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Transformationsblog

Was ist das patriarchale Paradigma?

Kürzlich hatte ich ein Gespräch über den Begriff Paradigma, den ich verschiedentlich auf meinen Seiten verwende. Manchen ist nicht klar, was „patriarchales Paradigma“ bedeutet und wie wir selbst in einem Paradigma „gefangen“ sind.

Zum Begriff Paradigma:

Unter einem Paradigma versteht man ein Muster, Beispiel, Vorbild, Modell, eine Klasse, eine wissenschaftliche Richtung.
In der Linguistik etwa wird die Art wie Nomina dekliniert und Verben konjugiert werden, also der gesamte Formenbestand, den ein Wort haben kann, als das Paradigma dieses Wortes bezeichnet.

Auf wissenschaftsgeschichtliche Fragestellungen bezogen meint Paradigma eine zu einer bestimmten Zeit vorherrschende erkenntnisleitende Orientierung oder Forschungsmethode (z.B. das kopernikanische System).
Oder: wir verwenden den Sonnenkalender zur Zeitmessung, in anderen (z.B. arabischen) Kulturen richtet man sich nach dem Mondkalender. Das heißt: der Sonnenkalender ist unserem Paradigma immanent (innewohnend).

Es ist die Kenntnis, Erkenntnis- und Wissens“glocke“ in der wir uns als Gruppe befinden, ein Netzwerk der Umgangsformen.

Salopp gesagt: Innerhalb eines Paradigmas werden dessen Elemente als normal und selbstverständlich empfunden.

Tradiert wird ein Paradigma – vereinfacht ausgedrückt – über Sprach-Konversationen (Verbalisierung + Gestik, Mimik), die mit dem Gefühlsbereich gekoppelt sind. Kleine Kinder erlernen die Gegebenheiten ihres Paradigmas, tragen sie gleichzeitig weiter und manifestieren sie damit. Ein Paradigma ist ein Selbstläufer, solange es funktioniert.

Beschreibung des patriarchalen Paradigmas:

Alle Aspekte des Lebens in den Industrieländern sind geprägt durch das „patriarchale Netzwerk der Umgangsformen“ – Patriarchat genannt.
Dieses Netzwerk patriarchaler Konversationen offenbart sich in einem Lebensstil wo

  • Kampf,
  • Wettbewerb,
  • Hierarchie,
  • Gewalt und Zwang,
  • Macht,
  • Wachstum,
  • Fortschritt,
  • Kontrolle natürlicher Ressourcen,
  • Kontrolle und Beherrschung anderer durch die Inbesitznahme von Wahrheit,

charakteristisch sind.

Wettbewerb und Kampf Wollen wir beispielsweise etwas gegen soziale Ungerechtigkeit unternehmen, sprechen wir vom ‚Kampf gegen Armut und Ausbeutung’.

Möchten wir eine saubere Umgebung, kämpfen wir gegen die Umweltverschmutzung.

Wir kämpfen gegen den Krieg, Männer für eine Beförderung, Frauen für gleiche Behandlung, Kinder für bessere Noten, Alte für mehr Rente, Teenager um Anerkennung … Alle scheinen zu glauben, dass sämtliche Handlungen, die alltäglichen und die besonderen, den Einsatz von Gewalt erfordern.

Wir sind besessen von der Idee der Kontrolle – kontrollieren uns und unser Verhalten, unser Gewicht, unsere Gesundheit, wie unseren Kontostand; kontrollieren andere und deren Handlungsweisen mit der gleichen Selbstverständlichkeit, und ebenso unsere Kinder.

Wir wollen die Natur auf diesem Planeten kontrollieren und versuchen es mittlerweile auch mit dem Universum.

Abgrenzen mit GewaltBesitzen ist fundamental im patriarchalen Paradigma.

Wir leben mit Besitztum als Ausgangspunkt für alles Weitere, als wäre es legitim, die Bewegungsfreiheit anderer einzuschränken, während wir für uns selbst das Recht auf freie Entfaltung und Aktion beanspruchen.

Wir leben so, als hätten wir Besitzrechte an Naturschätzen, Anschauungen und Ideen, oder der Wahrheit. Der Ausdruck „geistiges Eigentum“ spricht für sich.

Im patriarchalen Paradigma misstrauen wir der Selbstbestimmung anderer Individuen, besonders der von Kindern, Alten oder Kranken.

Wir nehmen uns ständig das Recht heraus, für andere zu entscheiden, was für sie richtig oder falsch ist. Das ist ein unentwegter Versuch, andere zu kontrollieren und läuft auf „alle kontrollieren alle“ hinaus. So erhält sich das System von selbst.

Die hierarchischen Strukturen, in denen wir leben, tun noch ein Übriges dazu:
Wir verlangen Gehorsam voneinander und behaupten, dass Ordnung ohne Autorität und Fügsamkeit nicht möglich sei.
Wir bauen alle unsere Beziehungen auf zwei Kriterien auf: Überlegenheit oder Unterlegenheit.


Autor: Hannelore Vonier

Bloggerin mit dem leidenschaftlichen Drang, die destruktiven Kräfte in unserer Gesellschaft bekannt zu machen und Lösungen aufzuzeigen. Mehr über mich und diesen Blog.

25 Kommentare

  1. Schlimm ist, dass ich patriarchal handle, sogar denke und es erst merke, wenn überhaupt, wenn ich anecke.

  2. Schlimm ist, dass ich patriarchal handle, sogar denke und es erst merke, wenn überhaupt, wenn ich anecke.

  3. Schlimm ist, dass ich patriarchal handle, sogar denke und es erst merke, wenn überhaupt, wenn ich anecke.

  4. Ein guter Ansatz ist, sich moeglichst nicht mit dem patriarchalischen System zu identifizieren. Dazu gehoert, an moeglichst nichts teilnehmen was das System unterstuetzt. Passiver Widerstand bietet keine Angriffsflaeche alles andere erzeugt Polaritaet. Duale Systeme sind patriarchalischer Natur in Gedanken und Gefuehlen. Alles was zaehlt ist, dass du ein liebendes Wesen wirst, alles andere ist Illusion.
    liebe Gruesse
    e.g.r.

  5. Ein guter Ansatz ist, sich moeglichst nicht mit dem patriarchalischen System zu identifizieren. Dazu gehoert, an moeglichst nichts teilnehmen was das System unterstuetzt. Passiver Widerstand bietet keine Angriffsflaeche alles andere erzeugt Polaritaet. Duale Systeme sind patriarchalischer Natur in Gedanken und Gefuehlen. Alles was zaehlt ist, dass du ein liebendes Wesen wirst, alles andere ist Illusion.
    liebe Gruesse
    e.g.r.

  6. Ein guter Ansatz ist, sich moeglichst nicht mit dem patriarchalischen System zu identifizieren. Dazu gehoert, an moeglichst nichts teilnehmen was das System unterstuetzt. Passiver Widerstand bietet keine Angriffsflaeche alles andere erzeugt Polaritaet. Duale Systeme sind patriarchalischer Natur in Gedanken und Gefuehlen. Alles was zaehlt ist, dass du ein liebendes Wesen wirst, alles andere ist Illusion.
    liebe Gruesse
    e.g.r.

  7. Das patriarchale Paradigma kann nachhaltig nur durch die weltweite Förderung der Gleichberechtigung der Frau überwunden werden, sofern die Frau dabei bereit sind ihre spezifisch weiblichen (matriarchalen) Verhaltensweisen einzubringen. Unter der gegenwärtig praktizierten sogenannten „Gleichstellung“ der Frau hat sich diese den männlich-patriarchalen Denk- und Verhaltensweisen zu unterwerfen. Genau das gilt es zu durchbrechen.
    Auch im Bereich der Sexualität kann die Frau zur Überwindung des patriarchalen Paradigmas beitragen, indem sie sich konsequent zur selbtbestimmten sexuellen Autonomie bekennt.

  8. Das patriarchale Paradigma kann nachhaltig nur durch die weltweite Förderung der Gleichberechtigung der Frau überwunden werden, sofern die Frau dabei bereit sind ihre spezifisch weiblichen (matriarchalen) Verhaltensweisen einzubringen. Unter der gegenwärtig praktizierten sogenannten „Gleichstellung“ der Frau hat sich diese den männlich-patriarchalen Denk- und Verhaltensweisen zu unterwerfen. Genau das gilt es zu durchbrechen.
    Auch im Bereich der Sexualität kann die Frau zur Überwindung des patriarchalen Paradigmas beitragen, indem sie sich konsequent zur selbtbestimmten sexuellen Autonomie bekennt.

  9. Das patriarchale Paradigma kann nachhaltig nur durch die weltweite Förderung der Gleichberechtigung der Frau überwunden werden, sofern die Frau dabei bereit sind ihre spezifisch weiblichen (matriarchalen) Verhaltensweisen einzubringen. Unter der gegenwärtig praktizierten sogenannten „Gleichstellung“ der Frau hat sich diese den männlich-patriarchalen Denk- und Verhaltensweisen zu unterwerfen. Genau das gilt es zu durchbrechen.
    Auch im Bereich der Sexualität kann die Frau zur Überwindung des patriarchalen Paradigmas beitragen, indem sie sich konsequent zur selbtbestimmten sexuellen Autonomie bekennt.

  10. @Thys: Es geht in dem Fall wirklich nicht um die Frau oder ihre Gleichberechtigung. Unsere, um es in deinen Worten zu fassen „gegenwärtig praktizierte sogenannte Gleichstellung“ zwingt der Frau nicht mehr patriachale Züge auf, als es einem Mann tun würde. Du übersiehst, das der momentane Patriachats Zustand auch unnatürlich für den Mann einer matriachalen Gesellschaft wäre – Ich denke nicht, das man hier in so einer grundsätzlichen Frage bereits einen Unterschied zwischen Frauen und Männern tun sollte; zudem Frauen sicher nicht „matriachal“ erzogen werden in einer rein patriachalen Gesellschaft. Das ist irgendwie illusorisch (So in die Richtung „Das Richtige geschieht, wenn die Menschen das Richtige tun!“, also eben tautologisch – Wenn wir Menschen matriachal erziehen (und nicht nur Frauen), sind wir auf dem Weg ins Matriachat. Daraus lernen wir leider: Nichts.)

    Das Hauptproblem ist die Immanenz aller Strukturen. Mal abgesehen davon, dass ein unheimlich großer Teil der Bevölkerung nie etwas von irgendwelchen matriachalen Völkern gehört hat („Irgendwelche Wilde? So mit Voodoo?“) und dementsprechend das Patriachat als unüberwindbaren Normalzustand ansehen, was eine Änderung praktisch unmöglich macht, liegt das Problem auch noch sehr viel tiefer. Selbst wir, die wir, sagen wir mal, einigermaßen informiert sind und überzeugt davon sind, dass es auch besser gehen könnte, können uns unmöglich als Individuum aus dem System lösen. Kurzer Selbsttest: Schonmal versucht, ohne Zeit (also, genau Uhrzeit) zu leben? Das entspricht einer vollständigen Isolation aus unserer Gesellschaft.
    Nein, eine Überwindung dieses Paradigmas ist für eine geraume Zeit nicht in Aussicht zu stellen – Es gibt ja nicht einmal Ansätze, wie man das theoretisch angehen sollte, außer wieder wie so oft, das allgemeine Volk zu bilden, aufzuklären. Aber das ist einfach…unrealistisch.

  11. @Thys: Es geht in dem Fall wirklich nicht um die Frau oder ihre Gleichberechtigung. Unsere, um es in deinen Worten zu fassen „gegenwärtig praktizierte sogenannte Gleichstellung“ zwingt der Frau nicht mehr patriachale Züge auf, als es einem Mann tun würde. Du übersiehst, das der momentane Patriachats Zustand auch unnatürlich für den Mann einer matriachalen Gesellschaft wäre – Ich denke nicht, das man hier in so einer grundsätzlichen Frage bereits einen Unterschied zwischen Frauen und Männern tun sollte; zudem Frauen sicher nicht „matriachal“ erzogen werden in einer rein patriachalen Gesellschaft. Das ist irgendwie illusorisch (So in die Richtung „Das Richtige geschieht, wenn die Menschen das Richtige tun!“, also eben tautologisch – Wenn wir Menschen matriachal erziehen (und nicht nur Frauen), sind wir auf dem Weg ins Matriachat. Daraus lernen wir leider: Nichts.)

    Das Hauptproblem ist die Immanenz aller Strukturen. Mal abgesehen davon, dass ein unheimlich großer Teil der Bevölkerung nie etwas von irgendwelchen matriachalen Völkern gehört hat („Irgendwelche Wilde? So mit Voodoo?“) und dementsprechend das Patriachat als unüberwindbaren Normalzustand ansehen, was eine Änderung praktisch unmöglich macht, liegt das Problem auch noch sehr viel tiefer. Selbst wir, die wir, sagen wir mal, einigermaßen informiert sind und überzeugt davon sind, dass es auch besser gehen könnte, können uns unmöglich als Individuum aus dem System lösen. Kurzer Selbsttest: Schonmal versucht, ohne Zeit (also, genau Uhrzeit) zu leben? Das entspricht einer vollständigen Isolation aus unserer Gesellschaft.
    Nein, eine Überwindung dieses Paradigmas ist für eine geraume Zeit nicht in Aussicht zu stellen – Es gibt ja nicht einmal Ansätze, wie man das theoretisch angehen sollte, außer wieder wie so oft, das allgemeine Volk zu bilden, aufzuklären. Aber das ist einfach…unrealistisch.

  12. @Thys: Es geht in dem Fall wirklich nicht um die Frau oder ihre Gleichberechtigung. Unsere, um es in deinen Worten zu fassen „gegenwärtig praktizierte sogenannte Gleichstellung“ zwingt der Frau nicht mehr patriachale Züge auf, als es einem Mann tun würde. Du übersiehst, das der momentane Patriachats Zustand auch unnatürlich für den Mann einer matriachalen Gesellschaft wäre – Ich denke nicht, das man hier in so einer grundsätzlichen Frage bereits einen Unterschied zwischen Frauen und Männern tun sollte; zudem Frauen sicher nicht „matriachal“ erzogen werden in einer rein patriachalen Gesellschaft. Das ist irgendwie illusorisch (So in die Richtung „Das Richtige geschieht, wenn die Menschen das Richtige tun!“, also eben tautologisch – Wenn wir Menschen matriachal erziehen (und nicht nur Frauen), sind wir auf dem Weg ins Matriachat. Daraus lernen wir leider: Nichts.)

    Das Hauptproblem ist die Immanenz aller Strukturen. Mal abgesehen davon, dass ein unheimlich großer Teil der Bevölkerung nie etwas von irgendwelchen matriachalen Völkern gehört hat („Irgendwelche Wilde? So mit Voodoo?“) und dementsprechend das Patriachat als unüberwindbaren Normalzustand ansehen, was eine Änderung praktisch unmöglich macht, liegt das Problem auch noch sehr viel tiefer. Selbst wir, die wir, sagen wir mal, einigermaßen informiert sind und überzeugt davon sind, dass es auch besser gehen könnte, können uns unmöglich als Individuum aus dem System lösen. Kurzer Selbsttest: Schonmal versucht, ohne Zeit (also, genau Uhrzeit) zu leben? Das entspricht einer vollständigen Isolation aus unserer Gesellschaft.
    Nein, eine Überwindung dieses Paradigmas ist für eine geraume Zeit nicht in Aussicht zu stellen – Es gibt ja nicht einmal Ansätze, wie man das theoretisch angehen sollte, außer wieder wie so oft, das allgemeine Volk zu bilden, aufzuklären. Aber das ist einfach…unrealistisch.

  13. Pingback: Maya S Welten - Art in Dialog

  14. nach meiner meinung fehlt moch ein grundlegender aspekt patriarchaler konversationen:
    – vorrang des denkens gegenüber den sinnen

  15. nach meiner meinung fehlt moch ein grundlegender aspekt patriarchaler konversationen:
    – vorrang des denkens gegenüber den sinnen

    • Vorang des Denkens: Super erfasst! Dieser „Glaube“ führt zum Unglück durch Grübeln i Gegensatz zum Glück durch „leben“
      Verschiedene Achtsamkeitstechniken versuchen diese erworbene Verhaltensweise rückgängig zu machen.

  16. nach meiner meinung fehlt moch ein grundlegender aspekt patriarchaler konversationen:
    – vorrang des denkens gegenüber den sinnen

  17. @Lucius. Ich gehe mit dir einig bezüglich deiner Ausführungen über die Immanenz der Strukturen. Und ich bin ebenso einverstanden, dass die Überwindung des Patriarchats aus dieser Immanenz äusserst schwierig ist. Dennoch bleibe ich bei meiner Meinung, dass die Gleichstellung der Frau unter Einbringung spezifich matristischen Gedankenguts zumindest eine Voraussetzung sein könnte um das Patriarchat zu überwinden.

    Paradigmenwechsel setzen in jedem Fall einen entsprechenden Nährboden voraus. Dann können sie gelegentlichsehr schnell, nahezu durch Kippen des Systems stattfinden. In einem undurchlässigen Wertsystem sind jedoch nicht einmal diese Voraussetzungen gegeben. A propos Uhrzeit: Ich habe tatsächlich einige Jahre ohne Uhr gelebt und sehr schnell gelernt die Zeit auf fünf Minuten genau einzuschätzen…

    • hihi, das ist wirklich ein gutes beispiel wie tief das patriarchale paradigma sitzt!

      dieser wunsch nach veränderung, dieses streben nach einem ideal – wie gut gemeint auch immer. diese verschiebung in die zukunft, das ins spiel bringen der zeit (ist es nicht bedenklich, wenn es sogar schon ohne uhr möglich ist?).

      NICHT wir machen die veränderung, die veränderung GESCHIEHT dann, wenn wir einfach diesen patriarchalen wahnsinn nicht mehr ertragen. nicht ein verhalten kritisieren, weil es schlechte auswirkungen haben könnte, sondern, weil man sich damit nicht wohlfühlt, weil es absurd ist, sich so zu verhalten.

      die kritik am heutigen zustand ist deshalb so häufig geworden, weil mensch erkennt, daß es so nicht mehr lange weitergeht.
      ABER sind die menschen wirklich unglücklich über die momentanen zumutungen? oder ist es etwa das ENDE dieser zumutungen, das sie betrübt? ist es das patriarchat, das uns das atmen schwer macht, oder FÜRCHTEN wir etwa das ende des patriarchats – und sind daher bereit ein paar reförmchen durchzuführen – …um es zu erhalten?
      ich mache mir nicht sorgen um die zukunft dieser gesellschaft, weil ich sehe, daß sie chaos und zerstörung anrichtet – ich finde es einfach absurd mich patriarchal, weltzerstörend, etc zu verhalten (soweit ich es durchschaue), ich finde es überhaupt nicht bequem und angenehm und sicher, etc…
      naja…
      🙂

  18. @Lucius. Ich gehe mit dir einig bezüglich deiner Ausführungen über die Immanenz der Strukturen. Und ich bin ebenso einverstanden, dass die Überwindung des Patriarchats aus dieser Immanenz äusserst schwierig ist. Dennoch bleibe ich bei meiner Meinung, dass die Gleichstellung der Frau unter Einbringung spezifich matristischen Gedankenguts zumindest eine Voraussetzung sein könnte um das Patriarchat zu überwinden.

    Paradigmenwechsel setzen in jedem Fall einen entsprechenden Nährboden voraus. Dann können sie gelegentlichsehr schnell, nahezu durch Kippen des Systems stattfinden. In einem undurchlässigen Wertsystem sind jedoch nicht einmal diese Voraussetzungen gegeben. A propos Uhrzeit: Ich habe tatsächlich einige Jahre ohne Uhr gelebt und sehr schnell gelernt die Zeit auf fünf Minuten genau einzuschätzen…

    • hihi, das ist wirklich ein gutes beispiel wie tief das patriarchale paradigma sitzt!

      dieser wunsch nach veränderung, dieses streben nach einem ideal – wie gut gemeint auch immer. diese verschiebung in die zukunft, das ins spiel bringen der zeit (ist es nicht bedenklich, wenn es sogar schon ohne uhr möglich ist?).

      NICHT wir machen die veränderung, die veränderung GESCHIEHT dann, wenn wir einfach diesen patriarchalen wahnsinn nicht mehr ertragen. nicht ein verhalten kritisieren, weil es schlechte auswirkungen haben könnte, sondern, weil man sich damit nicht wohlfühlt, weil es absurd ist, sich so zu verhalten.

      die kritik am heutigen zustand ist deshalb so häufig geworden, weil mensch erkennt, daß es so nicht mehr lange weitergeht.
      ABER sind die menschen wirklich unglücklich über die momentanen zumutungen? oder ist es etwa das ENDE dieser zumutungen, das sie betrübt? ist es das patriarchat, das uns das atmen schwer macht, oder FÜRCHTEN wir etwa das ende des patriarchats – und sind daher bereit ein paar reförmchen durchzuführen – …um es zu erhalten?
      ich mache mir nicht sorgen um die zukunft dieser gesellschaft, weil ich sehe, daß sie chaos und zerstörung anrichtet – ich finde es einfach absurd mich patriarchal, weltzerstörend, etc zu verhalten (soweit ich es durchschaue), ich finde es überhaupt nicht bequem und angenehm und sicher, etc…
      naja…
      🙂

  19. @Lucius. Ich gehe mit dir einig bezüglich deiner Ausführungen über die Immanenz der Strukturen. Und ich bin ebenso einverstanden, dass die Überwindung des Patriarchats aus dieser Immanenz äusserst schwierig ist. Dennoch bleibe ich bei meiner Meinung, dass die Gleichstellung der Frau unter Einbringung spezifich matristischen Gedankenguts zumindest eine Voraussetzung sein könnte um das Patriarchat zu überwinden.

    Paradigmenwechsel setzen in jedem Fall einen entsprechenden Nährboden voraus. Dann können sie gelegentlichsehr schnell, nahezu durch Kippen des Systems stattfinden. In einem undurchlässigen Wertsystem sind jedoch nicht einmal diese Voraussetzungen gegeben. A propos Uhrzeit: Ich habe tatsächlich einige Jahre ohne Uhr gelebt und sehr schnell gelernt die Zeit auf fünf Minuten genau einzuschätzen…

    • hihi, das ist wirklich ein gutes beispiel wie tief das patriarchale paradigma sitzt!

      dieser wunsch nach veränderung, dieses streben nach einem ideal – wie gut gemeint auch immer. diese verschiebung in die zukunft, das ins spiel bringen der zeit (ist es nicht bedenklich, wenn es sogar schon ohne uhr möglich ist?).

      NICHT wir machen die veränderung, die veränderung GESCHIEHT dann, wenn wir einfach diesen patriarchalen wahnsinn nicht mehr ertragen. nicht ein verhalten kritisieren, weil es schlechte auswirkungen haben könnte, sondern, weil man sich damit nicht wohlfühlt, weil es absurd ist, sich so zu verhalten.

      die kritik am heutigen zustand ist deshalb so häufig geworden, weil mensch erkennt, daß es so nicht mehr lange weitergeht.
      ABER sind die menschen wirklich unglücklich über die momentanen zumutungen? oder ist es etwa das ENDE dieser zumutungen, das sie betrübt? ist es das patriarchat, das uns das atmen schwer macht, oder FÜRCHTEN wir etwa das ende des patriarchats – und sind daher bereit ein paar reförmchen durchzuführen – …um es zu erhalten?
      ich mache mir nicht sorgen um die zukunft dieser gesellschaft, weil ich sehe, daß sie chaos und zerstörung anrichtet – ich finde es einfach absurd mich patriarchal, weltzerstörend, etc zu verhalten (soweit ich es durchschaue), ich finde es überhaupt nicht bequem und angenehm und sicher, etc…
      naja…
      🙂

  20. Pingback: Tabus sind immer ein Zeichen von Schwäche… | Love me or leave me – - >

  21. Furchtbar wie hier durchaus zutreffende Feststellungen über eine nötige System-Reform mit
    hahnebüchenden, emotionstriefenden Ausführungen
    die vor Zivilisationsfeindlichkeit und Technologiefeindlichkeit nur so strotzen vermanscht werden und von
    daher ganz klar auf chaotisch-anomische bis anarchistische Motive und Tendenzen zurückführbar sind.
    Findet sich bei allen Individualisten und Chaoten, dieser Hass auf die Ordnung, welche eben numal die Wesenseigenschaften zu beherrschen, zu bändigen und zu kontrollieren.
    Natürlich ist absolute Kontrolle eine Illusion, ein Ideal, aber
    es ist in jedem Fall besser als das trotzig-sträubende Wesen
    von Unordnung, was nichtmal konsequent ist, da es Regeln und Strukturen zerstören will, ohne jemals frei von grundsätzlichen Regeln und Gegebenheiten werden zu können, denn Freiheit ist noch mehr Illusion, als Ideal.