Rette sich, wer kann!

Transformationsblog von Hannelore Vonier

Liebe Community, ihr wart erfolgreich – egoistisch und altruistisch

Dank eurem Engagement kam der Rette sich wer kann!-Blog bei Superblogs 2008 auf den 3. Platz. Viele wissen sicher nicht, was das in Web2.0-Zeiten bedeutet. Deshalb will ich es erklären.

Hitmeister Superblogs 2008

Normalerweise denken wir bei einem Wettbewerb an einen Gewinn in Form von „Anerkennung“, das kann eine Urkunde, ein Pokal, ein Orden, eine Grafik wie die hier links sein.
Und zusätzlich kann es eine Feier geben und auch Geld. In unserer Gesellschaft hat der mit dem Preis verbundene Geldgewinn einen hohen Stellenwert.

Was bekomme ich nun als Bloggerin?

Mehr Besucher (traffic) auf dem Blog. Höhere Besucherzahlen kosten mich mehr, denn viel ‚traffic‘ braucht mehr Bandbreite und Bandbreite muss bezahlt werden. Da ist mein Einsatz für die Gemeinschaft, die Community.

Was haben wir als Community davon?

  • Größere Vielfalt in der Community. Das wirkt sich direkt in den Kommentaren aus, die sich ja an alle adressieren. Und in den (nicht wenigen) Diskussionen anderswo, die über die Inhalte dieses Blogs sprechen.
  • Steigerung des Bewusstseinslevels im richtigen Leben, denn diese Texte sind darauf ausgerichtet.
  • Das Gefühl des Dazugehörens und des Bewirkens. Eine Gemeinschaft schafft gemeinsam, was eine Einzelperson nicht kann. Das kann dir jedes Wolfsrudel bestätigen.

Eure Stimmabgabe war selbstbezogen und selbstlos zugleich. Warum?

In solch einem Akt der Unterstützung für ein Projekt ist gleichzeitig Egoismus und Altruismus enthalten. Das Individuum engagiert sich, weil es selbst etwas für sich haben will. Es handelt aber auch im Sinne der Gemeinschaft, der anderen, die ebenfalls davon profitieren.

Die Gemeinschaft ist dabei eine erweiterte Einheit, die das Individuum einschließt.

Ethnologen haben Handlungen, die der Gruppe Vorteile verschaffen, als „altruistisch“ bezeichnet. Auch als „selbstlose“ Handlungen und „zum Wohle anderer“ oder des „Gemeinwohls“ etikettiert. Dabei haben sie einen Begriff gewählt, der eine Form menschlichen Verhaltens in Erinnerung ruft, die mit ethischen Nebenbedeutungen geladen ist. Das heißt, eine Moral wird mit dem Begriff transportiert.

Andererseits hört man, dass Darwins Sichtweise auf das „Gesetz des Dschungels“ hinauslaufe, wonach jedes Individuum egoistisch auf Kosten anderer und in rücksichtsloser Konkurrenz für seine eigenen Interessen sorgt.

Diese Perspektive des tierischen Lebens als egoistisch ist in zweifacher Hinsicht falsch. Erstens weil uns die Naturgeschichte etwas anderes sagt, egal wohin wir auch schauen. Denn Verhaltensweisen, die als altruistisch beschrieben werden können, sind fast universell.

Zweitens ist sie auch deshalb falsch, weil die Mechanismen wie oben beschrieben, nicht im geringsten den Vorteil eines Individuums benötigen, der auf dem Schaden eines anderen beruht!

Im Gegenteil: Ein solches „Gesetz des Dschungels“ wäre mit diesen Mechanismen nicht vereinbar. Würde etwa im Wolfsrudel rücksichtslose Konkurrenz herrschen, würden die Wölfe sich gegenseitig bekämpfen und verletzen (schaden), dann wäre die gemeinsame erfolgreiche Jagd auf einen Elch nicht vorstellbar. Wodurch die Ernährung des einzelnen Wolfs, als auch der Gemeinschaft, nicht gegeben wäre.

Die Existenz des Lebendigen, sowohl in der individuellen Entwicklung als auch stammesgeschichtlich, ist nicht auf Konkurrenz angelegt.
Es geht vielmehr darum, die Anpassung des Individuums in seinem Umfeld sicherzustellen, und genau das führt dann zum Überleben des Angepassten.

Achtung: Es handelt sich hier nicht um Anpassung durch Zwang, sondern darum, die eigenen Wünsche mit der Umgebung in Übereinstimmung zu bringen.

Umsetzung im Internet

Oben habe ich „traffic“ erwähnt, es bedeutet „Verkehr“ und ist das Fachwort für das ‚Herumtreiben der Besucher auf einer Website‘, also das, was du gerade tust. Gemessen wird traffic hauptsächlich in der Besucheranzahl innerhalb einer gegebenen Zeit (pro Tag, Monat usw.), der Anzahl der besuchten Seiten und der Aufenthaltsdauer während eines Besuchs.

Das wichtigste Merkmal vom WWW ist die Vernetzung durch Links. Und das ist das Instrument der Wahl, wenn es darum geht, etwas zu bewirken. Das kann jedeR, nicht nur Website-Betreiber. Deshalb alle herhören:

Der Veranstalter von Superblogs2008 hat die Blogs auf den ersten drei Plätzen verlinkt (siehe Die Sieger). Über diese Links kommen Besucher zu diesem Blog. Auch die Presse hat die Superblogs-Aktion aufgegriffen, dadurch kommen noch mehr.

Das ist erfreulich, aber nicht der Grund, weshalb ich teilgenommen habe. Denn die Blog-Seite mit den Siegern verschwindet schnell in der Versenkung, weil neue Blog-Beiträge folgen. Wichtig und nachhaltig  sind Links, die von anderen Seiten hierher führen (inbound-Links), auch wenn sie nicht von menschlichen Augen gesehen werden. Denn sie werden von den Suchmaschinen aufgenommen (indexiert) und bestehen, solange die Website besteht und sogar darüber hinaus. Google & Co. schickt kleine Programme (bots) durchs Net, die sich von Link zu Link hangeln, durch eine ganze Website und dann hinaus zur nächsten.

Dabei denken sich die kleinen Bots Folgendes: Wenn eine wichtige (große) Website oder ein bekannter Blog woanders hin verlinkt, dann muss die Bloggerin einen guten Grund haben, das zu tun. Wenn die Bloggerin es für wert hält, dann ist es wahrscheinlich auch für unsere Suchmaschinen-Benutzer wertvoll, die verlinkte Seite zu finden, also listen wir die verlinkte Seite gleich oben, wo sie schnell gefunden wird.

Konkurrenz im Web 2.0 hat Nachteile

Das führt zu folgendem Schluss: Wenn eine Seite wächst, die zu mir verlinkt, bin ich auch am Wachstum und Erfolg der anderen Seite interessiert, weil sie dann höher im Rang steht (bei Google heißt das „Ranking“), und das färbt auf meine Seite ab.

Daraus ergibt sich die soziale Balance von Egoismus und Altruismus: Ich muss gleichzeitig selbstbezogen und selbstlos sein, sonst „kippt“ die Zufriedenheit. Man kann auch sagen: Wenn es allen gut geht, dann geht es auch mir gut, denn ich bin ein Teil von allen.

Andersherum: Wenn ich eine Seite unterstützen will (z.B. weil sie eine Aktion bekannt macht, die mir gefällt), dann werde ich zu ihr verlinken wo ich nur kann: In Kommentaren, in Foren, in Twitter, Facebook und dergleichen. Natürlich auch von meinen Webseiten, aber unbedingt auch von anderen, die thematisch passen. Es ist „aktives Surfen“.

Das ist die Power, die jedes Individuum im Internet hat. Aktiv wählen durch Verlinken. Jederzeit.

Das kann keine Regierung mit noch so vielen Kontrollversuchen je verhindern.

Darin liegt besonders auch die Stärke von Blogs, weil die Software bewusst und mit Absicht so programmiert wurde, dass sie sinnvoll „von allein“ verlinkt.


Autor: Hannelore Vonier

Bloggerin mit dem leidenschaftlichen Drang, die destruktiven Kräfte in unserer Gesellschaft bekannt zu machen und Lösungen aufzuzeigen. Mehr über mich und diesen Blog.

6 Kommentare

  1. Gibt es eigentlich einen Begriff für „die Balance zwischen Egoismus und Altruismus“?
    Ist es „Liebe“?

  2. Gibt es eigentlich einen Begriff für „die Balance zwischen Egoismus und Altruismus“?
    Ist es „Liebe“?

  3. Gibt es eigentlich einen Begriff für „die Balance zwischen Egoismus und Altruismus“?
    Ist es „Liebe“?

  4. Liebe Hannelore, herzlichen Glühstrumpf zum dritten Platz und danke für die schöne Erklärung zum Erfolg der am besten Angepassten….

  5. Liebe Hannelore, herzlichen Glühstrumpf zum dritten Platz und danke für die schöne Erklärung zum Erfolg der am besten Angepassten….

  6. Liebe Hannelore, herzlichen Glühstrumpf zum dritten Platz und danke für die schöne Erklärung zum Erfolg der am besten Angepassten….