirche und Staat sind schon deswegen nicht getrennt in unserem Land, weil der Staat die Kirchensteuer einzieht, die noch vor Erhalt des Lohnes auf dem Konto abgezogen wird.

  3. rofl, schöne metapher.

  4. gar nicht schlecht 😉

    Und jetzt geht allerorten wieder der Weihnachtsrummel los, brrr.

    Da halte ich es lieber mit unserer 8-jährigen Tochter :
    “Ich glaube weder an den Teufel noch an Gott, aber es gibt viele Leute, die daran glauben, fast alle.
    Es kann sein, dass es ihn gibt, oder auch nicht, für mich gibt es ihn nicht.
    Das ist eine Legende, die sich jemand ausgedacht hat und die so gut erzählt wurde, dass die Leute daran glauben, ohne dass sie jemals etwas davon gesehen hätten.”

    Sara B.P.

    Was bin ich froh, dasses mit unserer Erziehung in dieser Hinsicht geklappt hat 🙂

    LG Ursel

  5. @Ursel: Aber ist es nicht so, dass gerade Kinder Dinge wahrnehmen, die wir Erwachsenen nicht mehr “sehen” können? Unsere Tochter (sechseinhalb) findet gerade das Unsichtbare faszinierend. Und sie weiß recht genau, was sie für “echt” und für “unecht” hält.

    Vielleicht liegt es am Einfluss ihrer älteren Geschwister, die die Kleinste gern provozieren.

  6. Hallo Hannelore,

    ich kenne den Text zwar in einer etwas anderen Fassung [1] Aber er ist immer wieder amüsant.

    Jeden seine eigene Glaubenwelt sag ich da nur. Wer an eine Hölle voller Schrecken und Qualen glauben mag, oder einen Himmel voll Frömmigkeit und Liebe (wäre mir persönlich wohl zu langweilig) dem sei es gegeben 🙂 Dahingehend auch ein interessantes Thema ist der Tod bzw. die verschiedenen Vorstellungen davon. Ein wirklicher Atheist muß doch z. B. an sich eine rießige Angst vor dem Tod haben, glaubt er doch das dann alles zu Ende ist. Jemand wie ich der denkt das dann nur eines von unzähligen Kapiteln meiner Existenz zu Ende ist sieht das dann schon lockerer.

    Ich wünsche viel Erfolg mit dem Blog und man ließt sich 😉

    Grüße
    Sascha

  7. Schmunzel, genau diesen Witz hat mir mal ein katholischer Pfarrer erzählt. 😀

    Ich selber folge einer polytheistischen Religion, nach deren Ansichtsweisen es keine Hölle und keine Erbsünden gibt, und glaube an die Wiedergeburt 🙂

  8. Hier in Stuttgart sind wir aktuell von Christen überschwemmt, deshalb gehe ich es jetzt ein zweites Mal lesen 🙂

  9. sehr hübsche Geschichte mit einem befreienden Schluss