“Zeig mir wie du wohnst und ich sag’ dir, wer du bist” – so könnte der Spruch lauten, wenn wir Menschen verschiedener Geisteshaltungen betrachten.
In unserem Gesellschaftssystem ist es klar: Wir leben in Mini-Einheiten, haben keinen Platz für ein schönes großes Fest mit Musik und Tanz, schon gar nicht im Winter, Kinder haben selten Raum zur Bewegung, wir bauen nicht naturnah und schließen unsere Einheit ab, damit niemand aus und eingeht, der/die nicht “dazu gehört”. Anders bei den Tojolabales:
Einfügung der Bauten in die Natur
Die unauffällige Art ihrer Bauten lässt sie aus der Natur nicht hervorstechen, sondern gliedert sie in eben diese Natur mit ein. Sie werden aus den Materialien errichtet, die die Natur zur Verfügung stellt.
So haben die Häuser auch keine undurchdringlichen Wände, die die Natur oder andere Menschen ausschließen. Fenster haben die Häuser ebenfalls nicht, aber die grob gefertigten Bretter lassen genug Luft und Licht herein, um die Bewohner stets mit der Natur zu verbinden. Die Hausbewohner fühlen, riechen, hören und sehen die eben darum hautnahe Natur.
“Demokratie” in architektonischer Kunst
Während bei uns “Spezialisten” Häuser entwerfen, die in Arbeitsteilung gebaut werden, und daher nie aus einem Guss sind, zeigt sich bei den Tojolabales der für indigene Gemeinschaften typische Sinn für Integration:
- Alle Männer sind in der Lage Häuser zu bauen und am Hausbau der Dorfnachbarn teilnehmen
- Jüngere nehmen von klein auf teil und lernen wie es geht durch eigene Erfahrung
- Diese Kunst ist allen in ihrer Herstellung und Ausführung zugänglich
- Das verhindert Spezialisierung und entfremdende Arbeitsteilung
- fördert jedoch die allgemein verbreitete Teilnahme an Kunstwerken, die allen dienen und nützlich sind
Dieses Beispiel ist eine Baukunst der Armen, aber sie spiegelt ihre egalitäre Geisteshaltung und die lässt sich auch auf materiell reichere Gesellschaften anwenden.
Dies ist nur ein Ausschnitt über Besonderheiten der Tojolabales-Architektur, zu der auch Erdbebensicherheit gehört; mehr unter “Demokratie und Kunst in der Architektur der Tojolabales“.









