Wie ich energievoll lebe (und blogge) h

Wie ich energievoll lebe (und blogge)

von Hannelore Vonier

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Gibt es ein deutsches  Blogsterben? Oder kommt es manchen nur so vor? Zumindest werden Aufrufe gestartet, die “Blogosphäre” wieder zu beleben. Details bei Claudia Klinger.

Ich bin selbst betroffen und habe seit 6 Monaten nichts mehr gebloggt, weil ich persönliche Aufgaben zu erledigen habe und eine längere Auszeit brauche. Keine Ahnung, wie lang.

Überraschend für mich ist, dass die Besucherzahlen nicht sinken und die Abonnements sogar steigen.

Warum? Meine Beiträge sind zeitlos, selbst solche, die als Aufhänger etwa die Fussball-EM von 2008 oder den Amoklauf von Winnenden haben.
Sie werden weiterhin aufgerufen.

Mir ging der Gedanke durch den Kopf, das Datum im Post und im Kommentar zu entfernen, weil die Leute anfangen sich zu entschuldigen, dass sie so spät in die Diskussion einsteigen.
(Ein Blog ohne Datum – ist das überhaupt ein Blog?)

Claudia schlägt vor, ein Blog lieber zu löschen, als es vor sich hin dümpeln zu lassen.

Ich lese z.B. englische Blogs wie problogger oder coppyblogger, auch einige deutsche, wo die alten Archivposts nach wie vor gültig sind. Dafür hat ein Blog ja ein Archiv.

Möglicherweise verlieren die Blogger/innen die Lust am schreiben, die wenig Eigenes, Grundsätzliches, Neues, bloggen und stattdessen die Leute aus den Holzmedien nachmachen und glauben ständig aktuelle Nachrichten bringen zu müssen.
Auf vielen Blogs kann man den Eigensinn des Bloggers nicht erkennen, keine Leidenschaft, keine Inspiration für die Lesenden, kein ‘value’. Claudia schreibt an einem “richtigen”, also aufwändigem Artikel um die 2 Stunden. Das geht mir genauso. Mit Recherchen dauert es oft aber viel länger.

Qualität vor Quantität

Claudia schreibt:

… ich hab’ keine Lust, es [mein Blog] im Stil eines “angesagten” rund-ums-Internet-Blogs ständig mit irgendwelchen aktuellen Inhalten zu füllen. Nur sehr gelegentlich kommt ein “richtiger” Artikel, was alleine für ein Blog nicht reicht – jedenfalls nicht dazu, in den RSS-Readern zu bleiben und eine gewisse Leserschaft kontinuierlich zu binden.

Meines Erachtens ist genau das Gegenteil der Fall.

Erstens, nur “richtige” Artikel binden die Lesenden und zweitens ist weniger mehr.  Ich lese schon lange keinen Reader mehr, weil selbst die Blogs, deren Themen und Autoren mich interessieren, immer wieder Mittelmäßiges schreiben, weil sie wohl meinen, es ist wieder mal an der Zeit was zu publizieren…

Ich glaube nicht, dass es gültige Regeln fürs Bloggen gibt, sondern nur eine bestimmte Einstellung; die Grundhaltung im Web 2.0 ist:

Wir sind eine Gemeinschaft, von der ich ein Teil bin, und weil ich es mag in guter Gesellschaft zu sein, tue ich alles in meiner Macht stehende, um diese Gemeinschaft so zu gestalten, dass ich mich wohl mit den anderen fühle und sie sich mit mir.

Wenn man das verstanden hat und umsetzt, wird man überrascht sein, über die Resonanz und die Fülle, die da zurück kommen. Kalkulierbar ist das nicht. Oder gerade doch?

Claudia schreibt weiter:

Es ist schließlich nicht mehr neu und “hipp”, zu bloggen – also musst du eine Antwort haben auf die Frage: Was bringt mir das? Gibt es diese Antwort nicht, hörst du eben auf!

Ich glaube auch nicht, dass irgend jemand eine Antwort auf die Frage “Was bringt mir das?” haben kann. Ob wir eine Reise antreten, mit einem Partner zusammen ziehen oder zu bloggen beginnen, wir können nicht wissen, was uns das bringt. Ganz einfach, weil die meisten Menschen nicht gut darin sind, in die Zukunft zu schauen. Ich kann es sogar überhaupt nicht.

Die Frage ist auch gar nicht so wichtig, wichtig ist die Antwort. Und wenn du keine hast, dann höre nicht auf, sondern finde sie.

Wo? In dir selbst natürlich.

Hier ist eine Übung von Fred Dodson, die nicht nur für Blogger wertvoll ist, sondern für alle:

Die persönliche Energieliste

Nimm jetzt ein leeres Blatt Papier zur Hand, wo du schon mal da bist, und schreibe die Dinge auf, die dich persönlich…

…interessieren,

…faszinieren,

…begeistern,

…die du bewunderst,

…die du schätzt,

…die du schön findest,

…die du genial findest,

…bei denen du Enthusiasmus spürst,

…nach denen du dich sehnst,

…die eine sanfte oder starke Euphorie in dir auslösen.

Auf dieser deiner “Energie-Liste” können Orte, Menschen, Ziele, Wünsche, die Natur, Künstler, Farben, Filme, Bücher, Kulturen, Lehrer, Szenarien, Situationen, Erinnerungen, Vorstellungen sein.

Es können Themen wie Beruf, Geld, Gesundheit, Körper, Liebe, Sex, Spiritualität, Politik, Kulturelles, Mode, Musik, Science-Fiction, Geschichte, Natur, Architektur, Phantasie, Emotionen, Weltbilder, Organisation oder sonst was sein.

Schreibe geduldig, achtsam und bewusst, denn diese Liste reflektiert die Sehnsucht deiner Seele. Während des Schreibens kann es wirklich nichts Wichtigeres geben.

Tue das bitte jetzt, bevor du weiter liest, denn die Antworten, die du im Leben suchst, liegen nicht “irgendwo weiter unten im Text”, nicht im nächsten Buch, nirgendwo in der Außenwelt, sondern in dir. Diese Antworten sind bereits auf der Liste enthalten!

Die Energie, die Realität erschafft – das “Leuchten” -, wird mit Begriffen wie “Enthusiasmus”, “Wertschätzung” oder “Euphorie” am besten umschrieben.

Willst du im Leben irgendetwas von Wert erleben oder etwas Grundlegendes über dich selbst herausfinden, wirst du lernen müssen, diesen emotionalen Zuständen wiederholt nachzugehen, sie herzustellen, anzuschauen (wie du es gerade mit der Liste gemacht hast) und das zentrale Gefühl an sich auf die von dir erwünschten Realitäten zu übertragen.

Die persönliche Liste, die du soeben erstellt hast, ist wichtiger als jedes Buch, da sie mentale Konzepte enthält, die aus dir selbst kommen statt aus zweiter Hand.

Heilung

Du findest nicht nur Antworten in solchen euphorischen Zuständen, zusätzlich dient diese sehr hohe emotionale Schwingungsfrequenz auch der Heilung von Krankheiten, der Auflösung von Problemen, dem Kontakt zu dem, was viele als “Höheres Selbst” bezeichnen, der Entdeckung von “Wer du wirklich bist” und einer Reihe anderer Erfahrungen von hoher Qualität.

  • Wie schwer ist es doch, krank zu sein, während du dich in einem Zustand von Begeisterung über eine Arbeit (Arbeitsrausch) befindest.
  • Wie schwer ist es, sich mit jemandem zu streiten, dem/der gegenüber man starke Wertschätzung empfindet.
  • Wie leicht ist es, etwas zu lernen, wenn man wirklich am Thema interessiert ist.
  • Wie viel Spaß kann es machen, “diszipliniert” zu sein, wenn eine Sache tatsächlich fasziniert.

Ein eigenes Leben bedeutet eigene Energien zu mobilisieren

An Claudias “richtigen” Artikeln spüre ich ihren Enthusiasmus für das Thema. Ich lese sie gerne, obwohl ich häufig nicht mit ihr übereinstimme. Denn ihre Ideen und Gedanken inspirieren mich (wie jetzt zu diesem Blog). Bringen mich zum Nachdenken. Kitzeln Neues aus mir heraus.

Es ist nicht wichtig, ob jemand meiner Meinung ist oder nicht. Sondern ob ich ihn oder sie wertschätze, weil sie Zeit und Energie in ihre Arbeit steckt und das Ergebnis demgemäß ausfällt.

*

Wie immer, ist dieser Beitrag für alle, nicht nur für Blogger, die ich als Beispiel herangezogen habe. Trotzdem ein kleiner Leckerbissen für blog-müde Blogger: How to Breathe Life Back into Your Blog

*

UPDATE - Auf Mashable gefunden:  Lifecaster, blogger, and über web geek, Chris Pirillo [@chrispirillo] says that more and more bloggers are tweeting instead of blogging. Pirillo believes that Twitter offers pithy bloggers the opportunity to save the “time and energy poured into long-from blog posts, and instead find a way to say the same thing in 140 characters.”

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