
Das Medium Kultur ist bewahrend und damit konservativ, weil die Kultur die Menschen, die diese Kultur tragen, über den Prozess des Heranwachsens hervor bringt. Die Trägerinnen und Träger etablieren dann im Verlauf ihres Lebens eben diese Kultur. Leute, die fortführen, was während ihrer Kindheit und Jugend ihr Glaubenssystem geprägt hat, sorgen aktiv dafür, dass die Gesellschaft der älteren Generationen erhalten bleibt.
Glaubenssysteme haben wir alle. Wir glauben zum Beispiel, dass morgen die Sonne aufgeht und richten unsere Pläne danach aus. Dieser Glaubenssatz funktioniert für die meisten von uns sehr gut und es besteht keine Notwendigkeit einen funktionierenden Glaubenssatz zu ändern. Haben wir jedoch Beschwerden, was unseren Lebensstil anbelangt, dann ist ein Hinterfragen der alten Glaubenssätze angebracht.
In der matriarchalen Kultur basiert das Netz der Umgangsformen nicht auf Kampf, Wettstreit, Ausgrenzung, Besitz, Erobern, Macht und Gehorsamkeit, Gewalt und Kontrolle, gut und böse, Toleranz, Missbrauch, Aggression und Ausbeutung.
Es ist genau das Gegenteil: es ist Anteilnahme, Zusammenarbeit, Teilen, Verständnis, Respekt und gegenseitige Inspiration.
Die Tatsache, dass diese Begriffe bis heute in unserer Sprache vorkommen weist darauf hin, dass die dazugehörigen Handlungen ebenfalls noch Teil unseres Lebens sind. Allerdings sind sie für besondere Gelegenheiten reserviert, jedenfalls nicht dazu, um unseren allgemeinen Lebensstil zu beschreiben.
Sie werden verwendet um Utopien heraufzubeschwören, Visionen oder Ähnliches, eher für Schulkinder passend als für die Lebenswirklichkeit Erwachsener.
Wir leben im Wettbewerb, d.h. wir führen einen Kampf mit dem Ziel uns gegenseitig auszuschalten und niederzumachen. Auf diese Weise etablieren wir Hierarchien mit besonderen Privilegien, wo angeblich eine “Auslese der Besten” stattfindet und deren Aufstieg an die Spitze, und obendrein behaupten wir auch noch, dass dies den sozialen Fortschritt garantiert.
Das patriarchale Paradigma macht uns Glauben, dass unterschiedliche Meinungen zwangsläufig Kampf und Streit zur Folge haben und wo Argumente als Waffen dienen.
Und überdies beschreiben wir harmonische Beziehungen als ‚friedlich’ – im Gegensatz zu Krieg – als wäre Krieg eine notwendige und wesentliche Beschäftigung der Menschheit!
Im Patriarchat wird Krieg als „mit Waffengewalt geführte Auseinandersetzung zwischen Staaten oder Völkern bzw. zwischen Bevölkerungsgruppen innerhalb eines Staates (Bürgerkrieg)“ definiert.
Trifft dies nicht zu, wird ein Land, wo Mord und Totschlag, Raub, Vergewaltigung, Schändung von Kindern, Menschenhandel und Folter im „zivilen Bereich“ jede Sekunde stattfinden, als „im Frieden“ bezeichnet.
Dies sind Glaubenssätze, die es zu hinterfragen gilt.
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