Kürzlich erwähnte ich in einem Beitrag (über’s Teilen und Privatheit), dass man sich bei afrikanischen Stämmen morgens vor den Häusern bzw. Hütten trifft und sich als erstes gegenseitig die Träume erzählt. Dieses Merkmal habe ich in einem Fachbuch über die Dagara, Westafrika gelesen.
Heute begegne ich erneut einem Hinweis auf das Mitteilen von Träumen, aber der bezieht sich auf einen Stamm in einer ganz anderen Weltgegend, im Amazonasgebiet. In der Programm-Beschreibung über einen Dokumentarfilm im Fernsehen wurde dieses kleine Merkmal aus dem Alltagsleben der Zapara angesporchen.
Solche Informationen geben mir besseren Einblick in die Lebensweise matriarchaler Ethnien als die ganze “moderne Matriarchatsforschung” zusammen, denn sie sind ohne ideologische Färbung. Quasi “ahnungslos” ganz nebenbei erwähnt; ohne nach etwas zu suchen, von dem man schon vorher weiß, dass man es finden will.
Was zweimal in zeitlichen Abständen und in ganz anderen Medien auftaucht und zudem noch an entlegenen Plätzen, legt Nahe, dass es sich um etwas Universales handelt.
Es führt mich zu der Frage: Welche Konsequenzen hat es für eine Gemeinschaft, wenn sich deren Mitglieder jeden morgen über ihre Träume austauschen?
Vielleicht bringt uns der Film der Antwort näher. Hier die Beschreibung:
Gerne spricht man von der “grünen Lunge” der Welt, wenn man an Amazonien denkt – das Gebiet rund um den riesigen Amazonas-Strom.
Die grüne Lunge? “Wir kämpfen doch allein gegen alle”, sagt Marlon Santi, ein Quechua-Indianer aus Ecuador. 1500 Kilogramm Sprengstoff sindvon den Ölfirmen rund um Sarayacu vergraben worden. Ein paar hundert Kilometer weiter nordöstlich ist der Urwald schon kontaminiert – im Gebiet vom Lago Agrio wird seit vierzig Jahren Öl gefördert.
Ecuador ist mittlerweile zum viertgrößten Erdöl-Exporteur Lateinamerikas aufgestiegen. In 45 Millionen Hektar großen Naturschutzgebieten mitten im Regenwald haben sich internationale Ölfirmen eingenistet und fördern den kostbaren Rohstoff.
“Weine nicht um den Amazonas, du tankst Texaco” steht als Graffiti an den Hauswänden in der Hauptstadt Quito – die Ölförderung zieht verheerende Umweltschäden nach sich, doch Ölfirmen wie Texaco weigern sich bislang, diese Schäden zu beseitigen.
In diesem Teil des Regenwaldes stellt sich Endzeitstimmung ein – das Grundwasser kontaminiert, die Hälfte aller Flüsse verseucht, die Krankheiten bei der Bevölkerung sprunghaft angestiegen.
Aber man erlebt sie doch noch, traumhafte Begegnungen im Regenwald – etwa bei dem Volk der Zapara. Früh morgens setzen sie sich vor ihren Hütten zusammen und erzählen sich ihre Träume. Dazu trinken sie Chicha, ein leichtes Maniok-Bier, und deuten ihre nächtlichen Visionen.
Wer nicht träumen kann, sagen die Zaparas, kann auch nicht gut durch den Tag gehen.
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Sonntag, 13. April – 21:00-21:45, PHOENIX – Wiederholungen: Fr, 18. Apr 19:15, Sa – 19. Apr 12:00 – So, 20. Apr 7:30 – So, 20. April 18:00 bei PHOENIX.
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Zum weiter lesen:
Seventh Generation Fund for Indian Development, Inc.
“In every deliberation, we must consider the impact on the seventh generation.”
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