Rette sich, wer kann!

Transformationsblog

Grenzt zunehmende Technologisierung ältere Menschen aus?

… fragte der Fragezeichner auf  Twitter; ich antwortete und war mitten in einer Diskussion, die wir dann über E-Mail weiterführten. Hier ist der Wortlaut. Weitere Stimmen erwünscht!

Älter werden und unabhängig bleiben

FZ: Ist es für ältere Menschen einfacher, in einer technologiesierten Welt zu leben, oder werden sie vielmehr ausgegrenzt? (Technology reduces the value of old people)

HV: ältere Menschen grenzen sich wenn, dann selber aus #technologie an sich grenzt ja keinen aus

FZ: @hvonier wenn die neue Technik schwer zu verstehen oder zu lernen ist, dann besteht die Gefahr einer Ausgrenzung (nicht nur Älterer)

HV: Ist Technik schwerer zu verstehen/zu erlernen als irgendetwas anderes, das man lernen will?

FZ: Ja, ab einem gewissen Grad. Banküberweisung übers Internet – sollte das auch ein 80jähriger noch lernen müssen?

HV: Was unterscheidet den Schwierigkeitsgrad einer Online-Überweisung von Email oder Online-Shopping?

FZ: Man kann ohne Email leben. Aber man muss einkaufen und über sein Geld verfügen können. Wenn man *nur noch* über das Internet einkaufen könnte oder sein Bankkonto verfügen könnte, besteht die Gefahr der Ausgrenzung einer Generation bzw. des Aufzwingens von Technik.

HV: In meiner Community haben alle Älteren Email, um Kontakt mit ihren Kindern, Enkeln oder Schulfreunden zu halten. Sie nutzen auch online-Services, um Fotos und Videos auszutauschen. Facebook ist für Senioren ideal, um nicht isoliert zu sein. Ist diese Technik nicht gerade für alte Menschen bereichernd und erleichternd? (Ich war übrigens seit 15 Jahren in keiner Bankfiliale mehr. Vor dem Internet erledigte ich alles über Telefon und Post.)

FZ: Ohne Zögern: ja. Sie kann gerade alte Menschen aus der Isolation herausholen.
Aber: nicht jeder ist in der Lage, dem Fortschritt zu folgen, der sich im letzten Jahrzehnt immer weiter beschleunigt hat. Muss man von den älteren Menschen erwarten, dass sie sich dem Fortschritt anpassen? Oder sollte man ihnen (zumindest für eine Übergangszeit) die Wahl lassen? Ich meine, man sollte (und das hieße dann zum Beispiel auch, einen Briefkasten in jedem Ort).

HV: Erstmal: wen meinst du hier mit “man”? Wenn niemand mehr Papier verwendet, um Infos zu verbreiten, dann ist die Post überflüssig, genauso wie einst die Poststationen zum Pferdewechseln.
Es gibt Menschen, die meinen mit 25 Jahren “ausgelernt” zu haben und glauben, das Leben wäre statisch. Andere lernen, was gerade Neues in der Gegenwart geschieht. Sie sind up-to-date, egal wie alt sie sind.

FZ: Es gibt nun mal viele Menschen, die können oder wollen (beides bedingt einander) ihr Leben ab einem gewissen Punkt nicht mehr ändern oder sich mit Dingen auseinandersetzen, die nicht in ihr Weltbild passen. Nach meiner Erfahrung sind das sogar die allermeisten. Irgendwann werden die Briefkästen verschwinden. Aber ich finde, wir sollten sie nicht abbauen, bevor nicht die letzte Oma verschwunden ist, die ihren Nichten Weihnachtskarten schickt 😉

FZ: Es gibt aber noch einen anderen Aspekt des Themas, der in dem Artikel oben anklingt: die Erfahrungen, die Menschen in ihrem Berufsleben machen, werden schon nach wenigen Jahren nutzlos, weil immer neue Technologien die alten ablösen.

HV: Es findet momentan nicht nur ein technologischer, sondern auch ein großartiger sozialer Wandel statt. Die Menschen erschaffen sich neue Technologien, weil sie genug haben von Gewalt und Krieg. Sie wollen Harmonie, sich mit anderen wohl fühlen anstatt im Dauerwettstreit zu liegen. Der Druck, der Fremdbestimmtheit zu entkommen, und Selbstbestimmung zu erlangen ist enorm. Das Internet zeigt, wie nie etwas anderes zuvor: Es geht, soziales Handeln lässt sich in Realität umsetzen und niemand kann das stoppen. Auf den Beruf bezogen, oder besser Berufung, bedeutet das: Ich definiere meine Job-Description selbst. Leute im Ruhestand müssen das – und vieles andere – gar nicht mehr lernen.
Aber beim nochmaligen Durchlesen des Artikels kommt mir der Gedanke: Können nicht gerade ältere Menschen den Facettenreichtum des Web ausgiebiger nutzen, weil sie über Erfahrungen verfügen, die ihnen im virtuellen Raum des Net eine große Flexibilität erlaubt?

*

Dieser Dialog begann als Twitter-Gespräch, aber 140 Zeichen reichten nicht und wir wechselten deshalb zu Email. Ein Beispiel, auf das richtige Format zu achten.

*


Autor: Hannelore Vonier

Bloggerin mit dem leidenschaftlichen Drang, die destruktiven Kräfte in unserer Gesellschaft bekannt zu machen und Lösungen aufzuzeigen. Mehr über mich und diesen Blog.

29 Kommentare

  1. Ich begleite seit mehreren Jahren Senioren, in der Regel zwischen 60 bis 80 Jahre alt, am Computer. Nicht selten auch totale neu Anfänger. Da habe ich (mindestens) zwei Dinge fest gestellt. Man kann mit 75 Jahren, selbst wenn man nicht mal einen Fernseher hatte, lernen, sich im Internet ansatzweise flüssig zu bewegen und eMails zu schreiben.

    Ich habe aber auch, als zweites, festgestellt, wie wir viele Dinge, die mit dem Computer und dem Netz zu tun haben, schon als selbstverständlich verinnerlicht haben. Und was alles für andere, hier Senioren, noch eine riesige Verständnishürde bedeutet.

    Wir reden hier immer über Gruppen von Menschen, die zwar eins gemeinsam haben, nämlich den Gruppennamen “ältere Menschen”, aber darin sind derart höchst unterschiedlichen Menschen mit den verschiedensten Viten, da kann man kaum die Aussage wagen “die schaffen den Umstieg”. Abgesehen davon, daß viele in meinem Alter mit der Abstraktion der real gelernten Wege schon bis zu Verweigerungszuckungen Schwierigkeiten haben. Viele Senioren hängen wir da ganz ab.

    Ich bin da auch eher für einen möglichst barrierefreien Umgang im realen Lebensraum, und das bedeutet mehr Anstrengung in Hilfe für von der Entwicklung abgehangener Menschen. Denn das Netz an sich ist für veiel selbst eine Barriere.

    Natürlich darf man auch Engangement von diesen Menschen erwarten, wie bei allen Fragen, aber man sollte nicht den Schwindel unterschätzen, den diese technische Entwicklung verursacht. Wir reden von einer Umkrempelung innerhalb von höchstens 10 Jahren.

    Und wer einen Senioren das erste mal eine Maus benutzen sieht, ahnt, wie schwer der Weg bis zum flüssigen bewegen im Netz doch ist. Abgesehen davon muß man, um das wirklich zu lernen, zuhause Geräte haben an denen man auch fast täglich trainiert. Da langt ein “geh doch in ein Internetcaffee” nicht aus… Wer stellt denen das hin. Wer hilft, wenn da wieder ne Fehlermeldung kommt? Ein “Einige Teile der Seite kommen über eine unsichere Leitung”-Meldung vom IE bringt die dazu, das Gerät eine Woche nicht mehr anzufassen…

  2. Ich begleite seit mehreren Jahren Senioren, in der Regel zwischen 60 bis 80 Jahre alt, am Computer. Nicht selten auch totale neu Anfänger. Da habe ich (mindestens) zwei Dinge fest gestellt. Man kann mit 75 Jahren, selbst wenn man nicht mal einen Fernseher hatte, lernen, sich im Internet ansatzweise flüssig zu bewegen und eMails zu schreiben.

    Ich habe aber auch, als zweites, festgestellt, wie wir viele Dinge, die mit dem Computer und dem Netz zu tun haben, schon als selbstverständlich verinnerlicht haben. Und was alles für andere, hier Senioren, noch eine riesige Verständnishürde bedeutet.

    Wir reden hier immer über Gruppen von Menschen, die zwar eins gemeinsam haben, nämlich den Gruppennamen “ältere Menschen”, aber darin sind derart höchst unterschiedlichen Menschen mit den verschiedensten Viten, da kann man kaum die Aussage wagen “die schaffen den Umstieg”. Abgesehen davon, daß viele in meinem Alter mit der Abstraktion der real gelernten Wege schon bis zu Verweigerungszuckungen Schwierigkeiten haben. Viele Senioren hängen wir da ganz ab.

    Ich bin da auch eher für einen möglichst barrierefreien Umgang im realen Lebensraum, und das bedeutet mehr Anstrengung in Hilfe für von der Entwicklung abgehangener Menschen. Denn das Netz an sich ist für veiel selbst eine Barriere.

    Natürlich darf man auch Engangement von diesen Menschen erwarten, wie bei allen Fragen, aber man sollte nicht den Schwindel unterschätzen, den diese technische Entwicklung verursacht. Wir reden von einer Umkrempelung innerhalb von höchstens 10 Jahren.

    Und wer einen Senioren das erste mal eine Maus benutzen sieht, ahnt, wie schwer der Weg bis zum flüssigen bewegen im Netz doch ist. Abgesehen davon muß man, um das wirklich zu lernen, zuhause Geräte haben an denen man auch fast täglich trainiert. Da langt ein “geh doch in ein Internetcaffee” nicht aus… Wer stellt denen das hin. Wer hilft, wenn da wieder ne Fehlermeldung kommt? Ein “Einige Teile der Seite kommen über eine unsichere Leitung”-Meldung vom IE bringt die dazu, das Gerät eine Woche nicht mehr anzufassen…

  3. Schöne Idee, den Dialog hier zu veröffentlichen. Ich glaube, Ihr habt beide Recht – Technologie wie Internet (aber auch andere) ist eigentlich für ältere Menschen in erster Linie hilfreich und positiv, weil sie ihnen neue Möglichkeiten bietet. Es stimmt aber auch, dass unter der derzeitigen Generation von Älteren viele sind, die daran nicht teilnehmen, meistens aufgrund von Vorurteilen. Das liegt aber m.E. nicht daran, dass sie alt sind, sondern daran, dass sie in einer Zeit sozialisiert wurden, als man sich dieser Notwendigkeit des lebenslangen Lernens noch nicht so bewusst war. Sie haben gelebt in dem Glauben, dass sie im “Ruhestand” (allein das Wort) “alles erreicht” haben und nichts mehr verändern müssen. Deshalb verzichten sie auf viele Chancen und Möglichkeiten, und das ist ziemlich schade.

  4. Schöne Idee, den Dialog hier zu veröffentlichen. Ich glaube, Ihr habt beide Recht – Technologie wie Internet (aber auch andere) ist eigentlich für ältere Menschen in erster Linie hilfreich und positiv, weil sie ihnen neue Möglichkeiten bietet. Es stimmt aber auch, dass unter der derzeitigen Generation von Älteren viele sind, die daran nicht teilnehmen, meistens aufgrund von Vorurteilen. Das liegt aber m.E. nicht daran, dass sie alt sind, sondern daran, dass sie in einer Zeit sozialisiert wurden, als man sich dieser Notwendigkeit des lebenslangen Lernens noch nicht so bewusst war. Sie haben gelebt in dem Glauben, dass sie im “Ruhestand” (allein das Wort) “alles erreicht” haben und nichts mehr verändern müssen. Deshalb verzichten sie auf viele Chancen und Möglichkeiten, und das ist ziemlich schade.

  5. Pingback: Stefan Münz

  6. Guten Tag

    Mh ich bin zwar begeisterte Nutzerin des Web aber trotzdem bin ich dagegen, dass es keine Briefkästen mehr geben soll. Den immerhin ist die Erfahrung eines Briefes zu senden oder zu bekommen noch einmal eine ganz andere, nämlich eine sehr sinnliche Angelegenheit, was mir das Web niemals zu bieten vermag. Zudem gibt es kranke und gebrechliche Menschen die nicht fähig sind das Web zu nutzen. Auch Zahlungen sollten deshalb unbedingt noch am Postschalter stattfinden können. Dazu kommt das es alleweil noch immer schöner ist einen Menschen vor sich zu haben, statt nur immer einen Computer.

    Liebe Grüsse.
    Ria

  7. Guten Tag

    Mh ich bin zwar begeisterte Nutzerin des Web aber trotzdem bin ich dagegen, dass es keine Briefkästen mehr geben soll. Den immerhin ist die Erfahrung eines Briefes zu senden oder zu bekommen noch einmal eine ganz andere, nämlich eine sehr sinnliche Angelegenheit, was mir das Web niemals zu bieten vermag. Zudem gibt es kranke und gebrechliche Menschen die nicht fähig sind das Web zu nutzen. Auch Zahlungen sollten deshalb unbedingt noch am Postschalter stattfinden können. Dazu kommt das es alleweil noch immer schöner ist einen Menschen vor sich zu haben, statt nur immer einen Computer.

    Liebe Grüsse.
    Ria

  8. Pingback: Einfach für Alle

  9. Pingback: hamster

  10. Pingback: Doerte

  11. Vielen Dank für eure Kommentare! Hier ist noch eine Ergänzung aus einer Studie der Staatl. Uni in Florida (No elder left behind: Researchers say designers can help close tech gap):

    From booking airline tickets to seeking health care information, almost everything is easier, cheaper or faster online. Older adults who may be less mobile in particular stand to benefit from innovations such as online banking. But there is a sharp decline in Internet use after age 65, the researchers said, citing a 2007 Pew Tracking Survey that showed 85 percent of adults in 18-24, 25-34 and 35-44 age groups used the Internet. By contrast, only 39 percent of adults between 65 and 74, and 24 percent of adults between 75 and 84 were Internet users.

    Ich denke auch, wie Antje, dass die heutigen über 65jährigen unter lernen etwas anderes verstehen als die Jüngeren und man darf auch nicht vergessen, dass lebenslanges Lernen in einer Herrschaftsgesellschaft gar nicht erwünscht ist.
    Warum wollen denn Regierungen das Internet kontrollieren? Weil es die Bürger unabhängiger vom Staat macht (staatl. Zeitungen, TV, Schulen etc. aber auch die billige Veröffentlichung von eigenen Infos).

    Ich kann verstehen, Ria, dass du den Gang zum Briefkasten nicht missen möchtest, aber es wird bald nicht mehr finanzierbar sein.

    Die Senior/Innen, mit denen du zu tun hast, Chräcker, kommen aus einer anderen Zeit, vielen fehlt die Erfahrung und das Lerntraining, auch motorisch. In der deutschen Gesellschaft findet man auch nichts dabei, wenn alte Menschen “unbeweglich” werden, ja man erwartet es sogar von ihnen. In den USA ist das übrigens nicht ganz so. Alte fahren Auto, spielen Tennis oder gehen ins Fitnessstudio.

    Jetzt bin ich 58 und war 1997 zum ersten mal im WWW. Ich habe die Absicht noch 25-30 Jahre zu leben und weiß ganz genau, wenn ich mich nicht ständig auf dem Laufenden halte (nicht nur beim Anwenden, sondern auch im selbst erstellen), dann wird die Wissenslücke immer größer und die Lernkurve zum Aufholen immer steiler. Im Übrigen habe ich festgestellt, dass ich schneller lerne je älter ich werde, weil sich meine Wissensbasis erweitert und weil ich mich beeilen muss, denn es gibt plötzlich ein faszinierendes und riesiges Angebot.

    Das Internet gehört heute zum Alltag aller Generationen, es beeinflusst die Gesellschaft weltweit enorm. Ich kann mich da raus halten oder teilnehmen. Und, da ich längst nicht mehr berufstätig bin, habe ich alle Zeit der Welt.

  12. Vielen Dank für eure Kommentare! Hier ist noch eine Ergänzung aus einer Studie der Staatl. Uni in Florida (No elder left behind: Researchers say designers can help close tech gap):

    From booking airline tickets to seeking health care information, almost everything is easier, cheaper or faster online. Older adults who may be less mobile in particular stand to benefit from innovations such as online banking. But there is a sharp decline in Internet use after age 65, the researchers said, citing a 2007 Pew Tracking Survey that showed 85 percent of adults in 18-24, 25-34 and 35-44 age groups used the Internet. By contrast, only 39 percent of adults between 65 and 74, and 24 percent of adults between 75 and 84 were Internet users.

    Ich denke auch, wie Antje, dass die heutigen über 65jährigen unter lernen etwas anderes verstehen als die Jüngeren und man darf auch nicht vergessen, dass lebenslanges Lernen in einer Herrschaftsgesellschaft gar nicht erwünscht ist.
    Warum wollen denn Regierungen das Internet kontrollieren? Weil es die Bürger unabhängiger vom Staat macht (staatl. Zeitungen, TV, Schulen etc. aber auch die billige Veröffentlichung von eigenen Infos).

    Ich kann verstehen, Ria, dass du den Gang zum Briefkasten nicht missen möchtest, aber es wird bald nicht mehr finanzierbar sein.

    Die Senior/Innen, mit denen du zu tun hast, Chräcker, kommen aus einer anderen Zeit, vielen fehlt die Erfahrung und das Lerntraining, auch motorisch. In der deutschen Gesellschaft findet man auch nichts dabei, wenn alte Menschen “unbeweglich” werden, ja man erwartet es sogar von ihnen. In den USA ist das übrigens nicht ganz so. Alte fahren Auto, spielen Tennis oder gehen ins Fitnessstudio.

    Jetzt bin ich 58 und war 1997 zum ersten mal im WWW. Ich habe die Absicht noch 25-30 Jahre zu leben und weiß ganz genau, wenn ich mich nicht ständig auf dem Laufenden halte (nicht nur beim Anwenden, sondern auch im selbst erstellen), dann wird die Wissenslücke immer größer und die Lernkurve zum Aufholen immer steiler. Im Übrigen habe ich festgestellt, dass ich schneller lerne je älter ich werde, weil sich meine Wissensbasis erweitert und weil ich mich beeilen muss, denn es gibt plötzlich ein faszinierendes und riesiges Angebot.

    Das Internet gehört heute zum Alltag aller Generationen, es beeinflusst die Gesellschaft weltweit enorm. Ich kann mich da raus halten oder teilnehmen. Und, da ich längst nicht mehr berufstätig bin, habe ich alle Zeit der Welt.

  13. Pingback: Sylvia Egger

  14. Hallo Hannelore,

    ich denke, viele (auch Jüngere, die nicht mit Rechnern aufgewachsen sind) würden sich liebend gerne im Netz bewegen und die tollen Angebote nutzen, wenn sie
    a) eine kompetente, auf ihre Bedürfnisse zugeschnittene Einführung bekämen, u.a. konkrete Suche nach Seiten ihres Interesses und dann von dort weiter über Links etc., um die Informationsfülle und die Darstellungsmöglichkeiten zu lernen.
    b) wüßten, wie man mit auftauchenden Fehlermeldungen etc. umgeht. Sind sie wichtig? Kann man sie übersehen? Meinen sie auch das, was ich darin lese? Was mache ich, wenn ich keine der beiden Wahlmöglichkeiten annehmen will, weil ich Angst habe, etwas wird zerstört/installiert, was ich nicht will, es aber keine 3. Möglichkeit gibt, wieder ins “Davor” zu gelangen…
    c) jemanden zur Hand hätten, der ihnen preisgünstig, kompetent, verständlich und schnell hilft, wenn das Gerät kaputt geht, man etwas installieren muß, was man nicht kann oder woran man sich nicht traut, wenn mitten in der Arbeit das Teil abstürzt, hängen bleibt und man nicht weiß warum (“Ich hab doch gar nichts getan”)…
    d) auf Laien zugeschnittene Handbücher hätten, die nicht bereits den vollbrachten Bau eines Rechners voraussetzen und sich nicht der gängigen Computer-Techniksprache und Abkürzungen bedienen. Woher soll ich den Fachausdruck für mein Problem kennen? Man findet es nirgends, vielleicht durch Zufall, wenn man sich durch 200 S. des Buches gearbeitet hat, mal am Rande erwähnt, aber nicht, wie man es behebt.
    e) endlich schnelle Zugänge zum Netz hätten. Wenn man schon zum Emailabrufen elendig lange warten muß, gehst Du nicht unbedingt ins Internet, es sei denn Du kennst Dich aus und willst zähneknirschend nur das Notwendigste erledigen.

    etc.

    Viele Grüße
    Thoma

    • “jemanden zur Hand hätten, der ihnen preisgünstig, kompetent, verständlich und schnell hilft” – genau hier liegt die Chance, mit Dienstleistung von jedem Standort aus (remote) anderen zu helfen UND Geld zu verdienen. Die Kundschaft/Nachfrage ist da; wo sind die selbstbestimmten Menschen, die die Initiative ergreifen, sich per VHS und online selbst ausbilden und sich finanziell unabhängig machen? Gerade Leute, die von der Gesellschaft als “zu alt” für einen Arbeitsplatz eingestuft werden, finden im Web “Jobs”, die gibt es eigentlich gar nicht…

  15. Hallo Hannelore,

    ich denke, viele (auch Jüngere, die nicht mit Rechnern aufgewachsen sind) würden sich liebend gerne im Netz bewegen und die tollen Angebote nutzen, wenn sie
    a) eine kompetente, auf ihre Bedürfnisse zugeschnittene Einführung bekämen, u.a. konkrete Suche nach Seiten ihres Interesses und dann von dort weiter über Links etc., um die Informationsfülle und die Darstellungsmöglichkeiten zu lernen.
    b) wüßten, wie man mit auftauchenden Fehlermeldungen etc. umgeht. Sind sie wichtig? Kann man sie übersehen? Meinen sie auch das, was ich darin lese? Was mache ich, wenn ich keine der beiden Wahlmöglichkeiten annehmen will, weil ich Angst habe, etwas wird zerstört/installiert, was ich nicht will, es aber keine 3. Möglichkeit gibt, wieder ins “Davor” zu gelangen…
    c) jemanden zur Hand hätten, der ihnen preisgünstig, kompetent, verständlich und schnell hilft, wenn das Gerät kaputt geht, man etwas installieren muß, was man nicht kann oder woran man sich nicht traut, wenn mitten in der Arbeit das Teil abstürzt, hängen bleibt und man nicht weiß warum (“Ich hab doch gar nichts getan”)…
    d) auf Laien zugeschnittene Handbücher hätten, die nicht bereits den vollbrachten Bau eines Rechners voraussetzen und sich nicht der gängigen Computer-Techniksprache und Abkürzungen bedienen. Woher soll ich den Fachausdruck für mein Problem kennen? Man findet es nirgends, vielleicht durch Zufall, wenn man sich durch 200 S. des Buches gearbeitet hat, mal am Rande erwähnt, aber nicht, wie man es behebt.
    e) endlich schnelle Zugänge zum Netz hätten. Wenn man schon zum Emailabrufen elendig lange warten muß, gehst Du nicht unbedingt ins Internet, es sei denn Du kennst Dich aus und willst zähneknirschend nur das Notwendigste erledigen.

    etc.

    Viele Grüße
    Thoma

    • “jemanden zur Hand hätten, der ihnen preisgünstig, kompetent, verständlich und schnell hilft” – genau hier liegt die Chance, mit Dienstleistung von jedem Standort aus (remote) anderen zu helfen UND Geld zu verdienen. Die Kundschaft/Nachfrage ist da; wo sind die selbstbestimmten Menschen, die die Initiative ergreifen, sich per VHS und online selbst ausbilden und sich finanziell unabhängig machen? Gerade Leute, die von der Gesellschaft als “zu alt” für einen Arbeitsplatz eingestuft werden, finden im Web “Jobs”, die gibt es eigentlich gar nicht…

  16. …. eben bei den 70 + gibt es alle Varianten und der größte Teil ist auf den WWW- Zug nicht mehr aufgestiegen. Das ist noch verständlich und toleriere ich täglich beim 94jährigen Vater, der sonst an Allem interessiert ist.
    Gefährlich und unverantwortlich empfinde ich 50+ die sich auch noch was darauf einbilden, sich mit so einem Ding wie einem PC nicht abzugeben. 1991 wurde ich noch belächelt beim Neulingskampf mit Windows DOS “das ist doch nur für Sekretärinnen”, aber wer heute immer noch so denkt ist zeitlich völlig abgetreten. Also auf, um die Babyboomers zu bekehren nicht mit 80 dann vollends virtuell und real offline zu sein!

  17. …. eben bei den 70 + gibt es alle Varianten und der größte Teil ist auf den WWW- Zug nicht mehr aufgestiegen. Das ist noch verständlich und toleriere ich täglich beim 94jährigen Vater, der sonst an Allem interessiert ist.
    Gefährlich und unverantwortlich empfinde ich 50+ die sich auch noch was darauf einbilden, sich mit so einem Ding wie einem PC nicht abzugeben. 1991 wurde ich noch belächelt beim Neulingskampf mit Windows DOS “das ist doch nur für Sekretärinnen”, aber wer heute immer noch so denkt ist zeitlich völlig abgetreten. Also auf, um die Babyboomers zu bekehren nicht mit 80 dann vollends virtuell und real offline zu sein!

  18. Hallo alle miteinander

    Noch einen Nachtrag. Ich finde es ist nicht in jedem Fall eine Frage des Lernen-Wollens sondern auch des Lernen-Könnens oder klare, strikte Weigerung sich nicht allzu sehr, d.h. allzu oft mit dem Medium Computer auseinandersetzen zu müssen. Ich kenne Menschen die sind eher bildlich orientiert und können gar nicht so sehr sich mit dem Schreiben auseinandersetzen, wie andere. Wieder andere wollen bewusst auf die Technik weitesgehend verzichten. Auch das kann ich nachvollziehen, dies weil ich die vielen sinnlichen Möglichkeiten in unserer technisierten Welt vermisse, sicher nicht zuletzt weil der Compi dies verunmöglicht und alles nur noch virtuell sein soll. Dies finde ich ganz klar ein Verlust an authenthischem Leben. Wohlverstanden ich selber bin begeisterte Web-Userin, halte aber Mass.
    Gruss. Ria

    • “klare, strikte Weigerung sich nicht allzu sehr, d.h. allzu oft mit dem Medium Computer auseinandersetzen zu müssen” – das hieße, sich der Gegenwart und damit dem Leben als soziales Wesen zu verweigern.

      “die vielen sinnlichen Möglichkeiten in unserer technisierten Welt vermisse, sicher nicht zuletzt weil der Compi dies verunmöglicht” – für mich ist ganz genau das Gegenteil der Fall. Ich wurde in meinen ganzen Lebensjahren nicht mit so viel Sinnlichkeit, wie im Internet konfrontiert. Ich sehe Bilder, Grafiken und bewegte Kunst aller Richtungen, wie sie die Museen einer Großstadt nie anbieten können. Das gleiche gilt für das Hören von Kompositionen, die meine Sinne akustisch ernähren; weit über die Kapazitäten einer eigenen CD-Sammlung hinaus.

      Ich habe ein Jahr lang online-Kurse besucht, um selber computergenerierte 3D-Grafik zu erstellen. Das macht hight!
      Für Augen und Ohren ist das Internet ein Schlaraffenland.
      Von dem energetisch-sinnlichen Austausch mit interessanten Menschen, denen ich ja sonst nie begegnen würde, ganz zu schweigen…

      Sinnlichkeit kann virtuell ungehindert fließen, wogegen in der Materie immer Reibungsverluste in Kauf genommen werden müssen.

  19. Hallo alle miteinander

    Noch einen Nachtrag. Ich finde es ist nicht in jedem Fall eine Frage des Lernen-Wollens sondern auch des Lernen-Könnens oder klare, strikte Weigerung sich nicht allzu sehr, d.h. allzu oft mit dem Medium Computer auseinandersetzen zu müssen. Ich kenne Menschen die sind eher bildlich orientiert und können gar nicht so sehr sich mit dem Schreiben auseinandersetzen, wie andere. Wieder andere wollen bewusst auf die Technik weitesgehend verzichten. Auch das kann ich nachvollziehen, dies weil ich die vielen sinnlichen Möglichkeiten in unserer technisierten Welt vermisse, sicher nicht zuletzt weil der Compi dies verunmöglicht und alles nur noch virtuell sein soll. Dies finde ich ganz klar ein Verlust an authenthischem Leben. Wohlverstanden ich selber bin begeisterte Web-Userin, halte aber Mass.
    Gruss. Ria

    • “klare, strikte Weigerung sich nicht allzu sehr, d.h. allzu oft mit dem Medium Computer auseinandersetzen zu müssen” – das hieße, sich der Gegenwart und damit dem Leben als soziales Wesen zu verweigern.

      “die vielen sinnlichen Möglichkeiten in unserer technisierten Welt vermisse, sicher nicht zuletzt weil der Compi dies verunmöglicht” – für mich ist ganz genau das Gegenteil der Fall. Ich wurde in meinen ganzen Lebensjahren nicht mit so viel Sinnlichkeit, wie im Internet konfrontiert. Ich sehe Bilder, Grafiken und bewegte Kunst aller Richtungen, wie sie die Museen einer Großstadt nie anbieten können. Das gleiche gilt für das Hören von Kompositionen, die meine Sinne akustisch ernähren; weit über die Kapazitäten einer eigenen CD-Sammlung hinaus.

      Ich habe ein Jahr lang online-Kurse besucht, um selber computergenerierte 3D-Grafik zu erstellen. Das macht hight!
      Für Augen und Ohren ist das Internet ein Schlaraffenland.
      Von dem energetisch-sinnlichen Austausch mit interessanten Menschen, denen ich ja sonst nie begegnen würde, ganz zu schweigen…

      Sinnlichkeit kann virtuell ungehindert fließen, wogegen in der Materie immer Reibungsverluste in Kauf genommen werden müssen.

  20. Hallo, ich kann mich Ria nur anschließen. Ich selbst war von 1983 bis 2003 im IT Bereich tätig und habe dies auch gelehrt. Ich wurde zu Beginn dieser Laufbahn über mehrere Jahre nicht verstanden und deshalb ein wenig ausgegrenzt. Ich kenne die Zeiten ohne Computer und bin heute der Meinung, das der Compi als Hilfsmittel seine Berechtigung hat, aber mehr auch nicht. Und es sollte kein Mensch genötigt werden dieses Hilfsmittel zu Nutzen. (Dies schafft auch Arbeitplätze!)

    Gruss Detlef

    • “der Compi als Hilfsmittel seine Berechtigung hat, aber mehr auch nicht” – na ja, eine Waschmaschine hat auch ihre Berechtigung… ältere und alte Menschen wollen darauf nicht verzichten, gerade die nicht.

      Aber ich habe bei einigen Kommentaren den Eindruck, dass vergessen wird, dass das Internet in Form des Web 2.0 zu einem Kommunikationsinstrument und sozialem Begegnungszentrum geworden ist. Unbeabsichtigt äußerst hilfreich für alte und weniger bewegliche Leute.

      Und Detlef, nötigen kann man ja sowieso niemanden.

  21. Hallo, ich kann mich Ria nur anschließen. Ich selbst war von 1983 bis 2003 im IT Bereich tätig und habe dies auch gelehrt. Ich wurde zu Beginn dieser Laufbahn über mehrere Jahre nicht verstanden und deshalb ein wenig ausgegrenzt. Ich kenne die Zeiten ohne Computer und bin heute der Meinung, das der Compi als Hilfsmittel seine Berechtigung hat, aber mehr auch nicht. Und es sollte kein Mensch genötigt werden dieses Hilfsmittel zu Nutzen. (Dies schafft auch Arbeitplätze!)

    Gruss Detlef

    • “der Compi als Hilfsmittel seine Berechtigung hat, aber mehr auch nicht” – na ja, eine Waschmaschine hat auch ihre Berechtigung… ältere und alte Menschen wollen darauf nicht verzichten, gerade die nicht.

      Aber ich habe bei einigen Kommentaren den Eindruck, dass vergessen wird, dass das Internet in Form des Web 2.0 zu einem Kommunikationsinstrument und sozialem Begegnungszentrum geworden ist. Unbeabsichtigt äußerst hilfreich für alte und weniger bewegliche Leute.

      Und Detlef, nötigen kann man ja sowieso niemanden.

  22. Pingback: Michael Stein

  23. Eigentl.  müsste die ältere Generation sogar besser klarkommen, da die Technologie ja mit Ihnen entwickelt wurde. Bankkarten gibts nicht erst seit 5 Jahren oder zb Handys…sowie Computer viele dieser Menschen wollen es einfach nicht.Das Internet entwickelt sich auch schon seit 20Jahren.ZB Handys zu bedienen ist ganz Simpel.Testgruppe meine Eltetrn(ca 55 im Schnitt) meine Mutter lernt und kommt mit dem Handy klar. Mein Vater will es einfach nicht.
    Unter dem Strich hängt es davon ab, wie Lernbereit die Menschen sind.