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Transformations-Blog

Wem gehört das Wissen?

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Wem gehört das Wissen?

Seit Menschengedenken bringen Künstler, Wissenschaftler, Erfinder und andere Kreative Neues, Originelles und Wertvolles in die Welt.

Oft bedienen sich diese Menschen der Schöpfung anderer und verwenden diese als Ausgang für neue schöpferische Arbeit. Wem “gehören” diese Schöpfungen?

Disney bedient sich der Märchen der Gebrüder Grimm und machte daraus weltberühmte Zeichentrickfilme wie Snow White and the Seven Dwarfs. Steamboat Willie, der erste Film mit Mickey Mouse ist eine Parodie auf Buster Keatons Film Steamboat Bill Jr.

Heute sind es Musikkünstler, die es schaffen zwei verschiedene Werke in eines zu transformieren und sich dabei in der künstlerischen Abteilung ihrer Kollegen bedienen.

Das Internet bietet uns eine Fülle von Informationen und Kommunikationskanälen, wie es sie in der Geschichte bisher nicht gab. Die Einschränkungen steigen damit aber ebenfalls. Auch die gesetzlichen Bestimmungen sind in einer Form, wie es sie bisher nicht gab. Daraus formt sich mehr und mehr Widerstand in Communities.

Lawrence Lessig

Lawrence Lessig (Stanford Univ.) geht es um die Erhaltung des freien Zugangs des Gemeinguts, den Commons (Ressourcen die wir gemeinsam nützen, Himmel, Wasser, Natur, Kultur, Wissen, Open Source Software, …). Die Marktwirtschaft privatisiert das alles mehr und mehr, es braucht seiner Meinung nach also eine Gegenströmung, die Creative Commons. Wie er zu dieser Meinung gelangt ist und was sie ihm bedeutet findet sich in seinem Buch Freie Kultur (online, creative-commons-Lizenz).

Creative Commons

Bisher brauchte man eine Erlaubnis bevor man Kultur verändern und kreativ nutzen durfte! Creative Commons will das ändern. Urheber sollen auf einfache und klar geregelte Weise Zugriff auf ihre Werke geben.

Auch Lessig meint, dass das Urheberrecht immer weiter ausgedehnt wurde, warum?

Internet Archive

Das gesamte menschliche Wissen frei zur Verfügung stellen will Brewster Kahle. Er bietet Storage & Bandwidth forever! Brewster meint, Bibliotheken hätten ja den gleichen Anspruch, alles Wissen (in Buchform) den Menschen frei zur Verfügung zu stellen. Doch was ist mit unserem 21. Jahrhundert? Die großartigsten Werke der Menschheit finden wir dort (nämlich im Cyberspace) im Moment noch nicht. Wir müssen das also, meint Brewster, frei zur Verfügung stellen! Hier kommt sein Internet Archive ins Spiel.

Leider geht der allgemeine Trend in die andere Richtung! DRM ist ein Desaster!, meint er und verweist stolz auf sein Filmarchiv, als Beispiel, wie es anders gehen könnte.

Weitere Projekte

Die BBC will allen die Interesse daran haben ihre Dokumentationen, Fotos und Filme im Internet im Creative Archive frei zur Verfügung stellen.

Wikipedia, die große freie Enzyklopädie des Internets, bedient sich des Konzepts des freien Inhalts, dem sogenannten Copyleft.

Google Books hat den Ehrgeiz alle Bücher der Welt zu digitalisieren und, sofern es die Autoren zulassen, der Allgemeinheit zur Verfügung zu stellen.

Was meint ihr, sind wir schon soweit, die Informationen, die wir persönlich suchen, kostenlos zu finden und kreativ weiter zu verarbeiten?

[Artikel update: Mai 2010]

Autor: Hannelore Vonier

Kulturkritikerin mit dem leidenschaftlichen Drang, die destruktiven Kräfte in unserer Gesellschaft bekannt zu machen und Lösungen aufzuzeigen. Mehr über mich.

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